Auf Keltenjagd in Süddeutschland
Interview mit der Autorin Birgit Jaeckel
Birgit Jaeckel ist 1980 in Nürnberg geboren und hat nach ihrem Abitur Ur- und Frühgeschichte, Paläontologie und Alte Geschichte in Erlangen bei Nürnberg und im norwegischen Bergen studiert. In dieser Zeit hat sie an mehreren archäologischen Ausgrabungen teilgenommen. Nach ihrem Studium hat sie in Stockholm bei der Right Livelihood Award Foundation gearbeitet und ist seit 2006 selbständige PR Beraterin. Sie lebt in Erlangen.
Wie sind Sie auf den faszinierenden Stoff Ihres Romans gestoßen?
Ich habe Ur- und Frühgeschichte studiert und meine Magisterarbeit über eine kleine keltische Siedlung in der Nähe des Altmühltals geschrieben. Daher kannte ich mich in der Archäologie dieser Zeit und des süddeutschen Raums gut aus. Und das Spannungsfeld zwischen Germanen und den Kelten ist wie geschaffen für spannende Geschichten.
Wie haben Sie für Ihren Roman recherchiert?
Dank meiner Magisterarbeit und des Studiums kannte ich den archäologischen und historischen Hintergrund, noch bevor ich mit dem Schreiben anfing; bzw. ich wusste ziemlich genau, worauf ich achten muss und wo ich nachschlagen kann.
Hat Ihr Studium der Ur- und Frühgeschichte und Paläontologie sowie Ihre Teilnahme an archäologischen Ausgrabungen die Lust geweckt, einen Roman über diese Zeit zu schreiben?
Als Archäologe findet man zum Beispiel Gräber, Skelette und Grabbeigaben und versucht, daraus so viel wie möglich über das Leben dieser Menschen zu erfahren. Manchmal gelingt es, manchmal nicht. Aber niemals können wir ein Leben so rekonstruieren, wie es ein Roman verlangt, mit all seinen Facetten, seinen Augenblicken von Freude und Leid. Ein Archäologe findet womöglich fünf Männerskelette, die Arm in Arm in einem Grab liegen und große Schwerter an ihren Seiten haben. Er kann sich fragen: „Wie kam es dazu? Wer waren sie? Was waren diese Männer für einander?“ Aus ihrer Größe und Grabbeigaben mag er schließen, es waren keine armen Männer, es waren Krieger, vielleicht mag man irgendwann sogar noch feststellen können, dass es Brüder waren. Aber dies ist nur der Anfang einer Geschichte. Es kommt der Moment, wo die Wissenschaft aufhört und nur noch die Fantasie uns die Geschichte dieser Männer erzählen kann.
Was zeichnet die Kultur der Kelten aus?
Wenn wir heute an die Kultur der Kelten denken, fallen uns natürlich sofort die Druiden ein. Grundsätzlich ist es jedoch nicht ganz einfach, etwas über die Kultur der Völker zu sagen, die wir heute unter Kelten zusammenfassen. Es gibt viele Romane über die Kelten, und es hat seinen Grund, dass sich die meisten von ihnen mit den Kelten Großbritanniens und Irlands befassen. Über sie wissen wir einfach am meisten; die meisten Quellen keltischer Kultur, keltischer Sagen und Mythen stammen von den britischen Inseln und aus jüngerer Zeit. Natürlich kann man von großen Gemeinsamkeiten ausgehen, aber man darf nicht vergessen, dass es sicherlich auch deutliche Unterschiede gab.
Mein Roman spielt im zweiten Jahrhundert vor Christus in Süddeutschland. Damals gab es in diesem Raum keine schriftliche Überlieferung, die Druiden selbst gaben ihre Lehren nur mündlich weiter. Gräber, deren Bestattungssitten und Beigaben uns normalerweise Etliches verraten, gab es ebenfalls nicht. Das bedeutet, dass wir leider sehr wenig sicher wissen.
Wer waren die Druiden?
Vereinfacht ausgedrückt, sind Druiden die Priesterkaste der Kelten. Allerdings waren sie nicht nur für Religiöses zuständig, sondern für viel mehr, z.B. waren sie auch Ärzte, Philosophen, Astronomen, Zauberer, Ratgeber. Sie waren die geistige Elite der keltischen Gesellschaft und hatten auch im weltlichen Bereich, z. B. in der Rechtsprechung, großen Einfluss.
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Der Fluch der Druidin
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