"Ich bin ein klassischer Durant-Fan!"
Daniel Holbe kam, sah - und schrieb. Nämlich die neuen Krimis im Namen von Andreas Franz!
Herr Holbe, der Weg zum Autorendasein ist oft steinig und mit vielen Enttäuschungen versehen. Ihr Weg hingegen verlief ausgesprochen erfreulich. Sie sind gleich in die A-Liga der Autoren katapultiert worden, und zwar als als „Co-Autor“ des 2011 verstorbenen Andreas Franz. Beschreiben Sie uns, wie es zu diesem ungewöhnlichen Coup kam!
Daniel Holbe: Nun, wie man es nimmt. Erfahrungen habe ich ja durchaus bereits gemacht. Ablehnungsbriefe von Verlagen, die üblichen Standardfloskeln („intensive Prüfung“ etc.), das kenne ich ebenfalls. Es war ein großes Glück, dass ich zum richtigen Zeitpunkt eine erfolgreiche Autorin kennenlernen durfte, über sie dann meine Agentur – und damit konnte ich viele Stolpersteine gleich zu Anfang vermeiden.
Der Coup, wie Sie es nennen, bestand dann einfach darin, zur richtigen Zeit am richtigen Platz zu sein. Will sagen, ich hatte im Frühjahr ein neues Projekt an meine Agentur herangetragen, etwas Regionales, also eine ganz andere Richtung. Von hier aus wanderte eine Leseprobe unter anderem auf den Schreibtisch von Frau Steffen-Reimann, meiner Lektorin beim Droemer Verlag.
Der Rest ist Geschichte: einerseits ich, ein noch unverbrauchter Autor, wohnhaft im Rhein-Main-Gebiet, einen Regionalkrimi im Hinterkopf, andererseits der Verlag mit dem Erbe eines Autors von Regionalkrimis … Und auf einmal war dann diese Idee da, daraus etwas Neues zu machen.
Wie haben Sie sich auf die neue Arbeit als Co-Autor vorbereitet?
Daniel Holbe: Ich habe das getan, was ich z.B. bei meinem ersten Buch nie gewagt hätte: Nämlich alles gelesen, was es von der Reihe gab, chronologisch, unglaublich schnell und mit dem Ziel, den Ton zu verinnerlichen, in dem Andreas Franz sich ausdrückte. Mein Arbeitszimmer habe ich neu tapeziert mit leeren Papierbahnen, auf denen sich bald die Hauptcharaktere wiederfanden, mit ihren Lebensläufen, außerdem einer Zeitschiene, auf der wichtige Ereignisse verzeichnet sind. Parallel dazu verzeichnet habe ich jeweils die Quelle des Titels, damit ich nachschlagen konnte. Das hatte schon etwas von Profiling und ich bin auch ein wenig stolz darauf, denn dem Verlag hat das offenbar imponiert, dass ich mich so analytisch in die Figuren hineinbegeben habe. Dennoch bin ich mir sicher, dass es noch viel mehr zu entdecken gibt und dass ich gewiss auch irgendwo einen Fehler übersehen habe.
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Daniel Holbe im Interview
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