60 Jahre Kriegsende - Kinder im Krieg
Sie sind heute über 60 Jahre alt. Kinder waren sie im Krieg. Geschätzte 2,5 Millionen Halbwaisen hinterließ der Zweite Weltkrieg in Deutschland. In ganz Europa geht man von 20 Millionen Kindern aus, die einen Elternteil im Krieg verloren haben.Dieser Verlust, Flucht und Vertreibung sowie der Bombenkrieg waren Alltag für die Kriegskinder. Ein Alltag, der sich nur schwer aushalten lässt. Ärzte sprechen von einer "pathologischen Normalität", die bis heute 17 Millionen Deutsche - sie waren am Kriegsende unter 18 Jahren alt - verarbeiten müssen.
Lange Zeit war die Auseinandersetzung mit diesem Thema ein Tabu - sowohl gesellschaftlich als auch in den Familien, in denen sich die Mehrzahl der Kriegskinder eher um die Eltern kümmerte als sich mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen. Wie aktuell das Thema 60 Jahre nach dem Ende des Krieges ist, zeigen die vielen Bücher, Zeitzeugenberichte, Fernsehsendungen, die es in der jüngsten Vergangenheit von den Kriegskindern und über sie gab. So wurden Kinder, deren Väter Soldaten in den Besatzungsgebieten waren, Opfer von Diskriminierung und Misshandlung, nachdem der Krieg zu Ende war.
Es gibt die Geschichten von Kindern, die an der Front um ihr Überleben kämpfen mussten. Und schließlich gibt es da noch die lange, schmerzhafte Suche nach dem verlorenen Vater oder auch das plötzliche, unerwartete Auftauchen eines nahen Verwandten.
Die Kriegskinder berichten von Ereignissen, die sie bis heute verfolgen und prägen. Ihre Erzählungen bieten Anlass für die Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel der Vergangenheit - auch 60 Jahre nach dem Ende des Krieges.
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