Credo quia absurdum - Ich glaube es, weil es absurd ist
Bernard Minier und sein eiskalter Thriller Schwarzer Schmetterling
Mit 51 Jahren hat sich der französische Autor Bernard Minier dem Thrillergenre zugewandt und mit seinem Debüt sogleich eine Punktlandung vorgelegt. Schwarzer Schmetterling gewann den renommierten französischen Krimipreis Prix Polar 2011 und wurde von Lesern wie auch der Kritik hoch gelobt: "Der Blick in Miniers eisige Welt ist schlicht atemberaubend," urteilte Le Figaro. Entdecken Sie einen Schriftsteller, von dem in Zukunft noch viel zu hören sein wird.
Geschrieben hat der 1960 im Südwesten Frankreichs geborene Bernard Minier eigentlich schon immer, erzählt er in unserem Interview. Seit seiner Kindheit in den Ausläufern der Pyrenäen hat der Franzose die unterschiedlichsten Geschichten zu Papier gebracht und wurde für seine Kurzgeschichten mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Aber an einen Roman hat er sich nie gewagt: "Die Anforderungen, die ich an mich selbst stelle, waren schon immer sehr hoch ... Ich bin Perfektionist und kann meine Texte erst dann veröffentlichen, wenn ich das Gefühl habe, dass sie wirklich soweit sind," gesteht Minier. Während eines Geschichtenwettbewerbs traf er auf den Schriftsteller Jean-Pierre Schamber, dem Schwarzer Schmetterling u.a. gewidmet ist. Nachdem Schamber die ersten 60 Seiten des Manuskripts gelesen hatte, das in den Tiefen von Miniers Schublade schlummerte, drängte er ihn weiterzuschreiben. "Das gab mir den entscheidenden Anstoß ... Ohne ihn wäre dieses Buch nie entstanden."
Am Genre des Thrillers reizt Minier in erster Linie "das Katz-und-Maus-Spiel". Es gefällt ihm, "mit den Nerven und Emotionen des Lesers zu spielen" und mit seinen Texten "bestimmte Gefühlslagen zu evozieren: Angst, Neugier, Staunen, Ungeduld, Horror, Entsetzen etc." Gleichzeitig möchte Minier aber seinen Schwarzen Schmetterling nicht ausschließlich auf die Spannungsmomente reduziert wissen: "Ich möchte auch ein Bild unserer Zeit zeichnen und habe einiges über die französische Gesellschaft von heute und über unsere moderne Gesellschaft im Allgemeinen zu sagen." Das rückt Minier in die Nähe skandinavischer Krimiautoren, deren Werke er sehr bewundert (die Autoren Jo Nesbø, Henning Mankell, Arnaldur Indriðason hebt Minier dabei besonders hervor). Minier bezeichnet sich selbst als "eklektischen Vielleser", der eine große Bandbreite an Literatur verschlingt. Zu seinen Lieblingsautoren zählen "Nabokov, Grass, Thoma Bernhard, Salinger und Borges".
Nach seinen Schreibgewohnheiten gefragt, beruft sich der Franzose gerne auf Stephen King, der einmal erklärt hat, dass er jeden Tag außer an Weihnachten schreibe, im kleineren Kreis aber zugeben musste, dass er eigentlich selbst an Weihnachten schreibe und das nur sage, um seine Leser nicht zu erschrecken. "Mir geht es eigentlich genauso," sagt Minier, "jeden Morgen starte ich meine Kaffeemaschine und meinen Computer und schreibe an sieben Tagen der Woche, meistens ab acht Uhr morgens ... Wenn ich ausnahmsweise einmal nicht schreibe, dann versuche ich vor allem eines zu vermeiden: Routine."
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