Frauen mit Pfiff
Kate Christensens neuer Roman über die Liebe mit Altersringen
„Das beste Buch des Jahres“ schreibt die BRIGITTE anlässlich eines Interviews mit Kate Christensen in diesem Herbst über Feldmans Frauen, preisgekrönt mit dem PEN Faulkner Award. Zeitlich genau passend für einen Roman über Frauen, die im Herbst ihres Lebens stehen. Und dabei so blühend daherkommen, dass man ihnen beinahe ihr Alter nicht abnehmen möchte.
Er hatte sie alle, der Akt-Maler Oscar Feldman – Frauen, zumal nackte, waren seine Spezialität. Aber jetzt ist er tot und sie leben weiter: seine Ehefrau, seine Muse und Geliebte, seine Schwester und viele mehr, die im Dunstkreis seines Lebens standen und nun nach seinem Tod aufeinandertreffen. Und sie stellen fest: auch ohne Oscar lebt es sich gut, vielleicht sogar besser?
Plötzlich haben sie sich alle viel zu sagen. Darüber, wie es früher war zu lieben – und wie es heute ist im Bett. Darüber, was im Leben zählt und wonach man sich auch jenseits der 70 noch verzehrt. Und darüber, welche Leidenschaften jede der eigenwilligen, lebenshungrigen Frauen auch heute noch hegt und pflegt.
Ein Buch, das direkt Lust aufs Altern macht, wo Freundschaft, Lust und Lachen ebenso zum Leben gehören wie die Gelassenheit, sich nicht mehr über jede Falte zu ärgern. Eine wunderbare emotionale Mischung zeichnet diese Frauen aus – eine erleichternde Lässigkeit, die dennoch immer wieder mit einer jugendlichen Unruhe aufgefrischt wird. Man kennt seine Wirkung und weiß wo man steht –und wird dennoch auch immer mal wieder zappelig angesichts eines neuen Mannes.
Inspirationsquelle: die Affäre der Mutter
Kate Christensen wurde von ihrer eigenen Mutter zu diesem Roman und dessen Figuren inspiriert. Mit 60 traf ihre Mutter den Mann ihres Lebens und erlebte eine leidenschaftliche Affäre. Auf einmal war es da, das Thema der Liebe, der Wünsche und Leidenschaften im gehobenen Alter. Und die leise Frage drängte sich der Autorin auf: Vielleicht sind das sogar die Frauen, die den meisten Sex haben von uns allen? Die es gelernt haben, ihren Körper zu genießen? Denn, hey!, wer schon Falten hat, braucht sich nicht mehr davor zu fürchten. Und überhaupt, was sind Falten angesichts ganz anderer körperlicher Defizite, mit denen man leben muss und lieben will?
Die Autorin hat es auf zärtliche Weise verstanden, einen Roman über das Altern und die Liebe so voller Humor, liebenswerter Ironie und Offenheit zu schreiben, dass ihre Hauptfiguren absolut authentisch, aber dennoch nicht alt wirken. Ihr besonderer Wunsch war es, „diesen Frauen zu erlauben voller Sehnsucht zu sein. Voller Lust, Leidenschaft, Hoffnung und Leben“.
Der Wunsch, so ein Leben zu führen, verbindet ganz sicher nicht nur Feldmans Musen, sondern diese tollen Frauen auch mit Kate Christensens Leserinnen ...
Möge er für uns alle in Erfüllung gehen!
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