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Früher war ich regelmäßig auf der Wiesn. Aber mit den Jahren sieht man viele Dinge in einem anderen Licht. Das Oktoberfest ist einmal als größte offene Drogenszene der Welt beschrieben worden. Da ist was dran. Kollektives Komasaufen unter dem Deckmantel von als Brauchtumspflege getarnter Folklore lässt einen schon am Fortschritt der Zivilisation zweifeln. Aber ich bin ja kein Menschenfeind. Wenn Wetter und Begleitung passen, lass’ ich mich auch gerne mal zu zwei, drei Maß und einem halben Hendl im Biergarten überreden.
„Oktoberfest“ ist Ihr erster Roman. Erzählen Sie uns, wie Sie zum Schreiben dieses Buches gekommen sind?
Es kam der Punkt, an dem ich meine bisherige Arbeit nicht mehr wirklich befriedigend fand. Ich habe einen radikalen Schnitt gemacht und das begonnen, was ich eigentlich schon immer wollte: fesselnde Geschichten schreiben. Mich fasziniert das Phänomen der Spannung schon lange. Ich wollte für mich selbst die Frage beantworten, wie ein Text beim Leser Spannung erzeugt. Insbesondere reizen mich Szenarien, die bislang in der deutschen Spannungsliteratur kaum vertreten sind: Agenten, Krieg, Großintrigen. Zumindest haben mich die Versuche deutscher Autoren in dieser Richtung selten überzeugt. Ich wollte zeigen, dass solche Geschichten auch in und über Deutschland erzählt werden können. Ob mir das gelungen ist, mag der Leser beurteilen.
Wie lange haben Sie an „Oktoberfest“ gearbeitet und wie sah Ihr Tagesablauf beim Schreiben des Romans aus – tagsüber karger Broterwerb und danach nächtliches Schreiben?
Die Mission „Oktoberfest“ hat mich alles in allem fast vier Jahre beschäftigt – mal intensiver, dann wieder schleppend. Ich brauche zum Schreiben einen inspirierenden Impuls, den ich nicht erzwingen kann. Wenn ich aber einen solchen Impuls spüre, dann klappt es zu fast jeder Zeit. In etwa könnte man sagen: Die Nacht begünstigt die Entwürfe großer Bögen, tagsüber geht’s eher an die handwerkliche Feinarbeit. Die Disziplin, mich zu festen Zeiten an den Schreibtisch zu setzen, kann ich nicht aufbringen. Sie würde meiner Arbeit auch nicht bekommen. Ich kann leider nicht nach Stundenplan geistreich sein.
Interview mit Christoph Scholder zu „Oktoberfest“
Herr Scholder, sind Sie ein treuer Oktoberfestgänger? Und wenn ja, an welchem Wochenende und in welchem Zelt findet man Sie dort?Früher war ich regelmäßig auf der Wiesn. Aber mit den Jahren sieht man viele Dinge in einem anderen Licht. Das Oktoberfest ist einmal als größte offene Drogenszene der Welt beschrieben worden. Da ist was dran. Kollektives Komasaufen unter dem Deckmantel von als Brauchtumspflege getarnter Folklore lässt einen schon am Fortschritt der Zivilisation zweifeln. Aber ich bin ja kein Menschenfeind. Wenn Wetter und Begleitung passen, lass’ ich mich auch gerne mal zu zwei, drei Maß und einem halben Hendl im Biergarten überreden.
„Oktoberfest“ ist Ihr erster Roman. Erzählen Sie uns, wie Sie zum Schreiben dieses Buches gekommen sind?
Es kam der Punkt, an dem ich meine bisherige Arbeit nicht mehr wirklich befriedigend fand. Ich habe einen radikalen Schnitt gemacht und das begonnen, was ich eigentlich schon immer wollte: fesselnde Geschichten schreiben. Mich fasziniert das Phänomen der Spannung schon lange. Ich wollte für mich selbst die Frage beantworten, wie ein Text beim Leser Spannung erzeugt. Insbesondere reizen mich Szenarien, die bislang in der deutschen Spannungsliteratur kaum vertreten sind: Agenten, Krieg, Großintrigen. Zumindest haben mich die Versuche deutscher Autoren in dieser Richtung selten überzeugt. Ich wollte zeigen, dass solche Geschichten auch in und über Deutschland erzählt werden können. Ob mir das gelungen ist, mag der Leser beurteilen.
Wie lange haben Sie an „Oktoberfest“ gearbeitet und wie sah Ihr Tagesablauf beim Schreiben des Romans aus – tagsüber karger Broterwerb und danach nächtliches Schreiben?
Die Mission „Oktoberfest“ hat mich alles in allem fast vier Jahre beschäftigt – mal intensiver, dann wieder schleppend. Ich brauche zum Schreiben einen inspirierenden Impuls, den ich nicht erzwingen kann. Wenn ich aber einen solchen Impuls spüre, dann klappt es zu fast jeder Zeit. In etwa könnte man sagen: Die Nacht begünstigt die Entwürfe großer Bögen, tagsüber geht’s eher an die handwerkliche Feinarbeit. Die Disziplin, mich zu festen Zeiten an den Schreibtisch zu setzen, kann ich nicht aufbringen. Sie würde meiner Arbeit auch nicht bekommen. Ich kann leider nicht nach Stundenplan geistreich sein.