Martha Tod Dudman im Interview
Sie ist ein Kind der 1960er und hat ihre eigenen Erfahrungen mit Drogen, Idealismus und freier Liebe in der Erzählung „Expecting to Fly: A Sixties Reckoning“ (2004) beschrieben – einer gelungenen Abrechnung mit den Realitäten und Mythen der Hippie-Ära: die amerikanische Autorin und Radio-Journalistin Martha Tod Dudman, die mit Sohn und Tochter im US-Bundesstaat Maine lebt.Und genau diese Tochter ist vielen Lesern keine Fremde. Hat Martha Tod Dudman doch das schwierige Mutter-Tochter-Verhältnis zum Thema ihres Memoires „Angst um Augusta“ (2001) gemacht, das international beachtet und kontrovers diskutiert wurde. Eindringlich schildert sie darin ihre Angst um ihre pubertierende, drogenabhängige Augusta, die sich damals im freien Fall befand.
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Auch in „Schwarze Oliven“ zoomt die Autorin das komplizierte Geflecht zwischenmenschlicher Beziehungen für den Leser heran – diesmal in Form eines Romans. Die ebenso gefühlvolle wie analytische Chronologie einer Partnerschaft beschreibt das Auseinanderdriften eines Fiftysomething-Paares in Neuengland: Virginia und David. Am Ende steht die Trennung. Im Roman lässt die Protagonistin Virginia zwölf Jahre voller Liebe, Lust und Langeweile mikroskopisch genau Revue passieren.
Interview
Martha Tod Dudman, in „Schwarze Oliven“ beschreiben Sie eine erfolgreiche, unabhängige Frau, die tief verletzt ist, weil ihr Partner sie verlassen hat. Dabei war Virginia selbst gar nicht mehr so überzeugt davon, dass David ihr Mister Right ist. Warum schafft er es dennoch, ihr das Herz zu brechen?
Naja, niemand wird gerne fallen gelassen. Eine Trennung ist immer hart, aber es ist besonders schwierig, wenn man derjenige ist, der verlassen wird – oder diejenige. Und es ist noch viel schlimmer, wenn man im so genannten mittleren Lebensalter steckt, also schon ein bisschen zu alt ist, um einfach zum nächsten Partner weiter zu hüpfen. Virginia hadert mit dem Verrat ihres Liebhabers, ihrer plötzlichen Einsamkeit, ihrem eigenen Älterwerden. Und obwohl David kein perfekter Prinz war, war er doch jemand, an den sie sich gewöhnt hat. Und nun ist er weg.
