Medusa - Making of ...
Eine der trockensten Gegenden auf unserem Planeten.Eine Landschaft voller Extreme.
Eine Welt voller Wunder...
Die Sahara.
Neun Millionen Quadratkilometer aus Sand, Fels und Stille.
Die einheimischen Tuareg sagen, Allah habe hier alles Überflüssige entfernt, damit der Mensch das wahre Wesen der Dinge zu erkennen vermöge. Sie nennen die Sahara das Meer ohne Wasser.
Doch so lyrisch dieser Titel auch klingen mag, zutreffend ist er nicht. Neueste Forschungen haben ergeben, dass die Sahara tief im Inneren eines der größten Naturwunder unserer Zeit beherbergt. Ein riesiges Reservoir an freiem Trinkwasser, eingebettet in Stollen, Höhlen und Adern.
Der Staat Libyen hat bereits damit begonnen, dieses Reservoir anzuzapfen und den größten künstlichen Fluss der Menschheitsgeschichte zu bauen. Das Projekt ist bekannt unter der Bezeichnung Greatest Man Made River, und gilt als achtes Weltwunder, doch viele Geologen bezweifeln seine Durchführbarkeit über einen längeren Zeitraum.
Das Wasser, das dort an die Oberfläche gepumpt wird, stammt aus einer Zeit, als dieses Land noch grün und fruchtbar war. Einer Zeit, in der es Seen gab, die eine Größe von hunderttausend Quadratkilometern erreichten und an deren Ufern Elefanten, Giraffen und Löwen lebten. Vor sechstausend Jahren dann begann sich das Klima zu ändern.
Die Niederschläge blieben aus und das Land verödete. Zurück blieben endlose Weiten aus Fels und Sand, dazwischen einige wenige Oasen. Wie konnte es dazu kommen und wie ist es zu erklären, dass sich trotz der Trockenheit noch so viel Süßwasser in der Tiefe befindet?
Dies ist nicht das einzige Rätsel, das uns die Sahara aufgibt. Es existiert noch ein anderes, was mindestens ebenso seltsam ist.
Die Sahara wurde seit frühester Zeit von Menschen besiedelt. Jäger, Bauern und Viehzüchter kamen und gingen und hinterließen ihre Spuren in Form von Felsmalereien und Gravuren. Doch vor neuntausend Jahren erschien praktisch über Nacht eine Kultur, die Darstellungen von solcher Perfektion und solcher Fremdartigkeit hinterließ, dass sie Wissenschaftlern noch heute ein Mysterium sind.
Riesige schwebende Gestalten mit Antennen, Helmen, Stacheln und Raumanzügen, deretwegen der berühmte Afrikaforscher Henri Lhote den Figuren die Bezeichnung Große Marsgötter gegeben hat. Aber was ist auf den Bildern dargestellt? Sind es Masken, sind es Götter oder vielleicht Außerirdische? Woher kamen diese Menschen, woher hatten sie ihre Kunstfertigkeit und vor allem, wohin verschwanden sie?
Denn eines ist klar: so plötzlich wie diese Kultur auftauchte, erlosch sie auch wieder. Niemand weiß bis heute, wohin diese Menschen gegangen sind und warum keine der darauffolgenden Epochen einen Hinweis auf ihren Verbleib hinterlassen hat. Alles, was von ihnen erhalten ist, sind Kunstwerke von atemberaubender Fremdartigkeit.
Als ich begann, mich mit der Sahara zu beschäftigen, ahnte ich nicht, dass ich eines Tages mal einen Roman darüber schreiben würde. Ich war fasziniert von der Schönheit der Landschaft und seiner Menschen, und von ihrer Fähigkeit, unter solch extremen klimatischen Bedingungen zu überleben. Als ich dann auf die oben geschilderten Rätsel stieß, begann sich ein Gedanke zu formen. Was wäre, wenn die beiden Phänomene miteinander verknüpft wären? Was, wenn sie nur zwei Teilbereiche eines einzigen Mysteriums wären, eines Rätsels, dass unsere Vorstellungskraft übersteigt?
Als Schriftsteller darf man solche Fragen stellen, ja, man muss sie stellen um die Phantasie des Lesers anzuregen und ihn zu ermutigen, die Welt mit offenen Augen zu betrachten. Es ist nur eine Frage der richtigen Mischung aus Dichtung und Wahrheit
Die meisten der im Buch geschilderten Orte existieren tatsächlich, ebenso wie die erwähnten Kunstwerke, von denen Sie auf dieser Seite einige sehen können.
Hiermit lade ich sie ganz herzlich ein, mir auf den Spuren eines uralten Rätsels zu folgen und eine Reise anzutreten, die sie so bald nicht vergessen werden.
© Thomas Thiemeyer 2004
Für detailliertere Auskünfte zum Thema Sahara oder Felsmalereien wenden Sie sich bitte an das deutsche Frobenius Institut der Goethe-Universität Frankfurt oder an die Gesellschaft Stonewatch.
Thomas Thiemeyer
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