Paul McCartney – mehr als nur ein musikalisches Genie
Die meisten kennen ihn als Lebemann, der auf den roten Teppichen der Welt zu Hause ist – Paul McCartney. In den Klatschspalten der Boulevardpresse macht er durch schmutzige Scheidungskriege und seine Beziehung zum New Yorker Socialite Nancy Shevell inzwischen mehr Schlagzeilen als durch seine Musik. Dabei ist der Poptitan nicht nur ein ehemaliges Mitglied der Beatles – er hat viele verschiedene Gesichter, die Howard Sounes in „Paul McCartney – Das Porträt“ eindrucksvoll beschreibt.1960 begann die Karriere von Paul McCartney im Hamburger Club Indra, in dem die Beatles ihren ersten Auftritt hatten. Bereits damals begeisterte der Sänger die Massen mit seiner enormen Bühnenpräsenz und seinem musikalischen Talent. Es war kein Wunder, dass die Band schon bald in den internationalen Musik-Olymp aufstieg. McCartney wurde neben seinen Bandkollegen zum Vorbild einer ganzen Generation.
Selbst nach der Trennung der Beatles ließen er, seine damalige Frau Linda und ihre gemeinsame Band Wings mit ihrem Hit The Mull of Kintyre keinen Zweifel daran, dass er der legitime Erbe der Beatles war.
Der britische Autor Howard Sounes zeichnet in seinem aktuellen Porträt die entscheidenden Lebensstationen Paul McCartneys nach: von den Anfängen in Liverpool bis zu dessen Solokarriere. Sounes sprach für sein Werk mit vielen Freunden und Weggefährten des Weltstars.
Doch nicht nur seine musikalische Laufbahn ist Thema des Buches. Der ehemalige Journalist zeigt auch viele, zum Teil unbekannte Facetten des Ex-Beatles. Denn McCartney ist nicht nur Musiker, Maler und Frauenliebling. Der Klatsch über seine Scheidungsprobleme rückt sein enormes Engagement für seine (Umwelt-) politischen Überzeugungen häufig in den Hintergrund. So ist McCartney schon seit den 1970er Jahren überzeugter Vegetarier. Die Lust auf Steak, Wurst und Co. soll ihm vergangen sein, als er mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Linda McCartney Lammfleisch aß und gleichzeitig vor dem Fenster ihres Hauses eine Schafherde mit Muttertieren und Lämmern vorbeizog. Doch beim Fleischverzicht als politisches Statement sollte es nicht bleiben.
Kampf gegen McDonalds
Als eine McDonalds Filiale aus seiner Heimatstadt Liverpool die Wände mit unzähligen Bildern der erfolgreichen Pilzköpfe schmückte, forderte McCartney umgehend das Abhängen der Bilder. Er wolle nicht, dass die Beatles oder seine Person mit dem Fast Food-Unternehmen in Verbindung gebracht würden. Die Tierrechtsorganisation PETA, die in McCartney einen langjährigen Mitstreiter gefunden hat, gab zusätzlich bekannt, dass weder Name noch Gesicht Paul McCartneys für die Vermarktung von Fleischprodukten verwendet werden dürfe. Daraufhin rief der Musiker seine Fans zum Boykott von McDonalds, Kentucky Fried Chicken und anderen Fast Food Ketten auf.
Auch der Kampf gegen die Jagd auf junge Robben wurde für den Ex-Beatle zur Herzensangelegenheit. Und das in doppelter Hinsicht. Seine Frau Linda war vor allem zu Beginn die treibende Kraft hinter McCartneys Tierliebe und steckte ihn mit ihrem Engagement für die Robben an.
„Linda meinte es gut, doch ihr Einsatz für die Tiere führte sie gelegentlich auf Abwege. Wann immer möglich gab sie ihren Tieren pflanzliches Futter, selbst wenn sie von Natur aus Fleischfresser waren.“ (Howard Sounes: Paul McCartney)
Doch auch nach Lindas Tod verschrieb sich der Ex-Beatle dem Tierschutz. Im Jahr 2006 reiste er nach Neufundland, um auf die Zustände bei der Robbenjagd aufmerksam zu machen.
Der Kampf gegen die Landminen an der Seite von Heather Mills
Neue Frau – neues Thema. Als Paul McCartney sich mit dem Model Heather Mills verlobte, begann der Musiker sich für die Stiftung für Opfer von Landminen einzusetzen. Diese Stiftung wurde von Heather Mills gegründet, die sich seit ihrem tragischen Unfall, bei dem sie einen Unterschenkel verlor, für das Thema stark machte. Paul McCartney unterstützte die Stiftung von Heather nicht nur ideell sondern auch finanziell, was Heather Mills auch großzügig ausnutzte.
Das (umwelt-) politische Engagement ist nur eine der vielen Facetten von Paul McCartney, die Howard Sounes in seinem Porträt über den erfolgreichsten Songwriter und Musiker beschreibt. Sounes präsentiert auch den Friedensaktivisten, ambitionierten Künstler, zurückgezogenen Familienmensch und glamourösen Macca.
Bei allem, was der Autor enthüllt, wird eins deutlich – McCartney ist immer mit ganzem Herzen dabei. Das ist der Grund, warum McCartney es bis heute versteht, Menschen zu berühren und die großen Arenen der Welt zu füllen.
Howard Sounes wurde 1965 in London geboren. Er war bis 1997 Journalist beim Sunday Mirror und arbeitet inzwischen als freier Autor. Neben der Kulturgeschichte der siebziger Jahre machte er sich einen Namen mit den Biographien von Charles Bukowski und Bob Dylan.
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Howard Sounes
Paul McCartney
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