Verlagsgruppe Droemer Knaur



Mein hungriges Herz

9783426638330
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Taschenbuch, Knaur TB
01.08.2010, 336 S.

ISBN: 978-3-426-63833-0
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Roman

Seit Myriam von ihrer Familie verstoßen wurde, sucht sie nach einem neuen Sinn in ihrem Leben. Nach Jahren zielloser Wanderschaft eröffnet sie in Paris ein kleines Lokal namens Chez moi. Das ungewöhnliche Restaurant wird schnell zum Lieblingstreffpunkt des Viertels, und Myriam findet in ihren Nachbarn und Gästen eine neue Familie. Doch kann man die Vergangenheit einfach so hinter sich lassen?

Die Autorin

Agnès Desarthe

Portrait von Agnès Desarthe

Agnès Desarthe ist 1966 in Paris geboren, wo sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt und als Übersetzerin arbeitet. Sie hat mehrere Romane...

zur Autorin Bücher von Agnès Desarthe

Pressestimmen

„'Mein hungriges Herz' ist ein wahres Festmahl aus Wörtern, Düften, Poesie, Feinfühligkeit, Witz und Humor, aber auch aus tiefsinnigen Überlegungen und heiterer Melancholie.“

Le Monde des Livres, 15.09.2006

"Ein Roman über den Zauber des Essens und des Kochens, über die Liebe und die Tücken der Gastronomie. Ein heiter-melancholischer Roman, der gleichzeitig so märchenhaft und realistisch ist, wie Lewis Carrolls Klassiker, den Agnès Desarthe so liebt."

Der Tagesspiegel, 06.04.2008

"Mit Augenmaß und feinem Humor schildert die Autorin Myriams mutigen, von wohlwollendenHelfern unterstützten Versuch, wieder auf die Beine zu kommen."

Kieler Nachrichten, 13.08.2008

„Öffnen Sie die Tür vom Chez moi, gehen Sie auf die andere Seite des Spiegels, in Myriams Welt. Und entdecken Sie ihr Geheimnis.“

Le Figaro, 02.09.2006

„Agnès Desarthes Worte sind eine einmalige Lektion fürs Leben, und ihre kulinarischen Beschreibungen lassen einem das Wasser im Mund zusammen laufen. Welch ein Genuss!“

Le Parisien, 25.08.2006

"Ein Roman über die Magie von Essen und Kochen, die Liebe und die Fallstricke der Gastronomie."

Der Feinschmecker, Juli / 2008

„Lesen Sie 'Mein hungriges Herz'. Zu dem Geruch von Koriander mischt sich der Duft des Verlangens mit seiner verführerischen Macht.“

Le nouvel Observateur, 31.08.2006

"Eine spielerisch und bildhaft erzählte Geschichte über selbstlose Liebe und die Sehnsucht nach dem verlorenen Sohn."

Buchkultur, August/September 2008

"Nach der Lektüre von 'Mein hungriges Herz' will man: mehr von Desarthe lesen, eine Paris-Reise buchen und französisch essen gehen."

Emotion, Mai 2008

"Der Roman ist nicht nur ein sinnliches Erlebnis, auf eindrucksvolle Weise versteht es Autorin Agnès Desarthe, die Wandlung Myriams von der entwurzelten Frau hin zur spontanen, einfallsreichen Lokalbesitzerin nachzuzeichnen. Gekonnt zeigt Desarthe die Unvollkommenheit des Einzelnen auf, die dennoch liebenswert macht."

Neue Westfälische / Bielefelder Tagblatt, 23.03.2009

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Ein wirklich schönes Buch!

Thomas, 26.11.2008

Agnes Desarthes Roman "Mein hungriges Herz" stimmt einen zugleich traurig und zuversichtlich. Bei der Protagonistin
schimmert von Anfang an eine gewisse Grundmelancholie durch, die einen als Leser immer wieder dazu bewegt, ihr helfen zu wollen. Auf der anderen Seite zeichnet sie sich in Bezug auf ihr Restaurant durch einen Optimismus aus, der bewundernswert ist.
Am liebsten würden man ihr Restaurant "Chez moi" selbst besuchen, um die Köstlichkeiten, die sie zubereitet, zu verkosten. Ein wenig traurig stimmt einen jedoch, dass sie, offensichtlich ohne Reue, aber auch ohne Stolz auf das, was sie aufgebaut hat, ihr Restaurant mit einem Koffer in der Hand verlässt. Wo mag ihr Weg sie wohl letztendlich hinführen?
Jutta, 20.06.2008

Ein Buch, das die Leserin (denn vermutlich wird sich eher die weibliche Leserschaft angesprochen fühlen) auf
verschiedenen Pfaden zum Ziel führt.
Zunächst geht es um den beruflichen Neustart einer Frau in den Vierzigern. Die Probleme einer Einsteigerin in die Gastronomieszene sind aber nur der Hintergrund für die Schilderung ihres Gefühlslebens. Und hier wird ein Tabu angesprochen, das in der Literatur selten thematisiert wird: Die Erzählerin leidet darunter, das Gefühl der Mutterliebe nicht empfinden zu können.
Agnès Desarthe findet viele Bilder, um die Gefühle der Erzählerin anschaulich zu machen. Einige dieser Bilder sind sehr originell, andere so speziell, dass sie vielleicht nur im französischen Original verständlich sind. Hier wäre weniger mehr gewesen und das Lektorat hätte vorsichtig eingreifen sollen (wie übrigens auch auf S. 258, wo aus dem Nachbarn "Vincent" "Victor" wird).
"Mein hungriges Herz" trifft stellenweise die Gefühlslage einer Frau, die sich mit den Fragen des Alterns auseinandersetzt. Voraussetzung für eine genussvolle Lektüre: Geduld.
Margret, 15.06.2008

Ein Lesevergnügen der besonderen Art.Etwas für Genießer des Besonderen.Für Freunde der Sprachgewandheit.Das Buch
spricht alle Sinne an(auch die Gaumenfreuden),es schneidet Tabuthemen an,wirkt streckenweise etwas zu aufarbeitend was die Mutter Kind Beziehung angeht.
Buch eignet sich als Geschenk für Freunde die gerne Kochen...... und nicht abgeneigt sind ,über das Leben nachzudenken.




























































































































Petra, 13.06.2008

Wärend man sich noch fragt, ob ich dieses Buch über eine Frau, die ohne Geld und Erfahrung in einer, objektiv
betrachtet, recht schäbigen Umgebung ein Restaurant eröffnet, wirklich lesen möchte, wird man von dieser Frau in ihren Bann geschlagen. Während der Leser den Kampf um den Aufbau ihrer neuen Existenz miterlebt, darf er nach und nach auch an ihrer Vergangenheit teilhaben. Aus den sporadischen Rückblicken muss man sich das Geschehene selbst zusammenreimen, und es bleibt viel Raum für die eigene Fantasie. Der Umgang mit ihrem Schicksal und ihren eigenen Unzulänglichkeiten und die Zuwendung und das Verständnis, die sie für die Menschen um sich herum hat, machen sie liebenswert, vor allem aber auch ihr Hunger nach Leben, der sie immer wieder ungewöhnliche Wege gehen läßt. Und so wünscht man ihr am Ende des Buches, dass sie die richtigen Entscheidungen für ihre Zukunft getroffen hat.
Faszinierend an diesem Buch ist auch die Sprache, das Spiel mit den Worten. So ist es schön, so manchen Satz einfach noch einmal zu lesen und ihn sich auf der Zunge zergehen zu lassen.
Monika, 01.06.2008

Zunächst einmal hat mir das Buch gut gefallen, hatte Freude am Lesen.
Ein Buch bittersüß wie schwarze Schokolade, was anfangs daherkommt wie eine anheimelnd-herzschmerz-rührende Frauengeschichte über nach etlichen Schwierigkeiten erfolgreichen Neubeginn einer reifen aber attraktiven Frau - entpuppt sich zunehmend als tiefgründig berührende Lebensbeichte. Die Geschichte berührt dadurch, dass sie sich eines noch immer herrschendes Tabuthemas annimmt - Empfindungslosigkeit gegenüber sein eigenes Kind und dazu Liebesbeziehung einer reifen Frau zu einem Jugendlichen! Das Ganze ist verpackt wie eine edle Praline in ein Umfeld wie aus dem Film "Amelie", typisch französich, was uns im kühlen Deutschland auch noch zum Träumen animiert.

Vielleicht für meinen Geschmack etwas süßlich, realitätslos perfekt am Ende. Die ganze Geschichte noch etwas lebensnäher geschrieben - denn die Wirklichkeit von Überschreiten von Tabus sieht auch heute noch ganz anders aus - hätte dem Buch gutgetan, hat dem Genuss beim Lesen aber nicht wirklich Abbruch getan.

Julia, 28.05.2008

ein wunderschön zu llesendes Buch, welches total hinreißend und mitfühlend geschrieben ist.Man ist mit allen Sinnen
begeistert dabei. Sehr einfühlsam und packend zugleich trifft die Autorin das Leben mit einer Gastronomie alleine fertig zu werden, super genau auf den Punkt. Es gibt dem Leser auch viel zum Nachdenken über Dinge die , wenn man sie hat,uninteressant sind, erst dann interessant werden, wenn man sie nicht mehr hat .....
Claudia, 16.05.2008

Myriam, eine Frau Anfang 40, versucht einen Neuanfang. Ohne Erfahrung, ohne konkreten Plan, nur mit einer Leidenschaft
fürs Kochen, eröffnet sie in Paris ein kleines Restaurant "Chez moi". Der Weg in die Selbständigkeit verläuft anfangs chaotisch. Doch Myriam gewinnt bald Freunde, die ihr dabei helfen. Ihr Nachbar Vincent, ein Florist und Ben, ein ehemaliger Student, der einen perfekten Kellner abgibt, unterstützen Myriam bei ihrem Unternehmen. Und bald hat sich das "Chez moi" mit seinen sinnlichen Esskreationen als Geheimtipp im Viertel etabliert.Aber Myriam leidet unter ihrer Vergangenheit. Nach und nach erfährt der Leser mehr von ihrem früheren Leben: ihrer unglücklichen Ehe mit einem gefühlskalten Ehemann,ihr zwiespältiges Verhältnis zu ihrem Sohn und dem Skandal, der dazu führte, dass sie von ihrer Familie verstoßen wurde.Danach lebte sie 6 Jahre bei einem Zirkus, wo sie so wunderbar kochen lernte.
Wie Myriam es schafft, wieder an die Liebe und das Leben zu glauben, schildert die Autorin mit viel Poesie und schönen Bildern.Ein richtiger Frauenroman mit viel Gefühl, märchenhaften Figuren und einem versöhnlichen Ende. Wer allerdings eine realistische, psychologisch gut durchdachte Geschichte lesen möchte,für den ist dieses Buch nichts.
Ruth, 07.05.2008

Der Roman „Mein hungriges Herz“ von Agnes Desarthe erzählt die Geschichte der an ihrer Familie gescheiterten
Myriam, die mit ihrem Restaurant "Chez Moi" die Vergangenheit zu bewältigen versucht.
Der zweideutige Titel verrät, was der Leser erst im Laufe der Handlung feststellt: Der Aufbau des Restaurants bildet die Grundlage für die Reflexion ihrer gescheiterten Beziehung zu Ehemann und Sohn, sowie die Angst wieder zu enttäuschen. Somit bietet dieses Buch einen Blick in ihre Gegenwart, sowie ihre Vergangenheit in Familie und Zirkus, bei dem sie eine Zeit lang gelebt hat.
Ähnlich der Autorin Charlotte Richter-Peill mit ihrem Werk „Die Köchin“ verbindet auch Agnes Desarthe die Gefühlswelt der Protagonistin mit der Zubereitung von diversen Menüs, durch die sie ihr unterentwickeltes Privatleben zu kompensieren versucht.
Der Erzählstil erinnert an ein Tagebuch, durch das die Restaurantbesitzerin den Leser an ihren Erlebnissen und Gedanken teilhaben lässt. So entsteht eine große Nähe, ohne dass Myriam wirklich zu durchschauen ist. Das ganze Handlung hindurch bleibt sie ein kleines Geheimnis, das es zu entwirren gilt. Somit bleibt mit der letzten Seite des Romans der Wunsch, Myriam noch ein Stück ihres Weges begleiten zu wollen...
Tanja, 07.05.2008

Iss mich - Mangez-moi heißt der Roman "Mein hungriges Herz" im Original. Wie so oft ist mir auch hier unverständlich,
warum der treffende und schöne Originaltitel in den kitschigen und irreführenden deutschen Titel geändert wurde (hierfür zunächst ein Stern Abzug); ich habe mich alle paar Seiten darüber geärgert.
Es hätte ein sehr schönes Buch werden können; die Autorin besitzt definitiv das Potenzial dazu - ihr Stil ist flüssig, stellenweise poetisch, ihre Einfälle sind teilweise originell. Zwar schafft sie es teilweise, die Form dem Inhalt anzupassen - sowohl die Protagonistin Myriam als auch der Verlauf der Erzählung sind unstrukturiert - aber doch nicht ganz, sodass ein Gefühl von Chaos beim Lesen entsteht. Idee und Ausführung sind vom Ansatz her gut, ich bin gespannt, wie die Autorin sich weiterentwickeln wird.
Sandra, 02.05.2008

Es ist die Geschichte eine Frau, die aus einem lieblosen Leben ausbricht und neu anfängt - auch wenn es wehtut.
Es ist die Geschichte, die Opfer einer freudlosen Beziehung wird und ihre Sehnsucht teuer bezahlt.
Es ist die Geschichte einer Frau, die trotz Blessuren auf ihrer Seele auf andere zugeht.
Es ist die Geschichte einer Frau, die weiß, wie wertvoll Freunde sind.
Es ist eine Geschichte, die Mut macht, sich neu zu orientieren.
Es ist eine lebensfrohe Geschichte, in der auch die sinnlichen Genüsse nicht zu kurz kommen.
Es ist eine Geschichte, die beim Lesen das Herz wärmt, fröhlich und traurig stimmt und trotzdem nicht sentimental ist.
Es ist eine Geschichte, die ich meine Freundinnen empfehle.
Vera, 01.05.2008

Bei Beginn der Lektüre fühlte ich mich zunächst ein wenig versetzt in "Die fabelhafte Welt der Amélie", so
märchenhaft und ein wenig mystisch begann die Erzählung.

Paris, ein kleines Restaurant, wunderbare, besondere Charaktere, allen voran Myriam, die Besitzerin des Chez Moi, die dort nicht nur köstliche Gerichte kochte, sondern in ihrer Küche sogar wohnte, badete, schlief.

Ein märchenhaftes Buch, sollte man denken, bis so nach und nach die gar nicht so märchenhafte Vergangenheit von Myriam beschrieben wurde.

Am Ende siegt natürlich die Liebe und mir sagt das Buch: Mach Dir nicht so viele Sorgen, hab Vertrauen in das Leben. Es trägt Dich IMMER!"
Petra, 30.04.2008

Besprechung zu Agnes Desarthe: Mein hungriges Herz




Vor Jahren aus ihrer bürgerlichen Existenz verstoßen, versucht die vom Leben enttäuschte Myriam, durch die Eröffnung eines kleinen Lokals in Paris ihren Kummer zu überwinden, und wieder Halt zu finden. Während sie sich eine bescheidene Existenz aufbaut, sich mit viel Hingabe in die Herzen ihrer Gäste kocht, zaghaft neue Beziehungen aufbaut und schließlich Freunde findet, erfährt der Leser in Rückblenden von ihrer lieblosen Ehe, ihrer scheinbaren Unfähigkeit, ihr Kind zu lieben und der Katastrophe, die zum Bruch mit ihrer Familie führte.
In einer fulminanten Komposition aus poetischen Bildern, melancholischen Rückblicken und heiteren Gegenwartsbetrachtungen beschreibt Agnes Desarthe den Wandel einer zutiefst unglücklichen Frau die, wenn auch zaghaft, ihr Leben wieder in die Hand nimmt und versucht, sich ihre Hoffnungen und Wünsche zu erfüllen, und einen neuen Platz im Leben zu finden. Fazit: unbedingt lesenswert!

Beatrix Alsdorf
Beatrix, 27.04.2008

Obwohl der Titel leicht kitschig daher kommt, kann ich das jedoch von seinem Inhalt nicht behaupten. Myriam, eine Frau
Mitte vierzig mit einem leicht seltsamen Lebenswandel erblüht in ihrer Passion, ihr kleines Restaurant namens Chez moi zum laufen zu bringen.

Chaotisch erscheint einem ihr Lebenslauf, vieles erfüllt mit Lügen und der traurigen Wahrheit, das sie nicht nur ihren unliebsamen Mann, sondern auch den gemeinsamen Sohn betrogen hat. Von der Familie geachtet flieht sie ins Nirgendwo, ist heute hier und morgen da.

Jedoch hat sie eine Leidenschaft, sie kocht gerne und gut. Diese Sucht nach der Erfüllung dieser Leidenschaft treibt sie und ihr Restaurant bald in den finanziellen Ruin. Jedoch währe Paris nicht Paris, wenn es dort nicht seltsame neue Freunde und Nachbarn gäbe, die einem von jetzt an unter die Arme greifen.

Ihr Nachbar, seineszeichens Florist mit schlechtem Atem und ihr Keller Ben, ein hoffnungsloser Politikstudent vollbringen Glanzleistungen und leben im eigentlichen Sinn das Leben für Myriam vor.

Langsam stellt sich finanzieller und liebestechnischer Erfolg bei der fast am Rande des Nervenzusammenbruchs stehenden Besitzerin ein. Sie stellt Kontakt zu einem alten Lieferanten her und beginnt mit ihm eine langsame Romanze. Man gönnt ihr zum Abschluss auch ein Wiedersehen mit ihrem Sohn, der den Eindruck erweckt, genau so verschroben wie die Mutter zu sein.

Eine klassische Romanze mit viel Witz und klar ausgesprochenen Gedanken. Man gerät in Versuchung es ihr gleich zu tun und einige Gedanken wie Myriam selbst einfach mal laut auszusprechen. Wie darauf wohl die eigene Umwelt reagieren wird?
Tina, 22.04.2008

Das Menü aus Wörtern, Düften....gemäß dem Zitat des Le Monde des Livres, bedarf eines "robusten Magens". Die
Protagonistin Myriam verliert sich in den Zutaten und ihre vermeintliche Selbstsuche, da kann sie noch so tiefsinnig reflektieren, erstickt unter der Last fettiger Soßen und endet in einem von Kräutern überwucherten Grab. Myriam hat sich unter Fremdbestimmung nicht gefunden und ihre Selbstbestimmung ist ein Delta der Phantasmen und Allegorien, die letztendlich auch nur als Fluchtreflexe zu deuten sind. Gerade ein Hunger nach Leben verlangt Nähe zur Seele anderer Menschen und nicht, deren leiblicher Bedürftigkeit nachzugehen.
Die Autorin läßt den Leser im Chaos nach Botschaften suchen, man findet nur Verwirrung und wünscht sich eine echte Entwicklung, deren Ergebnisse gleich Rezepten wahrnehmbar sind wie die Qualität reifer Früchte, für die man mit Phantasie und Geschmack die rechte Verwendung findet. Insofern einen Stern für das Buch, das Bemühen um eine, kulinarisch-literarischen Genuss.
Anita, 18.04.2008

Ein paar Seiten Leseprobe von "Mein hungriges Herz" haben in mir das Verlangen hervorgerufen, gleich am nächsten Tag zu
meinem Buchhändler zu gehen und das Buch zu kaufen. Ich habe es nicht bereut. Jede Seite ist ein literarischer Genuss. Einerseits ist es die Geschichte einer persönlich längst überfälligen Existenzgründung, des "Chez Moi", einem kleinen, besonderen Restaurant im heutigen Paris. Schonungslos, jedoch mit viel Witz und Humor, beschreibt die Protagonistin Myriam anfängliche Schwierigkeiten, Zweifel am Gelingen und an sich selbst. Andererseits ist es die Aufarbeitung einer unsteten, lieblosen Vergangenheit sowie eine Suche nach einem festen Platz im Leben. Sehr empfehlenswert.
Carol, 18.04.2008

Vor 6 Jahren hat Myriam ein Tabu gebrochen und wurde von ihrer Famile verstossen. Zur unfreiwilligen Streunerin geworden
landet sie beim Zirkus. Weil sie sonst nichts kann wird sie dort Köchin.
Nun ist sie 43 und sucht einen Neuanfang. Ohne Geld, ohne Plan, ohne Referenzen eröffnet sie ein kleines Lokal. 'Chez moi' versinkt zunächst im Chaos, doch sie gewinnt ungewollt Freunde und ihr Lokal wird ein Erfolg. Doch Myriam wird getriebenvon den Geistern ihrer Vergangenheit. Denn ihr Leben endete nicht erst vor 6 Jahren, sondern eigentlich vor 18 - als ihr Sohn geboren wurde. Voller Mutterstolz kam sie einst aus dem Schwärmen für dieses wunderbare Baby nicht mehr raus und erntete dafür eine Ohrfeige ihres Ehemannes. Seither ist sie innerlich wie gelähmt und unfähig zu lieben. Sie inszeniert, aber sie lebt nicht mehr. Sie versucht, das Gefühl durch Bemühen zu ersetzen. Sie lebt wie in Watte. Nur nichts an sich heran kommen lassen.
Und doch ist da die Sehnsucht; das gebrochene Herz schreit nach Liebe.
Innerlich völlig zerrissen holt die Vergangenheit sie ein.
Eine preisgekrönte Geschichte, die anspruchsvoll sein will, aber leider manchmal etwas wirr daher kommt. Interessanter Ansatz, durchaus lesenswert, doch die Charaktere hätte man besser ausarbeiten können und auch sonst wäre noch eine Steigerung möglich. Guter Durchschnitt.
Alice, 18.04.2008

Die Protagonisten Myriam hat ihr bisheriges Leben an anderen ausgerichtet: vorbildlich, ordentlich, anständig. Dafür
will sie geliebt werden. Doch diese Zwänge engen sie in ihrer Persönlichkeit ein. Sie tut etwas, von dem sie keine Ahnung an: Sie eröffnet in Paris das CHEZ MOI, ein kleines Restaurant, und nimmt den Leser mit auf eine ungewöhnlich sinnliche Reise. Agnes Desarthe gelingt es, durch ihre wunderbare Diktion und sprachliche Fantasie in "Mein hungriges Herz" Assoziationen wachzurufen, wie man sie selten erlebt. Man taucht förmlich ein in den Ort der Handlung, man lebt mir ihr in diesem Restaurant und glaubt, jedes Detail mit allen Sinnen zu spüren. Dem Urteil der Le Monde des Livres kann man sich nur anschließen: "Ein wahres Festmahl aus Wörtern, Düften, Poesie, Feinfühligkeit, Witz und Humor, aber auch aus tiefsinnigen Überlegungen und heiterer Melancholie."
Christoph, 17.04.2008

Der Roman wird aus dem Blickwinkel Myriams erzählt, die im Begriff ist, sich als Restaurantcheffin eine neue Existenz
aufzubauen. Bevor der Leser erfährt, wie es zu diesem mutigen Entschluss der Vierzigjährigen kommt, schildert sie sich schonungslos aus eigener Sicht als Lügnerin, Ehebrecherin, unfähig zur Liebe und scheinbar auch darin, Kontakte zu anderen aufzubauen.
Tag für Tag lässt sie uns teilhaben an den Fortschritten ihres kleinen Unternehmens, schildert liebevoll die Zusammenstellung der einzelnen Gerichte und ihre Bedenken, ob das Lokal Erfolg haben wird, da selbst die eingeladenen Familienangehörigen daran zweifeln. Zwischen den sinnlichen Beschreibungen ihrer Küchenschöpfungen, die so plastisch sind, dass sie dem Leser das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen, erfahren wir bruchstückhaft ihre Vergangenheit, angefangen von ihrem gewalttätigen Ehemann, der ihr buchstäblich die Liebe zu ihrem einzigen Sohn Hugo aus dem Leib prügelte, über ihre vergeblichen Versuche, ihre Liebesfähigkeit zurück zu gewinnen, bis hin zu dem verzweifelten Akt des Ehebruchs.
Von der Familie verstossen, irrte sie sechs Jahre lang heimatlos als Köchin in einem Zirkus (?weil ich sonst nichts kann?) durch das Land, bevor sie sich mit der Eröffnung eines kleinen Restaurants einen lang gehegten Traum erfüllt, denn nur durch das Essen ist es ihr möglich, den Menschen all`das zu geben, was sie kann. Die Personen, die ihr dabei helfen, der kellnernde Student Ben, der Blumenverkäufer Vincent, der Lebensmittelhändler Ali, das Mädchen für alles Barbara, führen sie Stück für Stück ins Leben zurück und geben ihr den Glauben an die Liebe und die Haltbarkeit zwischenmenschlicher Beziehungen wieder.
Selbst ihr Sohn Hugo, den sie sechs lange Jahre nicht mehr sah, steht eines Tages in ihrem kleinen Restaurant, das sich in ihrem Viertel immer mehr zum Geheimtipp entwickelt. Beherzt überwindet sie am Ende des Buches eine letzte Hürde.
Schon der Einband des Buches mit den saftig leuchtenden Blutorangen macht Appetit, der während des Lesens immer wieder durch sinnliche Beschreibungen der vorbereiteten Gerichte angeregt wird. Der Zusammenhang zwischen gutem Essen und Liebe wird mit dieser Lektüre wieder einmal sinnfällig. Das Buch ist wie der Genuss eines mehrgängigen Feinschmeckermenüs, und man muss sich immer wieder zurückhalten, um nicht zu schnell zum Ende zu gelangen.




Monika, 16.04.2008

ersetzt eine Mahlzeit.
Kann man für Freunde die gerne kochen und essen kaufen.
BOROSTYAN, 14.04.2008

Eine Frau die sich mutig und vorsichtig zugleich in ihr neues Leben als Restaurantbesitzerin tastet. begleitet von
zwiespätigen Gefühlen und gegensätzlichen Wünschen. Sie begegnet der Liebe in allen Erscheinungsformen und vertraut mit schlafwandlerischer Sicherheit auf ihre Gefühle.
Faszinierend ist der Verlauf der Erzählstränge: Zum einen die Gegenwart, in der sie interessant und spannend das Gelingen ihres Plans entwickelt und zum Anderen die Vergangenheit, die zunächst in Form von Gedankensplittern bis hin zur Aufklärung den Leser fesselt. m Ende ist man angenehm satt von wunderbaren Bildern, originellen Metaphern und leisem Humor.
Gabriele, 14.04.2008

Ich habe nur die Leseprobe zur Verfügung gehabt.
Es macht Lust auf mehr, scheint ein wortreiches Buch zu sein.
Ursula, 10.04.2008

Die ersten Sätze ließen mich viel erwarten. Die Frage, die sie sich stellt, ob sie eine Lügnerin ist, regt dazu an,
auch allgemein über dieses Thema nachzudenken. Leider werden die Gefühle, die sie hat, nicht ganz klar und sie bleibt bisher eher eine Art Phantom. Von ihrem Charakter weiß man nur, dass sie gerne kocht und es mag, gefährlich zu leben.
Stefanie, 31.03.2008

Ein Roman der von einer Frau für Frauen geschrieben wurde, was mit Herz und Schmerz vereinbar ist und aus dem Leben
gegriffen sein scheint. Lädt ein mehr davon zu lesen.
Doris, 31.03.2008

anrührend,melancholisch, liebenswert, auch einsam und dennoch tröstlich, hoffnungsfroh und traurig zugleich. eine
gelungene mischung der zarten töne des lebens. der roman ist aus der tiefe gehoben.
tatjana, 30.03.2008

ist der lebendige Erzählstil. Man ist mittem im Geschehen und das von Anfang an, nach den ersten beiden Seiten
verschmilzt man mit der Erzählerin und möchte garnicht mehr aufhören zu lesen.
Claudia, 28.03.2008
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