Verlagsgruppe Droemer Knaur



Entrissen

9783426783832
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Taschenbuch, Knaur TB
03.02.2014, 304 S.

ISBN: 978-3-426-78383-2
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Der Tag als die DDR mir meine Mutter nahm

„Im Morgengrauen zerrten die Männer meine Mutter fort.“

Gera 1972: Katrin Behr ist vier Jahre alt, als sie aus undurchsichtigen Gründen ihrer Mutter weggenommen und in ein Heim gesteckt wird. Während sie noch verzweifelt hofft, bald zurück zu ihrer Mama zu können, wird sie von einer linientreuen Familie zwangsadoptiert. Erst als Erwachsene, nach dem Fall der Mauer, kann Katrin Behr sich auf die Suche nach ihrer verlorenen Identität und ihrer echten Familie machen.

Die Autorin

Katrin Behr

Portrait von  Katrin Behr

Katrin Behr wurde 1967 in Gera geboren und lebt heute in Berlin. 2007 gründete sie den Verein "OvZ-DDR e.V. – Hilfe für die Opfer von DDR...

zur Autorin Bücher von Katrin Behr

Der Autor

Peter Hartl

Portrait von  Peter Hartl

Peter Hartl Jahrgang 1961, studierte Journalistik und Geschichte in München und Paris. Seit 1991 ist er als Filmautor und Redakteur an den großen...

zum Autor Bücher von Peter Hartl

Pressestimmen

"Gerade durch ihre ungeschönte Erzählweise und durch die Rückblicke, in denen die Autorin den Leser an ihren Erlebnissen teilhaben lässt, bekommt dieses Buch erst recht das Prädikat: besonders wertvoll. Es ist kein schönes Buch, aber ein sehr wichtiges!"

Blog Herzgedanke.de, 28.08.2011

"Ein erschreckendes und zugleich ungeheuer ergreifendes und informatives Buch, das Einblicke gibt in die Seelenqualen eines Kindes, dessen Urbedürfnisse nach Vertrauen und Geborgenheit mit Füßen getreten werden."

Evangelische Sonntags-Zeitung, 02.10.2011

"Erschütternd und ein wichtiges Dokument dieses Unrechts"

Märkische Allgemeine Online, 08.10.2011

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Für mich als Familienmitglied war es sehr spannend, von Katrins Leben und ihren Empfindungen zu erfahren. Meine Kusine
Katrin durfte ich erst 2010 kennen lernen. Bis dahin wusste ich nur, dass sie als kleines Mädchen adoptiert wurde. Es hieß immer „sie sei ein schwieriges Kind“. Aber welcher Kampf in dem kleinen Mädchen tobte – das ahnte wohl niemand – und weshalb sie aus Sicht von Außenstehenden so wirkte. Erst jetzt haben wir auch erfahren, dass unsere Oma den Kontakt zu Katrin wieder herstellen wollte und Katrin ein Geschenk zum Geburtstag bringen wollte (oder geschickt hat). Die Adoptivfamilie hat das Geschenk nicht angenommen mit der Begründung, Katrin hätte jetzt eine andere Oma und Kontakt sei nicht gewünscht. Ich finde es sehr bewundernswert, dass Katrin ihre Vergangenheit aufgearbeitet hat und uns daran teilhaben lässt! Vielen anderen Anverwandten von zwangsadoptierten Kindern geht es sicher ebenso, dass sie von dem Schicksal der Betroffenen nur Bruchstücke wissen. Dieses Buch schaut in so eine Seele. Vielleicht macht dieses Buch auch anderen Familien Mut, sich zu suchen und die Wahrheit zu finden.
Manuela, 01.10.2011

zwischendurch wollte ich sie umarmen, die Autorin. Dann wieder kam mal eine Stelle, wo ich etwas ruhiger wurde, weil es
Momente gibt, die nicht ganz so unmenschlich erscheinen.
Aber immer gilt: das muss jeder lesen! Gerade Menschen wie ich - keine Kontakte zu Menschen in der damaligen DDR - haben keine Vorstellung von dem, was offensichtlich in diesem Regime möglich war. Aber so unvorstellbar grausam wie diese persönliche Lebensgeschichte ist, so unglaublich mag sie vielleicht auch denen erscheinen, die in dem Staat gelebt haben,
Es gelingt Frau Behr sehr gut, eine intensive Beziehung zum Leser aufzubauen, ich hatte das Gefühl, quasi mittendrin zu sein. Und immer wieder aufs Neue furchtbar erstaunt zu sein, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind. Und es sind viele Menschen daran beteiligt.
Erschütternd, fesselnd, bewegend und - dennoch auch ermutigend!
Gesine, 28.09.2011

Das Buch gibt dem Leser einen tiefen Einblick in die Welt eines Adoptivkindes. Es wird deutlich, welche emotionalen
Stationen Katrin Behr auf Ihrem Lebensweg durchläuft. Auch für Außenstehende wird deutlich, was es für einen Menschen bedeutet adoptiert -egal ob zwangsadoptiert oder nicht- zu sein.

In dem Buch ist es Katrin Behr gelungen einen realistischen Einblick in die Gedankenwelt adoptierter Kinder zu vermitteln. "Hat meine Mutter mich überhaupt lieb? Warum meldet sie sich nicht? Warum hat sie mich verlassen?"
Dies sind Fragen mit denen sich jedes adoptierte Kind im Laufe seines Lebens auseinandersetzen wird. Die Aufarbeitung einer solchen Lebensgeschichte ist wichtig für den weiteren Lebensweg, um irgendwann ein wirklich glückliches Leben führen zu können.

Die Geschichte von Katrin Behr gibt anderen adoptieren Kindern den Mut über ihre eigene Geschichte nachzudenken und selber nochmal nachzufragen und auch manches zu hinterfragen.
Herzlichen Glückwunsch zu so einem emotional mitreißenden Buch das dem Leser das Gefühl vermittelt die Lebensgeschichte mitzuerleben und die Gedanken zu teilen.

Alles Gute auf dem weiteren Weg.

Melanie
Melanie, 24.08.2011

Das Buch geht einem nicht nur unter die Haut, es ist so wahr und traurig zugleich, dass man es im nachhinein kaum fassen
kann...
Als Selbstmitbetroffene habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Es gibt einem hautnah Einzelheiten nahe, die vor Authenzität so trotzen.
Daniela, 15.08.2011

Das Buch widmet sich einem der dunkelsten Kapitel der SED-Diktatur, welches die Betroffenen auch zwei Jahrzehnte
nach dem Mauerfall noch umtreibt und sie nicht zur Ruhe kommen lässt: Zwangsadoptionen in der ehemaligen DDR.
Peter Hartl zeichnet in seinem berührenden Buch, exemplarisch und stellvertretend für viele weitere Opfer, Katrin Behrs
verwinkelten Lebensweg nach.

Ihre packende Geschichte lässt den Leser plastisch erfahren, welch tiefen Einschnitt und welch fundamentale Bedeutung
diesem staatlichen Ein- und Übergriff in Frau Behrs Biographie zukommt. In der Erlebniswelt eines 4-jährigen Kindes ein
unbegreifliches Ereignis, als Jugendliche empfindet sie einen quälenden Mangel und schließlich als Erwachsene ein immer
drängenderes Bedürfnis nach der Wahrheit.

Dem Autor gelingt es präzise und treffend, die verschiedenen, altersentsprechend sich unterscheidenden, Sichtweisen von
Katrin Behr einzufangen. Er beschreibt äußerst anschaulich die mutige Suche nach den eigenen Wurzeln, den Kampf gegen
eigene innere Widerstände, bürokratische und menschliche Widrigkeiten, und er nimmt den Leser mit auf eine Reise aus
Innensicht durch die DDR, die insbesondere für Nicht-Ostdeutsche besonders aufschlussreich und spannend sein dürfte.

Gerade im Hinblick auf die größtenteils unbekannten Schicksale ehemals zwangsadoptierter Kinder, die durch Katrin Behrs
eigene Suche und ihren Schritt in die Öffentlichkeit, Würdigung und Aufmerksamkeit erfahren, und natürlich als wertvollen
Mosaikstein für unser gesamtdeutsches Geschichtsbild, wünsche ich dem Buch viele interessierte Leser!
Sabine, 14.08.2011

Dieses Buch erzählt sehr spannend und fesselnd die quälende Lebensgeschichte von Katrin Behr (und ihren Familien).
Gleichzeitig bewegt es und stimmt sehr nachdenklich.
Als Leser kann man das Buch kaum aus den Händen legen, weil es so realistisch und aufwühlend geschrieben ist und man so schnell wie möglich erfahren will, ob und wie Katrin ihr Schicksal meistert.
Neben Katrins Lebensgeschichte lernen wir auch einen Teil der Geschichte der DDR kennen, der Dinge enthüllt, die viele wohl bis heute nicht wahr haben wollen.
Für mich als "Wessi" zeichnet das Buch ein Bild der DDR, wie ich es mir schlimmer kaum vorstellen konnte. Diese Wahrheiten sollten wirklich alle Deutschen erfahren.
Also ein wichtiges Buch für die Betroffenen und für alle Deutschen.
Und ein schönes Buch, weil es zeigt, dass man eine derartige Traumatisierung bewältigen und Gutes daraus entstehen kann.
Gabriele, 07.08.2011

Das Buch geht unter die Haut,es rechnet schonungslos mit der Vergangenheit ab, selbst ich ein Betroffener begreife das
ganze Ausmass erst jetzt so richtig. Die letzten 20 Jahre hab ich mir meine Welt schön gemalt in der Hoffnung nie wieder daran erinnert zu werden, aber auch ich muß erkennen, dass ich mein Leben aufräumen muß.Ich werde nicht mehr länger schweigen. Fazit zum Buch: Es tut extrem weh ,es ist authentisch ,realitätsnah und es ist wahr ,leider Deutschland,sowas gab es wirklich. Wenn ich nicht weiß wo ich herkomm,kann ich nicht wissen wo ich hinwill. Mike Dieter Fischer
Mike Dieter, 04.08.2011
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