Verlagsgruppe Droemer Knaur

So liest man heute.

Der Bastard von Tolosa

9783426503096
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Taschenbuch, Knaur TB
01.12.2011, 928 S.

ISBN: 978-3-426-50309-6
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Roman

Wie Tausende »Soldaten Christi« folgt auch der junge Edelmann Jaufré Montalban 1096 dem Aufruf des Papstes, Jerusalem von den Ungläubigen zu befreien. Viele grausame Schlachten später beginnt er, am Sinn des Kreuzzugs zu zweifeln. Als seine Geliebte brutal niedergemetzelt wird, will er sich auf seine Burg nahe dem heutigen Toulouse zurückziehen. Doch dort erwartet ihn eine Gattin, die er nur unter Zwang geheiratet hatte – und eine tödliche Intrige um das Rätsel seiner Herkunft.

Leselounge

Der Autor

Ulf Schiewe

Portrait von Ulf Schiewe

Ulf Schiewe wurde 1947 geboren. Er begann seine Berufskarriere als Software-Entwickler und war später in mehreren europäischen Ländern als...

zum Autor Bücher von Ulf Schiewe

Lesetipps

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Die Zeit der Kreuzzüge, 1096 meint auch der junge Jaufre Montalban dem Ruf folgen zu müssen und ins sog.
Outremer zu ziehen, um Jerusalem zu befreien. Er durchsteht viele Kämpfe, findet dort eine Frau und wird Castelan vom Graf Bertran in der Nähe von Tripolis. Doch bei einem brutalen Überfall wird seine Lebensgefährtin getötet und er beschließt zurück in seine Heimat zu gehen, zusammen mit seiner
Everett, 01.03.2016

Inhalt
Outremer, 1110: Jaufré Montalban hat alles, was sich ein Ritter wünschen kann: Geld, eine Stellung als Kastellan, eine Frau, die er liebt, und eine kleine Tochter.
Als seine Geliebte allerdings bei einem Angriff in seiner Abwesenheit getötet wird ist das Leben, wie er es kennt, vorbei. Kurze Zeit später wird Jaufré gebeten, nach Hause zurückzukehren. Doch zuhause auf Burg Rocafort wohnt seine Ehefrau Berta, der er seit seinem Aufbruch vierzehn Jahre zuvor keine Nachricht hat zukommen lassen.
Dennoch entschließt er sich dazu, mit seiner Tochter und seinem Freund Hamid in seine Heimat Okzitanien zurückzukehren.
Wie wird ihn seine Frau wohl empfangen? Und hat sie überhaupt auf ihn gewartet?

Meine Meinung
Bei diesem Debütroman von Ulf Schiewe geht es um das Thema Kreuzzüge. Doch wer erwartet, hier etwas über die Eroberung Jerusalems und große Schlachten im Namen der Kirche zu lesen, liegt hier falsch. Im Gegensatz zu den meisten Vertretern dieser Thematik geht es hier nicht um den Auszug ins Heiligen Land, sondern ums Heimkehren. Es geht um die Gründe, die den inzwischen nicht mehr jungen Mann nach Hause treiben, aber auch um den Empfang in der Heimat, um alte Freundschaften, Freud und Leid. Und es geht um ein Geheimnis, das es dem Heimkehrenden nicht leicht macht, in den Alltag zu finden.
In diesem Roman gibt es einige brutale Stellen, die möglicherweise nicht jedermann liegen werden. Ab und zu habe ich mich schon gefragt, ob dieses oder jenes Handlungselement wirklich für den Verlauf der Geschichte nötig war, wenn sie doch nur mit Leid und Tod endet, doch im Großen und Ganzen fand ich die Handlung stimmig.
Die Liebesgeschichte konnte ich dagegen etwas weniger nachvollziehen. Die Beschreibungen waren mir zum Teil zu oberflächlich, so dass die tiefen Gefühle, die sich plötzlich entwickelt haben sollen, für mich nicht erkennbar waren. Dies lässt sich aber zumindest teilweise mit der Perspektive begründen, schließlich ist Jaufré hier der Ich-Erzähler, der sein Leben einem Schreiber diktiert, und in solch einem Fall wäre ein tieferer Einblick in die Gefühlswelt eher unangemessen. Die Idee, Jaufré einer anderen Person seine Lebensgeschichte erzählen zu lassen, ist zwar nicht neu, ist aber hier stimmig.
Nicht ganz überzeugen konnte mich das Stilmittel, am Ende eines Absatzes oder Kapitels auf spätere Ereignisse vorzugreifen, indem Andeutungen über das Gelingen der aktuellen Handlung gemacht werden. Dies soll wohl die Spannung erhöhen, mich hat es nach einigen Malen nur noch gestört.
Leider war das Ende des Romans schon recht früh abzusehen, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass Jaufré seine Geschichte selbst erzählt. Somit stellte sich mir weniger die Frage, wie die Geschichte ausgehen wird, sondern eher, was bis dahin noch passieren und wer am Ende überlebt haben wird.
Der Titel des Romans hat mich Anfangs ein wenig
Rissa, 07.05.2014

Fazit: Ein sprachgewaltiger, farbenprächtiger, opulenter Mittelalterroman, der einen von der ersten Seite an in das 12.
Jahrhundert entführt.
Isabel Roosen, 26.07.2013

Jaufré Montalban ist seit 14 Jahren in Outremer. Als junger Mann folgte er seinem Lehnsherrn Raimund von Toulouse nach
Jerusalem, um seinem ungeliebten Weib zu entkommen, mit dem seine Mutter und sein Onkel ihn verheiratet haben. 14 Jahre Krieg. Nach vielen grausame Schlachten, und des Tötens in diesem für ihn schon unsinnigen Krieg müde geworden, wird auch noch seine Geliebte brutal ermordet. Als ein Brief von seinem Onkel eintrifft und dieser ihn inständig bittet nach Hause zu kommen, folgt er nur allzu gerne diesem Ruf. Nicht ahnend, dass in seiner Heimat schon ein Plan geschmiedet wurde, um an seine Burg Rocafort zu kommen. Bei einem Erstlingswerk darf und kann man nicht erwarten, dass alles perfekt ist. Erzählstil, Spannungsaufbau, lebendige Figuren und eine zu der Zeit passende Sprache sind zu berücksichtigen und verlangen vor allem Erfahrung. Bei einem Erstlingswerk wird man von vornherein nicht einen so hohen Anspruch stellen wie bei einem erfahrenen Autor, der schon viele Bücher geschrieben hat. Welch Trugschluss die eben erwähnten Annahmen jedoch sein können, beweist Ulf Schiewe in seinem Debütroman „Der Bastard von Tolosa“. Ein Buch, das nicht nur aufgrund seiner optisch augenfälligen Aufmachung ein gelungenes Werk ist, sondern auch im Inhalt hält was die Optik verspricht. Der Autor erzählt nicht nur aus der „Ich-Perspektive“, was an und für sich schon sehr gewagt ist, sondern behält seine Linie vom Anfang bis zum Ende des über 900 Seiten Schmökers. Schiewe lässt den Leser hinter das geistige Auge seines Protagonisten Jaufré Montalban schlüpfen und gewährt ihm so einen exzellenten Platz, um das ganze Spektrum des Kreuzugsveteranen nochmals miterleben zu können. Jaufrés Gegenüber ist der junge Mönch Aimar und diesem diktiert er seine Lebensgeschichte. Als vom Leben und seiner Familie enttäuschter junger Mann macht Juafré sich auf ins Heilige Land, um den Ruf Papst Urbans II. zu folgen und Jerusalem aus der Hand der Heiden zu befreien. Gleich zu Beginn wird man in die Geschichte förmlich getragen. Man lauscht der Erzählung Jaufrés, ohne jemals das Gefühl der Überdrüssigkeit zu bekommen. Mit Spannung verfolgt man die brutalen Schlachten, den harten Kampf ums Überleben und bekommt so greifbar und plastisch auch die Umgebung Outremers bildgewaltig und prall präsentiert. Die zum Selbstschutz aufgebaute Härte der Männer, die die wohl grausamsten Seiten des Menschen kennengelernt haben, kann man schier nachfühlen und wirken glaubhaft und nachvollziehbar. Man empfindet mit. Ob den Schmerz von Verletzung, den Schmerz der Sehnsucht, das Unverständnis für den Krieg oder auch die Hoffnung dies alles zu überleben, vermittelt der Autor mit sensibler und subtiler Sprache. Ob in Outremer oder in Franken, alle Schauplätze präsentieren sich monumental. All die Geschöpfe und sei es nur eine kleine Nebenfigur, sind mit viel Liebe zum Detail dargestellt. Die Schwächen und Stärken kommen in der ganzen Ba
Daniela, 31.08.2012

Jaufré Montalban ist seit 14 Jahren in Outremer. Als junger Mann folgte er seinem Lehnsherrn Raimund von Toulouse nach
Jerusalem, um seinem ungeliebten Weib zu entkommen, mit dem seine Mutter und sein Onkel ihn verheiratet haben.
14 Jahre Krieg. Nach vielen grausame Schlachten, und des Tötens in diesem für ihn schon unsinnigen Krieg müde geworden, wird auch noch seine Geliebte brutal ermordet. Als ein Brief von seinem Onkel eintrifft und dieser ihn inständig bittet nach Hause zu kommen, folgt er nur allzu gerne diesem Ruf. Nicht ahnend, dass in seiner Heimat schon ein Plan geschmiedet wurde, um an seine Burg Rocafort zu kommen.

Bei einem Erstlingswerk darf und kann man nicht erwarten, dass alles perfekt ist. Erzählstil, Spannungsaufbau, lebendige Figuren und eine zu der Zeit passende Sprache sind zu berücksichtigen und verlangen vor allem Erfahrung. Bei einem Erstlingswerk wird man von vornherein nicht einen so hohen Anspruch stellen wie bei einem erfahrenen Autor, der schon viele Bücher geschrieben hat.
Welch Trugschluss die eben erwähnten Annahmen jedoch sein können, beweist Ulf Schiewe in seinem Debütroman „Der Bastard von Tolosa“. Ein Buch, das nicht nur aufgrund seiner optisch augenfälligen Aufmachung ein gelungenes Werk ist, sondern auch im Inhalt hält was die Optik verspricht.
Der Autor erzählt nicht nur aus der „Ich-Perspektive“, was an und für sich schon sehr gewagt ist, sondern behält seine Linie vom Anfang bis zum Ende des über 900 Seiten Schmökers. Schiewe lässt den Leser hinter das geistige Auge seines Protagonisten Jaufré Montalban schlüpfen und gewährt ihm so einen exzellenten Platz, um das ganze Spektrum des Kreuzugsveteranen nochmals miterleben zu können. Jaufrés Gegenüber ist der junge Mönch Aimar und diesem diktiert er seine Lebensgeschichte.

Als vom Leben und seiner Familie enttäuschter junger Mann macht Juafré sich auf ins Heilige Land, um den Ruf Papst Urbans II. zu folgen und Jerusalem aus der Hand der Heiden zu befreien.
Gleich zu Beginn wird man in die Geschichte förmlich getragen. Man lauscht der Erzählung Jaufrés, ohne jemals das Gefühl der Überdrüssigkeit zu bekommen. Mit Spannung verfolgt man die brutalen Schlachten, den harten Kampf ums Überleben und bekommt so greifbar und plastisch auch die Umgebung Outremers bildgewaltig und prall präsentiert. Die zum Selbstschutz aufgebaute Härte der Männer, die die wohl grausamsten Seiten des Menschen kennengelernt haben, kann man schier nachfühlen und wirken glaubhaft und nachvollziehbar. Man empfindet mit. Ob den Schmerz von Verletzung, den Schmerz der Sehnsucht, das Unverständnis für den Krieg oder auch die Hoffnung dies alles zu überleben, vermittelt der Autor mit sensibler und subtiler Sprache. Ob in Outremer oder in Franken, alle Schauplätze präsentieren sich monumental.
All die Geschöpfe und sei es nur eine kleine Nebenfigur, sind mit viel Liebe zum Detail dargeste
Daniela, 04.11.2010
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