Machtkämpfe am Hof der Medici

Florenz, 1469: Die ganze Stadt feiert die Hochzeit von Lorenzo de‘ Medici, dem Sohn der märchenhaft reichen Bankiersfamilie und zukünftigen Herrscher.  Drei der Hochzeitsgäste – Giuliano de‘ Medici, der ewig Zweitgeborene; die aufstrebende Malerin Fioretta Gorini und der junge, noch unbekannte Leonardo da Vinci – ahnen noch nicht, wie eng ihre Schicksale mit dem der Stadt verknüpft sind. Denn während die drei nach ihrem Platz in der Welt suchen, wird Florenz  schon bald von allen Seiten bedroht, und den Feinden der Medici ist jedes Mittel recht, die Familie zu bekämpfen.

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Noah Martin

Noah Martin

Noah Martin ist das Pseudonym einer Verlagslektorin, die in München lebt und arbeitet. Seit ihrem Studium der Kunstgeschichte ist sie fasziniert von der Zeit der Renaissance und ihren Künstlern. Die Idee zu dem Roman Florentia - Im Glanz der Medici kam ihr bei zahlreichen Reisen in ihre Lieblingsstadt Florenz. Mehr über die Romane Raffael und Florentia erfahren Sie unter www.noah-martin.de.

»Noah Martins Roman entführt uns ins Florenz der Medici und lässt die Renaissance mit fesselnden Charakteren und einer packenden Geschichte lebendig werden.«

Daniel Wolf

Noah Martin: Florentia – Im Glanz der Medici
Leseprobe

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PROLOG
Montunghi. Ein Landgut bei Florenz

Die einzige Möglichkeit, Florenz zu retten, besteht darin, Lorenzo de’ Medici zu töten!« Albiera richtete sich zu voller Größe auf und schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. Nun war es ausgesprochen, und es gab kein Zurück mehr. Sie konnte nur hoffen, dass sie nicht zu weit gegangen war, aber in den Gesichtern der drei Männer, die ihr an dem schweren Holztisch gegenübersaßen, sah sie nichts als Zustimmung und grimmige Entschlossenheit. Sie musste sich darauf verlassen, dass ihr Vertrauen in jeden von ihnen gerechtfertigt war. Ist es das nicht, bedeutet das mein Ende.
Sie zog den Pelzkragen ihres Mantels fester um ihren Hals. Es war kalt in Montunghi, und das kümmerliche Feuer im Kamin konnte den hohen Raum kaum heizen. Aus Angst vor einer Entdeckung hatten sie alles darangesetzt, dass das Landhaus verlassen wirkte.
Jedes Wort, das sie ab jetzt sagten, war Hochverrat. Zumindest, solange Lorenzo noch lebte, der Tyrann, der sich von aller Welt wie ein gnädiger Fürst verehren ließ.
»Der Heilige Vater unterstützt Eure Pläne voll und ganz, die Stadt aus den Klauen der Medici zu reißen und in Eure fähigen Hände zu legen«, erklärte Erzbischof Salviati langsam, der eigens für ihr Treff en aus Pisa angereist war. »Allerdings besteht er darauf, dass kein Blut fließt, und dass wir uns der Medici auf andere Art entledigen.«
»Was?«, fuhr Jacopo auf. »Hat er auch gesagt, wie er sich das vorstellt? Lorenzo wird uns wohl kaum die Schlüssel zur Stadt übergeben und auf seinem Pferd davonreiten, wenn wir ihn höflich darum bitten!«

»Ich sehe keinen Sinn in diesem Treffen, wenn dies die Bedingung des Heiligen Vaters ist«, sagte Albiera so höflich, wie sie konnte, obwohl sie innerlich vor Zorn kochte. »Aber Seiner Heiligkeit muss doch bewusst sein, dass er das Unmögliche fordert?«
Salviati senkte die Stimme. »Natürlich kann er einen Mord nicht öffentlich gutheißen; aber er hat mir insgeheim versichert, dass ein Mann, der keinen anderen Ausweg sieht, als einen gottlosen Despoten zu erschlagen, von der Mutter Kirche auf Milde hoffen kann.«
Albiera atmete erleichtert auf. Wenn der Papst lediglich sein Gesicht wahren wollte, dann konnten sie von ihr aus alle so tun, als sei es nie ihre Absicht gewesen, den Medici auch nur ein Haar zu krümmen.
»Sollte nun auf die eine oder andere Art und Weise Lorenzo nicht länger in der Lage sein, die Geschicke von Florenz zu lenken, was geschieht dann?«, fragte Jacopo.
»Sobald Lorenzo tot ist, wird der Heilige Vater die verbliebenen Medici exkommunizieren und Eure Familie als die neuen Herren von Florenz anerkennen«, erwiderte Salviati.
Albieras Neffe Francesco schüttelte den Kopf. »Das reicht nicht«, gab er entschieden zurück. »Wir können Lorenzo nicht erschlagen und seinen Bruder am Leben lassen. Dann könnt ihr genauso gut gleich auch Lorenzo verschonen. Giuliano wird ihn beerben, und zumindest so lange Lorenzos Platz einnehmen, bis dessen Söhne alt genug sind, um in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Wenn auch nur ein Medici überlebt, wird es früher oder später einen Bürgerkrieg geben.«
Albiera blickte Francesco prüfend an. Da war er wieder, dieser ungezügelte Hass auf Giuliano.

Der Erzbischof hob aufgebracht die Stimme. »Aber wir können Lorenzos Kinder nicht anrühren. Der Heilige Vater würde das niemals gutheißen.«
»Derselbe Heilige Vater, der Imola, Senigallia und Ferrara eingenommen hat, nur damit seine Neffen fette Pfründe bekommen?«, fragte Albiera, die berechtigte Zweifel daran hatte, ob es überhaupt etwas gab, das Sixtus IV. Gewissensbisse verursachen konnte. In den letzten Jahren hatte sich der Papst als ebenso geschäftstüchtig wie aggressiv erwiesen und dabei wahrlich nur wenig Skrupel gezeigt.
»Es ist etwas anderes, zum Wohl der Mutter Kirche gefährliche Sünder ihrer gerechten Strafe zuzuführen, als sich an Kindern zu vergreifen«, gab der Erzbischof scharf zurück.
»Keine Sorge, Exzellenz, weder Ihr noch der Heilige Vater müsst Eure Hände mit dieser Sünde beflecken«, erwiderte Jacopo ruhig. »Ihr wisst so gut wie ich, dass keines dieser Kinder erwachsen wird, wenn Lorenzo erst einmal nicht mehr ist.«
Das waren vielleicht zu deutliche Worte, dachte Albiera, die sah, dass der Adamsapfel des Erzbischofs auf und ab hüpfte, weil er nervös schluckte.
Ein lautes Knirschen, das von der Tür des Speisezimmers her ertönte, riss sie alle aus der Anspannung des Augenblicks.
»Was war das?«, fragte Jacopo aufgeschreckt. Er zog langsam seine Klinge, deutete mit ihr auf die Tür und winkte Francesco, ihm zu folgen.

Albiera merkte, dass sie unwillkürlich den Atem anhielt, als die beiden Männer leise aus dem Raum gingen. Sie blickte den Erzbischof an, dessen Haar ihm trotz der Kälte im Landhaus an der Stirn klebte. In seinem Bart hingen Schweißperlen.
Draußen hörte man zuerst schnelle Schritte, dann einen lauten Schrei. Aber kein Waffenklirren, schoss es Albiera durch den Kopf.
Nur einen Augenblick später kamen Francesco und Jacopo zurück, einen Mann mit rötlichem Bart und Haar zwischen sich.
»Er trieb sich auf dem Gang herum, um zu lauschen«, sagte Jacopo grimmig und zwang den Unglücklichen, der wie ein Bauer gekleidet war, sich auf den Boden zu knien.
»Bist du ein Spion der Medici?«, herrschte ihn Francesco an. Der Mann sah ihn mit wildem Blick an. »Nein, nein, Herr … ich schwöre … «
Jacopos Faust traf ihn mitten ins Gesicht.
»Was hast du gehört, Bursche?«, fragte Albiera, die hoffte, dass Jacopos massige Gestalt und sein finsterer Gesichtsausdruck ausreichen würden, um den Knienden zum Reden zu bringen. Wir können keine Gefangenen machen.
»Nichts … nichts … Ich habe nichts gehört«, nuschelte der Mann flehentlich. Seine Lippen waren aufgeplatzt und bluteten.
Es knackte hörbar, als ihn ein weiterer Schlag auf die Nase traf. »Was hast du auf dem Gang gemacht?«
Der Mann heulte auf und schüttelte den Kopf. Tränen liefen über seine Wangen.
Ein dritter Schlag traf seinen Hinterkopf und ließ ihn bewusstlos zusammensacken.

Francesco durchsuchte hastig die Kleidung des Mannes. »Er hat nichts bei sich«, erklärte er dann.
»Und er gehört weder auf den Hof, noch ist er mit uns gekommen, also muss er uns wohl gefolgt sein. Was soll er hier gewollt haben, außer uns auszuspionieren?«, fragte der Erzbischof.
»Er könnte einer der Stallburschen aus dem Dorf sein, die hier ab und zu nach dem Rechten sehen«, überlegte Albiera.
»Was sollen wir mit ihm machen?«, fragte Jacopo. Die drei Männer sahen erst einander und dann Albiera fragend an.
Natürlich. Am Ende wollen sie doch immer, dass ein anderer die Verantwortung für ihre Sünden trägt. Dabei wissen sie ebenso gut wie ich, was wir tun müssen.
Sie schüttelte kaum merklich den Kopf. Sie verspürte Mitleid mit dem Mann, der ebenso gut ein Bauer sein konnte wie ein Spion, aber das Risiko, ihn am Leben zu lassen, war einfach zu groß.
Jacopo verstand sie. Er zog den Kopf des Bewusstlosen an den Haaren nach oben und fuhr mit der Klinge seines Messers schnell über den Hals des Mannes. Eine dünne rote Linie erschien auf dem weißen Fleisch der Kehle. Blut sprudelte hervor, erst einige Tropfen, dann immer mehr, mit jedem letzten verzweifelten Pumpen des Herzens ein weiterer Schwall.
Der Erzbischof taumelte zurück und schlug sich eine Hand vor den Mund. Jacopo hielt den Kopf des Mannes eisern fest, bis noch die letzten, gurgelnden Laute verklungen waren. Erst dann ließ er den Toten zu Boden gleiten. Der Kirchenmann murmelte etwas, das ein Gebet oder ein Fluch sein konnte. Dann drehte er sich einmal um die eigene Achse und übergab sich geräuschvoll.
»Dieses Blut besiegelt unseren Pakt«, sagte Albiera, die sich zwang, nicht von dem Toten zurückzuweichen. »Nun gibt es für keinen von uns mehr einen Weg zurück.«
Sie ließ ihren Blick von einem zum anderen schweifen – zu ihrem Bruder, der ihr schon immer in allem gefolgt war, und auch jetzt mit grimmigem Blick nickte, zu ihrem ehrgeizigen Neffen, der eben sein Schwert an den Kleidern des Toten abwischte, und zu dem Erzbischof, der zwar sichtlich um Fassung rang, schließlich aber doch nickte.
»Dann ist es beschlossene Sache«, erklärte sie. »Spätestens am Tag der Auferstehung unseres Herrn feiern wir die Befreiung Florentias aus den Händen der Medici.«

Noah Martin über die Protagonist*innen

Die Medici

In Geschichtsbüchern wird Lorenzo der Prächtige oft als der geniale, aber einsame Politiker beschrieben, der sich aller Widerstände zum Trotz für mehr als zwanzig Jahre an der Spitze von Florenz halten konnte. Dabei waren die Medici eigentlich ein Familienunternehmen, in dem alle Mitglieder ihren Beitrag leisteten, auch wenn sie dabei keinesfalls vor kleineren und größeren Familienstreitigkeiten gefeit waren.

Fioretta Gorini

Über die reale Fioretta Gorini ist relativ wenig bekannt. Da wir so wenig über sie wissen, hatte ich die Freiheit, Fioretta zu einer ehrgeizigen jungen Frau zu machen, die in allem mehr erreichen will, als ihre Zeit eigentlich für sie vorgesehen hat: Sie träumt davon, ihre künstlerische Begabung zu nutzen und Malerin zu werden und sie verliebt sich – zunächst scheinbar aussichtslos – in einen Medici.

Leonardo da Vinci

Mir war es ein Anliegen, Leonardo im Roman nicht nur als den genialen Künstler und Ingenieur zu zeigen, den heute die ganze Welt kennt, sondern auch als einen jungen Mann, der seinen Platz in der Welt sucht – als Maler, als Freund und als Liebender. Leonardo war schwul; das wird heute von der Forschung als sicher angesehen. Trotzdem hat sich die Kunstgeschichte lange gescheut, auf Leonardos Queerness einzugehen.

Alle historischen Romane von Noah Martin

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Raffael - Das Lächeln der Madonna

Genie, Getriebener, Liebender: »Raffael – Das Lächeln der Madonna« ist der große historische Roman über Raffael Sanzio, der einer der bedeutendsten Maler der Renaissance war und letztes Jahr sein 500-jähriges Jubiläum feierte.

Raffael Sanzio gilt schon mit zwanzig Jahren als neuer Stern am Himmel der Renaissance. Doch es sind unruhige Zeiten in den italienischen Stadtstaaten. Der Maler führt ein rastloses Leben, lernt Michelangelo Buonarroti und Leonardo da Vinci kennen, verliebt sich in die junge Bäckerin Margherita Luti und ist doch ständig auf der Flucht vor den Mächtigen. Als Papst Julius II. ihn nach Rom ruft, um seine Gemächer neu zu gestalten, verstrickt Raffael sich immer tiefer in die Machtkämpfe einer der blutigsten, spannendsten und faszinierendsten Epochen der europäischen Geschichte.

»Noah Martins opulentes Renaissance-Epos hat alles, was ein historischer Roman braucht: faszinierende Figuren, eine packende Handlung und akribisch recherchierte Fakten. Ein sensationelles Debüt – und ein Muss für alle Liebhaber des Genres!« Daniel Wolf

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