Mit GENAU MEINS Bücher entdecken und gewinnen

Große Gefühle, der perfekte Urlaub an einem sonnigen Ort und Figuren, die ans Herz wachsen. Unsere drei GENAU MEINS-Bücher haben  starke Geschichten und viel Liebe im Gepäck. Schau, was Genau meins für dich bereit hält und entscheide selbst, welches Buch genau deins ist!

P.S.:  Ganz unten gibt es auch noch einen Koffer voller Überraschungen zu gewinnen!

 

GENAU MEINS - Die Bücher

Der Schmetterlingsgarten

Ein zauberhafter Sommer- und Liebesroman voller italienischem Flair von der Bestseller-Autorin Marie Matisek Sie ist ein Ausbund an Leidenschaft, ein wahrer Vulkan der Gefühle, aber auch eine Frau mit dunkler Vergangenheit. Lucia bewacht die Contessa Farnese, deren Palazzo und sagenhaften Garten wie ein Wachhund und lässt niemanden hinein – auch nicht in ihr verwundetes Herz. Er ist zurückhaltend, ein bisschen weltfremd und in Herzensangelegenheiten eher pragmatisch. Das Einzige, was das Blut des Biologen Martin in Wallung bringen kann, sind – Schmetterlinge. Als ihn ein Forschungsauftrag nach Capri führt, stößt er auf den geheimnisvollen Garten der Contessa, der von der bezaubernden, aber sehr abweisenden Italienerin gehütet wird. Doch auch Lucia hat ein Herz, und bald darauf macht Martin Bekanntschaft mit den Schmetterlingen in seinem Bauch …

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Eine Samtpfote stiehlt Herzen

Amor hat vier Pfoten – und klaut Toupets! Der 2. Katzen-Roman von Melinda Metz über den kleptomanischen Kater MacGyver, der nicht nur Herzen stiehlt Der samtpfötige Amor MacGyver darf vier Wochen mit Katzen-Sitterin Briony verbringen, während sein Frauchen Jamie auf Hochzeitsreise fährt. Natürlich wittert MacGyver sofort ein neues Abenteuer, denn Briony riecht ziemlich streng – nach Einsamkeit! MacGyver macht sich auf die Suche nach dem passenden Menschen für sie und stößt bei seinen Streifzügen durch Hollywood auf ein idyllisch gelegenes Seniorenheim. Dessen netter junger Leiter Nate würde gut zu Briony passen, findet der Kater, und unternimmt allerhand, um die beiden zusammen zu bringen. Doch die Lage des Seniorenheims hat bei einigen Immobilienmaklern Begehrlichkeiten geweckt, und das lässt Nate kaum Zeit für die Liebe. Dann kommt es auch noch zu allerhand seltsamen Zwischenfällen im Heim, dem schließlich sogar die Schließung droht. MacGyver hat bald alle Pfoten voll zu tun, um das zu verhindern, wobei ein geklautes Toupet eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Mit diebischem Vergnügen und detektivischem Spürsinn wird Kater MacGyver erneut zum Liebes-Boten in diesem charmanten Katzen-Roman. Das Liebes-Abenteuer von MacGyvers Frauchen Jamie mit dem Hunde-Besitzer David hat Melinda Metz in ihrem ersten Katzen-Roman »Eine Samtpfote zum Verlieben« aufgeschrieben.

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Verliebt in deine schönsten Seiten

Die Romance-Autorin und der Literat: charmante romantische Komödie über Bücher, das Leben und natürlich die Liebe Wie schreibt man einen Liebesroman, wenn die eigene Beziehung gerade in die Brüche gegangen ist? In einem idyllisch gelegenen Strandhaus hofft die New Yorker Romance-Autorin January, ihre Schreibblockade zu überwinden, denn der Abgabetermin für ihren neuesten Liebesroman rückt unerbittlich näher. Gleich am ersten Abend beobachtet January eine wilde Party bei ihrem Nachbarn – der sich ausgerechnet als der arrogante Gus herausstellt, mit dem sie vor Jahren einen Schreibkurs besucht hat. Als January erfährt, dass Gus ebenfalls in einer veritablen Schreibkrise steckt, seit er sich vorgenommen hat, den nächsten großen amerikanischen Roman zu verfassen, hat sie eine ebenso verzweifelte wie geniale Idee: Sie schreiben einfach das Buch des jeweils anderen weiter! Ein Experiment mit erstaunlichen Folgen … »Verliebt in deine schönsten Seiten« ist eine moderne, locker-leicht erzählte romantische Komödie über zwei Autoren mit erheblichen Vorurteilen gegen das Genre des jeweils anderen, über die Liebe zu Büchern und zum Lesen und natürlich über das Suchen (und Finden) der ganz großen Liebe, die sich gerne da versteckt, wo man sie am wenigsten erwartet.

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Videos zu den Büchern

Leseproben zu den Büchern

Leseprobe

Der Schmetterlingsgarten

Die altersschwache Vespa stöhnte gluckernd und stieß vor Empörung schwarzblaue Wolken aus, aber Lucia war unerbittlich und drehte noch ein wenig am Gashebel. »Komm schon, du schaffst es! Du hast es doch noch jedes Mal geschafft«, feuerte sie ihr Gefährt an. »Und gleich geht es bergab, das weißt du so gut wie ich.« Ganz so als verstünde der kleine Motorroller ihre Worte, gab er sich tatsächlich einen Ruck und nahm die letzte Steilkurve mit Bravour. Lucia erreichte so das Plateau der Straße, die nach Capri-Stadt hineinführte, und genoss den atemberaubenden Blick von weit oben bis tief hinunter auf das Meer, die Steilküsten und die Scala Fenice, die Treppe, die zur Marina Grande hinabführte.

Lucia war auf Capri aufgewachsen, sie kannte diese Aussicht – von hier, aber auch von jedem anderen Punkt auf dieser kleinen Insel. Dennoch spürte sie jedes Mal aufs Neue, wie das Glück sie durchströmte, wenn sie auf das weite Meer hinaussah, auf die kleinen, in den Fels gehauenen Straßen, Treppen und Wanderwege, die üppigen Blütenkaskaden und die an den Berg geschmiegten hellen Häuser. Die wunderbar klare Luft umhüllte sie wie ein dünnes Seidentuch, aufregend belebend und doch Schutz bietend. Sie hörte die Schreie der Möwen unten im Hafen und roch den salzigen Duft des Meeres, der sich mit dem würzigen der Macchia, mit der die Insel bewachsen war, mischte. Und mit dem Gestank ihres Zweitakters, dachte Lucia belustigt und ließ die kleine Vespa beschwingt bergab rollen, wobei sie sich so weit in die Kurven legte, wie es mit dem hellblauen Roller möglich war.

Lucia genoss das Gefühl der Freiheit, das sie in solchen Momenten schier überwältigte – insbesondere da sie die leidvolle Erfahrung gemacht hatte, wie es war, auf all dies verzichten zu müssen. Aber basta! Daran wollte sie jetzt nicht denken. Die junge Frau schüttelte ihre langen Haare, beugte sich tief über den Lenker, damit sie dem Gegenwind weniger Widerstand bot, und nahm Kurs auf die kleine Stadt.

Doch anstatt ins Zentrum zu fahren, machte die Straße einen scharfen Knick und führte nach Nordwesten in Richtung Marina Grande, dem Hafen. Dort fand am Vormittag der Markt statt, und Lucia steuerte mit ihrer Vespa einen schattigen Platz unter den Bäumen an. Sie stellte ihren Roller ab, schnappte sich die Basttasche, die zu ihren Füßen gestanden hatte, und machte sich auf die Suche nach den besten Waren – bevor die Touristen auf das kleine Eiland strömten und alles kauften, was sie in die Hände bekamen.

Es war noch früh am Morgen, und die Einheimischen waren zusammen mit den Stammgästen, die Appartements auf Capri besaßen, unter sich. Die grauen Wolken des Winters hatten sich endlich verzogen, die ersten Sonnenstrahlen entfalteten bereits ihre Kraft, und man sah es den Händlern und Einkaufenden an, dass sie es genossen, nicht mehr dick eingemummelt mit Schals und Handschuhen unterwegs zu sein, sondern dünne Jacken und leichte Schuhe anziehen zu können. Lucia hatte es sogar gewagt und ein sommerliches Blümchenkleid mit heller Strickjacke und Ballerinas angezogen.

Sie fröstelte ein wenig, war aber nur allzu gerne bereit, das zu erdulden, denn das Gefühl, der Sommer stünde vor der Tür, war durch nichts aufzuwiegen.

»Ciao, Salvatore, come stai?«

Links, rechts, links gab es flüchtige baci auf die Wange, dann hielt Salvatore Lucia auch schon ein paar gelbe Zucchini vor die Nase. 

»Schau mal hier, die habe ich erst heute Morgen geerntet – frischer geht es nicht. Was willst du für die Contessa heute kochen?«

Lucia befühlte die kleinen goldenen Zucchini, die sie lieber mochte als die großen grünen. Und das wusste Salvatore natürlich ganz genau. Er sah sie verschmitzt an und zwinkerte neckisch.

»Was denn? Flirtest du etwa schon wieder mit mir?«

Der Gemüsebauer schmiss beide Arme in gespielter Verzweiflung in die Luft. »Immer! Das weißt du doch genau! So lange, bis du mich erhörst.«

Lucia wiegte bedauernd den Kopf. »Du bist und bleibst ein armer Irrer, Salvi. Du bist mir viel zu alt. Und glücklich verheiratet obendrein.«

Salvatore legte das Gesicht in Falten wie ein trauriger Dackel.

»Aber deine Zucchini nehme ich trotzdem«, beeilte sich Lucia zu versichern.

Salvatore legte das Gemüse auf seine Waage und dann in Lucias Korb. »Rezept?«, fragte er.

Erleichtert nickte Lucia. Sie war keine besonders gute Köchin. Oder nein – eigentlich wäre sie eine gute Köchin, sie hatte ein Händchen für die Zubereitung und einen exzellenten Geschmack, sodass sie nur selten Zutaten miteinander kombinierte, die nicht harmonierten. Aber Lucia fand sich fantasielos. Sie hatte den Job als Haushälterin und Köchin bei der Contessa Farnese auch deshalb bekommen, weil sie großspurig behauptet hatte, dass Kochen ihre Leidenschaft sei.

Tatsächlich war sie eine einfallslose Köchin, dafür aber eine hingebungsvolle Esserin. Zum Glück hatte sie Salvatore! Der Bauer und Gemüsehändler gab ihr bei jedem Einkauf einen Tipp, was sie für die Contessa zubereiten könne. Immer fiel ihm etwas Neues ein, und Lucia vertraute seinen Rezeptideen blind. Bis jetzt hatte alles himmlisch geschmeckt, was Salvatore ihr vorgeschlagen hatte, und Lucia notierte jedes einzelne Rezept eifrig in ein kleines Notizbuch – nur für den Fall, dass Salvatore einmal die Ideen ausgingen.

»Nino ist heute hier und verkauft wunderbare Goldbrassen. Sie sehen sehr gut aus, ich habe mir schon zwei reservieren lassen«, erzählte Salvatore ihr. »Du musst schnell sein, sie sind bestimmt bald alle verkauft.«

Lucia nickte, während sie die Zitronen prüfte, die Salvatore anbot.

»Am besten«, fuhr Salvatore fort, »grillst du die Brassen. Mit Kräutern, Meersalz, Olivenöl – na, du weißt schon. Die Zucchini hobelst du in feine Scheiben, brätst sie in der Pfanne scharf an, einen winzigen Hauch Chili dazu und viel Zitrone. Meersalz, Pfeffer, Öl. Eventuell könntest du die Zitrone sogar in Scheibchen mitbraten.« Salvatore dachte nach. »Und dann ... ja, gib geröstete Pinienkerne dazu.« Noch während er redete, griff er zu einem Papiertütchen und füllte aus einem kleinen Glasbehälter einige Pinienkerne für Lucia ab. »Gut würzen, vielleicht noch mit einem Schuss Aceto abschmecken, dann servierst du die Brassen auf dem Gemüsebett.«

»Dazu Weißbrot«, ergänzte Lucia, der bereits das Wasser im Mund zusammenlief.

Der Gemüsehändler strahlte über das ganze Gesicht. »Per fetto! Du wirst sehen, Lucia, aus dir machen wir noch eine Sterneköchin.«

Lucia winkte lachend ab. »Ich danke dir, Salvi, du rettest mich jeden Tag aufs Neue!« Sie schenkte ihm ein strahlendes Lächeln.

 

Leseprobe

Eine Samtpfote stiehlt Herzen

MacGyver nahm die silberne Lasche zwischen die Zähne und zog den Reißverschluss auf. Mit einer Kombination aus Pfotenschlagen und -schnippen klappte er den Koffer auf und streckte sich auf dem Stapel zusammengelegter Kleidung aus. Schöner Platz für ein Nickerchen. Könnte aber noch besser sein. Er konnte einfach nicht verstehen, warum Menschen immer alles glatt haben wollten. Mit einem verärgerten Schnaufen stand Mac auf, wühlte ein wenig in den Kleidern herum und legte sich wieder hin. Dann streckte er die Krallen aus und versenkte sie in einen weichen Seidenpullover. Süße Sardinchen, fühlte sich das gut an!

»Mac! NEIN!«, schrie Jamie, sein Mensch. Sie fegte ihn von dem perfekten Schlafplatz, den er sich gerade geschaffen hatte, und brachte ihn mit einem Klapp und einem Ssst zum Verschwinden. Als könnte er den Koffer nicht genauso leicht wieder aufmachen. »Ich gehe auf meine Hochzeitsreise. Hochzeitsreise! Und da möchte ich romantisch aussehen und nicht voller Haare wie eine verrückte Katzen-Lady herumlaufen!« Er ignorierte ihr Blabla. Er verstand, dass Menschen es zum Kommunizieren benutzten, aber das lag nur daran, dass ihre Nasen im Grunde völlig nutzlos waren. Seine Nase dagegen erzählte ihm mehr als tausend Blablas, und in diesem Moment informierte sie ihn darüber, dass Jamie glücklicher war als je zuvor. Und wem hatte sie das zu verdanken? Ihm. MacGyver. Sie brauchte einen Gefährten – er hasste es, das sagen zu müssen, aber darin war sie wie ein Hund –, und er hatte einen für sie gefunden.

Er fing an, vor Stolz zu schnurren. »Es ist dir ganz egal, was ich sage, oder?« Sie wandte sich zur Tür, und Mac sah David hereinkommen, den Gefährten, den er für sie gefunden hatte. »Mac hat eine Stilberatung in meinem Koffer durchgeführt. Alles, was ich eingepackt habe, ist jetzt mit schönem braun getigertem Fell verziert«, sagte Jamie zu ihm.

»Deshalb hat mein Koffer ein Schloss«, antwortete David. Mac spürte, wie Jamies Körper bebte, als sie anfing zu lachen. »Was ist denn so …«, fing David an. Dann griff er nach unten und ließ seine Finger über eine der drei Krawatten gleiten, mit denen Mac gespielt hatte, bevor er bereit für sein Nickerchen gewesen war.

David sah sich den Koffer genauer an. »Immer noch abgeschlossen. Dein Kater hat den Reißverschluss weit genug aufbekommen, um die Krawattenenden herauszuziehen.«

»Nicht mein Kater. Wir sind jetzt verheiratet. Was meins ist, ist deins. Und das schließt Mac ein«, sagte Jamie.

»Ich habe unserem Kater gerade diese Okto-Maus mit acht raschelnden Beinen gekauft, die stundenlange Katzenunterhaltung garantiert.« David sah Mac böse an. »Acht Raschelbeine, und du konntest trotzdem die Pfoten nicht von meinem Koffer lassen.« Kopfschüttelnd versuchte er, mit dem Finger eine Krallenspur in einer Krawatte glatt zu streichen.

Mac ignorierte Davids Blabla und seinen bösen Blick genauso. Er hatte David gerochen, bevor er beschlossen hatte, die Sache in die eigenen Pfoten zu nehmen, und David hatte genauso schlecht gerochen wie Jamie, manchmal sogar noch schlimmer. Er hatte verzweifelt eine Gefährtin gesucht, ob er es nun wusste oder nicht, und Mac hatte eine für ihn gefunden. Jetzt war er so glücklich, als hätte er sich in Katzenminze gewälzt.

»Mac findet sein Geschenk toll. Er möchte nur gern ab und zu auch kreativ sein«, sagte Jamie, während David mit seinem nutzlosen Zahlenschloss hantierte.

Die Türklingel schellte, und Diogee fing sofort an zu bellen. Der Schwachkopf hatte nie verstanden, dass Schlauheit der Schlüssel für einen erfolgreichen Angriff war. So, wie er es anfing, wusste doch derjenige da draußen vor der Tür sofort, dass der Hund da war. Mac sprang von Jamies Arm. Diogee gehörte jetzt zu seinem Rudel, ein Opfer, das für Jamies Glück hatte gebracht werden müssen. Deshalb musste Mac alles in seiner Macht Stehende tun, um den Hund vor seiner eigenen Dummheit zu schützen.

An der Tür angekommen, gab Mac Diogees Schwanz einen kleinen Hieb, teils um ihn aus dem Weg zu schubsen, und teils, weil es einfach Spaß machte. Er öffnete das Maul weit und benutzte seine Zunge, um Luft einzuziehen. Das verschaffte ihm Zusatzinformationen. Vor der Tür stand eine Frau. Und sie war unglücklich.

Sehr unglücklich. Jamie öffnete die Tür einen Spalt weit. »Briony, hallo. Ich muss die Katze hochnehmen. MacGyver ist ein richtiger Ausbruchsspezialist, der gerne den Rauchfang hochklettert. Wir mussten den Kamin zumauern. Außerdem springt dich Diogee garantiert gleich an. Ich weiß, ich sollte ihm das verbieten. Und das kann ich auch, es hat nur überhaupt keine Wirkung. Aber er ist lieb. Okay, mach dich einfach bereit.« Sie klemmte sich Mac unter den Arm, machte die Tür auf und trat zurück.

Sobald die Frau hereingekommen war, hatte der Schwachkopf auch schon beide Pfoten auf ihre Schultern gestemmt. Aber bevor er ihr mit seiner Riesenzunge das Gesicht waschen konnte, griff David ihn am Halsband und zog ihn weg. Er schleifte Diogee nach oben, und ein paar Sekunden später war das Haus von leidendem Heulen erfüllt. Sogar mit den elementarsten Fähigkeiten ließ sich die Schlafzimmertür leicht öffnen. Aber Diogee verfügte eben nicht einmal über diese.

Mac atmete noch einmal tief ein. Ja, diese Frau war schrecklich traurig. Sie brauchte seine Hilfe. Er hatte eigentlich zu tun, musste Ausbrüche planen, Nickerchen halten und so etwas, aber hier lag ein Notfall vor. Die Frau musste eigentlich klüger sein als Diogee, aber offenbar war sie nicht so klug, dass sie eine Lösung fand, was auch immer das Problem war. Dazu brauchte es einen Meister.

Zu ihrem Glück hatte sie an MacGyvers Tür geklopft.

Leseprobe

Verliebt in deine schönsten Seiten

Ich war gerade durch die Tür des Strandhauses getreten, als mein Telefon klingelte.

»Wie ist es denn?«, fragte die Stimme am anderen Ende der Leitung ohne Umschweife. »Gibt es eine Sexhöhle?«

»Shadi?«, riet ich.

»Ich mache mir ernsthaft Sorgen darüber, dass ich offenbar der einzige Mensch bin, der dich extra anruft, um dich das zu fragen«, antwortete sie.

»Du bist der einzige Mensch, der überhaupt von dem Liebesnest weiß«, sagte ich. Dann stellte ich die Kiste Gin, die ich gerade trug, auf den Küchentresen aus Granit.

»Ich bin nicht die Einzige, die davon weiß«, widersprach Shadi.

Das stimmte, rein technisch gesehen. Ich hatte vor einem Jahr herausgefunden, dass mein Vater ein geheimes Haus am See besaß, und zwar bei seiner Beerdigung, aber Mom hatte schon viel länger davon gewusst, und natürlich war Diese Frau schon von Anfang an eingeweiht gewesen. »Gut«, sagte ich. »Du bist der einzige Mensch, dem ich davon erzählt habe. Aber gib mir noch eine Sekunde. Ich bin gerade erst hier angekommen.«

»Buchstäblich?« Shadi atmete schwer, was darauf schließen ließ, dass sie gerade zur Arbeit ging. Da wir so unterschiedliche Tagesabläufe hatten, unterhielten wir uns meistens zu dieser Zeit.

»Nein, metaphorisch«, konterte ich. »Buchstäblich bin ich schon seit Stunden hier, aber erst jetzt habe ich das Gefühl, angekommen zu sein.«

»So weise«, bemerkte Shadi. »So tiefsinnig.«

»Pssst«, machte ich. »Ich nehme das alles in mich auf.«

»Und such nach der Sexhöhle!«, beeilte sich Shadi zu sagen, als wollte ich schon auflegen. Das tat ich nicht. Ich presste nur das Handy ans Ohr, hielt den Atem an, versuchte, das heftig pochende Herz in meiner Brust zu beruhigen, und schaute mich im zweiten Zuhause meines Vaters um.

In seinem zweiten Leben, dachte ich.

Das Erdgeschoss war offen geschnitten. Das Wohnzimmer ging in die Küche mit einer Essecke über. Die ganze Wand bestand aus Fenstern, durch die man auf eine Terrasse und den See darunter sehen konnte. Wäre es Moms Haus gewesen, hätte das Mobiliar aus cremefarbenen Stücken bestanden, die Bilderrahmen an den Wänden dagegen wären strahlend weiß gewesen, um die Naturdrucke hinter dem Glas besser zur Geltung zu bringen. Ihr Geschmack war spießig, aber sie machte es trotzdem gut – bis der Krebs zum zweiten Mal zurückkam, war sie Innenarchitektin gewesen.

Der unkonventionelle Raum, in den ich getreten war, hätte besser in Shadis Wohnung als in das Haus meiner Eltern gepasst. Mir wurde ein bisschen übel dabei, mir meinen Dad hier vorzustellen, inmitten all der Dinge, die Mom niemals ausgesucht hätte – der dunkelfleckigen eingebauten Bücherregale und des durchgesessenen niedrigen, aber sehr raumgreifenden Sofas, das mit handgewebten Kissen übersät war.

»Und?«, fragte Shadi. »Wie ist es?«

»Langsam frage ich mich, ob Dad wohl Gras geraucht hat.«

»O Gott – ist es ein Gewächshaus?« Shadi klang begeistert. »Du hättest den Brief lesen sollen, Janie. Das war alles nur ein Missverständnis. Dein Dad hinterlässt dir das Familienunternehmen. Diese Frau war seine Geschäftspartnerin.«

Wie schlimm war es, dass ich mir wünschte, sie hätte recht? Dass die Frau, die auf Dads Beerdigung mit einem Brief und einem Hausschlüssel auftauchte, tatsächlich nur seine Partnerin in irgendeiner illegalen Aktivität gewesen wäre, statt seine Langzeitgeliebte?

»Es ist kein Gewächshaus«, sagte ich, schob die Glastür auf und trat auf die sonnenverblichene Holzterrasse hinaus. »Es sei denn, das Gras ist im Keller.«

»Auf keinen Fall«, versetzte Shadi. »Da ist ja schon die Sexhöhle.«

»Können wir vielleicht über etwas anderes sprechen?«

»Du meinst das Geisterauge«, sagte Shadi sofort, bereit, mich von den Schrecken meiner Situation abzulenken. Wenn sie nur weniger als vier Mitbewohner in ihrer schuhkartonkleinen Wohnung in Chicago hätte, dann würde ich bei ihr wohnen und nicht hier, dem letzten Ort auf Erden, an dem ich gern sein wollte. Um ehrlich zu sein, stand das allerdings nie zur Debatte. Ich war absolut außerstande, irgendetwas geregelt zu kriegen, wenn Shadi und ich zusammen waren, und so finster, wie meine finanzielle Situation aussah, war dies meine letzte Hoffnung: Ich würde mich in meine persönliche (und mietfreie) Hölle verkriechen, bis ich zumindest das Exposé für mein nächstes Buch fertig hatte und mir wieder eine Wohnung leisten konnte.

»Natürlich meine ich das Geisterauge«, sagte ich. »Erzähl mir alles.«

»Hat immer noch nicht mit mir geredet«, seufzte Shadi wehmütig, »aber ich kann sozusagen spüren, wie er mich ansieht, wenn wir zusammen in der Küche sind.«

»Na klar«, sagte ich. »Das ist ja auch ein Geisterauge.«

»Ich glaube, ich spüre sein echtes Auge. Das, das nicht aus Glas besteht. Weil wir eine Verbindung haben.«

»Machst du dir nicht Sorgen, dass deine Verbindung vielleicht nicht zu dem Typen mit dem Glasauge besteht, sondern zu dem Geist des Mannes, der das Glasauge vor ihm getragen hat? Oder er Frau? Was tust du, wenn du merkst, dass du dich in einen weiblichen Geist verliebt hast, der von einem lebenden Mann Besitz ergriffen hat?«

»Ähmmm.« Shadi dachte einen Moment lang nach. »Ich glaube, ich muss meine Tindr-Bio aktualisieren.«

Eine warme Brise kräuselte die glitzernden Wellen am Fuß des Hügels, zausten mein Haar und wehten mir die braunen Locken über die Schultern. Tief in meiner Brust spürte ich ein Ziehen. Das geschah immer wieder, auch schon bevor ich von Dieser Frau erfahren hatte.

Seit dem Tag, an dem mich Mom anrief und mir sagte, dass Dad einen Schlaganfall gehabt habe, dass er tot sei, hatte ich das Gefühl, als versuchte einer der Xenomorphs aus den Alien-Filmen aus meinem Körper auszubrechen, als drückte er gegen meine inneren Organe und die Haut, um zu testen, wie weit sie sich dehnen ließ, bis sie riss.

Shadi, das bemerkte ich erst jetzt, hatte weitergesprochen. Noch mehr über das Geisterauge. Geisterauge hieß eigentlich Ricky, aber wir nannten ihn nie so. Über Shadis Liebesleben sprachen wir immer verschlüsselt. Da war dieser ältere Mann, der das großartige Seafood-Restaurant (The Fish Lord) leitete, dann war da ein Typ, den wir Mark nannten, weil er aussah wie ein anderer, berühmter Mark (die Einzelheiten waren ein bisschen undurchsichtig; ich konnte mich weder daran erinnern, welchem Mark er angeblich ähnelte, noch, wie er wirklich hieß), und jetzt war da ihr neuer Mitarbeiter, der sandblondes Haar hatte, ein dunkelbraunes Auge und ein leuchtend blaues Glasauge. Bisher war es ihr noch nicht gelungen herauszufinden, wie er sein Auge verloren hatte, aber wir gingen regelmäßig alle Möglichkeiten durch.

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