Verlagsgruppe Droemer Knaur



Lisa Jackson im Interview

"Ich möchte nichts mit den Serienmördern aus meinen Büchern zu tun haben - die sollen besser dort bleiben, wo sie im Moment sind!"

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Wo und wann sind Sie geboren?
Lisa Jackson: Ich bin 1951 in Oregon geboren und bin in den 1950er und 60er Jahren im behüteten Willamette-Tal aufgewachsen, das von den Cascade Bergen umgeben ist. Meine Kindheit war wunderbar und meine Elternhaben mich in der Überzeugung erzogen, dass ich alles tun könnte, was ich nur wollte.
Wo wohnen Sie derzeit?
Lisa Jackson: Im Moment lebe ich in Vancouver im Staat Washington, also nicht in Kanada.
Familienstand und Kinder?
Lisa Jackson: Ich bin Single und Mutter zweier erwachsener Söhne. Und seit Kurzem habe ich auch einen Enkelsohn. Juhu!
Ausbildung/Studium?
Lisa Jackson: Mit achtzehn habe ich meinen Schulabschluss an der Molalla Union High School gemacht und habe im Anschluss daran zwei Jahre lang die Oregon State University besucht.
Sind Sie hauptberuflich Autorin – oder gibt es noch einen „Brotjob“?
Lisa Jackson: Ich habe das Glück, hauptberuflich als Autorin arbeiten zu können
Wann und wie haben Sie festgestellt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Lisa Jackson:Ich erinnere mich daran, dass ich es bereits seit der sechsten Klasse liebe zu schreiben und das hat sich bis heute nicht geändert.
Wie arbeiten Sie: ganz klassisch mit der Schreibmaschine oder am Computer? Wie dürfen wir uns Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Lisa Jackson: Ich arbeite am Laptop, sitze in einem bequemen Sessel, lege die Beine hoch und habe einen Kaffee oder ein Glas Wasser neben mir stehen. Und im Winter zünde ich zusätzlich den Kamin an. Ich spiele mit dem Gedanken einer Stimmerkennungssoftware, um meine Hände und Finger zu schonen. Aber ich habe sie noch nicht installiert; ich bin nicht ganz sicher, ob ich mich damit anfreunden kann.
Wie muss man sich einen typischen Arbeitstag von Ihnen vorstellen?
Lisa Jackson: Meine Arbeitstage variieren immer ein wenig ... Heute Morgen z.B. beantworte ich diese Interviewfragen. Normalerweise verläuft bei mir kein Tag wie der andere. Ich trainiere ein wenig und versuche mit meiner Schwester Nancy Bush ein Kreuzworträtsel zu lösen – zumindest wenn ich in der Stadt bin. Ansonsten gehe ich mit den Hunden spazieren oder ich setze mich hin und schreibe. Manchmal dauert dieser Prozess eine Weile, aber sobald mich das Fieber gepackt hat, kann ich fast rund um die Uhr schreiben und alles andere um mich herum vergessen. Dies passiert üblicherweise vor allem beim letzten Drittel des Buches.
Welchen Rat würden Sie jungen Nachwuchsautoren geben?
Lisa Jackson: Lesen, lesen und noch mal lesen. Sie sollten dabei herausfinden, warum sie ein bestimmtes Buch lieben, in welcher Nische sie sich als Autor am wohlsten fühlen und bitte, bitte, kündigt erstmal auf keinen Fall euren „Brotjob“!
Wie würden Sie sich selbst in drei Worten beschreiben?
Lisa Jackson:verantwortungsbewusst, lustig, zielstrebig
Welche Geräusche/Gerüche verbinden Sie mit ihrer Kindheit?
Lisa Jackson: Oooh, lassen Sie mich mal überlegen – vielleicht der Sommer und der Geruch der Flüsse, die damals noch wesentlich gemächlicher zu fließen schienen, große, Schatten spendende immergrüne Bäume und trockene Stoppelfelder mit Heu und Grashüpfern. Herbsttage mit klarer, frischer Luft, Herbstmonde und der Geruch von rauchendem Feuer und der Zimtduft, der von den Apple Pies herüberweht und den beißenden Geruch der Pferde und Rinder in den Ställen überdeckt. Im Winter hörte man das Regenwasser die Fensterscheiben entlang laufen und wusste, es würde bald zu schneien beginnen. Und in meiner Kindheit war immer viel Gelächter zu hören.
An welche Bücher von Früher erinnern Sie sich und warum?
Lisa Jackson:Vermutlich an die Little House-Bücher (dt. Unsere kleine Farm) von Laura Ingalls Wilder, die wir damals in der Schule vorgelesen bekommen haben. Ich erinnere mich auch an Little Women (dt. Betty und ihre Schwestern) von Louisa May Alcott – diese Geschichten habe ich geliebt. Später, als ich dann ein wenig älter war, habe ich mit Begeisterung Rebecca von Daphne DuMaurier und Charlotte Brontës Jane Eyre gelesen.
Welcher Kindheitstraum hat sich bislang noch nicht erfüllt?
Lisa Jackson:Gute Frage – ich bin mir nicht ganz sicher. Ich denke, ich lebe meinen Traum. Ich wohne zwar nicht auf einem riesigen Anwesen mit dutzenden von Pferden, Hunden und Katzen und ich bin auch nicht zweisprachig aufgewachsen – das wäre z. B. etwas, was ich immer sein wollte. Die Ziele, die ich gerne erreicht hätte, wäre ein College-Abschluss und zwei oder drei Fremdsprachen zu lernen. Aber wer weiß, das kann ich ja vielleicht immer noch nachholen!
Was war die beste Entscheidung Ihres Lebens?
Lisa Jackson: Meine zwei Kinder zu bekommen – daran besteht kein Zweifel. Die zweitbeste Entscheidung war, auf meine Schwester zu hören, die 1981 vorschlug, dass wir zusammen Liebesromane schreiben. Und dies hat mich seinerzeit so inspiriert, dass sich meine jetzige schriftstellerische Karriere daraus entwickelte.
Was bereitet Ihnen schlechte Laune?
Lisa Jackson:Viele Dinge, aber vor allem egozentrische Menschen.
Und was bereitet Ihnen gute Laune?
Lisa Jackson: Wiederum viele Dinge, z. B. Sonnenschein, Kinder, Tiere, Herbstluft, gute Musik und Weihnachten.
Tee oder Kaffee?
Lisa Jackson: Beides. Im Winter trinke ich eine Tasse Tee und über den Tag verteilt mehrere Tassen Kaffee während ich am Schreiben bin. Und im Sommer schlürfe ich immer Eistee.
Klassische Musik oder Rock/Pop?
Lisa Jackson:Keine Frage: Rock/Pop
Kino oder DVD?
Lisa Jackson: Ich bin früher gerne ins Kino gegangen, heute schaue ich lieber DVDs.
Für welche Produkte würden Sie selbst gerne Werbung machen?
Lisa Jackson:Für i-Pods
Welches Buch würden Sie jedem empfehlen?
Lisa Jackson: Von meinen eigenen? Shiver. Meine Rache wird euch treffen. Und von jemand anderem? Oh das gibt es so viele, aber beispielsweise Fatal Flaw von William Lashner.
Haben Sie einen Lieblingsautor? Und wenn ja, warum?
Lisa Jackson: Ich habe viele Lieblingsautoren. Zurzeit lese ich alles von Harlan Coben. Er zeichnet so phantastische Frauenfiguren und schreibt im Normalfall schrullige Geschichten, die mich in ihren Bann ziehen.
Welche Figur aus einem Roman oder Film würden Sie gerne kennenlernen? Und was würden Sie zu ihr sagen?
Lisa Jackson:Ich würde gerne Joseph Turner treffen, diese Figur wurde 1975 von Robert Redford in Die drei Tage des Condor gespielt und ist einer meiner Lieblingsfilme überhaupt. Und dann würde ich noch gerne Meryl Streep kennenlernen. Ist sie nicht großartig?
Welche Person aus Ihren eigenen Romanen würden Sie gerne kennenlernen und warum?
Lisa Jackson: Schwierige Frage. Es gibt da so viele in der Serie Der Skorpion und Der Zorn des Skorpions, die in Montana spielt, z.B. Detective Regan Pescoli, oh und Nate Santana. Er tauchte zum ersten Mal in Death kiss. Süß schmeckt die Rache auf, und ich habe mich in ihn verliebt. Außerdem würde ich gerne Abby und Faith Chastain aus Shiver treffen, weil mich deren Beziehung fasziniert und ich Abby gerne als meine beste Freundin hätte.
Und welche Figuren aus Ihren eigenen Romanen würden Sie niemals kennenlernen wollen? Und warum nicht?
Lisa Jackson: Endlich mal eine einfache Frage! Ich möchte nichts mit den Serienmördern aus meinen Büchern zu tun haben – die sollen besser dort bleiben, wo sie im Moment sind. Nehmen wir z. B. “den Auserwählten” in Danger. Das Gebot der Rache. Der soll für immer im Buch bleiben und nur ja niemals herauskommen!
Wer würde die Hauptrolle in einem Kinofilm über Ihr Leben spielen und warum?
Lisa Jackson: Vielleicht Sally Field. Ich habe sie im Laufe der Jahre als Schauspielerin schätzen gelernt und ich glaube, ihr würde es gelingen, mich wirklich zu erkennen und zu spielen. Außerdem ist sie in meinem Alter und scheint dem Leben positiv gegenüber zu stehen. Sie könnte mich sicherlich als Erwachsene spielen.
Wenn Sie Schauspieler für eine Rolle in der Filmadaption eines Ihrer Bücher casten würden, für wen würden Sie sich entscheiden und warum?
Lisa Jackson: Ich denke, ich würde Demi Moore als Protagonistin für Sanft will ich dich töten wählen. Sie hat das Aussehen und die Intelligenz, um Jenna Hughes darzustellen.
Bei welchem geschichtlichen Ereignis wären Sie gerne dabei gewesen?
Lisa Jackson: Vermutlich wäre ich am liebsten zu Lebzeiten von Jesus Christus mit dabei gewesen und bei seiner Auferstehung. Ich würde gerne vergleichen, ob das, was damals tatsächlich geschehen ist mit dem, was in der Bibel geschrieben steht übereinstimmt.
Wenn Sie eine Sache in Ihrem Leben mit einem Fingerschnippen ändern könnten – was wäre das?
Lisa Jackson:Zweifellos würde ich mehr Zeit mit meinen Eltern verbringen, wenn diese noch am Leben wären.
Was ist Ihr Lebensmotto?
Lisa Jackson:Liebe und lache! Genieße das Leben und sei freundlich zu den Menschen und Tieren. Ich bin jemand, der andere so behandelt, wie ich es mir auch wünsche von anderen behandelt zu werden und ich versuche, alles mit Humor zu nehmen.
Wenn Sie an drei verschieden Orten auf der Welt frühstücken, mittag- und abendessen könnten – wo wäre das?
Lisa Jackson:Kann ich bitte mehr Mahlzeiten zu mir nehmen? Es gibt so viele Orte! Aber ich würde sagen auf einem Schloss in Europa, entlang der Chinesischen Mauer und in einem Naturreservat in Afrika.
Wie essen Sie einen Schokoriegel? Schnell, genüsslich oder überhaupt nicht?
Lisa Jackson: Ich mache immer alles so schnell ich kann. Das ist natürlich nicht immer die beste Variante und zurzeit versuche ich Süßigkeiten, und vor allem zu viel Schokolade, zu vermeiden.
Welche Art von Cover bevorzugen Sie bei Ihren Büchern?
Lisa Jackson: Mir gefallen die dunkleren, sinnlicheren Cover, die den Leser dazu animieren sich zu fragen, was sich wohl dahinter verbirgt.
Woraus ziehen Sie die Ideen für Ihre Bücher?
Lisa Jackson: Manchmal, wenn ich viel Glück habe, überkommen mich die Ideen rein zufällig oder beim Lesen, Fernsehen oder durch Gespräche mit anderen. Mein Lektor hat immer großartige Ideen und einige meiner besten Bücher wurden von Dingen inspiriert, die mir einfach so geschehen sind – eine winzige Kleinigkeit, die zur Initialzündung für eine Geschichte wurde. Ich habe tausend Ideen, das ist der einfache Teil. Aber die Ausführung und dann genau diese Idee zum Leben zu erwecken – das ist das schwierige an der ganzen Sache.
Gibt es Autoren, die Sie beeinflusst haben? Und wenn ja, warum?
Lisa Jackson: Nun, meine Schwester, Nancy Bush, hat mir unglaublich bei meiner Arbeit geholfen. Eine ihrer Ideen war der Auslöser für meine Karriere und wir haben so begonnen, indem wir die Arbeiten des anderen gelesen und lektoriert haben. Wir haben sogar eine gemeinsame Serie entwickelt, die an der Küste Oregons spielt und paranormale Einflüsse hat. Die ersten Bücher dieser Serie sind Niemand wird dein Flehen hören und Wicked lies (Erscheinungsdatum USA Juni 2011). Weitere Autoren, die mich beeinflusst haben sind: Charlotte Brontë, Daphne DuMaurier, Mary Stuart, Sandra Brown und v.a. Stephen King. Er ist eine echte Inspiration, denn er versteht das Wesen des Menschen so gut und ihm gelingt es, angsteinflößende Szenarien zu erschaffen.
Sind neue Projekte in Planung?
Lisa Jackson: Im Moment arbeite ich an "Born to die" (deutsch: "Zwillingsbrut"), das ist der dritte Teil der Serie rund um die Detectives Pescoli und Alvarez. Das macht so viel Spaß. Ich liebe die beiden Protagonistinnen und die Stadt bei den Grizzly Falls erinnert mich an die Orte meiner Kindheit.
Was ist schwieriger: den ersten oder den letzten Satz eines Romans zu schreiben?
Lisa Jackson:Ach wissen Sie, beides hat so seine Tücken, ich kämpfe sowohl mit dem ersten als auch mit dem letzten Satz!

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