Das fantastische Finale der Talus-Reihe

Unwiderruflich hat der Würfel Talus die Gesetze der magischen Welt unter Edinburgh verändert. Die alten Regeln gelten nicht mehr, und das Gleichgewicht der Mächte zwischen den Zirkeln ist zerstört: Während das Artefakt den Tarot-Legern ungeahnte Kräfte verliehen hat, deren Ausmaße noch niemand wirklich kennt, haben die Element-Zirkel einen Teil ihrer Macht verloren. Um ihre Welt vor Chaos und Vernichtung zu retten, ist die Hexe Jessica auf der Suche nach uralten Runen. Währenddessen versuchen ihre Freunde herauszufinden, was der Rat der Unterwelt noch vor ihnen geheim gehalten hat. Doch manche Antworten bleiben besser verborgen …

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Liza Grimm

Liza Grimm

Liza Grimm studierte in München Germanistik und verliebte sich währenddessen in Geschichten. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Fantasy- und Science-Fiction-Lektorin, bevor sie sich als Autorin selbstständig machte. Wenn sie gerade nicht schreibt, twittert sie leidenschaftlich gerne über ihren Hund oder redet auf Twitch über Bücher. Über ihre Social-Media-Kanäle erreicht sie über 90.000 Menschen.

Leseprobe

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Die eisigen Temperaturen in der Höhle vermochten es nicht, Jessica aufzuhalten. Sie zog lediglich den mit Pelz gefütterten Umhang enger und hob das Glas mit dem magischen Feuer etwas in die Höhe. In Ballymaguire herrschte die ewige Polarnacht. Am Himmel tanzten bunte Lichtbänder. Dunkelgrün, Purpur, Indigo. Doch Jessica kümmerte sich nicht darum, starrte stattdessen mit zusammengekniffenen Augen in die Ferne, suchte nach dem spitzen Berg, den die Überlieferung beschrieben hatte. »Ein Zacken wie der Zahn eines Drachen«, flüsterte Jessica. Neben ihr stapfte Emily durch den Schnee, ebenfalls in eine dicke Jacke gehüllt, das Gesicht von einem Schal verborgen. In der blauweißen Landschaft leuchteten ihre feuerroten Haare beinahe so hell wie die Flammen in Jessicas Hand. »Wir sollten wirklich nicht hier sein«, wiederholte sie den Satz, den sie seit ihrem Aufbruch schon mehrmals geflüstert hatte. Sie befanden sich in einer der alten Höhlen, tief unter Edinburgh. Magie hatte diese Gänge zu einem Abbild der Oberfläche geformt, jede Höhle etwas Einzigartiges, Besonderes.

Ballymaguire galt als unsicher, zu löchrig war der Vorhang, jene mystische Kraft, die den Vortex und damit die Magie von ihrer Welt trennte. In diesen alten Höhlen brach die Macht zu oft hindurch, forderte ihren Tribut. »Du hättest nicht mitkommen müssen«, erklärte Jessica erneut, doch sie war insgeheim froh, dass ihre Mitbewohnerin an ihrer Seite war. Auch, wenn sie entschlossen voranging, kämpfte sie mit jedem Schritt gegen die Angst in ihrem Herzen, die sie wie ein Anker zurück in die Sicherheit zog. Emily schnaubte. »Dann hättest du mir nicht davon erzählen dürfen.« Ein kurzes Lächeln. »Ich lasse dich doch nicht allein.« Gemeinsam standen sie in dieser unendlichen Schneewüste, die Gebirgskette erhob sich vor ihnen in den farbenprächtigen Himmel. Beeindruckende Gipfel, die tanzende Polarlichter küssten. Am Fuß der Berge duckten sich kleine Hütten in den Schnee. Kalt und verlassen lagen sie da. Vergessene Zeugen einer vergangenen Zeit, in der hier noch Hexen gelebt hatten. Jessica wusste, dass dies bereits einige Hundert Jahre her war, und Eisklauen schlossen sich um ihr Herz. Alles war vergänglich, selbst die einst größten Errungenschaften der Hexengemeinde. »Das müsste er sein.« Jessica deutete auf einen der Gipfel, der deutlich spitzer als die anderen war und zudem leicht gekrümmt. Es wirkte, als würde er die Polarlichter erdolchen wollen.

»Sieht gut aus«, stimmte Emily zu und setzte sich wieder in Bewegung. Jessica folgte ihr, stapfte durch den hohen Schnee. Sie fragte sich, ob die hastig gekritzelte Anmerkung, die sie in einem halb zerfallenen Runenlehrbuch gefunden hatte, wirklich zu gebrauchen war. Eigentlich war das Risiko, das sie eingingen, viel zu groß, wenn sie bedachte, wie unsicher ihr einziger Anhaltspunkt war. Aber die Vorstellung, heute wahrhaftig in das magische Herz einer Höhle einzudringen, ließ ihre Schritte zielsicherer werden. Sie wusste nicht, wie dieses Herz aussah. Dieses Wissen war für die Hexenwelt vor vielen Jahren aus ungeklärten Gründen verloren gegangen. Mittlerweile glaubte Jessica eher, dass der Rat ihnen die Wahrheit absichtlich verheimlichte. Durch den Vorfall mit Talus und Lus Tod war ihr klar geworden, wie perfide der Rat die ganze Unterwelt beeinflusste. Deshalb hatte sie beschlossen, auf eigene Faust nach dem verlorenen Wissen zu suchen, obwohl der Rat dies ausdrücklich verboten hatte. Sie würde ihrem Zirkel zurückholen, was ihm zustand. Gemeinsam erreichten sie das verlassene Dorf. Aus der Nähe sah es deutlich heruntergekommener aus. Die Fensterläden hingen schief in den Angeln, der Wind pfiff durch Löcher in den Wänden. Bei einem Haus war die Tür herausgerissen, und gähnende Schwärze starrte Jessica entgegen. Sie trat auf die Schwelle, lehnte sich nach vorne und hielt die Laterne etwas höher. Das Licht kämpfte sich durch die Finsternis, beleuchtete einen Tisch, Stühle, Geschirr. Emily trat neben Jessica und runzelte die Stirn. »Sieht so aus, als wären sie übereilt aufgebrochen.« »Die Bewohner der Höhle wurden von einem Orkan überrascht«, erklärte Jessica. »Die Hexen mussten während des Schneetreibens evakuiert werden. Es gab zweiundvierzig Tote.«

»Nur ein Orkan?«, hakte Emily nach, und Jessica schüttelte so abrupt den Kopf, dass ihre Runenohrringe klimperten. »Unwahrscheinlich.« Sie setzte sich wieder in Bewegung, machte sich daran, den Berg zu erklimmen. »Aber die Aufzeichnungen verraten uns nicht, was im Sturm lauerte.« »Weil die evakuierten Hexen es nicht wussten?« »Oder weil es niemand erfahren sollte«, vermutete Jessica. »Dementsprechend vorsichtig sollten wir sein. Was auch immer damals die Evakuierung erzwang, könnte noch hier sein.« »So etwas habe ich mir schon gedacht.« Emily wirkte nicht wirklich besorgt. Sie zog eine Flasche aus ihrem kleinen Rucksack und reichte sie Jessica. »Was ist das? Drachenabwehrmittel?« Es sollte ein Scherz sein, aber die Vorstellung, dass hier ein Drache lauerte, ließ die Frage ohne Lachen verhallen. »Etwas gegen die Kälte.« Emily zog die Jacke enger. »Je höher wir kommen, desto mehr friere ich. Du nicht?« »Doch«, stimmte Jessica zu und nahm einen Schluck. Der Tee war nicht mehr warm, aber das magische Chili, das Emily auf ihrer Fensterbank gezüchtet hatte, funktionierte auch ohne Hitze. Sofort begannen Jessicas Zehen zu kribbeln, und sie spürte ihre Nasenspitze wieder. Sie gab Emily die Flasche zurück. »Danke.« Emily lächelte und nahm dann ebenfalls einen Schluck. Als sie vorausging, holte Jessica unter ihrer Jacke eine Kette mit schwarzem Onyx hervor. Der Stein fühlte sich kalt auf ihrer Haut an, obwohl er sie wärmen sollte. Allein Emilys Chili verdankte sie es, dass sie nicht komplett verfroren den Rückzug antrat. Jessica fragte sich, ob die Notizen fehlerhaft gewesen waren. Mit einem Seufzen steckte sie die Kette zurück und setzte sich wieder in Bewegung.

Schweigsam liefen sie den Pfad entlang und warfen dabei immer wieder Blicke zu dem Gipfel, den sie erklimmen wollten. Der Weg führte zwischen kahlen, toten Bäumen hindurch. Die abgestorbenen Stämme leuchteten dank der Polarlichter seltsam grün. Das Dorf hinter ihnen wurde immer kleiner, bis sie eine Bergkuppe umrundeten und es komplett außer Sicht geriet. Irgendwie bereitete Jessica das Sorgen. Dieses Dorf war ihr visueller Anker gewesen, seit sie die Höhle betreten hatten. Nun war es der Drachenzahn-Berg, um den die Lichter tanzten. Je höher sie stiegen, desto kälter wurde es, und auch die Erschöpfung hielt langsam Einzug. Wann immer Jessica den Kopf hob, schien der Gipfel nicht näher gekommen zu sein. »Können wir ihn überhaupt erreichen?« Emily blieb stehen und hielt sich die behandschuhten Hände vor den Mund, hauchte hinein, um ihr Gesicht zu wärmen. »Es könnte ein Zauber sein.« »Davon stand nichts in den Notizen«, erwiderte Jessica und war sich dabei genau bewusst, dass das keine Rolle spielte. Solch eine Schutzmaßnahme würde nicht in einem Buch stehen, da sie sonst nahezu zwecklos wäre.

»Wir sollten gehen und mit einem Gegenzauber wiederkommen.« Mit einer ausladenden Bewegung deutete Emily auf den Drachenzahn-Berg. »Einfach weiterzulaufen bringt uns ausnahmsweise nicht voran.« »Aber …« Jessica fiel kein Gegenargument ein. Ihre Schultern sackten ein Stück nach unten. Sie dachte erneut an die nutzlose Kette auf ihrer Haut. Bei diesem Ausflug war sie alles andere als eine Hilfe gewesen. »In Ordnung.« »Hey«, flüsterte Emily und trat auf sie zu, legte ihr eine Hand auf den Oberarm. »Es war einen Versuch wert, und das nächste Mal werden wir näher herankommen.« Das nächste Mal. Morgen würde Jessica direkt in die Bibliothek gehen und weitere Nachforschungen anstellen, das nahm sie sich fest vor. Emily fuhr fort: »Selbst wenn sich uns dann ein neues Hindernis in den Weg stellt, werden wir eine Lösung finden. So lange, bis wir das Ziel erreichen. Okay?« Obwohl Jessica sich nicht danach fühlte, nickte sie. Es war ein gutes Gefühl, Emily an ihrer Seite zu haben.

Buch Mockup Liza Grimm: Talus - Die Runen der Macht

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Liza Grimm im Interview

Wie bist du auf die Idee für "Talus" gekommen?

Bei einem Schottland-Urlaub besuchte ich die Vaults in Edinburgh und hatte dort eine Touristenführerin, die sichtlich Spaß daran hatte, der Gruppe Angst einzujagen. Unwillkürlich musste ich daran denken, wie so jemand reagieren würde, wenn sie einem echten Geist gegenüberstehen würde - und Erins Geschichte war geboren

Welchem Hexenzirkel würdest du am liebsten angehören?

Als großer "Avatar - The Last Airbender"-Fan lautet meine Antwort hier ganz klar: dem Luftzirkel. Sie haben zwar intern einige Herausforderungen zu lösen, aber die Aussicht, Luft bändigen zu können, ist zu verlockend.

Wie kam es dazu, dass jetzt ein dritter Teil erscheint?

Talus zu schreiben hat mir enorm viel Freude bereitet und es fiel mir schwer, mich aus der Welt zu lösen. Auch nach dem Beenden des dritten Teiles denke ich noch häufiger darüber nach, welche anderen Geschichten erzählt werden können. Umso glücklicher war ich, als ich eine davon erzählen durfte.

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