Willkommen zurück an der Fletcher University

Tagsüber Studentin, nachts Tänzerin - Band 3 der dramatischen Fletcher-University-Reihe von Tami Fischer. Ab 01. Oktober 2020 als Buch und ab 01. September als eBook!

Lenny James führt zwei Leben. Am Tag studiert sie an der Fletcher University – abends ist sie als Tänzerin »Daisy« - der Star eines Nachtklubs. Damit ihr Doppelleben nicht auffliegt, hält Lenny Menschen von sich fern – ganz besonderes Creed Parker, in den sie sich gegen ihren Willen verliebt hat. Dummerweise verliebt Creed sich ausgerechnet in die geheimnisvolle »Daisy« und versucht alles, um mehr über sie zu erfahren. Während Creed – ohne es zu ahnen – Lenny hinter ihrer Maske immer näher kommt, bahnt sich eine Katastrophe an, die Lennys Leben zerstören könnte …

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Leseprobe

Hiding Hurricanes

Prolog

Daisy 

Ich lehnte mich gegen die kühle, gläserne Bar. Mein Blick glitt suchend durch den vollen Club. Die schwarze Maske aus Spitze saß weich auf meinem Gesicht, verdeckte meine Augen und meine Wangenknochen, und meine blonde Perücke fiel in Wellen bis unterhalb meiner Brüste. Das heutige Kostüm war gewagt. Roter Samt, rote seidene Handschuhe und falsche Diamanten.
Ein Mann sprach mich an, doch ich würgte das Gespräch bereits nach wenigen Minuten ab. Für die Gäste im Club war es ungewöhnlich, mich hier im Barbereich anzutreffen, da ich mich normalerweise sofort auf die Bühne begab, Privatshows veranstaltete oder an einer der Stangen tanzte. Doch seit ein paar Wochen hatte ich eine neue Lieblingsbeschäftigung, und dieser konnte ich nur hier nachgehen:
Ich beobachtete meinen Stammkunden – den treuesten von allen.
Ehrlich gesagt, war ich mir gar nicht sicher, ob ich ihn wirklich als meinen Kunden bezeichnen konnte, denn er hatte noch nie mit mir  gesprochen, geschweige denn mich gebucht oder mir Trinkgeld gegeben. Er war mir noch nie näher als fünf Meter gekommen – denn ich ließ es nicht zu. Und dennoch kam er immer wieder, fast jeden Abend, um mich tanzen zu sehen. Als ich ihn hier zum ersten Mal gesehen hatte, war ich aus allen Wolken gefallen. Seine Freunde hatten ihn mitgeschleppt – meinetwegen. Weil sie meine Show sehen wollten und ihm so lange von mir erzählt hatten, bis er sich selbst von mir überzeugen wollte – von Daisy, der bekanntesten Tänzerin der Stadt. Und das wollte schon etwas heißen, denn der Club war vielleicht schick und luxuriös, aber immer noch ein Stripclub; viel nackte Haut, Mädchen an Stangen, Lapdances, Drinks.
Seit jenem ersten Abend schien er wie verzaubert zu sein. Nicht nur von mir, sondern auch vom Dolly House. Es musste ein Zauber sein, denn tagsüber, wenn ich nicht Daisy war, hätte er mich nie so angesehen wie hier. Jede Nacht war sein durchdringender Blick quer durch den Club erfüllt von Faszination, Neugierde – und Verlangen. Ich war süchtig geworden nach diesen Momenten. Diesen energiegeladenen Augenblicken, in denen sich die Welt nur auf ihn und mich reduzierte. Und jedes Mal, wenn sie vorüber waren, floh ich vor ihm, wie Cinderella, die pünktlich um Mitternacht zurück zu ihrer Kutsche eilen musste – nur dass ich nicht Cinderella war, sondern, … na ja, eine Stripperin.
Danach war ich jedes Mal so von Sehnsucht nach ihm erfüllt, dass ich kaum atmen konnte, und diese Nachwirkung hielt stundenlang
an, wie eine Droge.
Das hier war unser Geheimnis. Und das musste unter allen Umständen auch so bleiben, auch wenn ich immer wieder versucht war, zu ihm zu gehen, mit ihm zu sprechen und ihn zu berühren. Alles, was ich mir in den letzten Jahren so mühevoll aufgebaut hatte, würde zusammenbrechen, denn er würde mich sofort entlarven, sollte er mein Gesicht genauer betrachten. Trotz der schwarzen Maske. Meine
schillernde, aufregende geheime Welt, meine Zuflucht – Daisy –, all das würde in Flammen aufgehen. Und nichts würde übrig bleiben bis
auf kalte Asche.
Deshalb drehte ich mich auf meinen Stilettos um und verschwand in der Menschenmenge, als sich Creed Parker auf der anderen Seite des Raumes von der Wand abstieß, um sich einen Weg zu mir zu bahnen.

 

Lenny

Ella stieß einen so lauten Jubelschrei aus, dass ich zusammenzuckte. Summer folgte ihrem Beispiel, was mich erneut zusammenfahren ließ, ehe sie abklatschten und beide von der riesigen Picknickdecke aufsprangen, auf welcher der Rest unserer Truppe saß. Sie lachten und führten einen Siegestanz auf.
Bei dem Anblick verzog sich mein Mund zu einem Lächeln und ich verdrehte die Augen. Es war immer wieder das gleiche, bei jeder Runde.
Ich lehnte an der Steinwand von King House, einem der Wohnheime auf dem Campus der Fletcher University, und beobachtete das rege Treiben meiner Freunde aus sicherer Entfernung. Barbecues waren auf dem Campusgelände nicht gestattet, weshalb wir uns für ein Picknick entschieden hatten. Es war schon das vierte Kartenspiel, das sie spielten, und die Sonne stand noch immer am Himmel, wenn auch nicht sonderlich weit oben.
Eine Brise wehte durch die majestätischen alten Bäume, und Insekten zirpten im knorrigen Geäst. Der Luftzug war mehr mit heißer Föhnluft vergleichbar als mit einer wirklichen Brise. Es war so heiß, dass es sogar hier im Schatten kaum auszuhalten war. Laut Wetterbericht war in unserem Bundesstaat der heißeste Sommer seit sieben Jahren ausgebrochen. Man musste nur einen Schritt vor die Tür machen und hatte sofort das Bedürfnis, kalt zu duschen. Meine schwarze Kleidung wurde mir diesen Sommer so was von zum Verhängnis – und dabei hatte ich mich bereits dazu durchgerungen, meine dicken, übergroßen Pullover gegen T-Shirts auszutauschen. Nur die schwarzen Jeans oder Anzughosen waren immer noch dieselben. Jetzt war mir aber so heiß, dass ich am liebsten nackt gewesen wäre. Oder in einer Eistruhe. Oder nackt in einer Eistruhe.
Ich seufzte schwer und trank einen großen Schluck von meinem Bier. Plötzlich hörte ich Savannah spitz aufschreien.
Ich sah nur noch, wie Mitchell grinsend die Wasserflasche senkte, deren Inhalt er soeben über ihren Rücken geschüttet hatte.
»Du bist so ein Blödmann!«, rief sie, rappelte sich in ihrem pinken Sommerkleid auf, welches nun einen dunklen Fleck am Rücken aufwies,
und verpasste ihrem Bruder einige Schläge gegen den Arm. Im Normalfall hätte er ihre Hiebe wohl kaum gespürt, weil Savannahs Fäuste höchstens so gefährlich waren wie ein Babykaninchen im Halbschlaf, aber selbst von meinem Standpunkt aus konnte ich sehen, dass Mitchell an den Armen, am Hals und im sommersprossigen Gesicht krebsrot war. Deshalb krümmte er sich zusammen und stieß einen schmerzerfüllten Laut aus.
Savannah schnappte vor Schreck nach Luft. »Oh, Gott, tut mir leid! Tut mir leid!«
»Das hast du verdient, Hollister«, bemerkte Carla, ohne aufzublicken. Der Satz bescherte meiner Mitbewohnerin von Mitchell einen empörten Blick, aber das schien sie nicht zu kümmern – oder sie sah es schlichtweg nicht. Mit ihrer großen Sonnenbrille auf den Augen lag Carla im Gras neben der Picknickdecke und rührte sich nicht einen Zentimeter, während sie ihrem Lieblingslied von Luis Fonsi lauschte. »Du hast dich selbst verflucht, indem du das Karma herausgefordert hast«, erklärte sie nur und verschränkte die Hände auf dem Bauch.
»Wieso, was hat Mitch gesagt?«, fragte Ella, die im Schneidersitz an der Bluetooth-Box herumhantierte.
»Er hat behauptet, er würde diesen Sommer keinen Sonnenbrand bekommen. Und dass er braun wird, nicht rot. Ich habe ihm sowieso nicht geglaubt.« Die Mädchen lachten, und selbst Ches und Todrick fielen mit ein.
»Hey, so läuft das nicht, Prinzessin!«, rief Mitchell, noch immer mit gequältem Gesichtsausdruck. Er bückte sich, griff in eine der Kühltaschen und holte eine weitere Wasserflasche hervor. »Als meine Freundin sollst du mir den Rücken stärken und nicht draufschlagen, sobald ich einen Sonnenbrand habe.«
»Ay, das war nicht ich, sondern deine Schwester. Außerdem ist Schlagen nicht mein Stil.«
»Stimmt, du bist eher der hinterlistige Typ.« Mitchell grinste. Dann drehte er die Wasserflasche über Carla um.
Ich verdrehte die Augen, als Carla einen noch spitzeren Schrei als Savannah zuvor ausstieß und sich hektisch die Sonnenbrille vom Gesicht
riss. Ihre Beine und der gesamte Rock waren durchnässt, und Mitchell schüttete den Rest aus der Flasche auf ihren Füßen aus, ehe sie fluchte und sich aufrappelte. »Das kostet dich deinen Kopf!«
Eine Wasserschlacht brach auf der Picknickdecke aus, vor welcher nur Summer unversehrt fliehen konnte, weil sie die Smartphones in Sicherheit brachte. Grinsend und aus sicherer Entfernung richtete sie ihr riesiges Telefon auf das Durcheinander, was die bunte Stoffkette um ihren Hals, die mit ihrem Smartphone verbunden war, gefährlich spannen ließ. Vermutlich war es von größter Wichtigkeit, einen solchen
historischen Moment in Form einer Instagram-Story oder eines TikTok-Videos festzuhalten. Bei dem Anblick machte die Stimme in meinem Kopf sehr authentische Würgegeräusche. Ich bemühte mich mittlerweile zwar sehr, Summer zu mögen, aber das hier ging zu weit. Da konnte nicht mal ich beide Augen zudrücken. Es war eine Sache, dass sie sich ständig einem gewissen Typen an den Hals warf. Ich hatte gelernt damit umzugehen und es nicht mehr zu beachten. Aber Handys, die an Ketten um den Hals lagen? Scheiße, nein. Nicht mit mir. Ich trank den Rest meines Biers in einem Zug aus. Wenn das so weiterging, würde ich noch viele Drinks benötigen. Schön, eigentlich durfte ich mich ja gar nicht beschweren. Immerhin ließ ich das hier freiwillig über mich ergehen, oder?
»Noch eins gefällig?«
Vor Schreck schnappte ich nach Luft, wobei ich mich beinahe verschluckte. Nicht, weil ich mich erschrak (gut, vielleicht ein wenig), sondern wegen der tiefen, vertrauten Stimme, welche die Frage gestellt hatte. Hastig wischte ich mir mit dem Handrücken über den Mund und räusperte mich.
»Klar«, erwiderte ich wie aus der Pistole geschossen, was meine Stimme seltsam hoch klingen ließ. Ich straffte die Schultern. Mein Nacken kribbelte heiß, was nichts mit dem Wetter zu tun hatte, und mein Magen knotete sich nicht einfach nur zusammen, sondern drehte aufgeregte Pirouetten. Er war wieder da. Und ganz offensichtlich hatte er, wie versprochen, noch ein Sixpack Bier besorgt.
Creed lehnte sich neben mich an die Steinwand des Wohnhauses und füllte meinen roten Becher, so wie seinen eigenen, auf dessen geriffelter
Oberfläche bereits Kondenswasser glitzerte. Mit einem Räuspern sah ich ihm dabei zu und versuchte, möglichst gelassen zu wirken.
»Cheers«, sagte er und zwinkerte mir auf seine typisch unbekümmerte Art und Weise zu.
»Cheers«, wiederholte ich mit einem schiefen Lächeln und prostete ihm zu.

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Autorin Tami Fischer

Influencerin - Autorin - Bloggerin

Hallo, ich bin Tami Fischer, gelernte Buchhändlerin und Buchbloggerin auf Instagram und YouTube! Ich freue mich, dass ihr den Weg zu meinen Büchern gefunden habt und wünsche euch viel Spaß beim Lesen von Hiding Hurricanes.

Mehr über Tami Fischer

Fletcher University-Reihe

Was bisher geschah

Die Protagonisten aus
Burning Bridges


Das ist Ella Johns - Sie studiert an der Fletcher University Literatur, und hat seit ihrer Kindheit zwei beste Freundinnen namens Summer und Savannah. Mit denen geht sie durch Dick und Dünn, auch wenn sie alle drei von Grund auf verschieden sind. Ella war zwei Jahre mit Jason, dem Quarterback der Fletcher University, zusammen, bis er ihr jedoch den Laufpass gab und dabei ihr Herz brach ...

Ches kommt nicht aus Fletcher und hat Schwierigkeiten damit, Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen. Auch Ella versucht er auf Abstand zu halten, denn er verbirgt ein Geheimnis und will sie nicht in Gefahr bringen. Doch da hat er die Rechnung ohne Ella gemacht!

Ella & Ches von Burning Bridges

Die Protagonisten aus
Sinking Ships


Carla ist Studentin und lebt zusammen mit ihren Brüdern (Oskar und Mateo) und Lenny (einer Familienfreundin) in einer winzigen Wohnung in Fletcher. Ihr Vater sitzt in einem kolumbianischen Gefängnis und ihre Mutter ertrank vor ihren Augen, als sie noch ein kleines Mädchen war, weshalb sie panische Angst vor Wasser hat. Ihre Brüder und ihre Tante Alma sind alles an Familie, was Carla noch hat, und sie würde alles tun, um sie zu beschützen. Obwohl Carla immer versucht hat, alleine klarzukommen, kann sie sich doch ein Leben ohne ihre Freundinnen Savannah, Ella und Summer nicht vorstellen. Nur auf Savannahs Bruder Mitchell könnte sie getrost verzichten ...

Mitchell ist ein riesiger Marvel-Fan. Im Poolhaus seiner Eltern hat er (besonders während der Highschool-Zeit) sehr viele Filmabende veranstaltet. Auch wenn er es niemals zugeben würde, er ist ein ziemlicher Überflieger: gute Noten, bester Schwimmer des Colleges, ein Sportstipendium, viele Freunde und einige Verehrerinnen. Egal was man über Mitchell Moore sagen kann, eines ist sicher: er ist ein absoluter Good Guy und könnte nicht einmal einer Fliege etwas zuleide tun! Vermutlich könnte er der glücklichste Mensch der Welt sein, wenn da nur nicht seine heimliche (und sehr unverhoffte) Schwärmerei für Carla wäre.

Carla & Mitchell aus Sinking Ships

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