Verlagsgruppe Droemer Knaur

So liest man heute.

Weiße Nächte, weites Land

9783426511084
jetzt bestellen Jetzt bestellen
Taschenbuch, 01.07.2013, 560 S.
ISBN: 978-3-426-51108-4
Diese Ausgabe ist lieferbar
9,99

Roman

Deutschland im 18. Jahrhundert. Die beiden Schwestern Christina und Eleonora könnten unterschiedlicher nicht sein. Christina ist temperamentvoll und stets auf ihren Vorteil bedacht – ganz anders als die zurückhaltende junge Witwe Eleonora. Beide folgen dem Ruf der Zarin Katharina, in Russland ein neues Leben zu beginnen. Doch die Wirklichkeit erweist sich als sehr viel rauher und grausamer, als es sich beide in ihren Träumen ausgemalt haben.

Ausgezeichnet mit dem silbernen HOMER in der Kategorie "Biographie/historisches Ereignis"!

Leselounge

Autoren von historischen Romanen für Preise nominiert

Der Autor

Martina Sahler

Portrait von Martina Sahler

Martina Sahler, 1963 in Leverkusen geboren, studierte Germanistik und Anglistik in Köln. Sie arbeitete lange Zeit als feste und freie Lektorin für...

zum Autor Bücher von Martina Sahler

Lesetipps

Sie haben dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Eine faszinierende Erzählung!

Eine faszinierende Erzählung über eine Gruppe von Kolonisten, die auf Einladung der Zarin Katharina II. ihre hessische
Heimat verließen und sich in Saratow im Wolga-Gebiet als Bauern niedergelassen hatten. Martina Sahler bestückte ihren exzellent recherchierten Roman über diese Russendeutschen mit einigen historischen Persönlichkeiten und sehr lebendigen, vielschichtigen Charakteren. Kombiniert mit einem flüssigen, Interesse weckenden Schreibstil wurde mir diese Lektüre über die Auswanderer aus Waidbach im Jahr 1766 zu einem Leseerlebnis der besonderen Art. Das Buch wurde in 43 Kapitel eingeteilt und durch eine Landkarte sowie einer Übersicht über die handelnden Personen bereichert. Sehr empfehlenswert!
LEXI, 11.08.2013

Weiße Nächte , Weites Land

Diese Buch besitzt einen Zauber dem einem Gefangen nimmt.
Bildstark und einfühlsam , erzählt sie über Russland und das Leben am Zarenhof.

Ein Buch das lange nachklingt
Arietta, 05.08.2013

Weiße Nächte , weites Land



Edeltraud Lenz, 05.08.2013

"Nur starke Menschen bekommen schwere Wege."

Im kleinen Dorf Waidbach herrscht Unzufriedenheit. Das Überleben ist kaum möglich und der Kampf ums tägliche Essen
wird durch die Folgen des siebenjährigen Krieges immer schwieriger. Auch die Schwestern Christina, Eleonora und Klara Weber kämpfen nach dem Tod der Mutter. Doch dann kommt ein Werber ins Dorf und bringt ihnen Kunde von der Zarin Katharina. Alles soll besser sein in Russland.

Die Weber-Geschwister überlegen nicht lange und brechen mehr oder weniger erwartungsfroh auf. Aber sie sind nicht alleine. Viele aus dem Dorf folgen ebenfalls dem Ruf der deutschen Zarin nach Russland mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Doch schon bei der Ankunft in Russland stellen die Dorfbewohner fest, dass ihnen viel versprochen, aber wenig gehalten wurde. Und so stellen sie sich erneut dem Kampf ums bittere Überleben, diesmal jedoch in der russischen Steppe.

Die Autorin entführt den Leser in die Steppe Russlands. Was zunächst in einem kleinen Ort in Deutschland beginnt, entwickelt sich schon sehr bald zu einem historischen Auswandererroman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Zwar sind die handelnden Personen frei erfunden, jedoch gab es Auswanderungen nach Russland als Folge des siebenjährigen Krieges in Deutschland.
Der Klappentext nimmt vor allem Bezug auf die beiden älteren Weber-Schwestern. Jedoch umfasst das Buch nicht nur ihre, sondern auch die Geschichte aller Dorfbewohner von Waidbach, die zusammen mit den Schwestern ausgewandert sind.

Die Autorin hat sehr gut und intensiv recherchiert, was man dem Buch anmerkt. Ein Blick auf ihre Website bestätigt dieses Gefühl. Die Schauplätze, die Umgebung, das Leben der Siedler - alles wurde sehr detailliert und farbig beschrieben. Man sah die trostlose Steppe Russlands direkt vor sich und konnte problemlos eintauchen in eine fremde, harte Welt.

Die Figuren sind so unterschiedlich, wie aus dem Leben gegriffen. Die Autorin schafft es, jeder Figur einen eigenen Charakter zu geben und diesen dem Leser plastisch zu vermitteln. Sei es die alkoholkranke Marliese, die sich in den Alkohol vor ihrem Mann geflüchtet hat, ihre zwielichtige Tochter Helmine, die von Narben im Gesicht entstellte Anja, der schwachsinne Alfons oder die junge Mutter Veronica. Ihnen allen haucht Martina Sahler Leben ein und lässt den Leser im Laufe des Buches Teil der Dorfgemeinschaft werden.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der 1765 n. Chr. spielt. Zunächst noch geheimnisvoll, wird ein Nicolaj vorgestellt. Danach geht es direkt nach Deutschland in das Dorf Waidbach. Die Geschichte ist in drei Bücher unterteilt:
Buch 1: Aufbruch
Buch 2: Der Weg
Buch 3: Weites Land

Die Geschichte erstreckt sich von den Jahren 1765 bis 1797 über 43 Kapitel. Im Epilog erfährt der Leser, wie es mit den Siedlern bis 1797 weitergegangen ist.

Die Neugierde des Lesers wird gleich im Epilog geweckt, der Spannungsbogen setzt zu dem Zeitpunkt an, wo die Dorfbewohner beschließen, nach Russland zu gehen. Ab da nimmt er immer mehr zu, bis er dann rund 100 Seiten vor Schluss langsam anfängt abzubauen. Die Autorin hat der Geschichte ein ruhiges Ende gegeben und es zusätzlich durch den Epilog abgerundet. Das Ende selbst ist zwar offen, doch ist die Geschichte in sich abgeschlossen.

Die Geschichte bietet viele Überraschungen und Wendungen und ist in den Handlungen stimmig und nachvollziehbar. Auch die Probleme, mit denen die Siedler zu kämpfen und Hindernisse die sie meistern mussten, wurden glaubhaft, detailliert und überzeugend geschildert. Die Angst, die Entbehrungen, jede Emotion kann der Leser direkt nachempfinden und wird quasi Teil der Geschichte. Begibt man sich auf die Reise mit Martina Sahler, so gerät man unmerklich in einen Lesesog, der den Leser erst am Ende des Buches wieder freigibt. Aber auch Tage nach Beenden des Buches dachte ich immer mal an die Dorfbewohner und wie ihre Geschichte wohl weiter gegangen ist.

Gleich zu Beginn des Buches findet man eine Landkarte mit den wichtigsten Stationen der Siedler. Danach folgt eine Auflistung aller wichtigen Figuren inkl. ihrer Zugehörigkeit, Alter und eine kurze Beschreibung. Dies hilft dem Leser gleich zu Anfang, die einzelnen Figuren zu unterscheiden und zu sortieren zu können. Im Laufe des Buches jedoch, benötigt man die Liste nicht mehr. Mit einem ausführlichen Nachwort der Autorin endet das Buch und die Reise nach Russland.

Fazit:
Marina Sahler beschreibt lebendig, einfühlsam und mitreisend ein wichtiges Kapitel der deutsch-russischen Geschichte.
Carmen Vicari, 12.07.2013
↑ nach oben