Verlagsgruppe Droemer Knaur

So liest man heute.

Als wir unsterblich waren

9783426512067
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Klappenbroschur, Knaur TB
02.05.2014, 576 S.

ISBN: 978-3-426-51206-7
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Roman

November 1989. »Willkommen in Westberlin«, dröhnt es aus einem Lautsprecher, als die Ostberliner Studentin Alex­andra von der Menschenmenge in die Arme eines jungen Mannes gedrängt wird. Liebe auf den ersten Blick!
Berlin vor dem Ersten Weltkrieg. Die junge und mutige Paula setzt sich leidenschaftlich für Frauen- und Arbeiterrechte ein. Ihre Träume von einer neuen, gerechteren Welt teilt sie mit dem charismatischen Studentenführer Clemens, mit dem sie Seite an Seite kämpft.
Damals, als sie unsterblich waren, beginnt ihre dramatische Geschichte, die auch die Geschichte unseres Landes ist und die Jahrzehnte später Alexandras Welt für immer verändern wird.

Leselounge

Die Autorin

Charlotte Roth

Portrait von Charlotte Roth

Charlotte Roth, Jahrgang 1965, ist Berlinerin, Literaturwissenschaftlerin und seit zehn Jahren freiberuflich als Autorin tätig. Charlotte Roth hat...

zur Autorin Bücher von Charlotte Roth

Pressestimmen

"Charlotte Roth reist mit viel Gefühl durch die deutsche Geschichte. [...] Ein mitreißendes Drama über zwei starke Frauen."

Emotion, Juni 2014

"Einen so großen Einblick in die damalige Zeit zu bekommen, ist tief berührend, besonders da sich sonst nur wenige Romane dieser Thematik widmen. Sich dem Sog von Paulas und Alexandras Schicksal zu entziehen, ist kaum möglich, wenn sie einen ein Stück deutscher Geschichte intensiv miterleben lassen."

Love Letter Magazin, Mai 2014

"Die Autorin hat einen spannenden und interessanten Roman geschrieben, der den Leser in die Zeit der Weltkriege zurückführt. Durch ihren sehr guten Schreibstil lassen sich die 570 Seiten schnell lesen und am Ende hätte man dann gerne noch mehr erfahren."

Blog Buchstabenfestival, 18.05.2014

"Charlotte Roth gelingt es, deutsche Geschichte anhand der Leben zweier Frauen zu erzählen und in einen spannenden Roman zu verweben."

Wochenjournal am Sonntag, 11.05.2014

"Charlotte Roth verknüpft zwei Frauenschicksale und zwei historische Epochen zu einem klugen Roman über die Geschichte unseres Landes. Es ist zugleich ein sehr persönliches Buch geworden, da es auf der Familienbiografie der Autorin beruht - mitreißend."

Für Sie, 09.06.2014

"Wer gerne Romane aus dieser Zeit lesen möchte, mit einer spannenden, fesselnden Familiengeheimnisgeschichte und wirklich perfekt ausgeformten Charakteren, denen kann ich dieses Buch nur empfehlen. (...) das ist Geschichtsunterricht aus erster Hand - hautnah, informativ und spannend."

Lovelybooks.de, 30.05.2014

"Umwerfend intensiv, gefühlsstark und emotionell. Ein literarisches Highlight."

Buchtips.net, 24.06.2014

"Ein äußerst interessanter Roman, der die Zeitgeschichte bildhaft vor dem inneren Auge des Lesers aufleben lässt. Aber auch sprachlich hat mich dieser Roman vollkommen überzeugt. Die in ihm vorkommenden Liebesgeschichten sind frei von Kitsch, sondern einfach nur glaubhaft, lebensnah und schön beschrieben. (...) Ich hätte gern mehr solcher Romane, die so faszinierend, fesselnd und informativ sind."

Blog Karthauses Buecherwelt, 28.06.2014

"Spannende Zeitreise ins Berlin der 1920er-Jahre."

BILD München, 04.07.2014

"Damals, als wir unsterblich waren, beginnt ihre dramatische Geschichte, die auch die Geschichte unseres Landes ist und die Jahrzente später Alexandras Welt für immer verändern wird"

over-view.de, 31.08.2014

"Das Buch ist eine spannende Geschichte, die in Romanform über das Leben der Menschen in zwei ganz unterschiedlichen Epochen der deutschen Geschichte berichtet."

Sonntag Morgenmagazin, 20.07.2014

"Ein Buch, das unter die Haut geht: Ein Roman der deutschen Geschichte, der einen durch die Menschen dieser Zeit, durch die Hoffnungen und wünschte packt und Spannung aufbaut."

Allgmeine Zeitung der Lüneburger Heide, 11.10.2014

"Ein ebenso fesselnder wie nachhaltig zum Nachdenken und Nachspüren anregender Roman."

Frau und Mutter, Dezember 2014

"Fesselnd."

ahoi! Norderney, Juli 2014

Rezensionen

Charlotte Roth ist eine begnadete Erzählerin und bringt die Romanfiguren zum Leben.Sie stellt sie im Vordergrung der
Geschichte die über ein halbes Jahrhundert geht.Als die junge Frau ihren Traum zum wohl ihrer Familie zurück stellen muß und als Hilfskraft bei einer Zeitung arbeiten muß.Erfährt sie vom Attentart auf den König von Österreich .Hier lernt sie auch einen Mann kennen aus guten Haus und Sozialist. 1989 Alexandra erlebt den Mauerfall und lernt ihre große Liebe den Student Oliver kennen. Als sie in zuhause Vorstellt erkennt die Omi in sein Gesicht ein Mann den sie abtrünnig hasst. Nach und nach lichtet sich das Geheimnis und zieht den Leser in tiefen der persönlichkeit.
Patrick Pahlke, 03.10.2014



Anton Bauhofer, 07.09.2014

Charlotte Roth hat es geschafft in "Als wir unsterblich waren" eine Epoche lebendig werden zu lassen, die zwar längst
Vergangenheit ist aber noch immer nicht vergessen. Abwechselnd wird die Geschichte von Paula zur Zeit des 1. Weltkrieges und die von Alexandra zur Zeit des Mauerfalls beschrieben. Schicksalhaft sind ihre Leben miteinander Verbunden.
Die sympathischen und authentischen Charaktere ziehen den Leser tief in die Geschichte und lassen ihn in eine Zeit eintauchen die dramatischer nicht hätte sein können. Liebe, Hass und Macht prägen Paulas Zeit und hinterlassen Angst und Ungewissheit die viele Jahrzehnte später das Leben von Alexandra beeinflussen.

Auf beeindruckende Art und Weise hat Charlotte Roth mir eine Zeit nahe gebracht, von der ich immer dachte, das nötigste zu Wissen und mehr bräuchte es nicht. Ich war gefesselt von der Geschichte, deren Eckpfeiler mir zwar bekannt waren aber mit Gefühlen untermalt völlig neu erschienen.
Christina Hamacher, 27.08.2014

„Hier geht es nicht um banale Liebesgeschichten. […] Es geht um die Lage in unserem Land, und die betrifft uns alle,
egal, ob wir neunzehn oder neunzig sind.“ (S.14)

Inhalt: Berlin 1989: Alexandra lebt allein mit ihrer Oma in Berlin als sich die Grenze öffnet und Alexandras Leben eine ganz neue Richtung gibt. Sie trifft Oliver, es ist Liebe auf den ersten Blick, aber für ihre Oma gerät dadurch ihr ganzes Leben aus den Fugen – nicht zum ersten Mal. Es entspinnt sich eine Geschichte, die mit Paula im Berlin von 1912 beginnt.

Leseeindruck: Eines vorab, ich bin kein Fan von Wende-Geschichten. Diese hier ist aber anderes. Es geht vielmehr um die turbulente Geschichte einer Stadt, die sich zwischen 1912 und 1989 abgespielt hat. Politische Kämpfe, Parteigründungen, Krieg aber auch Liebe prägen das Leben von Paula und ihren Freunden. Ich habe sie alle sehr gern auf ihrem Weg begleitet. Manni, Clemens und Harry als drei Freunde, die so schnell nichts trennen kann, die aber unterschiedlicher nicht sein können. Die junge Paula, die vor Energie und Lebensfreude nur so sprüht, aber nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens steht. Der kleine Joachim, Johanna, Ilse, Klara, Kutte, Ruben oder Rieke sie alle füllen die Seiten mit Charme und echtem Leben. Man kann gut nachempfinden, wie das Leben zu Beginn des letzten Jahrhunderts in der Hauptstadt gewesen sein muss. Eine Geschichte aus der Sicht des einfachen Volkes, die ihre Träume erfüllen wollen, aber mit der großen Katastrophe ihrer Zeit zurecht kommen müssen. Das Buch lebt von seinen Typen und der bildhaften Sprache, die einen in eine andere Zeit katapultieren.
Besonders gefallen hat mir der Erzählstil. Grundsätzlich wird die Geschichte chronologisch erzählt, beginnend mit 1912. Es gibt jedoch einige Einschübe aus dem Jahr 1989, bis es wieder gekonnt in Paulas Jugend weiter geht. Dadurch werden Alexandras und Paulas Geschichte miteinander verbunden. Nach und nach erkennt der Leser welche Verbindungen die beiden haben und auch das letzte Familiengeheimnis wird gelüftet.

Lieblingsnebencharakter: Das ist diesmal nicht so einfach, denn es gibt keinen, den ich nicht mag. (Außer natürlich den Mann, der sich hinter der Abkürzung GS verbirgt). Mein Bauch hat letztendlich entschieden und sagt: Joachim. Er war 1912 noch ein Kind und wir haben miterlebt wie er älter wurde und immer ein glühender Anhänger seiner Hertha (BSC) geblieben ist. Bei ihm ging mir immer das Herz auf und ich habe wegen ihm auch ein Tränchen verdrückt.

Fazit: Ein rundum tolles Buch. Herzschmerz, Liebe, Freundschaft, Politik, Krieg und Verlust all das finden wir in dem Buch wieder, ohne dass es in Kitsch mündet. Die politischen Ereignisse sind gut recherchiert und bieten einen angemessenen Rahmen für die Handlung.
Für alle, die eine turbulente Biographie einer Frau lesen wollen, die mehr über den Geist von Berlin lernen wollen, einen histor
Kristin Ramtke, 08.06.2014

Das Buch ist sehr gut zu lesen. Es handelt von 2 Frauen, Großmutter und Enkeltochter, deren Lebensgeschichte erzählt
wird. Das Buch ist sehr interessant für alle, die sich auch für Geschichte interessieren. Mein geschichtliches Wissen hat sich durch das Lesen des Buches gebessert und ich werde mich jetzt auch noch mehr für die Zeit des Ersten Weltkrieges und der Weimarer Republik interessieren. Wenn man das Buch zu Ende gelesen hat, möchte man am liebsten noch einmal von vorne anfangen, da man jetzt die Zusammenhänge besser versteht. Alles in allem, ein sehr gut lesbares und sehr interessantes Buch.
Petra Hess, 06.06.2014

Das Buch beschreibt aus Sicht einer jungen Frau einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte, nämlich die Geschichte
einer Partei ab 1912 und lässt durch die zweite Hauptfigur Alexandra erkennen, wie sehr das Erleben zweier Weltkriege mit all dem Wahnsinn einen Menschen prägen kann und nicht nur ihn, sondern auch dessen Familie.
Sehr spannend und unterhaltsam, so das man es kaum zur Seite legen kann. Ich kann es nur empfehlen und nebenbei erfährt man noch so einiges der deutschen Geschichte.
Astrid Erkens, 03.06.2014

Inhalt:

Der eine Handlungsstrang spielt zur Maueröffnung im November 1989 in Berlin. Die Studentin Alexandra, die gemeinsam mit ihrer Großmutter in einfachen Verhältnissen in Ost-Berlin wohnt, findet sich bei der Maueröffnung in den Armen eines jungen Mannes wieder, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt.

Die zweite Geschichte spielt auch in Berlin und zwar zur Zeit des ersten Weltkriegs. Die junge Paula setzt sich in Kriegszeiten leidenschaftlich für Arbeits- und Frauenrechte ein. Sie kämpft gemeinsam mit ihren Freunden für ein friedliches Leben in einer gerechten Welt. Die Zeiten sind mehr als schwierig und die Ereignisse dramatisch.

Meine Meinung:

Schon der Buchumschlag ist sehr gut gelungen, er passt gut zum Inhalt. Die Bilder von Berlin, damals und heute unterstützen die dramatischen Ereignisse der Handlung. Der Roman hat mich sofort auf den ersten Seiten gefangenengenommen, man fühlt und leidet gleich von Beginn an mit den Protogonisten mit. Unterstützt wird dies durch die detaillierte und gut ausgearbeitete und recherchierte Handlung, die den Leser durch das Leben in Berlin damals und heute führt. Charlotte Roth schafft es, dem Leser die geschichtlichen Ereignisse in der dramatischen Handlung näherzubringen und auch zwischenmenschliche Beziehungen mit viel Feingefühl nicht zu kurz kommen zu lassen. Alles in allem ein tiefgründiger Roman, der mich nachhaltig beeindruckt hat und den ich gerne weiterempfehlen möchte.
Simone, 28.05.2014

Charlotte Roth war mir als Autorin unter anderem Pseudonym in guter Erinnerung. weshalb ich mich, als Berlinerin, für
ein Leseexemplar bewarb, obwohl ich Frauenromane nicht besonders schätze.

( Achtung Spoiler)
Im Buch wird die Lebensgeschichteder klugen und lebenstüchtigen Paula, durch die Zeit von 1912-1933 mit den Erlebnissen Ihrer Enkelin nach dem Mauerfall 1989 verwoben.
Wie immer gut geschildert sind die politischen und historischen Vorgänge vor und während der Weimarer Republik. Die Machtergreifung empfinde ich im Verhältnis als etwas zu kurz dargestellt, der Mauerfall dient lediglich als Auslöser für die Erzählung. Mich interessieren diese geschichtlichen Vorgänge, es war eine kleine Auffrischung nach dem 30 Jahre zurückliegenden Geschichtsleistungskurs. leider kränkelt die Geschcihte eine wenig vor sich hin. mein eindruck ist genau der, daß die personen erfunden wurden, um uns unsere Historie zu erzählen. Dabei bleiben die Figuren, seltsam hölzern und eindimensional. Paula ist einfach zu gut ( Nicht, daß ich nicht auch schon ähnlich tolle Menschen getroffen hätte, aber auch diese haben Ihre Schattenseiten), die liebesgeschichte ist an Kitsch nicht zu überbieten, diverse zwischenmenschliche Interaktionen erscheinen mir zu unglaubwürdig. Bzw sie werden nur behauptet, mir aber leider nicht erzählt, weil sie nur dazu dienen Übergänge zu den nächsten historischen Ereignisse, die die Personen erleben, zu schaffen, oder deren Wirkung zu unterstützen.

Bis zur Mitte dess Buches fühlte ich mich trotzdem noch ganz gut unterhalten, danach schlug Langeweile in Verärgerung um. Zu offensichtlich war der weitere Verlauf der Handlung, durch die letzten Seiten quälte ich mich nur noch.
Insgesamt blieb ich seltsam unberührt.

Das kann Charlie einfach besser, gerade das erzählen von politischen Ereignissen mit leichter Hand und glaubwürdigen Figuren ist doch Ihre Spezialität.

Für mich war das Buch also gar nix, 1 Stern von Fünfen.
wenn ich aber berücksichtige, daß ich gar nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehöre, freue ich mich, daß vielleicht durch die Lektüre dieses Buches mit Geschehnissen konfrontiert werden, über die sie vermutlich nur wenig Kenntnisse haben dann kann ich noch mit gutem Gewissen 3 Sterne geben.
Susanne, 23.05.2014

Zuerst dachte ich, dass dieses Thema (Berlin - Mauerfall) mich nicht wirklich interessieren würde, aber die
Schreibweise der Autorin ist von der ersten bis zur letzten Seite einfach toll. Die Autorin führt uns in eine Zeit, die durch Umbrüche und Gewalt gekennzeichnet war, wo aber auch Hoffnung und Liebe herrschte.
Ein Stück Zeitgeschichte in ergreifender und beeindruckender Weise dargebracht. Vom Ersten Weltkrieg mit seinen Gräueln, der schweren Zeit zwischen den beiden Weltkriegen bis zum Fall der Berliner Mauer spannt sich der Bogen. Gesehen aus der Sicht einer Gruppe junger idealistischer Leute die durch die Kriege auf grausame Weise erwachsen und geprägt wurden.

Ein Buch das zum Nachdenken anregt und den Leser nicht mehr loslässt.
Ich freue mich schon mehr von dieser Autorin lesen zu können.
Irmgard Verderber, 23.05.2014

Alexandra lernen wir am Tag des Mauerfalls kennen, Paulas Geschichte beginnt 1912. Wie diese beiden Lebensgeschichten
miteinander verknüpft sind, wird nach und nach deutlich.
Es wird aus der Sicht von Paula ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte beschrieben. Diese Frau, Ende des 19. Jahrhunderts geboren, hat zwei Weltkriege und eine spannende Zeit voller politischer und gesellschaftlicher Veränderungen erlebt. Hierbei hat sie ihre große Liebe getroffen.
Am 9. November 1989 ist es Alexandra, die sich auf den Weg macht, um den Mauerfall nicht zu verpassen. Hierbei fällt sie am Grenzübergang zufällig Oliver in die Arme und sie verlieben sich sofort ineinander.
"Als wir unsterblich waren" erzählt auf grandiose Art und Weise ein Stück deutscher Geschichte, so lebendig und einfühlsam, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen.
Es ist unsere Geschichte, emotional, sehr informativ und gleichzeitig sehr ergreifend erzählt. Ein tolles Buch, auch für junge Leser sehr empfehlenswert.
Jutta Buhleier, 21.05.2014

Dieser Roman erzählt sehr einfühlsam die Geschichte zweier Frauen, die in politisch aufgewühlten Zeiten lebten und
ihre große Liebe trafen. Es ist ein ergreifender Generationenroman, der sowohl für den Beginn der Weimarer Republik Partei ergreift als auch die Schwierigkeiten und verschieden Meinungen Gleichgesinnter darstellt und trotzdem die Alltagsnöte nicht zu kurz kommen lässt. Aber auch für diejenigen, die politisch und historisch nicht sehr interessiert sind, findet sich hier genug Spannendes und Lesenswertes! Charlotte Roth meistert die Zeitsprünge indem sie die Zeiten ihren zwei Protagonistinnen mit Ortsangaben, Hauptschauplatz Berlin, zuordnet. Sie schreibt fesselnd und benutzt die Zeitenwechsel geschickt um die Neugier des Lesers anzufeuern.
Themen sind Liebe, Kameradschaft, Politik, Engagement, Betrug, Zusammenhalt, Vergangenheitsbewältigung und Vergebung.
Absolut lesenswert!
Maria Roth, 19.05.2014

Nachdem ich anfangs über – für den dramaturgischen Verlauf nicht notwendige – Schwächen gestolpert bin (jemand
aus Karlshorst ist sicherlich nicht zur Bornholmer Str. gefahren wenn vorher ja der Tränenpalast passiert wird) hat mich das Buch doch sehr gepackt.
Die Autorin schildert die Entstehung einer deutsch-deutschen Liebe zu Zeiten des Mauerfalls um uns mit einem zweiten Erzählstrang in die Vergangenheit zu entführen, beginnend vor dem Ersten Weltkrieg bis kurz nach der Machtergreifung von 1933.
Die Geschichte ihrer Protagonistinnen Alexandra und Paula (die zu diesem Zeitpunkt tatsächlich „unsterblich“, da sehr jung sind) ist fast krimimäßig miteinander verwoben und beschreibt wie wichtig es ist in unseren Familien über die Vergangenheit zu reden. Denn die entstandenen Wunden resultieren eben nicht nur aus der mangelnden Aufarbeitung der NS-Zeit sondern basieren eben auch aus der Zeit davor.
Vor allem anhand der Figur der starken, mutigen Paula beschreibt die Autorin wie fragil die Lebensplanung der „einfachen“ Leute, vor allem die der Frauen war, dass Sozialstaat, Bildung etc., heute für uns selbstverständlich; sind eben Errungenschaften die erst ca. 100 Jahre alt sind.
Paula, Jüdin, geht trotz ihrer einfachen Herkunft, trotz der auch schon im Kaiserreich schon bestehenden Diskriminierung. Sie ist eine wissbegierige junge Frau die sehr nach Autonomie strebt. Dies gelingt ihr – wenn auch unter Opfern. Ja, sie hat sogar die Stärke die Not anderer Menschen – vor allem die der Frauen – zu erkennen und erträglicher zu machen. Sie gründet die ersten Zufluchtswohnungen.
Ihre Liebe zu Clemens, der aus der obersten Gesellschaftsschicht stammt ist problematisch – nicht nur aufgrund der Klassenunterschiede sondern auch weil Clemens egoistisch ist und der Erfüllung seiner politischen Träume eine höhere Priorität einräumt als seine Verantwortung Paula gegenüber. Er ist ein charismatischer Mensch und genießt die Bewunderung von Mitstreitern ebenso wie die von Frauen.
Trotz allem hat das Buch natürlich ein „Happy End“. Und weckt hoffentlich bei uns die Lust ein wenig auf Ahnenforschung zu gehen.
Evelyn Beyer, 18.05.2014

"Die Welt verändern." daran glaubten sie. Das sie noch Möglichkeiten haben Spuren zu hinterlassen und das politische
Geschehen zu beeinflussen. Sie schlafen wenig, sie arbeiten viel und müssen doch viele Rückschläge und Niederlagen einstecken. Für manche endet das politische Engagement tödlich, für andere kommt nur noch die Flucht in Frage.

Paula, Kutte, Manfred, Clemens, Klara, Johanna und viele mehr leben in einer wilden lauten Zeit. Es 1912 und die Freunde sind noch jung, unerfahren und sie wollen die Welt ändern.

Auf der anderen Seite steht Alex(andra). Es ist 1989 und sie erlebt gerade den Mauerfall. Mit ihrer Momi (93) lebt sie im Osten von Berlin und kann die Wende gerade nicht begreifen. Doch sie zieht mit ihrer Freundin los - zum Grenzübergang und läuft ihm in die Arme. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Sie verbringen die Tage miteinander und dann geschieht es. Momi bricht beim Anblick des jungen Mannes zusammen.

Dies ist dann der Zeitpunkt an dem sich die beiden Handlungsstränge miteinder immer mehr verknüpfen. Der Leser wechselt immer wieder zwischen den Zeiten hin und her. Jedoch kann man den Geschichten gut folgen und lange bleibt es ein Rästel, wer der junge Mann ist und warum die Momi so eine Angst vor ihm hat. Mit jeder Geschichte wird die Verbindung offensichtlicher und man versteht Momi immer mehr. Auch ihren eigenen Wandel kann man dann nachvollziehen.

Das Buch lässt den Leser in eine politisch brisante Zeit reisen. Ab 1912 bis zum zweiten Weltkrieg reicht der Rückblick der Paula Klein. Die Autorin geht sehr stark auf die politischen Vorgänge ein und man fühlt sich fast schon in diese Zeit versetzt. So manches kennt man noch aus dem Geschichtsunterricht, anderes wird durch die Geschichte deutlich und verständlicher. Wer auf eine klassische Liebesgeschichte zwischen Alex und Oliver oder Paula und Clemens hofft, wird etwas enttäuscht werden, denn der politische Wandel und die Beziehungen der Freunde stehen hier eher im Vordergrund.

Die Autorin hat einen spannenden und interessanten Roman geschrieben, der den Leser in die Zeit der Weltkriege zurückführt. Durch ihren sehr guten Schreibstil lassen sich die 570 Seiten schnell lesen und am Ende hätte man dann gern noch mehr erfahren.
Rita Fuchs, 18.05.2014

Das Buch hat viele spannende Szenen. Eine ganz große war, als Alex ihrer Großmutter ihren Freund vorstellte. Ab diesem
Zeitpunkt überlegt der Leser, wie wohl der Zusammenhang ist. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch bis fast zum Schluss. Sehr oft sind Situationen beschrieben, bei denen sich der Leser ernsthaft überlegen muss, um wen es sich handelt. Dann folgt die Aufklärung. Das Buch ist sehr zu empfehlen.
Isolde Kamptmann, 16.05.2014

Eine Spannende und bewegende Spurensuche

Die Kunststudentin Alexandra , die von ihrer geliebten Momi Großgezogen wird , da ihre Mutter sehr Jung starb. Lernt beim Mauerfall den Westdeutschen Oliver Schramm kennen. Es ist die Große Liebe auf den 1. Blick. Sie möchte ihn gerne ihrer Momi vorstellen, aber Momi erschrickt
als sie Oliver sieht und seinen Nachnamen hört. Der schock ist so groß, das
sie ins Krankenhaus muss.
Oliver und Alexandra , sind Ratlos, warum war Momi so geschockt, hat es etwas mit Olivers Familie Zutun ? Sie machen sich auf die Spurensuche, ob es ihnen gelingt, das Geheimnis zu lösen ?

Dort im , Krankenhaus im dahindämmern erinnert sie sich an die schönen und traurige
Alten Zeiten , 1912 die Tage zu Hause am Wannsee, sie als junge Paula , im Kreise ihrer Freunde und der Familie.


Die ganzen Vorgänge in der damaligen Weimarer Republik, ihre Anfänge bei der Zeitung, die Parteigründung der SPD , den Kampf der Arbeiter, der Widerstandskämpfer ,gegen den 1. Weltkrieg . Ihre ganz große liebe Clemens Kamphausen , der in der Partei hoch hinaus möchte. Den Hunger, das Elend und die große Not während des 1. Weltkriegs.
Ihre Bewunderung zu Rosa Luxenburg , Bebel, Karl Liebknecht. An die goldenen dreißiger Jahre. Der Kampf gegen die Nazis an Clemens Seite, die Unterstützung misshandelnder Frauen , ihr Frauenhaus , ihre Träume und Pläne. Wie sie mit Harry einem Juden , aus Deutschland nach England flieht.
Aber auch an GS , (Georg Schramm )  ein übler Mensch , ein Nazi durch und durch der es auf sie abgesehen hat. Nur Clemens flieht nicht mit .
Ob Alexandra und Oliver am Ende die ganze Wahrheit noch von Momi erfahren und es ihnen gelingt das Familiengeheimnis zu lüften .......


Der Autorin Charlotte Roth ist ein Roman gelungen , der einem mitreißt. Die Geschichte ist lebendig erzählt. Ihre Sprache ist klar , kraftvoll und flüssig.
Wundervoll erzählt sie die Geschichte zweier Generationen. Geschickt hat sie die Geschichte vom Mauerfall 1989 in Berlin , bis in die Vergangenheit von 1912 der Entstehung der Parteien , SPD und USPD, den Kampf der Arbeiterparteien verwebt. Das grauen im 1. Weltkrieg , der Alptraum der Soldaten in den Schützengräben in Frankreich.Den Hunger, die Not der Menschen. Die dreißiger Jahre , der Umbruch Deutschlands, Arbeitslosigkeit,
die Naziherrschaft. Hat sie die Deschichte , in den Dunkeln und gut gehüteten Familiengeheimnissen , von Alexandra und Olivers Familie verknüpft.
Hier ist Geschichte Lebendig gemacht .......

Ein Buch dem man von der 1. Seite bis zur letzten Seite seine ganze Aufmerksamkeit schenkt .

Einmal Angefangen zu Lesen , zieht das Buch eimen in den Bann
Arietta, 15.05.2014

Kurz nach Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989 lernt die junge Alexandra aus Ostberlin einen jungen Mann aus dem
westlichen Teil der Stadt kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch als Alexandra ihrer Familie, die einzig und allein aus ihrer Großmutter Paula besteht, ihren Freund vorstellt, erleidet die betagte Frau einen Schock, bricht zusammen und muss ins Krankenhaus.
Wie es zu diesem Zusammenbruch der sonst noch rüstig erscheinenden Dame kommen konnte, ist meiner Meinung nach die eigentliche Geschichte des ca. 575-seitigen Buches, die sich für den Leser und nach und nach, in gesonderten Handlungssträngen, auch für Alexandra und ihren Freund entwirrt. Betrachtet werden vor allem Paulas Jugendjahre und die ihrer Familie, Freunde und Bekannten in Berlin um den Ersten Weltkrieg herum. Eingebettet und ganz nah an den politischen Ereignissen der Zeit ab ca. 1915 findet und verteidigt Paula ihre große Liebe. Ihre Jugend und die Liebe geben ihr die Kraft die Welt um sich herum verbessern zu wollen, Missstände zu beseitigen oder zumindest erträglicher zu machen, den Ersten Weltkrieg zu überstehen und aus den Trümmern Neues aufzubauen. Im Alltag der „goldenen Zwanziger“ mit den enormen Herausforderungen in der Politik ebenso, wie mit den eigenen hohen Ansprüchen, alles richtig zu machen, verlieren Paula und ihr Liebster immer mehr die gemeinsame Basis und steuern, genau wie die Welt als Ganzes auf die unvermeidliche, noch größere Katastrophe zu. Ab dieser entscheidenden Wende in Paulas Leben ist nichts mehr wie zuvor und außer der kurzen Auflösung offen gebliebener Fragen zu bekannten Personen sowie den groben Verstrickungen der Familien von Alexandra und ihres Freundes erfährt man über ihr Leben ab ca. 1933 nicht mehr viel.
Das Buch liest sich für mich sehr flüssig und erhält einen gewissen Spannungsbogen bis zum Ende der Geschichte. Die Autorin, selbst Berlinerin, verbindet die beiden Handlungsstränge der Vergangenheit und Gegenwart auf sehr angenehme Weise und gibt ein umfassendes Bild über die politisch-historischen Ereignisse im Berlin jener Jahre. Die Geschichte und die Personenkonstellationen sind von Anfang bis Ende gut strukturiert und durchdacht. An einigen Stellen wirkt es anhand der Fülle an Informationen, die in die Story eingebracht wurden, jedoch ein wenig überladen. Z.B. passt der Besuch im Eldorado meiner Meinung nach zwar gut in die Erzählung, aber nicht wirklich zu Paulas Lebensstil und -phase. Nach meinem Empfinden ist die Erwähnung und Bedeutung von Personen, wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg auch etwas widersprüchlich. Sie haben „kein Gesicht“, werden aber auch nicht gänzlich aus der Distanz wahrgenommen. Auch die Figur der Alexandra wirkt auf mich im Gegensatz zu den meisten anderen, insbesondere natürlich der Paula eher farb- und kraftlos; und ihre Alpträume und Ängste kann ich in Bezug auf die Geschichte, ihre eigene, nicht wirklich nachvollziehen.
Alles in
Iris Knips, 14.05.2014

Ich habe dieses Buch in einem Satz an Wochenende gelesen. Es berührt mich zutiefst. Die Autorin hat Vergangenheit und
Zukunft gekonnt miteinander verwoben. Alle Charaktere sind echt und lebendig dargestellt. Über den ersten Weltkrieg, zum Beginn des 2. Weltkrieges, im Hier und Jetzt der Fall der Mauer. Über Menschen die sich lieben, die Liebe erkennen, wieder zueinander finden, sich trennen und sterben. Es ist ein wunderbares Werk. Man muss es lesen um es zu fühlen. Ich bin begeistert. Auch oder trotzdem, dass ich Tränen beim Lesen vergossen habe. Man fühlt mit der Hauptdarstellerin, oder ist es eine Nebendarstellerin und die Enkelin die Hauptdarstellerin? Das ergibt sich und jeder liest wohl hier zu seiner ganz eigenen Heldin. Vielen Dank, dass ich dieses wunderbare Buch lesen durfte. Es eröffnete mir auch geschichtlich einen ersten Einblick in die Zeit zwischen 1900 und 1989. Die ich nun weiter verfolgen werde und nach wirklichen Erfahrungsberichten Ausschau halten werde.
Manuela Donath, 13.05.2014

Lesetipps

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Einerseits fand ich es interessant, die Lücken in meinem Geschichtswissen zu füllen. Andererseits waren mir
manche Passagen aber zu langatmig und zu ausführlich. Auch die, meist nur kurzen, Einblendungen in die Geschehnisse im November und Dezember 1989, hemmten ein wenig den Lesefluss und brachten einen immer wieder aus der eigentlichen Geschichte raus.
Insgesammt aber sehr gut zu lesen.
jala68, 29.01.2016

Einerseits fand ich es interessant, die Lücken in meinem Geschichtswissen zu füllen. Andererseits waren mir
manche Passagen aber zu langatmig und zu ausführlich. Auch die, meist nur kurzen, Einblendungen in die Geschehnisse im November und Dezember 1989, hemmten ein wenig den Lesefluss und brachten einen immer wieder aus der eigentlichen Geschichte raus.
Insgesammt aber sehr gut zu lesen.
jala68, 29.01.2016

Ein großartiger und eindringlicher Roman, der bei mir Spuren hinterlassen hat.
Im Mittelpunkt steht deutsche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts - die Zeit der Wende 1989 und vor allem die Jahre 1912 bis 1933. Das Bindeglied ist die engagierte und leidenschaftliche Paula - ihre persönliche Geschichte ist sehr beeindruckend und regt zum Nachdenken an. Ein Lesegenuss und ein Lesemuss!
Jana68, 28.12.2015

Charlotte Roth lässt mit ihrem Roman Deutschlands Geschichte auf sehr einfühlsame Weise lebendig werden. Zwei
überaus spannende Epochen sind miteinander verknüpft und das auf eine so geschickte Weise wie selten zuvor. Ein wirklich lesenswertes Buch.
CK, 12.10.2015

Alex und Meike erleben den Mauerfall hautnah. Als sie losfahren um daran Teil zu haben, lernt Alex Oliver kennen und ist
gleich verliebt.

Szenen aus alten Zeiten, erlebt von Teenagern, die nur darauf hofften, das die Grenze endlich wegfallen würde und dann ihr Leben endlich richtig beginnen würde….
kassandra10, 04.10.2015

Es gibt diese Zeit, da gehört dir die Welt.
"Schalten Sie um aufs Erste! Sie bekommen doch West-Fernsehen hier, oder? Da passiert ein ganz großes Ding - die Mauer ist offen. Die lassen uns rüber. Wir müssen dahin!" Als ihre Freundin Meike mit diesen Worten durch die Wohnung stürmt, weiß Alexandra Liebermann noch nicht, dass nicht nur ihr Vaterland sondern auch ihr Lebensschicksal eine komplette Wende erfahren wird. Die junge Völkerkundestudentin teilt mit ihrer Großmutter, die sie liebevoll Momi nennt, eine kleine Wohnung im Osten von Berlin und fühlt sich sicher in einem Dasein, das ihr vertraut und voraussehbar scheint. Aber dieser 9. November 1989, der die Welt verändert, der Emotionen von ungeahnter Intensität auslöst, zieht sie mit, spült ihre heimliche Angst vor plötzlicher, unbekannter Veränderung davon und lässt sie über die ehemalige Grenze hinweg auf Oliver Schramm treffen, den jungen West-Studenten, der Geschichte studiert und dessen eigene Vergangenheit viel mehr Berührungspunkte mit Alexandra hat als sie zu ahnen vermag.

Aber Momi kennt die Verbindung zu der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, zu dem charismatischen Studentenführer Clemens Kamphausen und der jungen Frauenrechtlerin Paula Thomas, die, eingebunden in einen treuen Freundeskreis, mit ihrer Liebe und einer Kraft, die unsterblich zu machen schien, gemeinsam für eine bessere Welt kämpften. Nur Momi birgt tief im Innern noch das Wissen um die leuchtenden Stunden dieser Vergangenheit, aber auch um das Dunkle, Verdorbene, Böse und um die Schuld aus jener Zeit, die erneut zur Bedrohung zu werden scheint. Kommt beendet Geglaubtes jetzt zurück, hatte ein schicksalsbelastetes Stück Leben hierfür nicht ausgereicht?

Charlotte Roth hat hier einen großen Abschnitt deutscher Zeitgeschichte meisterhaft recherchiert und als Grundlage für diesen eindrucksvollen Roman genommen. Der Bogen spannt sich vom Ende der Monarchie über den ersten Weltkrieg hinweg bis hin zur folgenschwersten Inthronisation , die je stattgefunden hat, als Reichspräsident Paul von Hindenburg Hitler zum Reichskanzler macht, und die Machtbefugnisse der braunen Rotten damit so manifestiert, dass die hoffnungslos gespaltenen Arbeiterparteien ihnen als hilflos geschwächter Gegner keinen Widerstand entgegen zu setzen vermochten.

Lebensnahe, wunderbar charakterisierte Protagonisten, deren Schicksal der Leser voll Spannung, Anteilnahme und Bewunderung verfolgt, sind das wahrhafte Gerüst dieses herausragenden Buches. Das breite Spektrum ihrer menschlichen Verhaltensweisen, ihre so leicht nachvollziehbaren Reaktionen, Gefühle und Neigungen sind bunt und vielfältig, mit schriftstellerischer Lust und Eindringlichkeit gezeichnet.
Diesem Buch kann sich der Leser nicht entziehen, es erreicht ihn auf mannigfaltige Art - wenn es nicht das fesselnde Zeitgeschehen ist, das ihn gefangen nimmt, so sind es die Menschen, die diese Zeit unsterblich und
Brilli, 15.09.2015

Ich habe von der Autorin schon "Als wir unsterblich waren" gelesen und war sehr gespannt auf ihr neues Buch. Das Buch
hat mich nicht enttäuscht.Charlotte Roth beschreibt ihre Charaktere gut, baut Spannung auf und schafft es meine Gedanken abzuholen und mit in das Buch zu nehmen. Man merkt, dass der Hintergrund sehr gut recherchiert ist. Das Erzählmittel zwei Zeiteben miteinander im Buch zu verweben wurde ja bereits in "Als der Himmel uns gehörte" angewendet ... der einzige Nachteil dabei ist, dass man immer ein bisschen enttäuscht ist, wenn man wieder aus dem einen Erzählstrang rausgeholt wird und in den anderen abtaucht. Man ist doch gerade so schön drin ... Das Thema Frauensport und Olympische Spiele in zwei unterschiedlichen Epochen zu erzählen ist spannend, weil dadurch auch sehr schön deutlich wird, wie sich die Zeiten verändert haben und mit ihnen der Sport.
Fenster, 01.07.2015

Das Cover passt sehr gut zu dem Roman. Innen sind Bilder aus Berlin 1915 und 1989.
Der Roman fängt 1989 mit dem Mauerfall an. Er ist in die Gegenwart und Vergangenheit angelegt.
Einmal geht es um Alex, sie lebt mit ihrer 93jährigen Momi im Osten Berlins.
Alex fährt mit ihrer Freundin in den Westen und fällt Oliver wortwörtlich in die Arme. Sie verlieben sich und als Alex ihrer Großmutter Oliver vorstellen will, reagiert die panisch.
Jetzt möchte Alex wissen, was in der Vergangenheit geschehen ist.
Dann werden wir in die Vorkriegszeit des 1. Weltkrieges katapultiert. Paula und die Freunde ihres Bruders Manfred treffen sich im Strandbad und Paula verliebt sich in Clemens und Harry verliebt sich in Paula.
Die Studenten treffen sich im Strandbad und debatieren über die Partei und sind politisch sehr aktiv. Sie kämpfen für die Genossen, sie wollen bessere Arbeit und Leben der Arbeiter.
Die Autorin bringt mir die Zeit sehr nah, ich bin mittendrin. Man erfährt von den Zweifeln der uns zu Freunden gewordenen Personen . Auch die Nebenfiguren sind mir lieb geworden, besonders der Kaffeebudenbesitzer Kuttel. Sie hat ihre Protagonisten mit ihren Höhen und Tiefen, Stärken und Schwächen beschrieben.
Die Weimarer Zeit kennt man sonst nur aus dem Geschichtsunterricht, in diesem Roman erleben wir sie mit. So geht es bis zum 2. Weltkrieg.
Paula überlebt und landet mit ihrer Tochter in Ostberlin.
Der Roman ist eine wunderbar geschriebene Familiengeschichte, in die ich eintauchen konnte.
Der Autorin ist es gelungen, ein Stück Geschichte lebendig einzufangen.
Egni, 02.06.2015

Berlin, November 1989. Der Tag des Mauerfalls. Die Junge Studentin Alexandra lässt sich von ihrer Freundin Maike mit
zur Grenze ziehen, um diesen Tag des Umbruchs, diesen Tag, der in die Geschichte einging, hautnah zu erleben. Doch sie werden getrennt und sie geht unter in der Menschenmasse. Dort trifft sie auf einen jungen Mann aus Westberlin und beide wissen, sie gehören zusammen.

Berlin, kurz vor dem ersten Weltkrieg. Paula ist zu Beginn 16 Jahre, mutig und setzt sich schon früh für Frauen- und Arbeiterrechte ein. Die Träume von einer neuen, gerechten Welt teil sie mit dem beliebten und charismatischen Studentenführer Clemens, mit dem sie Seite an Seite kämpft und den sie unsterblich liebt.
Meinung

Schreibstil

Die Geschichte wird durch Charlotte Roth in zwei Zeitsträngen erzählt. Berlin im Jahre 1989 und Berlin in den 1910er bis 1930er Jahren. Zeiten des Aufruhrs und Umbruchs. Die Stränge sind mit vielen Details und einer klaren und kraftvollen Sprache, die einen mitten ins Geschehen fallen lässt, verbunden. Besonders gut haben mir die Zitate vor jedem neuen Zeitabschnitt und die Verbindungen von damals zu 1989 gefallen. Denn jeder letzte Satz aus Paulas Zeit ist zugleich der erste Satz in Alexandras Zeit.

Geschichte und Charaktere

„Es war der 9. November 1989, einer jener Tage, von denen es später hieß, sie seine in die Geschichte eingegangen. Für die ganze Welt wurde es der Tag, an dem die Berliner Mauer fiel, und danach war nichts mehr wie vorher. Für Alex blieb es der Tag, an dem sie Oliver traf, doch auch für sie war danach nichts mehr wie vorher, kein Stein auf dem anderen und keine Wand mehr intakt.“ (S. 20)

Die Geschichte beginnt am Tag des Mauerfalls. Alexandra hat keine Eltern und lebt bei ihrer Momi. Von ihr hat Alex eine alte, unerklärlich Angst vor Menschen, Veränderung und Menschenmassen geerbt und lebt ihr Leben kaum. Doch am Tag des Mauerfalls überredet ihre Freundin Maike sieh, die Geschichte hautnah mitzuerleben und sie machen sich auf zur Grenze. Schnell werden sie in den Massen getrennt und Alex gerät in Panik, bis Oliver, ein junger Mann aus Westberlin, ihr zur Hilfe kommt. Sie verlieben sich sofort und verbringen ein paar wundervolle Wochen voller Glück zusammen.

Dann nimmt Alex Oliver mit zu ihrer Momi. Als sie ihn sieht und dann noch seinen Namen, Oliver Schramm hört, gerät sie in einen Schockzustand. Sie kann nur noch stottern und schreien „Nein, nicht Schramm, nicht Schramm“ und erleidet vor Schreck einen Herzinfarkt.

Von nun an versucht Alex herauszufinden, warum Oliver sie so erschreckt hat und wer dieser Schramm eigentlich war und vor allem, wer ihre Momi war. Ihre Momi, die eigentliche Paula heißt, kann das Leben nicht loslassen, bevor sie nicht mit etwas Schlimmen aus ihrer Vergangenheit abschließt und schließlich erzählt sie Alex ihre Geschichte.
Lovely Mix, 29.05.2015

Wie bereits im Roman "als wir unsterblich waren" erzählt Charlotte Roth die Geschichte einer Enkelin und deren diesmal
ist es nicht die Großmutter sondern die Urgroßmutter Albertine auf zwei Zeitebenen. Die wesentlichen Elemente aus der Zeit der Großmutter spielen vor den Olympischen Spielen 1932, dann vor und während der Spiele 1936 bis zum Ende des 2. Weltkriegs. Die Zweite Handlungsebene rund um die Enkelin Jennifer startet in der Vorbereitungszeit zu den Olympischen Spielen 2012. Jennifer will als Läuferin an den Start, steht sich aber während den Läufen vor Publikum selbst im Weg und scheint ihre Möglichkeiten in den britischen Kader aufgenommen zu werden verspielt zu haben. Da folgt sie dem Drängen ihres quasi neuen Trainers sich mit ihrer Urgroßmutter in Verbindung zu setzen, die ihr vielleicht helfen kann. So erfährt Jenny erstmals Details aus deren Leben.
Zur Geschichte der Urgroßmutter möchte ich nicht allzuviel verraten. Albertine scheint oft altklug und mischt sich nicht nur in das Leben ihrer Zwillingsschwester ein, ohne die Folgen abschätzen zu können, sondern sie will auch ihren späteren Mann retten und beschützen, ohne sich mit seiner Person richtig auseinandergesetzt zu haben. Aber es gelingt ihr, sich aus der Vereinahmung durch die Propaganda zu retten und ihrem Leben eine andere Richtung zu geben.
Auch wenn die beiden Frauen Olympia verbindet, hätte Albertines Leben wunderbar allein stehen können. Die Bezüge zur Gegeneart erschienen mir in Teilen allzu erzwungen. Trotzdem lesenswert.
Mellie, 06.05.2015

Dies ist ein Buch, welches mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Carlotte Roth schafft es ein Teil der deutschen
Geschichte wieder lebendig werden zu lassen. Die authentische Charaktere geben dem Leser ein Gefühl, welche schwere Zeiten Deutschland durch gemacht hat.
Die parallele Erzählstrucktur wird geschickt eingesetzt und macht in Verbindung mit dem Schreibstil das gewisse Extra des Buches aus.
Am Ende des Buches war es schwer sich von den Charakteren trennen zu müssen, da ich ihr Leben noch gerne länger begleitet hätte.
"Als wir unsterblich waren" ist ein Buch, welches mich sehr berührt hat und ich deshalb anderen sehr empfehlen kann. Ich freue mich jetzt schon Ihren neuen Roman zu lesen!
LeseLenchen, 06.05.2015

"Als wir unsterblich waren" - Ein Roman, der den Leser packt, ihn mitnimmt in eine andere Welt, und ihn so schnell nicht
wieder freigibt.
Die Geschichte von Paula und Clemens, deren Leben noch bis in den Tod miteinander verbunden sind, entführt den Leser in die Welt des Ersten Weltkrieges und in die Zeit danach, in der die Protagonisten verzweifelt versuchen, für eine Republik zu kämpfen, die letztlich doch zum Scheitern verurteilt ist.
Alexandra trifft in der Nacht des Mauerfalls auf Oliver, die beiden verlieben sich auf den ersten Blick. Alexandra, die als Paulas Enkelin vor allem deren Ängste geerbt hat, blüht auf. Doch die neue Blüte versenkt schnell, als Alex ihrer Momi, wie sie Paula liebevoll nennt, Oliver vorstellen will. Paula erkennt Oliver als jemanden, der er nicht ist und der er doch ist. Nun ist es Alex Aufgabe, "das Gerümpel, das von Paulas Leben noch übrig ist", zu ordnen und so ihre Großmutter am Ende vielleicht doch mit ihrem Leben auszusöhnen. Vor allen Dingen erhält die junge Frau dadurch Antworten, auf die sie ihr Leben lang gewartet hat.
Der Roman ist ein akribisch recherchierter historischer Roman, in dem die Schrecken des Ersten Weltkrieges für den Leser sehr real lebendig werden und in dem aus den Trümmern, die er hinterlässt, vor den Augen des Lesers die erste deutsche Republik entsteht. Die Protagonisten sind alle Angehörige der Arbeiterbewegung, die sich aufgrund der auseinanderdivergierenden Interessen spaltet in die SPD und die KPD - obwohl das Augenmerk auf der Arbeiterbewegung liegt, gelingt es der Autorin, bei ihren Schilderungen nicht wertend zu sein.
Vor diesem gewaltigen Hintergrund lieben sich Paula und Clemens: leidenschaftlich, hoffnungsvoll und hoffnungslos, verbittert, gierig, entfesselt, sehnsüchtig, zärtlich... Die beiden Protagonisten sind so echt und lebensnah, dass es bisweilen weh tut, die nächste Seite aufzuschlagen und weiterzulesen. Zu groß sind die Sympathien für sie beide, die deshalb so heldenhaft erscheinen, weil sie Menschen mit Fehlern sind wie jeder andere auch.
Dass das Leben andere Pläne mit den beiden hat, ahnt der Leser schon lange, aber es tröstet, dass Paula ihr Versprechen hält, und noch mit 90 Jahren weiß, wie ihr Clemens ausgesehen hat.
Und auch die Freunde und Gegenspieler von Paula und Clemens sind so authentisch, dass man sie alle in sein großes Leserherz schließt. Jeder kämpft seinen eigenen Kampf "in dieser seltsamen, wilden, überbordenden Zeit". Dass nicht jeder seinen eigenen Kampf für sich entscheiden kann, schmerzt und stimmt den Leser nachdenklich und traurig. Aber gerade das macht diesen Roman so einzigartig, schön und bei all der historischen Kulisse in seiner Thematik trotzdem zeitlos. Wir alle sind Menschen. Und wir alle begehen Fehler - bei der Gründung einer Republik ebenso wie in der Liebe. Nicht die Fehler sind das Fatale, sondern der eigene Stolz, diese Fehler wieder gut zu machen. Der Rom
Johanna, 19.02.2015

Wir schreiben das Jahr 1989, Alexandra lebt mit ihrer Großmutter, die sie Momi nennt, in Ostberlin. Ihre Freundin Meike
mag die Oma nicht, Meike meint, Alex würde von der Großmutter im Hause festgehalten und komme nicht zum Leben. Und als am 09. November die Mauer fällt, reißt Meike Alexandra einfach mit sich, um Geschichte zu erleben und die neue Zeit mit eigenen Augen zu sehen. Am Grenzübergang werden die beiden Freundinnen getrennt. Alexandra, die sich in der Menge schon mehr als unwohl fühlt, kommt beinahe zu Fall. Glücklicherweise kann ein junger Mann sie festhalten und als sie ihm ins Gesicht blickt, beginnt sie zu leben. Einige Tage lang bleibt sie im Westen und ihre Großmutter sorgt sich sehr. Doch Alex will ihr Glück genießen und nach ein paar Tagen will sie Oliver ihrer Momi vorstellen. Momis Reaktion ist allerdings sehr unerwartet, als sie Oliver sieht, bekommt sie einen Herzinfarkt.

Aufwühlende Zeiten, so kann man wohl die Wendezeit für die Generation derer nennen, die sie bewusst miterleben durften. Und aufwühlend war wohl auch der Beginn des letzten Jahrhunderts. Große Umwälzungen standen bevor. Arbeiter, die sich endlich gegen die schlechten Arbeitsbedingungen wehrten, der Niedergang der Monarchie, der erste Weltkrieg. Einschneidende Entwicklungen für die Jugend von damals. Vor dem Hintergrund einer großen Liebe erzählt, entwickelt sich ein Zeitgemälde, dass den Leser die damaligen Entwicklungen miterleben lässt. Die Leichtigkeit des Sommers, schnell überschattet von den politischen Ereignissen. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich, die schließlich so extrem werden, dass einfach die Zeit gekommen ist, eine Änderung herbei zu führen. Wie einen die Geschichte lehrt, sind Fortentwicklungen manchmal notwendig, doch leider gehen sie häufig mit Gewalt einher. Betrachtet man die Geschichte aus der Rückschau, kann man häufig anmerken und fragen, warum haben sie damals nicht einfach dies und das gemacht, dann hätte man jenes und welches leicht verhindern können. Durch dieses Buch jedoch fühlt man sich mitten im Geschehen und bekommt einen kleinen Einblick in die vielschichtigen Gedankengänge, die schließlich irgendwelche Folgen hatten, und man versteht besser, dass manche Dinge nicht zu verhindern waren.

Die Verknüpfung der beiden Zeitalter durch die Begegnung zwischen Großeltern und Enkeln ist sehr gelungen. Eine spannende Epoche wird fesselnd dargestellt, wobei in einigen Momenten das Persönliche etwas kurz kommt, in anderen wiederum das Historische. Dennoch weiß die Autorin ihre Leser zu packen und ihnen einen Teil der deutschen Geschichte nahe zu bringen.
wal.li, 20.12.2014

Nach der Beschreibung auf dem Buchrücken hatte ich nicht so die rechte Lust, dieses Buch zu lesen, da mich die Frauen-
und Arbeiterrechtsbewegung nach dem 1. Weltkrieg nicht so sehr interessiert. Aber nun hatte ich das Buch geschenkt bekommen und begann zu lesen. Und nach den ersten Seiten ließ mich das Buch nicht mehr los, ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen.

Die Geschichte springt zwischen den Zeiten nach dem 1. Weltkrieg um die Geschehnisse um Paula, Clemenz und ihren Freunden und Familien und nach der Maueröffnung mit den Hauptpersonen Alex und Oliver und ihren Familien hin und her. Bis kurz vor dem Ende des Buches wird kein oder fast kein Bezug zwischen den Zeiten hergestellt, obwohl man sich die ganze Zeit fragt, was in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg passiert ist - warum Alex’ Oma so extrem auf deren neue Bekanntschaft reagiert...

Hier gibt es in jeder Zeit eine Liebesgeschichte. Die Zeit nach dem 1. Weltkrieg wird recht ausführlich beschrieben, ebenfalls viele geschichtlichen Hintergründe zur Gründung der SPD und die Abspaltung und Gründung der KPD. Es ist alles im Zusammenhang mit Paula und ihren Freunden beschrieben, so dass man das persönliche Schicksal sehr gut nachvollziehen kann und man damit auch näher mitfühlt.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen.
Volly, 11.12.2014

„Und über uns im schönen Sommerhimmel war eine Wolke, die ich lange sah. Sie war sehr weiß und ungeheuer oben, und
als ich aufsah, war sie nimmer da.“
Bertold Brecht, „Erinnerungen an die Marie A.“
Die schüchterne und zurückhaltende Alexandra lebt allein mit ihrer 93-jährigen Großmutter Momi in Ostberlin, als am 9. November 1989 die Mauer fällt. Mit ihrer Freundin Meike macht sie sich nach dieser Nachricht auf, um die offene Grenze auszuprobieren und verliert in dem Menschengetümmel zwar Meike, trifft aber auf Oliver. Zwischen den beiden ist ein Erkennen, eine tiefe Verbindung – die Liebe auf den ersten Blick. Meike bleibt für einige Tage bei Oliver am Leopoldplatz im Wedding, die beiden lernen sich immer mehr kennen und wollen sich gar nicht trennen. Als Oliver sie zu ihrer Großmutter nach Hause begleitet, um diese kennenzulernen, erschrickt Momi bei seinem Anblick und seinem Namen zu Tode, bricht zusammen und liegt kurz darauf auf der Intensivstation. Alexandra ist völlig am Boden zerstört und will Oliver nicht wiedersehen, zu groß ist die Angst, Momi zu verlieren, denn sie ist ihre einzige Familie, von der sie so gut wie nichts weiß. Bei Nachforschungen in Momis Schlafzimmer entdeckt sie eine alte Kiste mit Fotos und Zeitungsausschnitten. Als ihre Großmutter wieder bei Bewusstsein ist, drängt Alexandra sie, ihr von der Vergangenheit zu erzählen, denn sie möchte mehr über ihre Familie wissen und vor allem herausfinden, warum Momi so ablehnend Oliver gegenüber ist. Dann beginnt Momi Stück für Stück, ihrer Enkelin von ihrem Leben zu erzählen:
Es ist einer der letzten schönen Tage im Strandbad Wannsee im August 1912…
„Als wir unsterblich waren“ von Charlotte (Lyne) Roth erzählt zum einen die Rahmenhandlung von Alexandra in der Gegenwart des Jahres 1989 und zum anderen die Hauptgeschichte von Paula und Clemens von August 1912 bis Januar 1933. Der Leser wird sowohl in Deutschlands jüngste Vergangenheit entführt, aber das Hauptaugenmerk richtet sich auf die Zeit der Weimarer Republik, in denen Paula, Clemens, Manfred, Harry, Kutte und ihre Freunde aufwachsen und sich gegen die Ausbeutung der Arbeiter und die Misshandlung von Frauen durch ihre Ehemänner auflehnen und sich politisch engagieren. Man erfährt von knappen Lebensmitteln, vielen Entbehrungen, den täglichen Kampf ums Überleben mit sehr wenig Geld, dem Ausbruch des ersten Weltkriegs und die politischen Hintergründe, die bald zum Aufstreben der NSDAP führten. Aber auch den einfachen schönen Dingen wie einem Tag im Strandbad mit einem Picknick oder der engen Freundschaft untereinander wird Platz eingeräumt. Charlotte Roth schafft es mit ihrem außergewöhnlichen Talent, Geschichten zu erzählen, und einem wunderbaren Schreibstil auf sehr eindrucksvolle Weise, den Leser in die Vergangenheit zu entführen. Man hat das Gefühl, Teil von Paulas Freundeskreis zu sein und sie bei ihrem täglichen Leben zu begleiten. Auc
S. Kaldich, 19.10.2014

Die Geschichte beginnt im November 1989. Alex lernt in der Nacht des Mauerfalls Oliver kennen, sie verlieben sich auf
den ersten Blick und verbringen glückliche Tage miteinander. Dann will Alex ihrer Momma Paula, die sie großgezogen hat, ihre große Liebe vorstellen. Bei dessen Anblick erleidet die alte Dame eine Herzattacke. Alex will heraus finden warum, und beginnt nachzuforschen. Und da beginnt die Geschichte von Paula. Die ihre jungen Jahre vor und während des ersten Weltkriegs erlebt hat. Eine starke, kämpferische Frau für Frauen und Gerechtigkeit. An ihrer Seite ihre große Liebe Clemens. Man durchlebt mit Ihnen die schweren Zeiten während und nach dem Krieg und die wenigen schönen Momente, die sie miteinander haben. Und so langsam erschließt sich, warum sie beim Anblick von Oliver zusammen bricht. Das Buch ist toll geschrieben, es fesselt einen von der ersten Seite an. Und man denkt, genau solche Geschichten können sich ereignet haben, in diesen schweren Zeiten. Eines meiner besten Bücher dieses Jahres.
Tamaru, 02.10.2014

Die Kunstudentin Alexandra , die von ihrer geliebten Momi Großgezogen wird , da ihre Mutter sehr Jung starb. Lernt beim
Mauerfall den Westdeutschen Oliver Schramm kennen. Es ist die Große Liebe auf den 1. Blick. Sie möchte ihn gerne ihrer Momi vorstellen, aber Momi erschrickt
als sie Oliver sieht und seinen Nachnamen hört. Der schock ist so groß, das
sie ins Krankenhaus muss.
Oliver und Alexandra , sind Ratlos, warum war Momi so geschockt, hat es etwas mit Olivers Familie zutun ? Sie machen sich auf die Spurensuche, ob es ihnen gelingt, das Geheimnis zulösen ?

Dort im Krankenhaus im dahindämmern erinnert sie sich an die schönen und traurige
Alten Zeiten , 1912 die Tage zu Hause am Wannsee, sie als junge Paula im Kreise ihrer Freunde und der Familie.


Die ganzen Vorgänge in der damaligen Weimarer Republik, ihre Anfänge bei der Zeitung, die Parteigründung der SPD , den Kampf der Arbeiter, der Wiederstandskämpfer ,gegen den 1. Weltkrieg . Ihre ganz große liebe Clemens Kamphausen , der in der Partei hoch hinaus möchte. Den Hunger, das Elend und die große Not während des 1. Weltkriegs.
Ihre Bewunderung zu Rosa Luxenburg , Bebel, Karl Liebknecht. An die gold dreißiger Jahre. Der Kampf gegen die Nazis an Clemens Seite, die Unterstützung mißhandelnder Frauen , ihr Frauenhaus , ihre Träume und Pläne. Wie sie mit Harry einem Juden , aus Deutschland nach England flieht.
Aber auch an GS , (Georg Schramm ) ein übler Mensch , ein Nazi durch und durch der es auf sie abgesehen hat. Nur Clemens flieht nicht mit .
Ob Alexandra und Oliver am Ende die ganze Wahrheit noch von Momi erfahren und es ihnen gelingt das Familiengeheimniss zu lüften .......


Der Autorin Charlotte Roth ist ein Roman gelungen , der einem mitreißt. Die Geschichte ist lebendig erzählt. Ihre Sprache ist klar , kraftvoll und flüssig.
Wundervoll erzählt sie die Geschichte zweier Generationen. Geschickt hat sie die Geschichte vom Mauerfall 1989 in Berlin , bis in die Vergangenheit von 1912 der Entstehung der Parteien , SPD und USPD, den Kampf der Arbeiterparteien verwebt. Das grauen im 1. Weltkrieg , der Alptraum der Soldaten in den Schützengräben in Frankreich.Den Hunger, die Not der Menschen. Die dreißiger Jahre , der Umbruch Deutschlands, Arbeitslosikeit,
die Naziherrschaft. Hat sie in den dunkelen und gut gehüteten Familiengeheimnisen , von Alexandra und Olivers Famile verknüpft.
Geschichte lebendig gemacht.

Ein Buch dem man von der 1. Seite bis zur letzten Seite seine ganze Aufmerksamkeit schenkt .
Arietta, 05.09.2014

Charlotte Roth verwebt in ihrem Buch das Ende der DDR mit dem Beginn des ersten Weltkrieges. Sie zeichnet ein Bild von
starken Frauen, die sich trotz der weltbewegenden Ereignisse um sie herum nicht unterkriegen lassen. Dabei übertreibt die Autorin aber nicht und bleibt authentisch. Ein wahrer Lesegenuss!
Denise, 03.09.2014

Zeitgeschichte realistisch und packend ge- und beschrieben. Die Geschichte um 1912 bis hin zur Zeit um den Mauerfall
wurde schön in eine Story verpackt und als Roman, kann hier die damalige Zeit nachvollzogen werden. Schön und spannend geschrieben und durchaus lesenswert.
vöglein, 27.08.2014

Charlotte Roth entführt uns hier nach Berlin wo wir einerseits Paulas Geschichte kennenlernen die wir ab 1912 verfolgen
die aber mit der Geschichte von Alexandra an einem bedeutungsvollen Tag der Zeitgeschichte Deutschlands verknüpft ist.
77 Jahre trägt Momi Geheimnisse herum die durch einen tragischen Zufall erst an Bedeutung gewinnen.
Schön wird hier in 2 verschiedenen Handlungsträngen die Geschichte zweier Menschen verwoben und dabei wichtige Ereignisse der deutschen Entwicklungsgeschichte seit 1912 mit einbezogen.
Schade finde ich das in diesem Buch einiges an Politik gemacht wird was natürlich im Verlauf unserer deutschen Geschichte wichtig ist und durch den tollen Schreibstil sich auch für politikuninteressierte erschliesst.
Es ist auch eine tolle Liebesgeschichte und hat sehr charismatische Protagonisten.
Ich empfehle diesem Roman geschichtsinteressierten Lesern da sich ein schöner Faden durch unsere leider auch grausame deutsch Geschichte ist.
Ich finde das Cover sehr schön das im Einband zwei tolle Berlin Bilder zeigt im Wandel der Zeit.
Von mir gibt es 4 Sterne.
Anita Schröder, 24.08.2014

Selten hat mich ein Roman so in den Bann gezogen. Hier wird die deutsche Geschichte eindrucksvoll, aber auch gut lesbar
geschildert. Ich möchte jetzt nicht mehr vom Inhalt schreiben, dass haben andere schon getan, aber ich möchte warnen. Wer die ersten drei Seiten gelesen kann nicht mehr aufhören. Meine Empfehlung Telefon, Klingel abstellen, etwas schönes zu trinken auf den Tisch stellen und dann nur noch lesen, lesen bis zum Schluss. Schade, dieses Buch hat man viel zu schnell durchgelesen. Eine Bitte an die Autorin: weiter solche grandiosen Bücher zu schreiben. Vielleicht auch mal etwas über die 50 und 60 Jahre, da gibt es nicht viel.
Marion Violett-Puder, 21.07.2014

„Als wir unsterblich waren“ verbindet zwei wichtige historische Ereignisse Deutschlands, den 9. November 1918 an dem
die Republik ausgerufen wurde und den Mauerfall am 9.November 1989. Ich fand es sehr spannend und bewegend die Geschichte des Ersten Weltkriegs in diesem Roman mitzuerleben. Das Buch hat mir sehr gut gefallen.
Antje Zimmerer, 20.07.2014

Schon, als ich das erste Kapitel von Alex als Leseprobe erhalten habe, wusste ich, das Buch willst du lesen. Auch, wenn
dieses Kapitel mit dem Mauerfall begann und sozusagen das Ende der DDR einläutete (einer geschichtlichen Epoche, der ich leider absolut nichts abgewinnen kann), so hat mich der eingängige, fließende Schreibstil von Charlotte Roth sofort in die Geschichte hineingezogen. Dem Cover nach konnte ich mir schon denken, dass es um weitaus mehr geht, als das Ende der DDR und ich wurde mit einer Geschichte belohnt, die mich absolut ansprach, allein vom geschichtlichen Hintergrund. Das Charlotte Roth die Entstehung und Entwicklung der SPD mit einfließen lassen hat, war zusätzlich nochmal interessant. Ich dachte mir nur, wenn die Partei so geblieben wäre, wie sie es mit August Bebel, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Hugo Haase als führenden Größen war, nämlich eine Partei, die für das Recht der Arbeiter kämpft (und nicht, so wie heute, meiner Meinung nach, die Arbeiter verrät), dann hätte man vielleicht die Machtergreifung Hitlers verhindern können. Aber in den Verlauf der Geschichte spielen nun einmal so viele Faktoren ein, völlig unerwartete Faktoren, das man heute zu Tage schwer sagen kann, was wäre gewesen, wenn.

Auch die Geschichte zwischen Paula und Clemens fand ich sehr schön. Zwei Personen, die sich unglaublich lieben, jedoch vom Lauf der Geschichte auseinander gerissen werden, sodass zum Schluss jeder mit seinen Überzeugungen und Idealen für sich allein steht. Irgendwo sehr traurig und dennoch verständlich.

Ein wunderschöner Roman, dem es an Nichts fehlt, eine wunderbare Geschichte, die man immer wieder lesen kann. Dieses Buch kann ich nur empfehlen.
Verena Gille, 16.07.2014

Das Buch entführt uns sowohl mit Alex Geschichte in der "Gegenwart" als auch mit Paulas in der Vergangenheit mir Zeiten
der Geschichte, die man in Unterhaltungsromanen bis jetzt eher selten antrifft.
Gerade über die Zeit des ersten Weltkriegs wurde bis dato ja eher wenig geschrieben. Genau diese Zeit bringt uns Charlotte Roth so lebendig nahe, dass man meint dabei zu sein und endlich wird nicht nur das Grauen des Stellungskriegs sondern auch das alltägliche Leid der Frauen daheim deutlich gemacht.

Man lebt und leidet mit Paula und ihren Freunden hautnah mit. Und fragt sich, wie wohl die Verbindung zu den Personen im Jahr 1989 zustande kommen wird, ist dies doch lange Zeit eher unklar.

Die Geschichte von 1989 ist eher ein Rahmen um Paulas Lebensgeschichte und manchmal fiel es mir schwer mit Alex warm zu werden, weil ich diese Zeit so ganz anders empfunden habe als sie. Trotzdem fand ich es spannend zu erfahren, wie sich die Dinge aus der Vergangenheit aufgelöst haben.

Ich konnte das Buch nur schwer zur Seite legen, sind mir doch alle Protagnisten sehr ans Herz gewachsen. Das Kopfkino lief von der ersten Seite an und gerade der erste Alex-Teil hat mir Gänsehaut beschert, weil ich mich selbst noch sehr intensiv an diese Geschehnisse erinnern kann.

Das Buch ist definitiv eines meiner Jahreshighlights und ich werde es sicher noch anderen weiterempfehlen.
Brigitte Waligora, 11.07.2014

Als wir unsterblich waren … das klingt nach Jugend, nach Träumen, nach Veränderung und nach Liebe. All das habe ich
bekommen und noch so viel mehr. Es ist die Geschichte von Paula und Clemens, von der Arbeiterbewegung und dem Aufstieg der Sozialdemokraten, von der Frauenbewegung und von starken Frauen, die so viel aushalten mussten und vom Krieg, der so viel verändert hat.

Ich habe mich schon auf den ersten Seiten verliebt in die Geschichte von Paula, die Charlotte Roth auf ihre ganz eigene Art erzählt. Und diese Art zu erzählen ist es auch, die dieses Buch so besonders macht. Es gibt kaum jemanden, der so viel Atmosphäre schafft, der so schöne Sätze schreibt, die ich mir alle bewahren möchte. Charlotte Roth schreibt die Geschichte von Paula nicht einfach auf. Nein, sie lebt diese Geschichte mit Worten, so lebendig, so nah und macht mich zu einem Teil davon. Sie hat mich abgeholt und mit genommen auf die Reise in eine Zeit, die ich nur aus Erzählungen kenne und die so wichtig ist. Sie hat mich berührt, mich zum Lächeln und und zum Weinen gebracht und mich immer wieder aufgefangen. Ich habe mich so wohl gefühlt mit diesem Buch, selbst wenn ich traurige oder schreckliche Dinge gelesen habe.

Der Schreibstil von Charlotte Roth ist so besonders. Sie hat die Atmosphäre im damaligen Berlin genau so gut eingefangen wie zum Zeitpunkt des Mauerfalls. Sie hat Figuren mit Ecken und Kanten geschaffen. Nichts ist rosarot, nichts ist tiefschwarz. Ihre Figuren sind genau so facettenreich wie das, was damals und 1989 passiert ist.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und diese beiden Ebenen werden auf wunderbare Weise verbunden. Der letzte Satz wird bei jedem Zeitenwechsel zum ersten Satz. Das hat mich jedes mal aufs Neue begeistert und Charlotte Roth festigt damit immer wieder die Verbundenheit zwischen Paula und ihrer Enkelin Alexandra. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Vergangenheit, die Erlebnisse von Alexandra bieten dabei die perfekte Rahmenhandlung. Und am Ende, da läuft dann alles zusammen, was mir eine weitere heftige Gänsehaut beschert hat.

So emotional und so atmosphärisch geschrieben, ich habe mich direkt auf den ersten Seiten in dieses Buch verliebt!
Martina Meyen, 27.06.2014

Berlin im Zeitenwandel. Im Jahr 1912 gibt es für Paula nichts Schöneres als mit dem Freundeskreis am Wannsee den
Sommer zu verbringen. Die erste Liebe bleibt vorerst unerwidert und politische Unruhen lassen das süße Leben bitter werden. Politik und Kampf rücken in den Vordergrund.
Jahrzehnte später im Jahr 1989 begegnet Alexandra im Freudentaumel der Grenzöffnung Oliver. Beide wissen, dass sie ihre Liebe des Lebens gefunden haben. Noch wissen sie nicht, wie tief verwurzelt sie miteinander sind und dass noch Schatten aus der Vergangenheit zwischen ihnen stehen.

Charlotte Roth hat mit diesem Roman eine wundervolle Geschichte geschaffen, die die Vergangenheit lebendig und begreifbar werden läßt. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend. Man hat das Gefühl, hier wird eine Geschichte tief aus dem Herzen heraus erzählt. Beim Lesen entstehen Bilder, die lange nachwirken.
Je länger man liest, um so verbundener fühlt man sich mit den verschiedenen Personen. Gefühlvoll und empfindsam wird jedem Charakter Leben eingehaucht.

Trotz aller politischen Querelen, Geld- und Hungersnot, gibt es kleine wundervolle Momente. Besonders der Wannsee taucht immer wieder in der Handlung als Ruhepol und Rückhalt des Freundeskreises auf.

Hauptfigur des Romans ist Paula. Das Leben dieser starken und beeindruckenden Frau wird mit all den schönen und grausamen Details facettenreich erzählt. Es wird ihre unangreifbare Liebe zu Clemens bewegend beschrieben. Noch intensiver finde ich aber ihr politisches und soziales Engagement zu einer Zeit, in der viele Frauen nicht den Mut und die Kraft gefunden haben, sich gegen das Regime aufzulehnen.

Zwei Handlungsstränge die in den Jahren ab 1912 und 1989 beginnen, nähern sich allmählich an und zeigen, dass Vergangenes nicht vergessen sein darf und das es Dinge gibt, die unsterblich sind.

Mich hat der Roman von der ersten Seite an umfangen und mit auf eine Reise genommen, die berührender nicht sein könnte.
Gela, 27.06.2014

"Schalten Sie um aufs Erste! Sie bekommen doch West-Fernsehen hier, oder? Da passiert ein ganz großes Ding - die Mauer
ist offen. Die lassen uns rüber. Wir müssen dahin!" Als ihre Freundin Meike mit diesen Worten durch die Wohnung stürmt, weiß Alexandra Liebermann noch nicht, dass nicht nur ihr Vaterland sondern auch ihr Lebensschicksal eine komplette Wende erfahren wird. Die junge Völkerkundestudentin teilt mit ihrer Großmutter, die sie liebevoll Momi nennt, eine kleine Wohnung im Osten von Berlin und fühlt sich sicher in einem Dasein, das ihr vertraut und voraussehbar scheint. Aber dieser 9. November 1989, der die Welt verändert, der Emotionen von ungeahnter Intensität auslöst, zieht sie mit, spült ihre heimliche Angst vor plötzlicher, unbekannter Veränderung davon und lässt sie über die ehemalige Grenze hinweg auf Oliver Schramm treffen, den jungen West-Studenten, der Geschichte studiert und dessen eigene Vergangenheit viel mehr Berührungspunkte mit Alexandra hat als sie zu ahnen vermag.

Aber Momi kennt die Verbindung zu der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, zu dem charismatischen Studentenführer Clemens Kamphausen und der jungen Frauenrechtlerin Paula Thomas, die, eingebunden in einen treuen Freundeskreis, mit ihrer Liebe und einer Kraft, die unsterblich zu machen schien, gemeinsam für eine bessere Welt kämpften. Nur Momi birgt tief im Innern noch das Wissen um die leuchtenden Stunden dieser Vergangenheit, aber auch um das Dunkle, Verdorbene, Böse und um die Schuld aus jener Zeit, die erneut zur Bedrohung zu werden scheint. Kommt beendet Geglaubtes jetzt zurück, hatte ein schicksalsbelastetes Stück Leben hierfür nicht ausgereicht?

Charlotte Roth hat hier einen großen Abschnitt deutscher Zeitgeschichte meisterhaft recherchiert und als Grundlage für diesen eindrucksvollen Roman genommen. Der Bogen spannt sich vom Ende der Monarchie über den ersten Weltkrieg hinweg bis hin zur folgenschwersten Inthronisation , die je stattgefunden hat, als Reichspräsident Paul von Hindenburg Hitler zum Reichskanzler macht, und die Machtbefugnisse der braunen Rotten damit so manifestiert, dass die hoffnungslos gespaltenen Arbeiterparteien ihnen als hilflos geschwächter Gegner keinen Widerstand entgegen zu setzen vermochten.

Lebensnahe, wunderbar charakterisierte Protagonisten, deren Schicksal der Leser voll Spannung, Anteilnahme und Bewunderung verfolgt, sind das wahrhafte Gerüst dieses herausragenden Buches. Das breite Spektrum ihrer menschlichen Verhaltensweisen, ihre so leicht nachvollziehbaren Reaktionen, Gefühle und Neigungen sind bunt und vielfältig, mit schriftstellerischer Lust und Eindringlichkeit gezeichnet.

Diesem Buch kann sich der Leser nicht entziehen, es erreicht ihn auf mannigfaltige Art - wenn es nicht das fesselnde Zeitgeschehen ist, das ihn gefangen nimmt, so sind es die Menschen, die diese Zeit unsterblich und auch schuldig zu machen vermochte.
Brigitte Linke, 22.06.2014

Als wir unsterblich waren … das klingt nach Jugend, nach Träumen, nach Veränderung und nach Liebe. All das habe ich
bekommen und noch so viel mehr. Es ist die Geschichte von Paula und Clemens, von der Arbeiterbewegung und dem Aufstieg der Sozialdemokraten, von der Frauenbewegung und von starken Frauen, die so viel aushalten mussten und vom Krieg, der so viel verändert hat.

Ich habe mich schon auf den ersten Seiten verliebt in die Geschichte von Paula, die Charlotte Roth auf ihre ganz eigene Art erzählt. Und diese Art zu erzählen ist es auch, die dieses Buch so besonders macht. Es gibt kaum jemanden, der so viel Atmosphäre schafft, der so schöne Sätze schreibt, die ich mir alle bewahren möchte. Charlotte Roth schreibt die Geschichte von Paula nicht einfach auf. Nein, sie lebt diese Geschichte mit Worten, so lebendig, so nah und macht mich zu einem Teil davon. Sie hat mich abgeholt und mit genommen auf die Reise in eine Zeit, die ich nur aus Erzählungen kenne und die so wichtig ist. Sie hat mich berührt, mich zum Lächeln und und zum Weinen gebracht und mich immer wieder aufgefangen. Ich habe mich so wohl gefühlt mit diesem Buch, selbst wenn ich traurige oder schreckliche Dinge gelesen habe.

Der Schreibstil von Charlotte Roth ist so besonders. Sie hat die Atmosphäre im damaligen Berlin genau so gut eingefangen wie zum Zeitpunkt des Mauerfalls. Sie hat Figuren mit Ecken und Kanten geschaffen. Nichts ist rosarot, nichts ist tiefschwarz. Ihre Figuren sind genau so facettenreich wie das, was damals und 1989 passiert ist.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und diese beiden Ebenen werden auf wunderbare Weise verbunden. Der letzte Satz wird bei jedem Zeitenwechsel zum ersten Satz. Das hat mich jedes mal aufs Neue begeistert und Charlotte Roth festigt damit immer wieder die Verbundenheit zwischen Paula und ihrer Enkelin Alexandra. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Vergangenheit, die Erlebnisse von Alexandra bieten dabei die perfekte Rahmenhandlung. Und am Ende, da läuft dann alles zusammen, was mir eine weitere heftige Gänsehaut beschert hat.

So emotional und so atmosphärisch geschrieben, ich habe mich direkt auf den ersten Seiten in dieses Buch verliebt!
Martina Meyen, 19.06.2014

Ich habe wirklich seit langem nicht mehr so ein eindrucksvolles Buch gelesen.
Es war erster Weltkrieg in Berlin, und ich habe das Gefühl, ich war dabei.

Wenn man anfängt, dieses Buch zu lesen, denkt man an nichts Böses.
1989, die Ostberlinerin Alex wird im Begeisterungsstrudel wegen der Grenzöffnung zur BRD mitgerissen und stolpert über den Westberliner Oliver. Liebe auf den ersten Blick.
Ganz schlicht, aber eindringlich, erlebt man hier eine sehr schöne Liebesgeschichte in einer Zeit des Umbruchs in Deutschland. Ohne große Erklärungen erfährt man, wie es zu der Wende gekommen ist. Man erlebt sie einfach mit. Wer dabei war denkt: Ja, so war das damals...und wer nicht dabei war denkt: Ach, so hat sich das angefühlt.
Als Alex ihren neuen Liebsten ihrer Großmutter vorstellen will, erleidet sie einen Herzinfarkt. Was hat sie an Olivers Anblick so geschockt?

Das ist allerdings nur die Rahmenhandlung zu Paulas Geschichte, die man von 1912 bis 1933 miterlebt.
Sie beginnt, als Paula 16 Jahre alt war und erzählt vordergründig, wie sie erwachsen wird und sich unsterblich verliebt. Nebenher erfährt man hautnah, wie das Leben in Deutschland zu dieser Zeit war, wie die Bevölkerung im ersten Weltkrieg gelitten hat, wie sich das Parteiensystem durchgesetzt hat und wie die SPD entstanden ist.
Paula war auch bei einer Wende dabei, als nämlich 1918 der deutsche Kaiser abdankte und die Weimarer Republik ausgerufen wurde, kurz nach Ende des ersten Weltkriegs.
All das lernt man ohne große politische Erklärungen kennen. Man erfährt es ganz nebenbei durch das Schicksal von Paula und ihren Freunden, und dadurch ist es sehr nachvollziehbar und sehr beklemmend. Immerhin bahnt sich auch der zweite Weltkrieg an. Auch die einfühlsame und authentische Sprache trägt dazu bei, dass man sich in dieser Zeit sehr zu Hause fühlt.

Irgendwie ist Paulas Geschichte mit der von Alex verbunden. Man liest sie beide mit Spannung und rätselt: Wie passt das zusammen.
Und neben den offensichtlichen Berührungspunkten weisen die beiden Geschichten immer ganz dezente Parallelen auf. Bei einem Zeitwechsel beginnt das neue Kapitel mit dem letzten Satz vom vorherigen und wird eingeleitet mit einem Zitat aus einem Lied, entweder von Berthold Brecht oder Wolf Biermann. Das macht Spaß und ist beeindruckend.

Nach dem Lesen dieses Buches habe ich einen dicken Kloß im Hals und das Gefühl, ich habe ein wichtiges Stück deutsche Geschichte zum ersten Mal richtig verstanden. Ich war dabei und es war schön, aber auch sehr traurig. Man kann plötzlich verstehen, warum Großeltern, die zwei Kriege erlebt haben, nie wirklich etwas darüber erzählen wollten. So etwas kann man eigentlich gar nicht erzählen.
Charlotte Roth hat es an ihrer Stelle erzählt. Dankeschön!
sursulapitschi, 19.06.2014

"Wenn dein Haus zusammenstürzt, hörst du es vorher in den Wänden knacken." So beginnt "Als wir unsterblich waren" und
entführt uns mit diesen Worten nach Ostberlin im Jahr 1989. Wir begegnen Alex, die bei ihrer Großmutter Momi lebt, und deren Haus am 09. November 1989 zweimal einstürzt: Es ist der Tag des Mauerfalls, nach dem alles anders ist. Und dann begegnet Alex am Grenzübergang noch Oliver und verliebt sich Hals über Kopf.

Parallel reisen wir noch weiter in die Vergangenheit: Wieder in Berlin, doch diesmal im Jahr 2012, lernen wir am Wannsee Paula kennen. Hierbei handelt es sich um die Haupthandlung, die die Autorin geschickt in die Rahmenhandlung einflicht: Der Übergang fällt leicht, da der letzte Satz des Abschnittes zugleich in dem neuen Abschnitt einleitet. Der Abschnitt um Paula und ihre Lieben hat mich sehr berührt. Auch hier steht ein Umbruch bevor, doch stehen hier alle Zeichen auf Krieg. Und so begleiten wir Paula in turbulente Zeiten, die ihr Leben auf den Kopf stellen. Wir erleben die Geburtsstunde der Sozialdemokratie und den ersten Weltkrieg, der alles verändert und auch um Paula herum Opfer fordert.

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch von Charlotte Lyne, die sich unter dem Pseudonym Charlotte Roth auf ein neues Terrain begibt. Und ich wurde nicht enttäuscht: Auch hier hat mich die Sprachgewalt, mit der sie ihre Geschichten erzählt, auf Anhieb gefesselt. Die Charaktere sind wie gewohnt nicht eindimensional, sondern haben ihre Ecken und Kanten. Den einen oder anderen hätte ich gerne mal durchgeschüttelt. Auch die Nebencharaktere sind liebevoll ausgearbeitet und haben mich sehr berührt, allen voran Kutte, Deborah und Joachim. Ich habe mit Paula und ihren Freunden und Familienmitgliedern mitgelitten, und so war es ein hochemotionales Leseerlebnis, das mich so schnell nicht loslassen wird. Das Knacken in den Wänden hallt nach.
Bookworm, 17.06.2014

wie sich die Schicksale doch wiederholen können!

Barbara sülzer, 16.06.2014

Ich hatte mich in dieses Buch ja schon ein bisschen verliebt, wo ich nur mitgekriegt hab dass es erscheinen wird bzw.
dass es das Buch überhaupt gibt. Einfach schon wegen der Autorin. Und als ich das Buch dann in der Hand hatte, hab ich mich erst Recht verliebt. Die Umschlaggestaltung ist sehr schön. Die Bilder von Berlin 1918 und 1989 in der Innenseite machen das Buch für mich noch mehr besonders.

Den Inhalt kann ich so kurz gar nicht zusammenfassen, dass er in einen Lesetipp passt. Und das möchte ich auch gar nicht. Da würde ich viel zu viel verraten.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. In den Teilen von Paula geht es auch sehr viel um Politik. Ich muss gestehen, Politik war noch nie mein Fall und ich hab keine Ahnung davon. Von daher konnte ich die Probleme, die die Parteien miteinander hatten, nur begrenzt nachvollziehen. Auch wenn es viel um Politik ging war die Handlung kein bisschen trocken.

Alexandras Kapitel waren für mich einfach zu lesen. Ich kann nur vermuten, dass es daran lag, dass hier die Politik kaum eine Rolle gespielt hat.

Trotzdem mochte ich Paulas Kapitel fast ein bisschen lieber. Weil hier so viele Charaktere waren, die ich innerhalb kürzester Zeit fast alle wieder sehr lieb gewonnen habe. (Also ganz typisch: Charlie)

Da ich letztes Jahr drei Mal in Berlin war, hab ich das Buch noch umso lieber gelesen und von der Geschichte Berlins erfahren. In der Schule war Geschichte nie eins meiner Lieblingsfächer. Zu trocken, zu wenig Bezug zu irgendwas. Aber hier, mit dem Leben von Paula, hatte ich fast das Gefühl, dabei gewesen zu sein.
Sabine, 14.06.2014

Ein sehr beeindruckender Frauen- und Familienroman, der aber nicht dort Halt macht, wo die „Männerthemen“ anfangen,
sondern die Frauen aktiv mitgestalten lässt. Unbedingt lesen. Gern hätte ich noch mehr als fünf Sterne vergeben.
Ilona Rehme, 14.06.2014

Da ich in der DDR aufgewachsen bin, dachte ich mir, Du musst das Buch lesen.
Die Autorin Charlotte Roth habe ich nicht gekannt, aber das Buch hat mich interessiert (Cover war sehr ansprechend) und ich habe es gekauft und gelesen.
Es beginnt im Jahre 1989 in den Tagen des Mauerfalls und Alexandra aus Ost-Berlin trifft in West-Berlin in Oliver ihre Liebe auf den ersten Blick. Ihre Grossmutter, die sie großgezogen hat, erleidet einen Herzinfarkt als Alexandra ihren Oliver vorstellt. Im Rückblick wird die Geschichte von Alexandras Großmutter erzählt und dann weiß man auch, warum die Großmutter in Oliver einen Geist der Vergangenheit erkennt.
Gabriele Klemm, 06.06.2014

Das Buch beginnt am Tag des Mauerfalls im November 1989. Die junge Studentin Alexandra lebt zu dieser Zeit zusammen mit
ihrer Großmutter Paula in Ostberlin. Ihr Leben dort verläuft in geordneten, eher ruhigen Bahnen. Eindringlich und sehr bewegend wird geschildert, wie die junge Frau diesen geschichtsträchtigen Tag erlebt.

Und an ebendiesem Tag begegnet ihr Oliver. Es ist Liebe auf den ersten Blick.

Kurze Zeit später stellt Alexandra den jungen Mann ihrer Großmutter vor. Doch deren Reaktion fällt so ganz anders aus als erwartet. Die alte Dame ist regelrecht schockiert und erleidet einen Zusammenbruch. Alexandra ist äußerst verwirrt und ratlos. Sie versteht das alles nicht. So sucht sie nach Antworten und stellt Fragen, die sie sich bis jetzt nicht getraut hat zu stellen. Nach und nach kommen die Zusammenhänge und ein tragisches Schicksal ans Tageslicht.

Rückblickend wird nun Paulas Geschichte ab dem Jahre 1912 bis zu Hitlers Machtergreifung erzählt. Paula ist für ihre Zeit eine selbstbewusste, mutige Frau, die sich mit aller Kraft für Frauen in Not einsetzt. Ihre große Liebe ist Clemens, ein junger Studentenführer, der seine charismatische Ausstrahlung dazu benutzt, für die Rechte der Arbeiter zu kämpfen. Nicht immer sind sich die beiden in ihren Ansichten und Anschauungen einig, was immer mal wieder zu Spannungen führt. Dennoch scheint ihre Liebe unzerbrechlich. Können sie dem Schicksal trotzen und diese schwierigen und politisch brisanten Zeiten überstehen ? Und was hat das alles mit Alexandra und Oliver zu tun ?

Der Rückblick auf Paulas Geschichte ist immer wieder mal unterbrochen durch verhältnismäßig kurze Sequenzen, die Alexandras Versuche, die einzelnen Puzzlestücke zusammenzusetzen, schildern. Insgesamt hatte ich hier jedoch erwartet, noch mehr über Alexandra und Oliver selbst zu erfahren. Diese Teile waren für mich deutlich zu unergiebig und wirkten eher wie schmückendes Beiwerk.

Das Hauptaugenmerk dieses Romans liegt also sehr stark auf Paulas Leben in dem bereits erwähnten Zeitraum. Es sind die Jahre, die Paula mehr oder weniger gemeinsam mit Clemens verbringt.

Als Leser gewinnt man hier einen bewegenden, tiefen und recht ausführlichen Einblick in eine Zeit voller Unruhen und politischer Brisanz. Eindringlich werden die Lebensumstände der Protagonisten, d.h. von Paula, ihrer Familie und ihren Freunden dargestellt. Die Autorin schafft es, ein klares, anschauliches, ausdrucksstarkes und berührendes Bild ihrer Figuren zu erschaffen. Ich habe regelrecht mitgehofft, -gebangt und -gelitten.

Aus der Zeit nach 1933 bis zum Jahr 1989 erfährt man dann leider wieder so gut wie nichts. Ich fand das ein wenig schade, aber vermutlich hätte dies sonst den Rahmen des Buches doch gesprengt.

Insgesamt war der Roman unterhaltsam und sehr informativ und ich empfehle ihn gerne weiter. Allerdings sollte ma
Angela.Bücherwurm, 02.06.2014

Nach der ersten halben Seite wollt ich mehr wissen, muss mir das Buch besorgen. Sehr aufwühlend und detailliert
beschrieben wie es den Frauen damals vor dem Zweiten Weltkrieg erging und was Sie dagegen tun konnten. Es lindert die Neugier, wenn man keine Großeltern hat/hatte, die vom Krieg und der Zeit davor oder danach erzählen konnten.
Sandra, 20.05.2014

Dies ist mein erster Roman den ich von der Autorin Charlotte Roth gelesen habe. Zwar hat sie schon unter anderem Namen
Romane geschrieben, die ich aber irgendwie noch nicht gelesen habe.
Das Thema des Buches hat mich angesprochen, auch das die Handlung auf zwei Zeitebenen aufgebaut ist fand ich ansprechend.
Auch kam ich mit dem Schreibstil gut klar, allerdings habe ich mich im Laufe des Buches mit der Handlung etwas schwer getan wieso auch immer.
Im Prinzip erzählt Paula ihr Leben und erst je weiter die Handlung voran schreitet versteht man dann wie die zwei Zeitebenen zusammenhängen.
Gerade dies fand ich interessant und ich war auch erstaunt wie ein Mensch das erlebte Komplett verdrängen kann und es schafft in ihrer eigenen kleinen Welt zu leben ohne allzu viel von ihrer Umwelt mitzubekommen.
Das was Paula und Clemens mit ihren Familien und Freunden erlebten und wie sie sich für die Arbeiter eingesetzt hat war wirklich gut erzählt.
Alle Figuren die im Laufe des Romans auftauchen, waren so ausführlich beschrieben, so dass man sich diese während des Lesens gut vorstellen konnte.
Eine wirkliche Lieblingsfigur hatte ich eigentlich nicht, da mir Paula trotz ihres Mutes doch immer wieder etwas Naiv vorkam.
Auch Alex hätte ich gerne etwas geschüttelt, aber gut ich hatte auch eine Oma die über diese Zeit gesprochen hat und nie geschwiegen hat.
Die Handlungsorte waren auch sehr gut beschrieben und viele Bilder die hier erzählt werden kennt man auch aus Büchern oder auch aus Dokumentationen von den Aufständen oder dem Krieg.
So konnte man sich auch während des Lesens die Orte gut vor Augen führen.
Wenn die Handlung nicht doch irgendwann etwas zu langatmig geworden wäre hätte mir das Buch eindeutig besser gefallen.
Wer an diesem Teil der deutsch-deutschen Geschichte interessiert ist, dem wird dieses Buch gefallen.
Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.
Rebecca Kiwitz, 19.05.2014

Kurz nach Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989 lernt die junge Alexandra aus Ostberlin einen jungen Mann aus dem
westlichen Teil der Stadt kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch als Alexandra ihrer Familie, die einzig und allein aus ihrer Großmutter Paula besteht, ihren Freund vorstellt, erleidet die betagte Frau einen Schock, bricht zusammen und muss ins Krankenhaus.
Wie es zu diesem Zusammenbruch der sonst noch rüstig erscheinenden Dame kommen konnte, ist meiner Meinung nach die eigentliche Geschichte des ca. 575-seitigen Buches, die sich für den Leser und nach und nach, in gesonderten Handlungssträngen, auch für Alexandra und ihren Freund entwirrt. Betrachtet werden vor allem Paulas Jugendjahre und die ihrer Familie, Freunde und Bekannten in Berlin um den Ersten Weltkrieg herum. Eingebettet und ganz nah an den politischen Ereignissen der Zeit ab ca. 1915 findet und verteidigt Paula ihre große Liebe. Ihre Jugend und die Liebe geben ihr die Kraft die Welt um sich herum verbessern zu wollen, Missstände zu beseitigen oder zumindest erträglicher zu machen, den Ersten Weltkrieg zu überstehen und aus den Trümmern Neues aufzubauen. Im Alltag der „goldenen Zwanziger“ mit den enormen Herausforderungen in der Politik ebenso, wie mit den eigenen hohen Ansprüchen, alles richtig zu machen, verlieren Paula und ihr Liebster immer mehr die gemeinsame Basis und steuern, genau wie die Welt als Ganzes auf die unvermeidliche, noch größere Katastrophe zu. Ab dieser entscheidenden Wende in Paulas Leben ist nichts mehr wie zuvor und außer der kurzen Auflösung offen gebliebener Fragen zu bekannten Personen sowie den groben Verstrickungen der Familien von Alexandra und ihres Freundes erfährt man über ihr Leben ab ca. 1933 nicht mehr viel.
Das Buch liest sich für mich sehr flüssig und erhält einen gewissen Spannungsbogen bis zum Ende der Geschichte. Die Autorin, selbst Berlinerin, verbindet die beiden Handlungsstränge der Vergangenheit und Gegenwart auf sehr angenehme Weise und gibt ein umfassendes Bild über die politisch-historischen Ereignisse im Berlin jener Jahre. Die Geschichte und die Personenkonstellationen sind von Anfang bis Ende gut strukturiert und durchdacht. An einigen Stellen wirkt es anhand der Fülle an Informationen, die in die Story eingebracht wurden, jedoch ein wenig überladen. Z.B. passt der Besuch im Eldorado meiner Meinung nach zwar gut in die Erzählung, aber nicht wirklich zu Paulas Lebensstil und -phase. Nach meinem Empfinden ist die Erwähnung und Bedeutung von Personen, wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg auch etwas widersprüchlich. Sie haben „kein Gesicht“, werden aber auch nicht gänzlich aus der Distanz wahrgenommen. Auch die Figur der Alexandra wirkt auf mich im Gegensatz zu den meisten anderen, insbesondere natürlich der Paula eher farb- und kraftlos; und ihre Alpträume und Ängste kann ich in Bezug auf die Geschichte, ihre eigene, nicht wirklich nachvollziehen.
Alles
Iris Knips, 14.05.2014

Die 23-Jährige Völkerkunde-Studentin Alexandra Liebermann wohnt zusammen mit ihrer 90-Jährigen Großmutter, die sie
liebevoll Momi nennt, in Ost-Berlin. Von Alex‘ – oder Süppchen, wie Momi sie nennt – Eltern ist keine Rede, allerdings lassen die Träume die Alex manchmal hat und die Angst vor Massen darauf schließen, dass ihnen bei einer Flucht etwas zugestoßen ist und Alex verwaist zurückgeblieben ist. Am Abend des 9. November 1989 kommt Alex‘ Freundin Meike in Momis Haus, da ihr Freund Hugo, der wie sie regelmäßig für Freiheit demonstriert, verschwunden ist, und sie Alex bitten möchte ihr bei der Suche zu helfen bzw. herauszufinden ob er verhaftet wurde. Da Momi, die Meike und ihren Freiheitsdrang offenbar nicht mag, Alex bittet ihr den Fernseher einzuschalten, um die Leere in ihrem Kopf zu bekämpfen wie sie sagt, bekommen die drei Frauen die Pressekonferenz von Günter Schabowski mit, der eine Ausreise in den Westen genehmigt. Meike möchte sich im Westfernsehen, sehr zum Missfallen von Momi, vergewissern und schaltet um. Dort wird die Ausreisegenehmigung bestätigt. Sofort möchte Meike zum nächsten Grenzübergang in die Bornholmer Straße, ist Feuer und Flamme. Alex zögert, ob sie nicht doch auf Momis bittere Aussagen zu zusammenbrechenden Wänden, untreuen Männern und auf ihre eigene Angst, die für sie sicheren Grenzen ihres Zuhause und der DDR, zu überschreiten, hören soll, ist aber schließlich mutig und folgt der Freundin. Am Grenzübergang werden Meike und Alex schnell durch die Massen getrennt, so dass Alex mit einem Menschenpulk unter dem geöffneten Schlagbaum direkt in die Arme des Politikstudenten Oliver gespült wird, der sie sofort aus der Menge zieht und sie in seine Wohnung im Wedding bringt. Nicht nur die Wohnung, die Alex als unheimlich geräumig empfindet im Gegensatz zu Momis vollgestopfter Wohnung, sondern Oliver selbst beeindrucken Alex. Beide stellen fest, dass sie an dem geschichtsträchtigen Abend die große Liebe gefunden haben.
Welches Geheimnis birgt das seltsame Blechschild in Momis Wohnung? Welche Ereignisse haben die alte Dame geprägt, so dass sie Freiheit und Veränderungen scheut? Was wird aus Alex und Oliver?
Nadine Baumann, 22.04.2014

Gerade wurde im Fernsehen durchgegeben, dass die Ost-West-Grenzte in Deutschland wieder offen ist. Jeder darf ein- und
ausreisen wie er will. Und natürlich muss dort auch ihre Freundin hin. Auch wenn Alexandra noch nicht so recht davon überzeuigt ist, was da überhaupt gerade so passiert ist sie plötzlich mitten drin. Erst vor den Grenzposten, die noch die Papiere durchsehen und dann auf einmal einfach überrannt werden und dann auf einer Brücke in den Armen eines Wildfremden. Ihre Freundin ist verschwunden und sie geht mit ihm nach Hause um bei ihm zu schlafen. Es gibt sogar Frühstück bei ihm. Als ob sie jemals jemandem geglaubt hätte, der ihr von der Liebe auf den ertsen Blick erzählt hätte.
Doch auch bei geöffneter Grenze ist die Kluft zwischen arm und reich sehr groß. Und es kommt zu einigen eifersüchteleien. Und doch renkt es sich meist doch immer wieder ein.
So langsam kommen immer mehr Romane zum deutschen Thema Nummer eins, was Schweigen angeht, auf den Markt. Ich finde es gut, denn gerade in Romanform, über Einzelschicksale, bleibt mehr hängen, was damals wirklich geschehen ist, als wenn man nur mit irgendwelchen Zahlen und Statistiken zugeworfen wird.
Anke Tschirner, 22.04.2014

Ein Stück Zeitgeschichte. Die Berliner Autorin hat den November 1989 in ihrem Roman festgehalten. Alex wächst behütet
von der Großmutter im Osten Berlins auf. Sie erlebt den Mauerfall mit und lernt im Westen Oliver kennen ...
Sicherlich sehr spannend...
Judith Kuhn, 22.04.2014

Diesen Roman würde ich gern lesen. Es hört sich ganz spannend an. Eine Liebe in dieser Zeit muß unglaublich sein.

Karin Boronowski, 22.04.2014

hört sich gut an, möchte den Roman gerne lesen

Petra, 22.04.2014

Das Cover gefällt mir sehr gut und die Leseprobe zeigt mir schon, das mir der Roman und der Schreibstil der Autorin
sehr zusagt. Die Zeit in der es spielt ist interessant
Ich würde es gerne lesen.
Inge, Hünken, 20.04.2014

Die Leseprobe hört sich interessant und spannend an und macht Lust auf mehr .......................................

Sabine Manuela Asten, 18.04.2014

Das Cover finde ich sehr ansprechend. Nach den ersten Seiten zu urteilen, scheint es eine interessante Geschichte zu
sein, bei der man neugierig ist, wie es weitergeht.
tanja, 18.04.2014

Die ersten Seiten des Buches hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Im November 1989 trat ein einschneidendes Erlebnis
ein – die Grenzen sind offen. Hier beginnt die Geschichte der Studentin Alexandra, die zum ersten Mal auf Oliver trifft. Doch in welchem Zusammenhang steht dieses Geschehen mit Paulas Geschichte, die im Jahr 1912 spielt. Das Buch verspricht eine fesselnde Lektüre von zwei interessanten Frauen vor dem Hintergrund eines spannenden Zeitgeschehens.
Renate, 17.04.2014

Da ich in Ostdeutschland aufgewachsen bin, klingt die Geschichte sehr interessant und ich mag Rückblenden die mit
heutiger Geschichte verbunden sind. Das Buch möchte ich gern lesen.
Gabriele Klemm, 17.04.2014

Das Buch macht mich neugierig.

Nicole Schlott, 17.04.2014

Klingt vom Thema her interessant, würde ich gern weiterlesen

Helmut Frank, 17.04.2014

Schwere Zeiten geprägt durch starke Frauen.
Schicksale von Frauen geprägt oft über Generationen hinweg.
Sigrid Vondraschek, 17.04.2014

Ein Buch das neugierig und Lust auf mehr macht .

Arietta, 16.04.2014
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