Verlagsgruppe Droemer Knaur

So liest man heute.

Das Ende der Welt

9783426226377
jetzt bestellen Jetzt bestellen
, Droemer HC
01.03.2013, 368 S.

ISBN: 978-3-426-22637-7
Diese Ausgabe ist lieferbar
14,99
inklusive 7%
Mehrwertsteuer

Claire DeWitt ermittelt

San Francisco. Claire DeWitts Ex-Freund Paul wurde in seiner Wohnung erschossen, seine wertvollen Gitarren gestohlen. Alles deutet auf einen Raubmord. Seltsamerweise verkraftet Pauls Ehefrau Lydia den Tod ihres Mannes besser als Claire. Zu viele Freunde hat die brillante Ermittlerin schon an den Tod verloren. Sie muss herausfinden, was wirklich geschah. Claires stetig steigender Drogenkonsum ist ihr Betäubung und geniale Ermittlungshilfe zugleich. Doch längst hat sie die Grenze überschritten, die sie vor einem tödlichen Absturz bewahrt.

Die Autorin

Sara Gran

Portrait von Sara Gran

Bevor Sara Gran, geboren 1971 in Brooklyn, hauptberuflich Schriftstellerin wurde, hat sie in einer Vielzahl von Berufen gearbeitet, die aber allesamt...

zur Autorin Bücher von Sara Gran

Pressestimmen

"Schluss mit den depressiven Schweden oder psychopathischen Massenmördern: (Privatdetektivin) Claire DeWitt ist gleichzeitig heller und dunkler als sie beide."

BÜCHER, März/April 2013

Schon für ihren ersten Roman wurde Sara Gran mit Preisen überhäuft. Auch im Nachfolgeband bleibt die Autorin ihrer Methode treu, traditionelle Elemente der Kriminalliteratur neu zu sortieren und zu akzentuieren. "Das Ende der Welt" ist ein großartiger Kriminalroman sui generis, der dem Genre Perspektiven weg von Formel und Klischee aufzeigt.

Deutschlandradio, Thomas Wörtche, 22.03.2013

San Francisco/Brooklyn. Fünf Gitarren, ein Pokerchip, Schlüssel - schwache Hinweise auf den Mörder von Paul, Claire DeWitts Exgeliebtem. Prekäre Autonomie der Detektivin: Claire zerstört sich fast auf der Suche nach Wahrheit, nach dem Kindertraum geliebt zu werden. Kaliforniens Norden: kalt und hip. Gran fasziniert.

KrimiZEIT-Bestenliste April 2013, Platz 3, April 2013

Erst letztes Jahr hat die Amerikanerin Sara Gran mit "Die Stadt der Toten" ein fulminantes Debüt in der Krimi-Literaturwelt hingelegt, für das sie gefeiert wurde. Zum Glück folgt bereits der zweite Fall mit Claire DeWitt, der "besten Ermittlerin der Welt".

NZZ am Sonntag, 30.03.2013

Das Tempo ist gemäßigt. Die Regeln des hartgekochten Detektivromans werden mit sanfter Gewalt ins gemäßigt Surreale gedreht und modernisiert. Es geht hochliterarisch zu. Man beschreitet einen Schachtelalptraum, mit dem man eine geradezu sado-masochistische Beziehung eingeht. Er ist schön, er ist dunkel, irgendwo ist immer das Blut einer Seele an der Wand, aber man möchte nicht aufwachen. Der Fall wird gelöst, erlöst wird keiner, von Glück keine Spur. Grandioses Buch.

Welt kompakt, Elmar Krekeler, 03.04.2013

Bei aller Fragilität und Verletzlichkeit ist der Roman beinhart und von einer gnadenlosen Selbstironie. Wahrlich grandios!

Frankfurter Neue Presse, 06.04.2013

Großartig. Eine fabelhafte Geschichte, ein atemloser, fieberhaft-irrlichtender Höllen-Trip durch San Francisco. Fantastische, spannende Lektüre.

Münchner Merkur, 06.04.2013

Vermutlich tragen auch der nie eindeutige, oft blank ironische Gestus, die ohne große Erklärungen ineinander verzahnten Zeit- und Erzählebenen, die Sara Gran virtuos, radikal und souverän betreibt, dazu bei, dass sich der gute, alte Privatdetektiv-Roman als innovationsfähig erweist und wieder anfängt, ästhetische Funken zu sprühen.

Plärrer, wörtches mordslust, April 2013

Claire DeWitt ermittelt wieder, und das ist erfreulich. Philosophisch sind diese Krimis, psychedelisch und übersinnlich gut.

Brigitte, 13.04.2013

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Eigentlich sind die Fälle fast (aber nur fast) eine Randerscheinung neben dem Einblick in die gebrochene Seele
Claires. Spannend ist es trotzdem, denn man kommt ihr so nahe, dass man unbedingt wissen möchte, ob es ihr noch gelingt, die Lösung zu finden bevor sie endgültig zusammenklappt. Und hofft, dass sie aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz, doch noch davonkommt.
Xirxe, 10.11.2015

Dieses Buch ist anders – und man wird es entweder mögen oder man findet es langweilig und dämlich und legt es
genervt zur Seite. Ich mochte es. Es ist kein typischer Krimi an sich, eigentlich bildet die Krimihandlung nur die Grundlage. Im Vordergrund steht mehr die Privatdetektivin Claire DeWitt, ihr Leben, ihr Wirken, ihr Leiden. Claire ist Anhängerin des (fiktiven) französische Detektivs Jaques Silette, dessen Weisheiten von ihr immer wieder zitiert werden. Hier eine Auswahl aus dem Umschlag des Buches:
„Die Detektivin, die vorgibt, die Wahrheit nicht zu sehen, begeht mehr als eine Todsünde. Sie setzt ihr Seelenheil aufs Spiel, denn sie verurteilt und alle zu einem Leben in Schmerzen.“
„Glück ist die vorübergehende Folge der Verleugnung längst bekannter Tatsachen.“
„Was bleibt, wenn das Rätsel gelöst ist? Ein Nicht, ein Vakuum? Bleiben manche Rätsel besser ungelöst, sind wir mit nicht besser bedient als mit etwas?“

Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben und beschreibt Claires Suche nach Pauls Mörder – doch zunächst beißt sie sich an dem Fall die Zähne aus, was sie schwer trifft. Sie nimmt immer mehr Drogen, versinkt im Kokainrausch, klaut Valium und Oxycodon aus den Badezimmern von Zeugen, Freunden und Fremden, landet in den Betten verschiedenster Männer, bevor sie den Fall letztednlich löst. Neben der aktuellen Handlung, der Aufklärung von Pauls Mord, springt das Buch immer wieder nach New York im Jahr 1986, wo Claire und eine Schulfreundin das Verschwinden einer Freundin aufklären wollen. Hier beginnt quasi ihre Karriere als Detektivin. Und bereits hier ist Claire nicht das liebe, nette Mädchen von nebenan, sondern schwänzt die Schule und treibt sich in Bars rum. Zwischendurch tauchen im Buch lauter seltsame Gestalten als Nebenfiguren auf, wie z.B. der rote Detektiv, der in den Wäldern von San Francisco lebt und esoterische Weisheiten von sich gibt. Nicht alles erschließt sich einem beim Lesen, nicht alles macht Sinn und manche „Einspieler“ habe ich bis jetzt noch nicht begriffen. Daher finde ich auch den englische Reihentitel wesentlich passender: Claire DeWitt Mysteries. Trotzdem hat mir diese ungewöhnlich Art zu schreiben und die verrückte Claire gefallen und ich werde bestimmt noch den Vorgängerband lesen.
EmilyE, 31.03.2015

Claire DeWitts berichtet aus ihrem Leben: wie sie Paul bei einem Konzert begegnet, dass sie einige Monate zusammen
waren, dass sie ihn etwa ein Jahr nach Trennung wiedertrifft, usw.
Dann wird Paul ermordet und Claire versucht den Mörder zu finden. Dabei geht sie sehr seltsam vor, eher nicht zielgerichtet. Außerdem trifft sie zig Leute, die sie irgendwo her kennt und die genauso haltlos und gestört sind wie sie selbst. Dauern sind alle zugedröhnt mit Drogen aller Art.
Hatte mich die Leseprobe schon nicht überzeugt, so konnte ich auch mit dem gesamten Buch nicht viel anfangen. Es war überhaupt nicht spannend: Kein Krimi, eher ein Bericht über ein verkorkstes Leben.

Brunhilde Lenzen, 24.09.2014

Zu empfehlen ist diese Reihe vor allem Liebhabern von Noir-Kriminalistik und klassischen Detektiven - auch wenn Sara
Gran dies alles ein wenig auf die Schippe nimmt, spürt man doch Seite für Seite ihre Affinität zu dieser Art von Literatur - auch bei Claire hat jeder Fall einen Namen, einen Titel sozusagen : Der Fall Paul heißt beispielsweise "Der Fall des Kali Yuga". Warum? Nun, lesen Sie selbst - es lohnt sich!

Allerdings war es auch mir diesmal ein bisschen zu viel Chichi, die Darstellung etwas zu umständlich. Doch nach wie vor bin ich begeistert von dieser ungewöhnlichen Reihe und werde auch weiterhin Claire de Witt auf Schritt und Tritt folgen!
Sesemi, 14.02.2014

Der Roman von Sara Gran ist mir zu übertrieben, hektisch und zur Detektivin Claire bekomme ich einfach keinen Bezug.
Tut mir leid.
Petra, 29.10.2013

Eigentlich bin ich ein Krimifan, aber mit der Ermittler Claire DeWitt komme ich nicht so klar. Diese Romane gefallen mir
einfach nicht.
Petra, 08.10.2013

Dieser Krimi ist nicht vergleichbar mit den vielen anderen nationalen und internationalen Krimis der letzten Jahre, aber
ich kann mich schwer entscheiden, ob ich ihn in den Himmel loben oder in die Tonne drücken soll. Claire DeWitt ist eine Privatdetektivin, angepriesen als die Beste der Welt. Wie Claire sonst ermittelt, kann ich, die zum ersten Mal einen Sara Gran Roman liest, nicht beurteilen. Dieser aktuelle Fall nimmt Claire jedenfalls mit auf eine langsam, aber unaufhaltsam an Fahrt gewinnende Bahn in den eigenen Abgrund. Paul ist in seinem Haus erschossen worden, es sieht nach Raubmord aus. Claire ist fassungslos, zwar war die gemeinsame Zeit nur kurz, aber wäre da ihr Problem mit Nähe nicht, dann hätte Paul der Mann ihres Lebens sein können. Doch Claire ist gegangen und Paul hat Lydia geheiratet, jetzt liegt er erschossen in seinem Wohnzimmer und Claire muss seine Witwe trösten. Pauls Tod reißt eine Menge alter Wunden auf und Claire versucht sich jeden Tag ein bisschen mehr mit allem, was ihr an Drogen in die Finger kommt, zu betäuben. Während sie äußerlich tagelang apathisch in ihrer Wohnung auf dem Boden liegt, erzählt sie mir die Geschichte ihres ersten Falles, damals mit 15 in Brooklyn. Zwischendurch taucht sie wieder in der Gegenwart auf und findet einen neuen Ansatzpunkt für ihre Ermittlungen. Für sie wichtige Leute aus der nahen Vergangenheit streifen flüchtig und fast nur aus der Ferne ihren Weg, alles versinkt in einem Nebel aus Kokain, Schlafentzug und jener Dumpfheit, die bleibt, wenn man die Gefühle aussperrt. Seit ihrer Jugend muss sie mit Verlusten zurechtkommen und findet in den kniffligen Fällen eine Art Anker, der ihr hilft, sich nicht in den rufenden Abgrund zu stürzen. Doch auf Dauer hilft es nicht seine Gefühle auszusperren, nach Pauls Tod wollen sie mit aller Macht zu ihr zurück.
Zu einer Privatdetektivin passt eine verkrachte Existenz, ich erwarte es nahezu. Doch so pauschal ihre Figur auch auf den ersten Blick wirkt, sie berührt mich mit ihrer Angst vor Nähe, ihrer Verletztheit und der Suche nach Geborgenheit. Und das Milieu, in dem sie sich bewegt, versammelt noch eine Menge mehr an verkrachten Existenzen. Menschen, die ihren Träumen nachjagten und sich nun sträuben, die Augen aufzumachen, wohl wissend, dass der Traum längst gegangen ist. Sara Gran bietet ihrer Figur und ihrem Leser keinen Silberstreif am Horizont. Pauls Fall lässt sich lösen, sein Tod bleibt ein unumstößlicher Fakt. Claire DeWitt fährt von einem Abgrund in den nächsten, ihr Ende der Welt wird kommen, doch wird sie wohl nicht bestimmen können, wann.
Sara Grans Roman ist unglaublich vollgepackt und verdichtet. Claires leicht distanzierte Erzählweise fordert mich als Leser zudem heraus, auch zwischen den Zeilen zu lesen und mich nicht von ihr einlullen zu lassen. Sie ist zäh und vielleicht auch tatsächlich abgebrüht, aber das Leben prallt nicht so einfach an ihr ab, wie sie es mir weismachen will. Sie
Marapaya, 06.09.2013

Kein Kommissar, der trinkt, sondern eine Privatdetektivin, die kokst. Doch worum geht es?

Claires Ex-Freund Paul, ein Musiker, wurde in seinem Haus ermordet. Die Geschichte beginnt damit, wie Claire und Paul sich kennen lernen, sich anschließend aus den Augen verlieren und erneut zusammen treffen. Bei diesem zufälligen Wiedersehen lernt Paul seine spätere Frau Lydia kennen, eine Bekannte von Claire...

Die beste Ermittlerin der Welt ermittelt in einem sehr persönlichen Fall. Handelt es sich um Raubmord? Fünf von Pauls wertvollen Gitarren fehlen, es wurde viel zerstört. Dazu zählt auch die liebende Seele von Claire. Ihre Ermittlungen führen sie in trostlose Hinterzimmer, Drogensümpfe, S&M-Clubs und Musikerkneipen. Die Reise in ihre eigene Vergangenheit droht sie in den Abgrund zu reißen. Durch ihren Seelenschmerz getrieben, kokst sich Claire der Lösung entgegen und ermittelt sich auch körperlich fast zu Tode. Wer oder was kann sie noch retten?

Sara Grans Stil ist ungewöhnlich, mehr Erzählung als Kriminalroman. Dabei nehmen Träume einen breiten Raum ein. Schauplatz ist San Francisco. Immer wieder werden aber auch Rückblenden in die Vergangenheit eingestreut, als Claire und ihre Detektiv-Freundinnen noch in Brooklyn lebten. "Die Stadt der Toten", den ersten Fall für die beste Ermittlerin der Welt, der in New Orleans spielt, hatte ich nicht gelesen, werde ich aber bald nachholen, denn in das "Das Ende der Welt" wird häufig darauf Bezug genommen. Dies hat meine Neugier auf den Vorgängerroman geweckt...

"Das Ende der Welt" ist kein klassischer Ermittler-Krimi. Ein Krimi, den man mag oder eben nicht. Auch wenn ich nicht alles gut heiße, einiges nicht verstanden habe, insgesamt ein Buch, das die Seele berührt. Ein Buch mit Herzblut. Deshalb satte 4*!
Baerbel82, 30.07.2013

Claire deWitt ermittelt wieder. Zwischen all ihren Aufträgen betrifft sie ein Fall ganz persönlich.
Ihr Ex-Freund Paul wurde ermordet und ausgeraubt. Sie steht der Witwe Lydia hilfreich zur Seite und versucht nebenbei, diesen und andere Fälle zu lösen.

Claire, die eine absolute Einzelgängerin ist, sieht sich nicht in der Lage, eine feste Beziehung einzugehen.
So wurde seinerzeit, als sie Paul kennen- und lieben lernte, nichts aus ihnen zwecks einer festeren Beziehung. Claire lief vor ernsteren Beziehungen immer weg.
Paul wendete sich Lydia zu und heiratete sie, die beiden blieben bis heute mit Claire freundschaftlich verbunden. So verwundert es auch nicht, dass Lydia Claire um Hilfe ersucht, als ihr Mann ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden wurde.

Auf der Suche nach dem Mörder / der Mörderin gehen Claires Gedanken zu ihren Anfängen als Detektivin zurück. Während sie auf der Suche nach Puals Mörder ist, erfährt der Leser von einer Recherche, die die junge Claire mit ihren Freundinnen Tracy und Kelly durchführten. Es war ein Mädchen verschwunden und da bekannt war, dass die drei sowas wie Detektivinnen sind oder werden wollen, bat sie ein Mädchen, doch herauszufinden, wo Chloe, ihre Freundin abgeblieben ist.
Schon damals war ihnen kein Club zu wild, kein Alkohol zu stark und keine Niederlage schlimm genug. Auch wenn letztendlich nur Tracy und Claire ermittelten, führten ihre Bemühungen zum Ziel und sie retteten mehr oder weniger Chloe das Leben.


Auch bei der aktuellen Suche nach einem Mörder geht Claire deWitt an ihre Grenzen. Sie schont sich nicht, im Gegenteil, sie mutet ihrem Körper mehr zu, als gut für ihn ist. Sie trinkt und pumpt sich mit Drogen voll, klaut Medikamente und zieht sich rein, was irgendwie geht.
Das macht sie mir leider nicht sympathisch, im Gegenteil.
Mit der Person Claire kann ich leider absolut nicht warm werden.
Ihre Art der Ermittlungen mittels Traumdeutungen und ihre unkonventionelle Herangehensweise an die Ermittlungen lassen mich manches Mal den Kopf schütteln, weil ich es einfach nicht nachvollziehen kann.
Claire wirkt stellenweise lebensmüde, die Gier und Sucht nach Drogen bestimmt teilweise ihre Handlungen. Mir ist schon fast unheimlich, dass es ihr aufgrund der Fülle der Drogen überhaupt noch gelingt, klare Gedanken zu fassen und vor allem, den Fall Paul aufzuklären.

In diesem Krimi gibt es einige Bezugspunkte zum ersten Band. Personen werden benannt oder spielen eine Rolle, die schon Protagonisten von Teil 1 waren, so dass es empfehlenswert ist, erst das Buch "Die Stadt der Toten" zu lesen, um die Zusammenhänge zu verstehen.
Der Drogenmissbrauch, der mich schon im Vorgängerband störte, ist inzwischen angestiegen und bedeutet auch für Claire ein Problem, das sie leider selbst nicht als solches erkennt. Bedauerlich finde ich, dass es auch niemanden gibt, de
Monika Stutzke, 12.07.2013

Die Handlung des Buches ist folgende: Die junge Detektivin Claire DeWitt, sie kokst viel und raucht Joints, ist dennoch
sehr erfolgreich und löst Fälle mit den skurrilsten Namen wie "der Fall der verschwundenen Miniaturpferde" oder eben diesen Fall, den sie "den Kali-Yuha Fall" nennt. Dieser Fall ist etwas ganz Besonderes, denn dieses Mal geht es um Mord und der betrifft sie persönlich: Er Ex-Freund Paul Casablancas wird tot in seinem Haus gefunden? War es Raubmord? Steckt seine liebevolle Ehefrau Lydia dahinter? Was war geschehen? Diesen Krimi gilt es zu lösen.

Er ist in der 1. Person geschrieben, also in der Ich-Form und beschreibt die Sichtweise der Detektiven Claire DeWitt. Die Geschichte beginnt, wie sie Paul kennen - und sagen wir mal lieben - gelernt hatte, wie sie sich trennten, wie er dann mit einer losen freundin von ihr ging, diese dann heiratete. Chronologisch schlüssig, zwischendrin immer wieder Rückblicke auf andere Fälle, wie was zusammenhängt und über Claires Werdegang als Detektivin.

Die Kapitel, die sich direkt auf Pauls Ermordung beziehen sind dann immer mit "Neunzehn Tage nach Pauls Tod" oder " DreißigTage nach Pauls Tod", "Fünfzig Tage
nach Pauls Tod" beginnend, so weiss man am Anfang eines jeden Kapitels, dass man sich wieder in der eigentlichen Kriminalgeschichte befindet.
Claire versucht nichts außer Acht zu lassen, was den Fall klären könnte. Sie durchsucht sein Haus von oben bis unten, bis sie etwas findet, was der Schlüssel des Falles werden könnte und sie sich immer mehr selbst in Schwierigkeiten begibt... Mehr verrate ich an dieser Stelle erst einmal nicht, da es sonst ja nicht mehr spannend wird für euch.

Obwohl es sich um einen sehr sehr spannenden Krimi handelt, ist dieses Buch auch oftmals sehr sehr witzig geschrieben. Bsp. "Freddie war weiß, zwischen fünfzig und einer Millionen Jahre alt und ganz offensichtlich das unglücklichsten Wesen auf dem Planeten."
Oder: "Paul hätte bei einemillegalen Straßenrennenin einem Lamborghini umkommen, von einer Baronin vergiftet, im Wintergarten mit einem Leuchter erschlagen werden sollen."

Oder: "Offenbar hatte Paul Glück gehabt, und eine Streife oder ein guter Samariter war vorbeigekommen. Schlechte Samariter gab es schließlich nicht."

Fazit:

Insgesamt ein super spannendendes und zugleich humorvolles Buch (mit abgerundeten Ecken!), welches ich in einem Zug ausgelesen hatten. Vollste Leseempfehlung! Gerade die Schreibweise aus der Sicht der Ermittlerin lässt einen komplett in den Fall eintauchen!
Jarmila Kesseler (esposa1969), 15.06.2013

Claire DeWitt ist Privatdetektivin, aber keine von der Sorte Indizien zusammenpuzzelnd mit Waffe unter dem Trenchcoat.
Sie ist Anhängerin Jaques Stilettes, und als solche verlässt sie sich viel eher auf ihre Intuition. Viel zu oft verlässt sie sich auch auf Alkohol, Medikamente und Drogen und in diesem Zustand versucht sie San Francisco den Mord ihres Ex-Freundes Paul aufzuklären. In Rückblenden erfährt man auch etwas über ihren ersten großen Fall als Detektivin.

Der ständige Nebel, in dem sich die Hauptfigur durch ihren Drogenkonsum befindet ist in gewisser Weise faszinierend. So zieht sie Schlüsse aus scheinbaren Belanglosigkeiten und stolpert in dem Fall fast zufällig voran. Sie ist aber von einem Kriminalinspektor, der sich regelmäßig einen Cognac genehmigt, um abzuschalten meilenweit entfernt. Claire DeWitt lebt in ihrer eigenen Welt mit ihrer ganz eigenen Philosophie. Man muss es mögen, dass das Buch so ganz anders ist, als ein geradliniger Krimi.

Die Sprache von Sara Gran steht dabei in einem starken Kontrast zur intensiven Gefühlswelt ihrer Hauptfigur. Die Sätze sind kurz und knapp und enthalten selten mehr als einen Nebensatz. Auch die Dialoge sind einsilbig. Es dauert eine Weile sich in den Text einzulesen, aber sobald man im Lesefluss ist, wird man nicht durch ein plötzliches Ausreißen aus der Erzählstruktur gestört. Alles scheint zusammenzupassen und sich am Ende zu einem großen Ganzen zu verbinden.

Erwartet habe ich natürlich etwas völlig anderes, einen Krimi der mit immer wieder neuen Erkenntnissen und Wendungen aufwartet. Letztendlich habe ich ein Buch über eine vielschichte Frau gelesen, die meint am Ende der Welt angekommen zu sein und sich versucht aus dem Strudel, der sie hinunterzieht, zu befreien. Der Charme dieser Frau entspricht so ungefähr dem eines alternden Rockstars aus den Siebzigern, sie ist irgendwie lässig und selbstbewusst, aber auch kaputt und aus einer vergangenen Zeit. Das Buch ist wie eine Momentaufnahme aus dieser Zeit, faszinierend und unwirklich. Das Buch hat mich letztendlich nicht wirklich neugierig auf den Vorgänger gemacht, so dass ich hier drei Sterne vergebe, dafür, dass ich einmal ganz gut unterhalten wurde.
Manuela M., 27.05.2013

Sie suchen einen spannenden Krimi, bei dem ein Mörder gesucht wird und eine Ermittlerin unbeirrt zur Wahrheit
durchkämpft? Dann lassen Sie Ihre Finger bloß von diesem Buch!
Selten wurde in einem Buch ein verquerer Plot gelöst, so viel gekokst und so wenig zielführend ermittelt. Wie im mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichneten Vorgängerbuch „Die Stadt der Toten“ ermittelt auch im zweiten Band wieder Claire DeWitt, die beste Detektivin der Welt. Und dies tut die charismatische Ermittlerin erneut auf die wohl unorthodoxeste Art und Weise, die momentan in einem Roman zu bestaunen ist.
Wie in einem Stream of Consciousness lässt sie sich diesmal durch die verschiedenen Viertel San Franciscos treiben und versucht, dem Tod ihres Ex-Freunds Paul auf die Spur zu kommen. Dieser, ein halbwegs bekannter Gitarrist, wurde in seinem Haus erschossen und nicht nur fünf verschwundene Gitarren lassen Fragen aufkommen.
Claire DeWitt versucht nun dank ihrer eigenwilligen Ermittlungsmethoden, den Mörder Pauls dingfest zu machen. Zudem ermittelt sie im Fall verstorbener Minipferde und muss sich mit weiteren Nebenkriegsschauplätzen auseinander setzen.
Zudem konfrontiert Sara Gran den Leser erneut, wie in „Die Stadt der Toten“, in Rückblenden mit einem Fall aus Claires Jugendjahren. Das ist insgesamt alles andere als übersichtlich, trägt aber auch zur Faszination des Buches bei.

In der momentanen Krimilandschaft dürfte es kaum eine Person geben, die in ihrer Spleenigkeit und ihrer Radikalität an Claire DeWitt heranreicht. Wer, wie eingangs erwähnt, konventionelle Krimis sucht, die im täglichen Leben geerdet sind, der sollte einen möglichst großen Bogen um die Claire-DeWitt-Reihe machen. Alle anderen, die innovative, bunte und überbordende Romane lieben und auch den Gerichtsmediziner Doktor Siri aus der Feder von Colin Cotterill schätzen könnten ruhig einmal in dieses Buch hineinschnuppern. Krimikost abseits des Mainstreams – mir gefällt's!
Marius Müller, 15.05.2013

Was soll ich sagen - die Autorin Sara Gran hat mit ihrer Privatdetektivin Claire DeWitt einen festen Platz in meinem
Herzen erobert. Mit genau dem richtigen Verhältnis zwischen den inneren Seelenqualen einer nicht mehr ganz jungen Frau und einer klassischen Detektivgeschichte arbeitet sich das Buch auf kurzweiligen 360 Seiten bis zu einem versönlichen Ende vor und lässt den geneigten Leser mit einem erheblichen Erkenntnisgewinn zurück.

Zur Story: Claire DeWitts Ex-Freund Paul wird bei einem Raubmord umgebracht und Claire nimmt die Ermittlungen auf. Im Zug derer stellt sie fest, dass sie wohl doch mehr an ihrem ehemaligen Freund gehangen hat, als ihr selber klar war. Zudem wird einer der ersten Fälle aufgearbeitet, an denen sich die junge Claire mit ihren Freundinnen detektivisch betätigt hat und zu allem Überfluss spielt sich eine weitere Ebene des Romans auf einer metaphorisch-spirituellen Ebene ab, die sich zum Glück aber nur schräg anhört, beim Lesen aber großes Vergnügen macht. Nicht nur die Protagonistin, auch sämtliche Nebenfiguren sind liebevoll mit einer manchmal schon überbordenden Detailsversessenheit beschrieben und entführen beim Lesen in einen Mikrokosmos, von dem man nicht sicher sagen kann, ob man traurig oder heilfroh sein soll, ihn nur von außen kennenzulernen.

Das Ganze ist geschrieben in einem furiosen Stil mit lakonischem Furor und den trockensten Witzen, die ich seit langem in einem Roman vorgefunden habe. Dennoch würde ich bestreitien, es hier mit einer Komödie zu tun zu haben. Vielmehr ist die zynische Art der Titelheldin eher Ausdruck einer mit Verve vorgetragenen Wut auf die Welt, die Zeiten, in denen wir leben und die Menschen, die das ganze jeden Tag ertragen müssen. Und sowas liest man bekanntlich viel zu selten.

Alles in allem hat mich das Buch ausnehmend gut unterhalten und zwischen den Leseeinheiten auch eindringlich beschäftigt - schon recht viel für ein seichtes Buch, wie ich finde. Fazit: Sehr zu empfehlen.
mia-w, 26.03.2013
↑ nach oben