Verlagsgruppe Droemer Knaur

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9783426281277
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Hardcover, Droemer HC
02.03.2015, 224 S.

ISBN: 978-3-426-28127-7
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Roman

Leo ist Abiturient und weiß, worauf es im Leben ankommt. Das Boss-Sakko sitzt, der Bizeps ist definiert. Er weiß, auf welchem Parkplatz an der Schule er seinen Wagen abstellen muss, um seine Position in der Rangordnung der Clique zu behaupten, er weiß, mit welchem Mädchen er sich sehen lassen kann. Und er weiß auch, welche Gras-Sorte man auf Koks raucht, um nicht zu kollabieren. Ihm gehört die Welt. Er will nach ganz oben. Wie seine Freunde auch. Gemeinsam und gegeneinander kämpfen sie um die Pole Position und um Perfektion. Als bei einer Jachtparty alte Rechnungen beglichen werden, wird aus dem Spiel um Macht und Prestige bitterer Ernst.

„Subtiler, präziser und kälter als Victor Witte hat in den letzten Jahren wohl niemand das Lebensgefühl einer wohlstandsverwahrlosten, emotional depravierten und moralisch komplett freidrehenden Jugend eingefangen. Wäre Bret Easton Ellis in den Nuller Jahren in der Berliner Peripherie aufgewachsen, er hätte dieses Buch geschrieben.“ Thomas Klupp

„Victor Wittes Roman atmet den Zeitgeist einer ganz neuartigen Generation zwanghaft selbstreflektierter, aber völlig von sich entfremdeter Teenager. Ein Buch wie der erste Orgasmus beim Masturbieren in der Pubertät und das beklemmende Gefühl danach.“ Lars Eidinger

„Ein beeindruckendes Debüt.“ Tom Schilling

Der Autor

Victor Witte

Portrait von Victor Witte

Victor Witte wurde 1988 in Berlin geboren, studierte dort Philosophie und Germanistik und nahm am Autorenkolleg der FU Berlin teil. Seit 2013 studiert...

zum Autor Bücher von Victor Witte

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Pressestimmen

"Dramatisch wie oft der Autor einen wunden Punkt trifft. Man fühlt sich bei der Lektüre dieser Selbstbespiegelungen / = des Protagonisten/ so häufig selbst ertappt, dass man Witte nicht vorwerfen kann, er habe einen Generationenroman schreiben wollen. Es ist viel schlimmer: Man glaubt eine Autobiografie zu lesen. Etwas Echtes."

Die Welt / Ronja von Rönne, 14.03.2015

"Eine sehr spannende Geschichte, die einen Rückblick in die eigene Vergangenheit fördern könnte."

Das Schreibstübchen (Blog), 10.03.2015

Victor Witte ist im Berliner Umland aufgewachsen. In seinem dort spielenden Debütroman "Hier bin ich" seziert er eine degenerierte Generation, der vor lauter Streben nach Status die Menschlichkeit abhanden gekommen ist.

Zitty, 02.04.2015

"...obwohl das alles wirklich unangenehm ist und Leo einfach nur verachtenswert, lässt sich dieses Buch bis zum Schluss – bis zur sich anbahnenden Katastrophe - nicht aus der Hand legen. Der Berliner Jung-Autor Victor Witte holt ein bisschen "American Psycho" nach Zehlendorf. "

Radio Fritz, Berlin, 29.04.2015

"Victor Witte zeigt eine Welt der Äußerlichkeiten, Oberflächlichkeiten, die keine anderen Wert kennt, zu keinerlei Mitgefühl oder echter Emotion fähig ist und sich selbst mit ihrem Narzissmus für das Maß aller Dinge hält. Geht's noch?"

Eselsohr , Juni 2015

"Dem Autoren Victor Witte ist eine kühle Charakterstudie gelungen, die den Leser verstört und nachdenklich zurücklässt. Keine leichte Lektüre, aber ein lesenswerter Roman, der kritisch einige Aspekte unserer gegenwärtigen, westlichen Gesellschaft reflektiert."

Der Evangelische Buchberater, 3/2015

"Als hätte ich zum ersten Mal in einen gesellschaftlichen Abgrund geschaut."

Hessischer Rundfunk, 23.07.2015

"Ein hoffnungsvolles Debüt."

Antenne Brandenburg, 02.07.2015

Dass Witte den sexistischen Blicken und den sich um weibliches Frischfleisch entzündenden Rudelkämpfen der Männer einen derart breiten und gleichsam ironisch gebrochenen Raum zubilligt, zeigt: Hier ist ein wahrer Kulturkritiker am Werk. Sein Debüt erzählt von der Herausforderung der Identitätsfindung im digitalen Zeitalter, wo Pornografie und Körperfetisch die innere Wahrnehmung gänzlich zu besetzen drohen.

ZEIT Online, 06.05.2015

Lesetipps

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Der Debütroman von Victor Witte war für mich eine aufwühlende, intensive Lektüre.
Geschildert werden zwei Tage im Leben des Abiturienten Leonard Baalberg und seiner Clique, die, wie dem Leser schon nach kurzer Zeit klar wird, in eine Katastrophe münden werden.
Für den Ich-Erzähler Leo, der zwar das Abitur, das er gerade schreibt, mit Bestnoten abschließen wird, aber von einer „Reifeprüfung“ meilenweit entfernt ist, sind Äußerlichkeiten und Statussymbole das Wichtigste im Leben. Dies gilt sowohl für die Mitglieder der Clique, von Freunden kann man hier meiner Meinung nach nicht reden, denn zu dem, was Freundschaft ausmacht, scheinen die Protagonisten gar nicht fähig zu sein, als auch für deren Familien. Der schöne Schein, die nach außen sichtbare Hülle, ist das Wichtigste. Diskussionen, Auseinandersetzungen, Reibungspunkte gibt es nicht und solange der Notenschnitt stimmt, wird von den Eltern auch das Verhalten ihrer Kinder nicht hinterfragt.
Die im Roman verwendete Sprache spiegelt dies wieder, Leo beobachtet und bewertet mit oberflächlicher Kälte und reduziert die Menschen in seinem Umfeld nur auf die äußere Hülle.
Mit scheinbar unbegrenztem Zugang zu Geld können sich die jungen Menschen, ohne einen Finger dafür rühren zu müssen, teure Designerkleidung leisten und auch der Zugang zu Alkohol und Drogen ist völlig problemlos möglich.
Der Mangel an Empathie, der echte zwischenmenschlichen Beziehungen unmöglich macht und Mädchen zu Sexobjekten reduziert, führt zu einem Leben, dass bei Leo, dem Schauspielersohn, nur eine Bühne ist, ohne echte Aktionen, ohne eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Zukunft oder gar mit politischen Themen.
Diese Leere, gepaart mit einer unterschwelligen Wut auf alles, entlädt sich am Ende schließlich auf verheerende Weise.
Die Schilderung dieser Wohlstandsverwahrlosung ist präzise und knapp geschrieben und packend zu lesen.
Tina, 26.03.2015

Ich bin nicht sicher, ob ich die richtige Zielgruppe dafür war, andererseits weiß ich auch nicht, wer die Zielgruppe
sein könnte...
Reich, jung und schön - und alle Protagonisten denkbar unsympathisch. Sie definieren sich ausschließlich über Äußerlichkeiten, über das richtige Hemd zur richtigen Hose, die richtige Uhr am Handgelenk (keine angeberische Rolex, sondern eine Glashütte), das richtige Workout, um die Muskeln perfekt hinzubekommen, der "richtige" Parkplatz vor der Schule, das richtig renovierte Elternhaus, die Einladung zu den richtigen Parties... Sie gehen zwar alle noch zu Schule und interessanterweise haben sie auch ziemlich gute Noten (obwohl sie in dem Buch nie lernen), aber auch die sind nur wichtig für den "richtigen" Studienplatz.
Hauptsächlich geht es um Alkohol, Koks, welche Sorte Marihuana sich mit Koks verträgt und auf welches Mädchen man "heute geht". Frauen werden als Objekte beutzt (die Geschichte ist aus der Sicht eines jungen Mannes) und aus Spaß und Drogenrausch auch einmal missbraucht. Etwas, was so nebenbei erzählt wird, aber nicht hinterfragt (und mich schrecklich aufgeregt hat).
Wichtig ist die Rangordnung der Clique und um die wird beinhart gekämpft.
Bei einer Party im Yachtclub kommt es dann zur Eskalation...

Geschrieben ist das Buch stimmig aus der Sicht von Leo, der Hauptfigur. Sprache, Stil, Denkweise - alles passt. Die Perspektive der Elterngeneration existiert nicht (dafür ist der Autor vermutlich auch zu jung), Erwachsene bleiben generell blass und unfasslich. Ebenso die Mädchen der Clique.

Fazit: Ein "Entwicklungsroman", geschrieben von einem sehr jungen Mann, der minutiös und stimmig genau das beschreibt, was er kennt. Nicht mehr, nicht weniger. Mit zusätzlicher Lebenserfahrung wird sich dann auch hoffentlich die Perspektive erweitern, denn schreiben kann Victor Witte.
lolarennt, 23.03.2015
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