Verlagsgruppe Droemer Knaur

So liest man heute.

Ocean King

9783426300732
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Klappenbroschur, Droemer TB
01.06.2015, 224 S.

ISBN: 978-3-426-30073-2
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Was einer unter Deck erleben kann

Slimane Kader träumt von einem Leben jenseits der Tristesse der Pariser Vorstädte. Deshalb heuert er auf der Ocean King, einem Kreuzfahrtriesen, an. Es geht in die Karibik: Auf dem Sonnendeck genießen 6000 Touristen die Aussicht und das Leben – unter Deck schuften 2000 Arbeitskräfte für deren Wohlergehen. Kader beginnt seine Karriere ganz unten als Handlanger. Doch er lernt schnell. Mit einer gehörigen Portion Glück und Unverfrorenheit ergattert er gegen Ende der Reise einen Job, der ihn aufs Sonnendeck bringt. Jetzt ist er der Ocean King! Kaders Erlebnisse sind eine freche, temporeiche und humorvolle Begegnung mit den Auswüchsen des Massentourismus. Und sie sind eine Parabel auf den Zustand unserer Welt: Wir sitzen alle im selben Boot – aber die einen auf einem Liegestuhl, die anderen auf der Ruderbank.

Die Autorin

Slimane Kader

Portrait von Slimane Kader

Simane Kader, Jahrgang 1985, ist ein junger Franzose mit algerischen Wurzeln. Seit seinem Debut mit dem autobiographischen Roman "Wam" gilt er als...

zur Autorin Bücher von Slimane Kader

Pressestimmen

"Slimane Kader hat Paris satt. Also heuert er auf einem Kreuzfahrtschiff an und schippert mit etwa 6000 Touristen in die Karibik. Was sich hinter den Kulissen dieses Urlaubstraums abspielt, beschreibt er amüsant in diesem Buch."

traveller, 01.06.2015

"Ein böses Buch über die Wahrheit unterhalb der Wasserlinie und weit entfern von den Lichtstrahlen der Bullaugen ist dieses Buch eine unterhaltsame und gleichzeitig kritische Lektüre, die am besten auf dem Oberdeck eines Kreuzfahrtschiffes genossen wird, vorsichtshalber aber erst nach dem ihr Schiff den Hafen verlassen hat, sie möchten sonst vielleicht von Bord gehen."

blogg.de, 31.05.2015

"Der flapsige Tonfall des Buches passt zum Protagonisten, die Geschichte ist humorvoll erzählt und liest sich flott weg. Trotzdem kommt der Ernst der Arbeitssituation im Bauch des Kreuzfahrschiffs nicht zu kurz und wird beim Lesen greifbar. Ein Ozeanriese ist wie eine kleine Stadt, jedoch treten hier die Unterschiede zwischen Oben und Unten noch krasser zutage als an Land. Ein wichtiges Buch, das zeigt, wie es auf dem Traumschiff wirklich zugeht. "

Buchblinzler, Petra Samani, 01.06.2015

"Wer eine Kreuzfahrt plant, sollte unbedingt vorher dieses Buch lesen! Man wird die Angestellten danach mit anderen Augen sehen und hoffentlich besser behandeln!"

vonmainbergsbuechertipps

"Slimane Kader schreibt authentisch, humorvoll, glitzert mit Wortwitz in spritzigen Dialogen, die in eigentümlichem Pidgin geführt werden, einer Sprache, die nur auf die Bedürfnisse der Arbeit und der Befehle reduziert ist, und erzählt von der Absurdität, monatelang auf dem Meer zu arbeiten, ohne es je sehen zu dürfen. Normalerweise hat man unter solchen Bedingungen kaum Kraft zu schreiben. Es gibt inzwischen etliche, zum Teil unendlich öde Texte, die vom Luxusdeck der Kreuzfahrtschiffe erzählen, von Autoren, die sich üblicherweise einladen lassen haben, sich im eigenen Circle ein wenig über andere Touristen lustig zu machen. Slimane Kaders Text ist im Vergleich tausendmal aufschlussreicher, poetischer und spannender." Annemarie Stoltenberg <br /> <br />

NDR, Matinée, 16.06.2015

"Dieses Buch ist der absolute Knaller und hält dem Massentourismus den Spiegel vor. Das Buch ist so genial geschrieben, dass man denkt, mit Slimane Kader direkt an Bord zu sein. Eigentlich könnte man sich totlachen, wenn es nicht wirklich so wäre."

Fachbuchkritik, Juni 2015

"Herrlich selbstironisch und gleichzeitig sehr berührend (....) Ein unglaublich ehrliches und lesenswertes Werk über das wahre Leben auf dem Traumschiff."

People, 11.06.2015

"Kaders Erlebnisse sind eine freche und temporeiche Begegnung mit den Auswüchsen des Massentourismus und zugleich ein ironischer Blick auf den Zustand unserer Welt: Wir sitzen alle in einem Boot. Nur - die einen liegen auf dem Sonnendeck und die anderen rackern auf den Ruderbänken."

lesen-oder-vorlesen.de, 17.06.2015

"Ein leicht zu lesendes Buch, vor alle für alle, die gerne auf Kreuzfahrtschiffen ihren Urlaub verbringen, aber nicht nur für die!"

Kristine liest (Blog), 25.06.2015

"Lehrstück über die globalisierte Welt des Kapitalismus"

Spiegel , 27.06.2015

"ein witziges, gut lesbares Buch aus der 'wunderbaren' Welt der Tourismusbranche."

Xing.com, 28.05.2015

"Kaders Erlebnisse sind eine freche und temporeiche Begegnung mit den Auswüchsen des Massentourismus und zugleich ein ironischer Blick auf den Zustand unserer Welt."

SFBasar.de, 22.05.2015

"Für die immer mehr werdende Zahl an Kreuzfahrt-Touristen (...) und auch noch nicht Cruiser eine lustige, spannende und wahre Geschichte. (...) Kaders Erlebnisse sind eine freche, temporeiche und humorvolle Begegnung mit den Auswüchsen des Massentourismus."

Lebensart im Norden, Juni 2015

"ein verwirrend-spannender Doku-Roman"

cruisetricks.de, 12.07.2015

"Unbedingt lesen!"

schiffsjournal.de, 03.07.2015

"In seinem literarischen Erfahrungsbericht `Ocean King` gibt Kader überraschende Einblicke in die Eingeweide einer schwimmenden Stadt und schildert mit viel Humor die Auswüchse des Massentourismus."

stern, 20.08.2015

"Slimane Kaders autobiographischer Roman schildert humorvoll und stets unterhaltsam den Alltag im Bauch der Kreuzfahrtschiffe und wie sehr sich dieser in der Unterwelt, wo für wenige Euros am Tag gearbeitet wird, von der Oberwelt, wo alles blitzt und blinkt, unterscheidet. Er beschreibt dabei erstaunlich präzise soziale Hierarchien und bleibt doch stets vergnügt im Tonfall. Ein überraschend temporeicher Blick aus erster Hand vorbei an der verchromten Fassade der Kreuzfahrtindustrie, hinein in all ihre Abgründe mit all ihren großen und kleinen Gemeinheiten."

Augsburger Allgemeine, 18.08.2015

"Mit ironisch-bösem Blick beschreibt er seinen Aufstieg in der Hierarchie des Schiffs, das so hoch ist wie der Plattenbau, aus dem er stammt. Eine Kritik am Massentourismus, vorgetragen mit der rauen Stimme der Banlieue."

Geo Saison, 01.09.2015

"Spannend, beängstigend, humorvoll."

Wasserburger Zeitung, 05.09.2015

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Was einer unter Deck erleben kann

Der Joker und die Fatties.

Inhalt:
In dem autobiographische Roman erzählt der Protagonist wie er als "Mädchen für Alles" auf einem Kreuzfahrtschiff anheuert und sich im wahrsten Sinne von "ganz unten" hochgearbeitet hat; er berichtet von den Aufgaben, die er erledigt hat, weil diese halt eben anfallen, um den "crocstragenden Fatties" einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Auch von seinen "Kollegen" unter Deck berichtet er.
Bei seinem "Werdegang" kommt ihm auch schon Mal der Zufall zu Hilfe: Manchmal muss man auch einfach Glück haben und in einer Situation das "richtige" tun; und plötzlich ist man "jemand, der für die Firma [hier die Kreuzfahrtgesellschaft] valuable ist. Diplomatisch und mutig." (S. 210) und plötzlich bieten sich somit die besten Aufstiegschancen.

Meine Meinung:
Das stilisierte Cover des turmhohen Ozeandampfers mit den vielen, vielen Decks der Passagierkabinen gefällt mir sehr gut und ich finde es sehr gut passend zu dem Roman.

Meine Erfahrung war, dass ich anfangs etwas Eingewöhnungszeit benötigte, um sich in den Stil des Roman mit dem "verhunzten" Englisch einzulesen.

Der Autor beschreibt umgangssprachlich, teilweise mit sehr deftiger Wortwahl, und mit sehr trockenem Humor; Situationen beschreibt er schonungslos, nichts wird schöngeredet.

Ein sehr gutes Gespür Situationen zu erfassen und zu erzählen zeichnen, meiner Ansicht nach, den Autor aus:
"In der Kabine richten sich der Rotschopf und der Wasserbüffel in ihren Betten auf. Ohne zu protestieren. Sie starren mich hasserfüllt an. Ich raube ihnen den Schlaf, nicht Popeye, obwohl er es ist, der schreit. Er ist nur die Folge. Ich bin die Ursache. Wie bei einem Attentat - niemand ist auf die Bombe böse, aber alle auf den Typen, der sie zündet." (S. 48).

Zu der Buchbeschreibung gemäß der Umschlaginnenseite
"... eine freche, temporeiche und urkomische Begegnung mit den Auswüchsen des Massentourismus und zugleich ein ironischer Blick auf den Zustand unserer Welt: Wir sitzen alle in einem Boot. Aber die einen liegen auf dem Sonnendeck, und die anderen rackern auf den Ruderbänken."
passt auch die Aussage im Nachwort des Verlegers
"... weil es ganz einfach absurd ist, viele Wochen auf dem Meer zu verbringen, ohne je das Meer zu sehen."

Fazit: Lesenswert!

4 Sterne (von max. 5 Sternen)
kvel, 18.07.2015

„Avec vue sous la mer“ - das ist der Titel der Originalausgabe dieses Romans von Slimane Kader, und das ist die
Position, die sich Wam, der Held dieser Geschichte, für sein Leben wünscht als er auf dem Luxusliner „Ocean King“ anheuert, der 6000 Touristen durch die Karibik schippert. Er will der bedrückenden Aura der Pariser Vorstädte entfliehen, will dahin wo Sonne und Palmen glitzernden Wohlstand und Überfluss versprechen, will eine Welt voll Unbeschwertheit und Müßiggang erobern.
Aber dieser Kreuzfahrtriese, der seinem Namen mit königlicher Größe alle Ehre macht, hat nicht nur 6000 Passagiere an Bord, die genussvoll schwelgend ihre Urlaubstage in der Bläue der Karibik verbringen, sondern hält in seinem Bauch 2000 Arbeitskräfte bereit, die ständig im Einsatz sind, um den reibungslosen Ablauf des High Society Programms zu gewährleisten. Das sind die, denen man für die Dauer ihrer Arbeitszeit die Pässe weggenommen hatte, damit sie dem wellenpflügenden Moloch bis zum Ende der Fahrt zu Diensten sein mussten, weil sie ihre Papiere erst dann zurück bekamen, wenn der Luxus-Gigant sein endgültiges Ziel erreichte und alle Menschenfracht ausspie.

Die Fatties – wie die Touristen auf Grund ihres meist offensichtlichen Übergewichts genannt werden – bevölkern die Decks mit verzogenen, kreischenden Kindern, bequemen, ausladenden Sonnenliegen, die den sorgfältig eingeölten, von kosmetischen Operationen mühsam in Form gehaltenen Körpern eine bequeme Unterlage bieten und lassen keinen ihrer Ansprüche ungenutzt. Warum auch, wenn ein Fingerschnippen eine ganze Hierarchie von Untergebenen auf den Plan zu rufen vermag, denen nichts mehr eingebleut wurde, als absolutes touristisches Wohlbefinden zu erzeugen, damit die existenzsichernden Lobeshymnen, auf welche die Schifffahrtsgesellschaft angewiesen ist, nicht abreißen.
In diesem perfekt funktionierenden Räderwerk unten in schweißüberströmender, geschäftiger Tiefe hat jeder seinen Platz. Eine Armada von Bediensteten, vom Koch bis zur Revue-Tänzerin, vom Mechaniker über Wäschereihelfer, Oberkellner und Gigolos sind Menschen verschiedenster Nationalitäten hier gelandet, um Geld zu verdienen, ihren ärmlichen Verhältnissen in der Heimat zu entfliehen und vielleicht eines Tages den Schritt aus dem Bauch heraus an Deck, ans Tageslicht zu schaffen. Aber bis dahin gelten die Gesetze einer dunklen Arbeitswelt, die mit hohem Gewaltpotential, Angst und Neid dafür sorgt, dass Niemand diesem Kastensystem entfliehen kann, dass jeder „funktioniert“ und sich vertragsgemäß abrackert. Aber in allem Schweiß und erstickender Hitze gibt es doch das Gefühl einer Solidarität, die ab und zu das gemeinsame Schicksal spüren lässt und dadurch das Negative zu neutralisieren versteht.
Wams Position könnte man mit einer Portion Ironie als die facettenreichste innerhalb der „Bauchbesatzung“ bezeichnen – er ist ein „Joker“ - ein Mann für
Brilli, 29.06.2015
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