Verlagsgruppe Droemer Knaur

So liest man heute.

Glorreiche Zeiten

9783426281291
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Hardcover, Droemer HC
02.11.2015, 512 S.

ISBN: 978-3-426-28129-1
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Roman

Kate Atkinsons großer Roman über das Drama des 20. Jahrhunderts – Platz 1 der „Times“-Bestsellerliste.
Was bleibt von einem Menschen und seinen Möglichkeiten? Zwischen den Weltkriegen erlebt Teddy Todd, geboren 1914, eine idyllische ländliche Jugend auf dem Anwesen seiner Familie nahe London. Mag sein, dass er, der charmante Naturfreund und Möchtegern-Poet, mit seiner Sandkastenliebe Nancy einst eine Tochter haben wird (die er nicht versteht und die ihn nicht versteht). Und vielleicht wird die Tochter ihm eine Enkelin schenken, die alle Enttäuschungen wettmacht. Zuvor aber kommt der Krieg ins Spiel, und Teddy Todd hat als todesmutiger Kampfpilot fast tagtäglich die Städte Hitlerdeutschlands zu bombardieren …
Ein Roman über den heroischen Alltag eines wunderbar normalen Mannes; ein Buch voll hintergründigem Witz, das sich anfühlt wie vier Generationen gelebtes Leben.
„Für mich ist diese feinsinnige, dramatische und bewegende Familiensaga aus England eines der besten Bücher des vergangenen Jahres.“ Brigitte

Leselounge

Die Autorin

Kate Atkinson

Portrait von Kate Atkinson

Kate Atkinson wurde bereits für ihren ersten Roman "Familienalbum" mit dem renommierten Whitbread Book of the Year Award ausgezeichnet. Mittlerweile...

zur Autorin Bücher von Kate Atkinson

Pressestimmen

"Ausgezeichnete Fabulierkunst. (...) Kate Atkinsons Roman 'Glorreiche Zeiten' darf man diesen Winter nicht auslassen. Ein hochliterarischer Tanz mit dem Plot, der einem als Leser herausfordert und erfreut zugleich."

Unicum.de, 02.11.2015

"Atkinson schafft es, zu Tränen zu rühren und gleichzeitig mit feinem und teilweise auch etwas bösem Humor zu begeistern. (...) 'Glorreiche Zeiten' ist eine wirklich stimmungsvolle und tiefgründige Familiensaga!"

Buchwurm.info, 01.11.2015

"(...) ein stimmiges Buch, das eine interessante Familiensage vor historischem Hintergrund liefert."

vaupels-boersenwelt.de, 18.11.2015

"Der neue Roman Glorreiche Zeiten von Kate Atkinson ist zugleich Familiensage und ein Porträt des 20. Jahrhunderts. (..) Sie schildert eindrucksvoll die Leiden des zweiten Weltkriegs, wirft Fragen nach der Schuld und dem Schicksal des Einzelnen auf und das alles - wie gewohnt - mit einer großen Portion britischem Humor."

lebenmitstil.at, 04.12.2015

"Mit viel Tiefgang und unverwechselbar britischem Humor."

Tina, 02.12.2015

"'Atkinson versteht es, einen zu rühren. Sie scheut sich nicht davor und versteht sich darauf, die entsprechenden Knöpfe zu drücken. Und tritt dann wieder einen Schritt zurück, gelegentlich bis zu offensichtlicher Selbstironie (...)"

Frankfurter Rundschau, 15.12.2015

"Kate Atkinson sorgt mit ihrem Schreibstil und ihrer Erzählart für einen Sog, der meine Konzentration sehr beansprucht, mich zu eigenen Gedanken herausfordert und mich häufig nicht zum Schlafen kommen lässt."

mh-hannover.de, 06.12.2015

"Der neue Roman von Kate Atkinson ist zugleich Familiensaga und ein Porträt des 20, Jahrhunderts. Dabei springt Atkinson zwischen den Zeiten und Generationen, ohne den Faden zu verlieren. Sie schildert eindrucksvoll die Leiden des Zweiten Weltkriegs, wirft Fragen nach der Schuld und dem Schicksal des Einzelnen auf und das alles - wie gewohnt - mit einer großen Portion britischem Humor."

Buch-Magazin, Dezember 2015

"Neben der Familiengeschichte liegt ein großer Schwerpunkt auf dem Bomben-Geschwader. Detailliert und sehr überzeugend beschreibt die Autorin die Arbeit und die Schrecken der Royal Air Force und was Teddy nach dem Trauma weiter am Leben hält. Ein tragischer und packender Roman mit einem überraschenden Ende, das die gesamte Geschichte noch einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt."

People, 17.12.2015

"Ein hervorragender Roman über historische Ereignisse, die uns bis heute beeinflussen, voller Lebendigkeit und Phantasiereichtum, intellektuell, aber nicht verstiegen. Eine Könnerin erster Güte ist sie."

BuchMarkt, 01.01.2016

"Gekonnt beschreibt Atkinson auch, wie lieblos die dauernd gereizt wirkende Viola ihren alternden, dann hochbetagten Vater schurigelt, wie die Sprachlosigkeit zwischen Vater und Tochter jedes Beisammensein der beiden verdirbt. Da gibt es bizarre, mitunter auch komische Szenen, die lebensnah zeigen, was geschieht, wenn alte Leute sich in ihrer letzten Lebenszeit gegen distanzlose und unbewusst rachelüsterne Kinder zur Wehr setzen müssen."

SWR2 - Die Buchkritik, 12.01.2016

"Nachkriegsengland selbst erscheint als Land, das den Krieg zwar gewonnen, aber sich selbst verloren hat. Doch die Autorin behält sich vor, mit Humor und literarischen Volten, die hier nicht verraten werden dürfen, die Phantasie der Leser auf neue Fährten zu lenken. Sie setzt darauf, dass Erinnerung, Geschichte und vor allem Literatur Konstruktionen sind, die immer auch unerwartete Möglichkeiten, Vexierbilder bereithalten, und ihr neuer Roman geht souverän damit um."

neue-buchtipps.de, 05.01.2016

"Für mich ist diese feinsinnige, dramatische und bewegende Familiensaga aus England eines der beste Bücher des vergangenen Jahres und sollte auch 2016 gelesen werden."

Brigitte-Bücher , 05.01.2016

"Atkinson ist eine grossartige Erzählerin und bringt mit britischem Humor und mit viel Liebe zum Detail ein Portrait des 20. Jahrhunderts in dieses berührende Familiengeschichte ein."

Sempacher Woche/Luzerner Rundschau, 01.06.2016

Rezensionen

Das Buch erzählt von Tedd, einem Engländer. Man erlebt seine Jugend, seine Beziehung zu seiner Mutterund
seinem Vater, seiner Frau Nancy, seiner Tochter Viola und auch als liebevollen Großvater.
Man begleitet Tedd bei seinen Reisen durch Europa, vor dem 2. Weltkrieg als Vagabund,während des Krieges als Bomberpilot und nach dem Krieg als Familienvater und Großvater bis zu seinem Lebensende im Pflegeheim.
Das Buch ist keine leichte Lektüre, da die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird. Zwischendurch war mein Durchhaltevermögen doch echt gefordert, obwohl das Buch mir an sich gut gefallen hat, aber der ständige Wechsel in die Vergangenheit im Laufe der Geschichte war doch etwas verwirrend.
Christel70, 05.02.2016

Das Buch umschreibt die Lebensgeschichte von Teddy Todd von seiner Kindheit bis zu seinem Tod. Nach behüteter
Kindheit und Jugend als Weltverbesserer wird Teddy Kampfpilot im 2. Weltkrieg. Diesem Kapitel seines Lebens wird viel Platz eingeräumt. Er heiratet seine Sandkastenfreundin, bekommt eine Tochter, zu der sich sein Verhältnis schwierig gestaltet. Erst bei seinen Enkeln kann er sich entspannt zurücklehnen.
Nun wird diese Lebensgeschichte nicht chronologisch dargestellt, sondern ständig durch Rückblenden und Blicke in die Zukunft unterbrochen.
Andauernd, sogar innerhalb eines Satzes und dort wiederum in Klammern wurde
der Lesefluss für mich gestört, und ich fragte mich ständig, ob die Autorin ihre Leser provozieren will. Nichts gegen Lektüre auf hohem Niveau, wenn es aber nur noch anstrengend ist, das Buch zu lesen, dann kann ich es nicht weiter empfehlen.
leserin, 20.11.2015

Das Buch erzählt das Leben Teddy Todd, der 1914 geboren wird und 2012 stirbt. Dazwischen liegen seine Kindheit, in der
er schon mit 3 seine spätere Frau Nancy kennenlernt und sich ansonsten mit seiner Tante Izzy und seinen Geschwistern (vor allem seinen Schwestern) rumschlagen muss. Zu seinem Leben gehört aber auch seine Zeit im 2. Weltkrieg als Pilot der Royal Air Force, die Zeit davor, in der er Europa, vor allem Frankreich für sich entdeckt. Die Zeit nach dem Krieg, als er mit der Geburt von Viola erst Vater und dann Jahre später Großvater wird. Es ist fast ein Jahrhundert, das man mit Teddy erlebt und es sind bewegte Zeiten, politisch wie privat.

Das Buch gibt sehr umfassende Einblicke in die jeweiligen Zeiten, wobei es leider nicht chronologisch vorgeht. Durch die Überschriften bekommt man zwar mitgeteilt, in welcher Zeit man sich befindet, aber oft erzählt sich dann eine Episode quasi von selbst weiter, indem also der Erzähler weiter erzählt, wie Teddy diese Episode irgendwann mal erzählt, was einer seiner Nachfahren dazu denkt,... Die ersten Male hat das dazu geführt, dass ich die Episode noch einmal lesen musste, weil ich nicht sicher war, ob ich irgendwo den Anschluss verpasst habe. Dazu kommt, dass gerade am Anfang Teddys recht große Familie eingeführt wird und gleichzeitig auch schon Figuren der Zukunft eine Rolle spielten, die ich kaum einordnen konnte. All das hat dazu geführt, dass die ersten ca. 100 Seiten für mich sehr mühsam waren. Leider kam so erst mal nur wenig Lesevergnügen auf.

Eine andere Sache, die mir allerdings nur am Rande aufgefallen ist, ist, dass einige Personen und mit ihnen zusammenhängende Begebenheiten oft mehrfach erzählt werden, nämlich einmal ausführlich und einmal in Kurzform. An sich fand ich die Kurzfassungen nicht schlechter als die ausführlichen Fassungen, nur wenn dann z.B. bei der Kurzfassung der Name der Person nicht genannt wird, obwohl in der langen Fassung ca. 150 Seiten vorher die Person ausführlich vorgestellt und das Ereignis beschrieben wurde, habe ich mich schon gefragt, ob das ein Stilmittel sein soll.

Die Protagonisten haben alle ihre Ecken und Kanten, manche auch ausgeprägte Macken. Allerdings gibt es bei so ziemlich allen auch eine plausible Erklärung, warum sie sind, wie sie sind. So wurden mir manche auch mit der Zeit sympathisch, nur bei Viola war das nur bedingt der Fall. Auch wenn es gerade bei ihr gute Gründe hat, warum sie ist, wie sie ist, kreist sie nur um sich selbst und behandelt selbst ihre Kinder ganz furchtbar.

Das Ende des Buches ist auf eine gewisse Weise abzusehen, allerdings fand ich die Umsetzung wieder sehr schwierig zu lesen. Laß sich das Buch bis dahin recht flüssig, habe ich zum letzten Kapitel keinen Zugang entwickelt. Dabei ist das Buch an sich ein spannender Eindruck von Zeitgeschichte, die Deutschland wie England betrifft und das darüber hinaus noch einiges bietet.
Schaefche, 10.11.2015

Teddy Todd wächst behütet als Lieblingskind seiner Mutter auf dem Land auf. Als der 2. Weltkrieg ausbricht,
meldet er sich als Bomberpilot und fliegt nach seiner Ausbildung Bombenangriffe auf Deutschland und seine Zivilbevölkerung. Für seine Taten erhält er diverse Orden, doch sie prägen ihn auch den Rest seines Lebens.

"Glorreiche Zeiten" ist ein Episodenroman, der die Familiengeschichte um Teddy in unchronologischen Einzelepisoden aus verschiedenen Sichtweisen erzählt und doch durch Vor- und Rückblenden ein eng gewobenes Gesamtbild vermittelt. Man hat Teil an Teddys Leben von seiner Kindheit bis zu seinem Tod. Die Beziehungen werden beleuchtet durch Episoden aus der Sicht vor allem seiner Tochter Viola und der Enkel Bertie und Sunny. Nicht selten ist dabei tragisch, welche Missverständnisse und Unwissenheiten zu Entfremdungen führen. Neben der Familiengeschichte ist das zentrale Thema die Bombenfliegergeschwader. Laut Nachwort war es der Autorin ein Anliegen, ein Buch zum diesem Thema zu schreiben, sie bietet im Nachwort noch umfangreiche Informationen.

"Glorreiche Zeiten" ist keine leichte Lektüre; nicht, weil es übermäßig grausam ist (ganz im Gegenteil ist der Erzählstil ähnlich dem Charakter des Protagonisten eher stoisch), sondern weil es anspruchsvoll ist und viele inhaltliche Verweise enthält (bspw. auf Inspirationsquellen der Autorin). Auch ist mir unklar, ob es zum Verständnis besser gewesen wäre, vorher "Die Unvollendete" (das von Teddys Schwester handelt) gelesen zu haben. Die Autorin schreibt jedoch, dass es sich bei "Glorreiche Zeiten" nicht um einen Nachfolge-, sondern eher um einen Begleitband handelt. Dementsprechend scheint Vorwissen aus dem ersten Band nicht nötig.

Teddys Geschichte, und auch die seiner Familie, konnte mich packen, interessieren und mitleiden lassen. Leider bleiben gerade die konkreten Folgen von Teddys Zeit beim Bombengeschwader im Dunklen, weil es in der Familie eine Art Schweigeübereinkunft gibt und es die Kinder und Enkel später nicht interessiert. Das Buch zeigt auch auf eindrucksvolle Weise, wie schlecht sich Generationen gegenseitig verstehen und die gegenseitigen Leben als uninteressant abtun und ihr eigenes Leben als einzig idealen Weg ansehen. Die Wendung am Ende hat mich sehr überrascht und den gesamten Roman noch einmal komplett umgedreht, sodass man die Geschichte aus einer völlig neuen Perspektive betrachtet. Die Leichtigkeit, mit der die Autorin dies tut, finde ich fast am beeindruckendsten.

"Glorreiche Zeiten" ist ein lesenwertes, anspruchsvolles Buch, das einen eher wenig beachteten Aspekt des Zweiten Weltkriegs beleuchtet und ein klares Plädoyer gegen Krieg ist, das heute genauso aktuell ist wie es schon vor Jahrhunderten und Jahrtausenden gewesen wäre.
anushka, 07.11.2015

Im Roman Gloreiche Zeiten beschreibt Kate Atkinson detailverliebt die Höhen und Tiefen des Protagonisten Teddy
Todd.
Die Handlung findet im 20. Jahrhundert statt. Der Leser begleitet Teddy als Kind, Jugendlichen und Erwachsenen durch sehr unterschiedliche Phasen seines Lebens. Als Kind auf der englischen Farm Fox Corner, als reisenden Poeten in Europa und als Bomberpilot im Krieg. Nachdem er, wider seinem Glauben, den Krieg überlebt, gründet er mit seiner ersten Liebe eine Familie, wird Vater und später Großvater.

Atkinson erzählt die Geschichte nicht chronologisch, was den Leser vor die Herausforderung stellt ein hohes Maß an Aufmerksam bereit zu halten. In den einzelnen Zeiten erwähnt Sie, was noch kommen wird und verlangt kurze Zeit später vom Leser, sich an erzählte Details zu erinnern.
Die Liebe zum Wort ist ihr deutlich anzumerken. Sie schreibt wortgewandt, nutzt jedoch ab und an Worte die Nicht-Literatur-Studenten im Duden nachschlagen müssen.

Atkinsons Roman ist ein Buch, welches eine gewisse Konzentration und zeitweise Durchhaltevermögen fordert. Bringt man beides mit, führt es einem Gefühle und Probleme einer nicht sehr weit entfernten Vergangenheit vor Augen, die man sich heutzutage kaum vorstellen kann.
Birne, 02.11.2015

Blumiger, gefühlvoller Gesellschaftsroman, der in der Kriegszeit spielt. Kurzweilig und lesenswert!

marlehnchen, 02.11.2015

Alles da, was einen guten Roman ausmacht. Kate Atkinson schafft es auch in ihrem neuesten Roman 'Glorreiche Zeiten'
wieder eine fesselnde Familiengeschichte aus verschiedenen Perspektiven und vor dem Hintergrund des 2. Weltkrieges zu schreiben. Auch wenn man den "Gefährten-Roman" 'Die Unvollendete' nicht kennt, kommt man hier voll auf seine Kosten:
Man wird mitgenommen auf eine Reise durch das 20. Jahrhundert, mit allen Höhen und Tiefen.
Man "switcht" mit den Charateren auf sprachlich hohem Niveau im vergangenen Jahrhundert hin und her. Die vielen, kleinen, beiläufigen Vor- und Rückblenden lassen glauben, man wisse eh schon, was aus Teddy Todd und seiner Familie denn so wird - und wird eines Besseren belehrt!
Was mir beim Lesen am meisten Vergnügen bereitete, war die sprachliche Schärfe, der teilweise böse Humor mit unterschwelliger Gesellschaftskritik - nicht eine Sekunde Langeweile.
sieliestmit, 01.11.2015

„Glorreiche Zeiten“ von Kate Atkinson ist ein mitreißender Roman, der durch interessante Charaktere
und verblüffende Wendungen überzeugt.
Der Roman erzählt die Geschichte von Teddy Todd und seiner Familie bis hin zu seinen Enkelkindern. Dabei geht die Autorin jedoch nicht chronologisch vor, sondern berichtet episodenhaft mit Rückblicken und Ausblicken in die Zukunft. Diese in der Zeit springende Erzählstruktur wirkte auf mich ein wenig störend, aber man gewöhnt sich schnell daran. Zusätzlich erlebt man bestimmte Geschehnisse im Verlauf des Romans noch einmal aus einer anderen Perspektive, was nach und nach Zusammenhänge offenbart. Im gesamten Roman wird Atkinsons Liebe zum Detail deutlich, die sich auch in literarischen Zitaten und malerischen Naturbeschreibung zeigt.
Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen von "Glorreiche Zeiten" und würde das Buch jedem Fan von komplexen Figuren und unerwarteten Zusammenhängen empfehlen.
Luisa Orbeck, 01.11.2015

Wir begleiten Tedd, einen jungen englischen Mann durch sein Leben. Wir erleben seine Jugend auf der englischen Farm
" Fox Corner", seine Beziehung zu seiner Mutter, seiner Frau Nancy, die etwas verzwickte und komplizierte Beziehung zu seiner Tochter Viola und wir erleben ihn als liebevollen Großvater.
Kate Atkinson nimmt uns mit durch die Zeit, wir begleiten Tedd bei seinen Reisen durch Europa, vor dem 2. Weltkrieg als Vagabund,während des Krieges als Pilot und nach dem Krieg als Familienvater und Großvater.
Mit dem Leben ist der Tod verbunden, wir gewinnen und verlieren, wir lernen Menschen kennen und wir verabschieden uns von ihnen.
Doch welche Spuren hinterlassen wir bei jedem Einzelnen im Leben?
Ein melancholischer Roman für die Herbstzeit, sich daran zu erinnern, was im Leben wirklich wichtig ist.
eliasfahrer, 01.11.2015

Inhalt und Eindrücke

England in den frühen 1920er Jahren: Der Junge Edward „Teddy“ Beresford Todd wächst mit seinen Geschwistern in Fox Corner – dem Landhaus seiner Eltern behütet auf. Er interessiert sich schon früh für die ländliche Umgebung, liebt die Natur und ist außerdem ein großer Hundefreund. Seine Eltern, der Banker Hugh und die überaus charismatische Sylvie haben keine wirtschaftliche Not und versuchen, ihren Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Doch wer glaubt, mit diesem „Einstieg“ in eine fortlaufende, chronologische Lebensgeschichte abtauchen zu können, wird schon im nächsten Kapitel eines Besseren belehrt: Atkinson springt in ihrem Roman „Glorreiche Zeiten“ munter nicht nur in der Zeitgeschichte, sondern auch zwischen den Hauptpersonen hin und her. Während ein Kapitel Teddys früher Jugend gewidmet ist, findet sich der Leser im nächsten Abschnitt 55 Jahre später bei dessen Tochter Viola wieder, die, selber nunmehr Mutter zweier kleiner Kinder, versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Doch damit nicht genug: Auch innerhalb der Kapitel gibt es immer wieder Einschübe aus Vergangenheit und Zukunft, viele Sätze sind oftmals noch gespickt mit in Klammern gefassten, zusätzlichen Kommentaren. Dieser Schreibstil ist - zumindest zu Anfang – reichlich irritierend und der Roman lässt sich nicht unbedingt nebenbei lesen. Das Interessante daran ist, dass sich die Kapitel erst im Kopf des konzentrierten Lesers in die richtige Reihenfolge fügen und manche Geschehnisse und Erlebnisse der Personen dadurch erst später einen Sinn ergeben. Angefangen bei der Generation von Teddys Eltern, über Teddy und seine Tochter Viola bis hin zu deren Kindern Sunny und Bertie: die Handlung des Buches erstreckt sich dabei über etwa100 Jahre und 4 Generationen. Die Stationen in Teddys Leben, so zum Beispiel die Zeit als Bomberpilot bei der Royal Air Force (RAF) im zweiten Weltkrieg, die Ehe mit seiner Sandkastenliebe Nancy und Geburt der Tochter Viola bis hin zu dem Rentner Teddy, der in ein betreutes Wohnen zieht – alle Abschnitte werden von einer unglaublichen Vielzahl von Charakteren begleitet. Es gibt dabei natürlich einige Menschen, die eine lange Zeit größere Bedeutung für den Protagonisten Teddy haben. Seine 4 Jahre ältere Schwester Ursula beispielsweise, die ihm bis zu ihrem Tod immer eine enge Vertraute ist und auch seine Ehefrau Nancy, die Teddy ebenfalls bereits von Kindesbeinen an kennt. Der Leser lernt aber ebenso kurzzeitige Weggefährten kennen wie einige von Teddys Kameraden im Krieg oder auch ein paar flüchtige Affären. Auffällig ist hierbei, dass beinahe das ganze Leben der Hauptfigur von vierbeinigen Gefährten begleitet wird: so kommen im Laufe seines Lebens, vom Kindesalter bis zu seinem
immchen, 31.10.2015

Die Familiensaga um Teddy Todd zeichnet ein anschauliches Bild des zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit aus Sicht
eines britischen Bomberpiloten und beleuchtet dabei geschickt den Wandel der Zeit mit seinen zahlreichen Veränderungen, die erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft haben und ihre Auswirkungen auf eine Familie. Die Charaktere sind vielschichtig, einige bleiben ungreifbar (z.B. Sunny), andere möchte man zum Kaffee einladen. Kate Atkinson lässt uns daran teilhaben, wie die Familie um Teddy Todd mit ihrem Alltag und den großen wie kleinen Schwierigkeiten kämpft, quasi mit dem, was das Leben für Jeden bereit hält, ohne ins Triviale abzurutschen oder Klischees zu bedienen, wirkt dabei aber immer leicht unterkühlt. Von seiner Kindheit an bis zum Jetzt wird die Geschichte in vielen parallelen, teilweise sehr ausufernden Erzählsträngen erzählt. Dabei springt die Autorin zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hin und her, obwohl das Kapitel doch eigentlich mit einem bestimmten Jahr überschrieben ist. Z.B. beschreibt ein Kapitel Teddy als 11jährigen (1925), doch ist in diesem auch von seiner Tochter die Rede, die in den 50iger Jahren geboren wurde. Für den einen mag es ein Kunstgriff sein, ich fand es auf Dauer eher störend, da es sich durch das ganze Buch zieht und man bei 500 Seiten leicht den Überblick verliert, in welchem Jahr gerade was stattfindet. Andererseits spielt Kate Atkinson kunstvoll mit der Sprache und verwendet sehr anschauliche und eingängige Bilder, zeichnet die einzelnen Figuren sehr liebevoll und detailverliebt. Keine leiche Kost, aber wer Familiengeschichten liebt, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten.
diako, 29.10.2015

Fiktion oder Wirklichkeit, Zukunft oder Vergangenheit, gelebt oder nicht gelebt? Glorreiche Zeiten von Kate Atkinson ist
nicht nur die Lebensgeschichte von Teddy Todd, sondern auch eine Zeitreise durch das 20. Jahrhundert. Nicht chronologisch und auch nicht in literarischen Werken häufig bemühten Retrospektiven und auch nicht nur aus Sicht des Protagonisten. Man "reist" quasi durch ge- oder erlebte Begebenheiten in den Leben von Teddy, seiner Eltern, ganz am Rande auch der Großeltern, der Familie von Teddy, seiner Geschwister, Kinder und Enkelkinder. Und auch die Begebenheiten nicht chronologisch in sich. Da wird mitten in der Erzählung eines Ereignisses etwas vorweggenommen, das in der Zukunft passieren wird. Und später, wenn man dann in dieser zukünftigen Zeit angekommen ist, weiß man quasi schon, was passieren wird. Vieles wird in diesen Erzählungen nicht gesagt, sondern nur gedacht und man fragt sich unwillkürlich, wie wäre diese oder jede Geschichte verlaufen, wenn das viele Gedachte auch gesagt worden wäre. Manche mögen von dem Hin-und Herspringen zwischen den Zeiten und einzelnen Geschichten der Figuren verstört sein. Der Plot am Schluss erschließt sich einem dafür umso mehr. Erfreulich in der ganzen Erzählung, dass hier die sehr persönliche Sicht der Dinge der Protagonisten erzählt wird, ohne zu politisieren oder einem politisch korrekten Zwang folgen zu wollen. Hilfreich wäre es wahrscheinlich, man hätte "Die Unvollendete" vorab gelesen. Vielleicht kein Buch, dass man in einem Zug durchlesen muss - aber ganz sicher eines, dass man nicht zur Seite legt, bis man es ganz durchgelesen hat.
Habbopelle, 26.10.2015

Die Kritiken, die auf dem Einband von Kate Atkinsons Buch "Glorreiche Zeiten" zu finden sind, versprechen
leider viel mehr als das Buch hält. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich während der ersten Hälfte des Buches (etwa bis zur Seite 280) quälte. Danach wurde bedingt durch die intensiveren Kriegsgeschichten die Lektüre spannender, aber dennoch hätte ich jederzeit das Buch weglegen können. Mein Fazit ist, dass wenn ich Leute aus meinem Umfeld zu ihren Familiengeschichten befragen würde, sie mir bessere und interessantere Geschichten erzählen würden und diese vor allem zusammenhängender wären. Die Autorin springt in ihrem Buch hin und her, ohne dass sich mir ein roter Faden erschloss. Schade, dass Kate Atkinson aus dem spannenden Thema so wenig macht.
Felix Günther, 23.10.2015

Bei "Glorreiche Zeiten" von Kate Atkinson handelt es sich um eine Familiensaga unter Einbezug des historischen
Hintergrundes vom Zweiten Weltkrieg.
In dem Buch begleitet der Leser das bewegte Leben von Teddy Todd. Das einschneidende Erlebnis in seinem Leben ist der Zweite Weltkrieg. Er ist ausgebildeter Bomberpilot bei der Royal Air Force und damit im Krieg quasi dem Tode geweiht. Wider Erwarten überlebt Teddy den Krieg und versucht daraufhin seinem selbstauferlegten Vorsatz eines friedvollen und lebensfrohen Lebens gerecht zu werden. Immer wieder aber wird er, aber auch seine ganze Familie von der Vergangenheit und aktuellen Geschehnissen eingeholt, die seinen guten Vorsatz in Frage stellen.
Kate Atkinson gilt als Meisterin darin, das Drama des Alltäglichen aufzuzeigen. Genau dies gelingt ihr in "Glorreiche Zeiten" meines Erachtens außergewöhnlich gut. Das sicherlich nicht immer einfach zu lesende Buch hat mich nach ersten Anlaufschwierigkeiten in seinen Bann gezogen. Das Schicksal von Teddy Todd wurde sowohl durch seine Charakterstudie als auch durch die clevere Erzählweise von Kate Atkinson hervorragend wiedergegeben. Die weiteren Protagonisten in diesem Buch wurden ebenfalls gut dargestellt und die Beziehung untereinander in Verbindung mit dem historischen Hintergrund wurde zu einer komplexen Geschichte verwoben. Kate Atkinson schafft es einen Spannungsbogen aufzubauen und diesen über die ganze Geschichte aufrecht zu erhalten. Für mich ein wirkliches Leseerlebnis.
"Glorreiche Zeiten" war mein erstes Buch von Kate Atkinson. In der Nachbetrachtung habe ich erfahren, dass es um die Hauptprotagonisten eine weiteres Buch von ihr gibt, welches ich mir nun sicherlich genauer anschauen werde. Wer Spaß an Familiensagen mit historischem Hintergrund verspürt und vor einem etwas anspruchsvolleren Schreibstil nicht zurückschreckt, sollte sich aus meiner Sicht mit diesem Buch einmal auseinandersetzen.
MaddinLiest, 23.10.2015

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Die Geschichte Ted Todds und seiner Familie ist gleichzeitig auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Ein
einfühlsames Buch und gleichzeitig ein Plädoyer für den erreichten Frieden.
Bibliomarie, 13.11.2015

Geschichten aus dem Krieg, immer wieder eine meiner Lieblingslektüren - verständlicher als jedes
Geschichtsbuch, man kann sich hineinversetzen in eine Zeit von der heut kaum einer mehr zu reden vermag... klingt definitiv sehr interessant und lesenswert :)
corikoe, 06.10.2015

Die Familiensaga der Todds - im Mittelpunkt die Lebensgeschichte von Teddy Todd, sympathischer und menschlicher
Protagonist, geprägt von zwei Weltkriegen, Kindheit auf dem Land, den unterschiedlichen Charakteren der Eltern, Geschwister und Verwandten. Interessant gemacht die in die Erzählung verwobenen Blicke in die Zukunft und Rückschauen in die Vergangenheit. Wie ein Puzzle - wundervoll erzählt.
Nadines_Buecher, 03.10.2015

Ich liebe Familiengeschichten über Generationen gepaart mit Weltgeschichte.

Claudia Kießling, 01.10.2015

Ich liebe Familiengeschichten über Generationen gepaart mit Weltgeschichte.

Claudia Kießling, 01.10.2015

macht Lust auf mehr....!

feuerwehr57, 01.10.2015

Kate Atkins hat einen interessanten und fesselnden Schreibstil.
Ich würde gerne mehr über Teddy Todd erfahren und gerne seine Schwester Ursula wieder lesen.
jala68, 01.10.2015

Klingt sehr interessant.

frida, 01.10.2015

Ist wahrscheinlich lesenswert

hobble, 30.09.2015

Ein poetischer Bogen durch die dunkle Zeit.

KaReSa, 30.09.2015
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