Verlagsgruppe Droemer Knaur



Tod an heiliger Stätte

9783426624029
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Taschenbuch, Knaur TB
01.05.2003, 544 S.

ISBN: 978-3-426-62402-9
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In St. Anselm, einem elitären Priesterseminar an der sturmzerfressenen Küste East Anglias, säen rätselhafte Todesfälle Misstrauen und Angst. Das bisher so wohl geordenete Leben in der der einsamen viktorianischen Klosteranlage gerät aus dem Gleichgewicht. Commander Dalgliesh von Scotland Yard, zur diskreten Ermittlung angereist, wird schon in der ersten Nacht mit einem grässlichen Mord konfrontiert. Jetzt ist klar: Die frommen Zielen gewidmete Gemeinschaft beherbergt einen Menschen, der Böses will - und tut.
»Auch in der Lösung des Rätsels beweist P. D. James ihre Meisterschaft in einer Krimikunst, wie sie heute selten geworden ist: altmodisch, intelligent und blendend geschrieben.«
Der Spiegel, 07. Januar 2002

Leselounge

Die Autorin

P. D. James

Portrait von P. D. James

Phyllis Dorothy James, seit 1991 Baroness James of Holland Park, wurde 1920 in Oxford geboren und verstarb im November 2014 ebendort. Da ihr Mann...

zur Autorin Bücher von P. D. James

Pressestimmen

Sie führen ein frommes und elitäres Leben im abgeschiedenen Priesterseminar St. Anselm an der englischen Küste, die Patres, die jungen Priesterkandidaten, das Hauspersonal und gelegentliche Wochenendgäste. Doch ihre scheinbar friedliche und fromme Welt hinter den dicken Klostermauern ist so brüchig wie die vom Meer angenagten Sandklippen, unter denen der erste Tote gefunden wird. Ein Unglück? Oder Selbstmord? Kaum hat Scotland Yards Star-Ermittler Adam Dalgliesh mit den Untersuchungen begonnen, gibt es zwei weitere Todesfälle. Auch in ihrem 15. Roman Tod an heiliger Stätte bleibt die inzwischen über 80-jährige Krimi-Autorin P. D. James ihrem - sehr britischen - Erzählstil treu: In unaufgeregtem Tonfall, manches nur zwischen den Zeilen andeutend, entwickelt sie Handlungsstränge, Charaktere und Motive - spannend bis zum Schluss.

Süddeutsche Zeitung vom 10.01.2002, 10.01.2002

Mord im Kirchenschiff<br /> Die zierliche Frau Baronin schreibt Krimis, wie Traditionalisten sie gern haben: ein überschaubarer, skurriler Tatort, eine beschränkte Anzahl von Verdächtigen - jeder mit einem stichhaltigen Motiv - und ein Kommissar mit Stil und Grips.<br /> Seit Jahren beliefert Phyllis Dorothy James, 81, die 1991 von der Queen wegen ihrer Verdienste ums literarische Morden zur Baroness James of Holland Park erhoben wurde, ihre treuen Fans mit immer neuen Mordrätseln. Diesmal hat sie sich, wie schon der Titel verrät, einen schaurig-schönen „Tod an heiliger Stätte“ ausgedacht. Schauplatz ist das abgelegene elitäre Priesterseminar St. Anselm in Suffolk. Hier, an rauer Küste, bildet die anglikanische Kirche in einem viktorianischen Klosterkomplex die viel versprechendsten Theologiestudenten zu Pfarrern aus. Doch die gottgefällige Atmosphäre trügt. Einer der Studenten kommt unter naturgemäß mysteriösen Umständen zu Tode. Kurz darauf stirbt die herzkranke Haushälterin des Seminars einen schnellen Tod im Fernsehsessel. Commander Adam Dalgliesh, erprobter, Gedichte schreibender Haus- und-Hof-Detektiv von P.D. James, fährt nach St. Anselm, um diskret zu ermitteln, ob es sich um Kapitalverbrechen handelt. Kaum ist er eingetroffen, passiert ein grausiger Mord: Archidiakon Crampton, der administrative Aufseher von St. Anselm, der das Priesterseminar schon lange schließen will, wird erschlagen in der Kirche aufgefunden. Der Täter hat ihn mit einem Kerzenleuchter im Kirchenschiff höchst unchristlich gemeuchelt. Commander Dalglieshs Ermittlungen gestalten sich kompliziert: Sehr viele Menschen, so zeigt sich, hätten den ungemütlichen Archidiakon gern um die Ecke gebracht - und nicht wenige hätten auch die Gelegenheit dazu gehabt. Auch in der Lösung des Rätsels beweist P. D. James ihre Meisterschaft in einer Krimikunst, wie sie heute selten geworden ist: altmodisch, intelligent und blendend geschrieben.

Der Spiegel vom 07.01.2002

Mord hinter Klostermauern<br /> Drei Menschen sterben auf mysteriöser Weise - und das ausgerechnet in einem elitären Preisterseminar in Suffolk/England. Geht ein Mörder unter den frommen Männern um? P.D. James´ Geheimwaffe, der dichtende Commander Dalgiesh, soll den „Tod an heiliger Stätte“ aufklären. Die von der Queen zur Braoness geadelte Krimiautorin glänzt wieder mit genauen Milieu- und Charakterstudien.

Frau im Spiegel, Hamburg vom 05.02.2002, 05.02.2002

Die 81-jährige James zeigt ihren Scotland-Yard-Detektiv Dalgliesh wieder in Hochform: Er muss mehrere Mordfälle in einem Priesterseminar aufklären. Wie stets in den Krimis der 1991 geadelten Baroness James of Holland Park gibt es eine Vielzahl von Verdächtigen, makabre Ereignisse und Spannung bis zum Schluss. Ein weiterer dicker Schmöker (544 S.), der fünfzehnte der „Queen of Crime“ - ohne einen Moment der Langeweile. Gänsehaut-Garantie.

Tomorrow, Hamburg 02/3, 3/2003

Vom Beigeschmack des Todes<br /> Durch das Werk der englischen Schriftstellerin P. D. James geht ein verborgener Choral: „Ex Deo nascimur / In Christo morimur / Per Spritum sanctum reviviscimus.“ Er hat einen hoffnungsfrohen Klang, denn dem morimur der unerbittlichen, in ihren Detektivromanen meist grausam herbeigeführten Tode unterliegt das fest im christlichen Glauben ankernde Versprechen auf Erlösung und Ewigkeit.<br /> James´ Charaktere indes sind vollends zurückgeworfen in die Welt nach dem Sündenfall und bewegen sich im Angesicht von Schuld und dauernder Pein - das Opfer oft kaum weniger als dessen Mörder und der ermittelnde Detektiv. Wenn daher in „Tod an heiliger Stätte“, dem fünfzehnten Roman der Autorin, der Leichnam des Archidiakons in der kleinen Kirche von St. Anselm aufgefunden wird, entspringt das erschreckende Szenario einem wiederkehrenden Alptraum von Krieg und irdischer Verwüstung und verweist zugleich auf das himmlische Weltgericht, vor dessen mittelalterlicher Darstellung der Tote mit zertrümmertem Schädel liegt, hingestreckt vor dem Bild „wie in einer Pose ekstatischer Anbetung“ - und lastet fortan als mahnender Schatten einer unergründlichen höheren Ordnung auf dem kleinen Priesterseminar an der zerklüfteten Küste Suffolks.<br /> In der strengen Liturgie des englischen Detetktivromans ist Mord selten mehr als der Auftakt einer verrätselten Kriminalhandlung: P. D. James jedoch macht ihn in ihren vielschichtigen, zwischen Leben und Tod transponierenden Romanen, zwischen Himmel und Hölle, zu einem metaphysischen Problem, das in ihrem grandiosen Alterswerk „Tod an heiliger Stätte“ noch deutlicher zu Tage tritt als jemals zuvor.<br /> Das Buch spielt in East Anglia, nur wenige Meilen hinter Reydon und Lowestoft, auf der verödeten Landzunge von Ballard´s Mere. Das alte Dorf ist vor Jahrhunderten schon in der See versunken, nur die mittelalterliche Kirche thront als Relikt auf den sandigen Klippen. St Anselm mit seinen neugotischen Erkern und Zinnen, den hohen Ziegelschornsteinen und einem für das kleine anglikanische Seminar allzu gewaltigen Portal, wurde 1861 erbaut; die Schließung steht inzwischen kurz bevor. P. D. James, seit 1991 Baroness James of Holland Park und mittlerweile einundachtzig Jahre alt, hat mit „Tod an heiliger Stätte“ einen ihrer besten Romane geschrieben; er ist von souveräner Hand meisterlich inszeniert und dürfte als abschließendes Juwel einem ohnehin höchst erlesenen Werk zu klassischem Glanz verhelfen. <br /> Thomas David

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30.01.2002

„Im Reich des englischen Krimis regieren die Damen Aghata Christie und Dorothy Sayers, ihre Königin aber ist P. D. James“, schrieb die englische Presse. Seitdem trägt sie den Titel „Queen of Crime“. Aber auch im richtigen Leben ist sie geadelt worden und darf sich jetzt „Baroness James of Holland Park“ nennen. Als Phyllis Dorothy James den restlos ausverkauften Saal im Literaturhaus betrat, wurde sie mit einem langen und warmen Applaus bedacht. Kaum zu glauben, das die Baroness schon über achtzig ist, zeigt weder ihr neuester Krimiroman „Tod an heiliger Stätte“ noch sie selbst irgendwelche Ermüdungserscheinungen.<br /> Kulisse ist diesmal die raue Küstenlandschaft im Osten Englands, wo eine kleine und abgeschieden lebende Gemeinschaft von Pristern und Studenten lebt. Als an diesem geweihten Ort Morde an hohen Geistlichen verübt werden, ist dem ermittlenden Insprektor Adam Dalgliesh klar: Hier ist ein Mörder am Werk, dem nichts heilig ist. Dalgliesch, der bisher alle kniffeligen Fälle für P. D. James gelöst hat, taucht in ein Labyrinth der Verdächtigungen und Motive ein. Raffiniert und humorvoll schreibt P. D. James, wie Leidenschaften wüten und bis zu unbezwinbarer Mordlust führen können.<br /> In Plauderlaune gekommen, ist P. D. James doch noch bereit, das Geheimnis zu lüften, das ihre Fans in der ganzen Welt umtreibt: „Ja“, verspricht sie, „Dalgliesh wird im nächsten Band wieder ein erfülltes Liebesleben haben.“ Eigentlich missbillige die Baroness das aber: „Schließlich kann sich ein verliebter Inspektor nicht mehr richtig auf seine Arbeit konzentrieren.“ <br /> Tanja Borberg

Münchner Merkur vom 17.01.2002, 01.03.2002

Im Kloster ist gut morden<br /> Wo gibt es das heute noch: einen „purpurnen Horizont“? Ein Meer, das sich „beschaulich in blau schillernden Wellen kräuselt“. Wo finden noch „Himmel und Meer und die lenzende Erde in einem besinnlichen Schauspiel von stiller Schönheit“ zusammen? Richtig, in englischen Kriminalromanen, den letzten Refugien wahrhaft tiefer Poesie, die ja schon von Natur aus aufs Beschauliche und Besinnliche abonniert sind. So wie der neueste, fünfzehnte Thriller von P. D. James („Was gut und böse ist“). Die vor zehn Jahren geadelte Agatha-Christie-Nachfolgerin legt uns diesmal einen „Tod an heiliger Stätte“ auf Lesepult. <br /> Spätestens seit Umberto Eco dem Verbrechen im Kloster nachspürte, weiß die Krimi-Gemeinde, dass sich auch im klerikalen Milieu gut morden lässt. Zum Beispiel in einem altanglikanischen Priesterseminar an der Küste von Suffolk. Als Priesterkandidat Ronald dort von einstürzenden Sandklippen begraben wird, sieht zunächst alles nach einem Unfall aus. Aber Sir Alred (nicht: Alfred) Treeves, der mächtige Industrieboss und Adoptivvater des Toten, glaubt nicht an diese Version. Also macht sich Adam Dalgliesh, der dichtende Scotland-Yard-Kommissar, in seinem Jaguar nach Suffolk auf, um in einer Welt voller Weihrauch, Glockengeläut und Archidiakonen zu ermitteln. Denn viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt. Und als Pfarrersohn ist der schöngeistige Sherlock-Holmes-Nachfahre schließlich prädestiniert für diesen Job...<br /> Ergiebiges Lesefutter, das very British daherkommt und vor allem eines ist: sündhaft spannend. <br /> Alexander Altmann

tz, München vom 15.01.2002, 01.03.2002

Ihre ausgeklügelten Krimis schreibt Englands „Queen of Crime“ mit Vorliebe am Küchentisch. 81 Jahre ist sie inzwischen und nach 17 Romanen längst für ihre literarischen Mordtaten zur Baroness James of Holland Park geadelt. Jetzt hat P. D. James ihren 18. Krimi geschrieben: eine subtile Psycho- und Milieustudie, die virtuos mit dem altmodischen Genre Detektivroman spielt. Diesmal düst Adam Dalgliesh, adeliger Scotland-Yard-Detektiv und Hobbylyriker, in seinem Jaguar in ein Priesterseminar an der zerklüfteten Küste von Suffolk, um dubiose Morde an einem Studenten und der Haushälterin aufzuklären. Doch der grausigste Tod an heiliger Stätte (Droemer) steht ihm bei der Ankunft bevor: Der Archidiakon liegt, von einem Kerzenleuchter erschlagen, in der Kirche. Keine leichte Übung für Dalgliesh, zumal das Opfer ein Ekel war und fast jeder im Seminar ein Motiv hat. Wie P. D. James gewieft die Fäden zieht, Überraschungstrümpfe ausspielt und die Spannung bis zur letzten Seite steigert - das kann nur die „Queen of Crime“.<br /> Susanne Kunckel

Welt am Sonntag vom 13.01.2002

Schatten über St. Anselm<br /> Sie ist eine große Menschenbeobachterin, eine großartige Erzählerin: P. D. James, die „Queen of Crime“. Jetzt liegt Ihr neuestes Buch vor, das wieder Baroness James und den Scotland-Yard-Detektiv Dalgliesh auf die Spur eines Verbrechens setzt. St. Anselm, ein elitäres Priesterseminar an der zerklüfteten Küste East Anglias, ist der Schauplatz rätselhafter Todesfälle, bis der Mord an einem Archdiakon in der Kirche der Klosteranlage eines deutlich macht: Unter den Anwesenden an diesem geweihten Ort ist einer, der Böses will. Verdächtig ist für Commander Dalgliesh natürlich zunächst jeder, der am Mordwochenende in St. Anselm war. Und fast alle - gleich welchen sozialen Status - hätten auch ein Motiv. Auf faszinierende Weise fächert P. D. James ein ganzes Spektrum an Lebensläufen und Schicksalen auf. Sie verknüpft die einzelnen Geschichten miteinander und platziert ihre Enthüllungen so geschickt, dass man tatsächlich bis zur letzten Seite in Atem gehalten wird.<br /> Ein brillanter Kriminalroman der „Queen of Crime“ mit einer außergewöhnlich vielschichtigen Handlung und einem großen Aufgebot an glaubhaften Charakteren.

Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 01.02.2002

Leichen im Preisterseminar<br /> Glaubt man den Bestsellerlisten, so ist die Krimiwelt nach Skandinavien ausgewandert, alte Schweden und jüngere Finninen dominieren heutzutage den Krimi. Den Krimi? Oder haben wir es da nicht sehr oft mit sozialkritischem Schrifttum zu tun, das die Krimiform nutzt? Nun, es gibt nicht wenige Leser, die halten es mit dem alten Bloch oder Brecht, sie vergnügen sich „am zauberhaft Logischen“des Krimi. Und in diesem Metier ist P.D. James die Queen. Die geadelte Dame hat ein gutes Dutzend Bücher mit dem Gedichte schreibenden Kriminalisten Dagliesh, der es mittlerweile zum Commander bei Scotland Yard gebracht hat, geschrieben. <br /> Diesmal nun, auf den gut fünfhundert Seiten des Buches „Tod an heiliger Stätte, geht es um etliche Leichen, die sich in einem Priesterseminar finden. Um kluge Patres, um merkwürdige Kandidaten, insgesamt um ein Personal, das die Frage: Wer ist der Mörder? - zu einem intelligenten Spiel werden lässt. Und neben der Unwirklichkeit der Krimiform gibt es durchaus auch Blicke in heutige Wirklichkeit, in Maßen freilich, wie es sich für einen guten Krimi gehört. Danke, P.D. James wir bleiben Ihnen gewogen

Freie Presse, Chemnitz vom 15.02.2002

Mord im Kirchenschiff<br /> Die zierliche Frau Baronin schreibt Krimis, wie Traditionalisten sie gern haben: ein überschaubarer, skurriler Tatort, eine beschränkte Anzahl von Verdächtigen - jeder mit einem stichhaltigen Motiv - und ein Kommissar mit Stil und Grips.<br /> Seit Jahren beliefert Phyllis Dorothy James, 81, die 1991 von der Queen wegen ihrer Verdienste ums literarische Morden zur Baroness James of Holland Park erhoben wurde, ihre treuen Fans mit immer neuen Mordrätseln. Diesmal hat sie sich, wie schon der Titel verrät, einen schaurig-schönen „Tod an heiliger Stätte“ ausgedacht. Schauplatz ist das abgelegene elitäre Priesterseminar St. Anselm in Suffolk. Hier, an rauer Küste, bildet die anglikanische Kirche in einem viktorianischen Klosterkomplex die viel versprechendsten Theologiestudenten zu Pfarrern aus. Doch die gottgefällige Atmosphäre trügt. Einer der Studenten kommt unter naturgemäß mysteriösen Umständen zu Tode. Kurz darauf stirbt die herzkranke Haushälterin des Seminars einen schnellen Tod im Fernsehsessel. Commander Adam Dalgliesh, erprobter, Gedichte schreibender Haus- und-Hof-Detektiv von P.D. James, fährt nach St. Anselm, um diskret zu ermitteln, ob es sich um Kapitalverbrechen handelt. Kaum ist er eingetroffen, passiert ein grausiger Mord: Archidiakon Crampton, der administrative Aufseher von St. Anselm, der das Priesterseminar schon lange schließen will, wird erschlagen in der Kirche aufgefunden. Der Täter hat ihn mit einem Kerzenleuchter im Kirchenschiff höchst unchristlich gemeuchelt. Commander Dalglieshs Ermittlungen gestalten sich kompliziert: Sehr viele Menschen, so zeigt sich, hätten den ungemütlichen Archidiakon gern um die Ecke gebracht - und nicht wenige hätten auch die Gelegenheit dazu gehabt. Auch in der Lösung des Rätsels beweist P. D. James ihre Meisterschaft in einer Krimikunst, wie sie heute selten geworden ist: altmodisch, intelligent und blendend geschrieben.

Der Spiegel vom 07.01.2002

Mord hinter Klostermauern<br /> Drei Menschen sterben auf mysteriöser Weise - und das ausgerechnet in einem elitären Preisterseminar in Suffolk/England. Geht ein Mörder unter den frommen Männern um? P.D. James´ Geheimwaffe, der dichtende Commander Dalgiesh, soll den „Tod an heiliger Stätte“ aufklären. Die von der Queen zur Braoness geadelte Krimiautorin glänzt wieder mit genauen Milieu- und Charakterstudien.

Frau im Spiegel, Hamburg vom 05.02.2002, 05.02.2002

Sie führen ein frommes und elitäres Leben im abgeschiedenen Priesterseminar St. Anselm an der englischen Küste, die Patres, die jungen Priesterkandidaten, das Hauspersonal und gelegentliche Wochenendgäste. Doch ihre scheinbar friedliche und fromme Welt hinter den dicken Klostermauern ist so brüchig wie die vom Meer angenagten Sandklippen, unter denen der erste Tote gefunden wird. Ein Unglück? Oder Selbstmord? Kaum hat Scotland Yards Star-Ermittler Adam Dalgliesh mit den Untersuchungen begonnen, gibt es zwei weitere Todesfälle. Auch in ihrem 15. Roman Tod an heiliger Stätte bleibt die inzwischen über 80-jährige Krimi-Autorin P. D. James ihrem - sehr britischen - Erzählstil treu: In unaufgeregtem Tonfall, manches nur zwischen den Zeilen andeutend, entwickelt sie Handlungsstränge, Charaktere und Motive - spannend bis zum Schluss.

Süddeutsche Zeitung vom 10.01.2002, 10.01.2002

Ihre ausgeklügelten Krimis schreibt Englands „Queen of Crime“ mit Vorliebe am Küchentisch. 81 Jahre ist sie inzwischen und nach 17 Romanen längst für ihre literarischen Mordtaten zur Baroness James of Holland Park geadelt. Jetzt hat P. D. James ihren 18. Krimi geschrieben: eine subtile Psycho- und Milieustudie, die virtuos mit dem altmodischen Genre Detektivroman spielt. Diesmal düst Adam Dalgliesh, adeliger Scotland-Yard-Detektiv und Hobbylyriker, in seinem Jaguar in ein Priesterseminar an der zerklüfteten Küste von Suffolk, um dubiose Morde an einem Studenten und der Haushälterin aufzuklären. Doch der grausigste Tod an heiliger Stätte (Droemer) steht ihm bei der Ankunft bevor: Der Archidiakon liegt, von einem Kerzenleuchter erschlagen, in der Kirche. Keine leichte Übung für Dalgliesh, zumal das Opfer ein Ekel war und fast jeder im Seminar ein Motiv hat. Wie P. D. James gewieft die Fäden zieht, Überraschungstrümpfe ausspielt und die Spannung bis zur letzten Seite steigert - das kann nur die „Queen of Crime“.<br /> Susanne Kunckel

Welt am Sonntag vom 13.01.2002

Vom Beigeschmack des Todes<br /> Durch das Werk der englischen Schriftstellerin P. D. James geht ein verborgener Choral: „Ex Deo nascimur / In Christo morimur / Per Spritum sanctum reviviscimus.“ Er hat einen hoffnungsfrohen Klang, denn dem morimur der unerbittlichen, in ihren Detektivromanen meist grausam herbeigeführten Tode unterliegt das fest im christlichen Glauben ankernde Versprechen auf Erlösung und Ewigkeit.<br /> James´ Charaktere indes sind vollends zurückgeworfen in die Welt nach dem Sündenfall und bewegen sich im Angesicht von Schuld und dauernder Pein - das Opfer oft kaum weniger als dessen Mörder und der ermittelnde Detektiv. Wenn daher in „Tod an heiliger Stätte“, dem fünfzehnten Roman der Autorin, der Leichnam des Archidiakons in der kleinen Kirche von St. Anselm aufgefunden wird, entspringt das erschreckende Szenario einem wiederkehrenden Alptraum von Krieg und irdischer Verwüstung und verweist zugleich auf das himmlische Weltgericht, vor dessen mittelalterlicher Darstellung der Tote mit zertrümmertem Schädel liegt, hingestreckt vor dem Bild „wie in einer Pose ekstatischer Anbetung“ - und lastet fortan als mahnender Schatten einer unergründlichen höheren Ordnung auf dem kleinen Priesterseminar an der zerklüfteten Küste Suffolks.<br /> In der strengen Liturgie des englischen Detetktivromans ist Mord selten mehr als der Auftakt einer verrätselten Kriminalhandlung: P. D. James jedoch macht ihn in ihren vielschichtigen, zwischen Leben und Tod transponierenden Romanen, zwischen Himmel und Hölle, zu einem metaphysischen Problem, das in ihrem grandiosen Alterswerk „Tod an heiliger Stätte“ noch deutlicher zu Tage tritt als jemals zuvor.<br /> Das Buch spielt in East Anglia, nur wenige Meilen hinter Reydon und Lowestoft, auf der verödeten Landzunge von Ballard´s Mere. Das alte Dorf ist vor Jahrhunderten schon in der See versunken, nur die mittelalterliche Kirche thront als Relikt auf den sandigen Klippen. St Anselm mit seinen neugotischen Erkern und Zinnen, den hohen Ziegelschornsteinen und einem für das kleine anglikanische Seminar allzu gewaltigen Portal, wurde 1861 erbaut; die Schließung steht inzwischen kurz bevor. P. D. James, seit 1991 Baroness James of Holland Park und mittlerweile einundachtzig Jahre alt, hat mit „Tod an heiliger Stätte“ einen ihrer besten Romane geschrieben; er ist von souveräner Hand meisterlich inszeniert und dürfte als abschließendes Juwel einem ohnehin höchst erlesenen Werk zu klassischem Glanz verhelfen. <br /> Thomas David

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30.01.2002

Schatten über St. Anselm<br /> Sie ist eine große Menschenbeobachterin, eine großartige Erzählerin: P. D. James, die „Queen of Crime“. Jetzt liegt Ihr neuestes Buch vor, das wieder Baroness James und den Scotland-Yard-Detektiv Dalgliesh auf die Spur eines Verbrechens setzt. St. Anselm, ein elitäres Priesterseminar an der zerklüfteten Küste East Anglias, ist der Schauplatz rätselhafter Todesfälle, bis der Mord an einem Archdiakon in der Kirche der Klosteranlage eines deutlich macht: Unter den Anwesenden an diesem geweihten Ort ist einer, der Böses will. Verdächtig ist für Commander Dalgliesh natürlich zunächst jeder, der am Mordwochenende in St. Anselm war. Und fast alle - gleich welchen sozialen Status - hätten auch ein Motiv. Auf faszinierende Weise fächert P. D. James ein ganzes Spektrum an Lebensläufen und Schicksalen auf. Sie verknüpft die einzelnen Geschichten miteinander und platziert ihre Enthüllungen so geschickt, dass man tatsächlich bis zur letzten Seite in Atem gehalten wird.<br /> Ein brillanter Kriminalroman der „Queen of Crime“ mit einer außergewöhnlich vielschichtigen Handlung und einem großen Aufgebot an glaubhaften Charakteren.

Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 01.02.2002

„Im Reich des englischen Krimis regieren die Damen Aghata Christie und Dorothy Sayers, ihre Königin aber ist P. D. James“, schrieb die englische Presse. Seitdem trägt sie den Titel „Queen of Crime“. Aber auch im richtigen Leben ist sie geadelt worden und darf sich jetzt „Baroness James of Holland Park“ nennen. Als Phyllis Dorothy James den restlos ausverkauften Saal im Literaturhaus betrat, wurde sie mit einem langen und warmen Applaus bedacht. Kaum zu glauben, das die Baroness schon über achtzig ist, zeigt weder ihr neuester Krimiroman „Tod an heiliger Stätte“ noch sie selbst irgendwelche Ermüdungserscheinungen.<br /> Kulisse ist diesmal die raue Küstenlandschaft im Osten Englands, wo eine kleine und abgeschieden lebende Gemeinschaft von Pristern und Studenten lebt. Als an diesem geweihten Ort Morde an hohen Geistlichen verübt werden, ist dem ermittlenden Insprektor Adam Dalgliesh klar: Hier ist ein Mörder am Werk, dem nichts heilig ist. Dalgliesch, der bisher alle kniffeligen Fälle für P. D. James gelöst hat, taucht in ein Labyrinth der Verdächtigungen und Motive ein. Raffiniert und humorvoll schreibt P. D. James, wie Leidenschaften wüten und bis zu unbezwinbarer Mordlust führen können.<br /> In Plauderlaune gekommen, ist P. D. James doch noch bereit, das Geheimnis zu lüften, das ihre Fans in der ganzen Welt umtreibt: „Ja“, verspricht sie, „Dalgliesh wird im nächsten Band wieder ein erfülltes Liebesleben haben.“ Eigentlich missbillige die Baroness das aber: „Schließlich kann sich ein verliebter Inspektor nicht mehr richtig auf seine Arbeit konzentrieren.“ <br /> Tanja Borberg

Münchner Merkur vom 17.01.2002, 01.03.2002

Im Kloster ist gut morden<br /> Wo gibt es das heute noch: einen „purpurnen Horizont“? Ein Meer, das sich „beschaulich in blau schillernden Wellen kräuselt“. Wo finden noch „Himmel und Meer und die lenzende Erde in einem besinnlichen Schauspiel von stiller Schönheit“ zusammen? Richtig, in englischen Kriminalromanen, den letzten Refugien wahrhaft tiefer Poesie, die ja schon von Natur aus aufs Beschauliche und Besinnliche abonniert sind. So wie der neueste, fünfzehnte Thriller von P. D. James („Was gut und böse ist“). Die vor zehn Jahren geadelte Agatha-Christie-Nachfolgerin legt uns diesmal einen „Tod an heiliger Stätte“ auf Lesepult. <br /> Spätestens seit Umberto Eco dem Verbrechen im Kloster nachspürte, weiß die Krimi-Gemeinde, dass sich auch im klerikalen Milieu gut morden lässt. Zum Beispiel in einem altanglikanischen Priesterseminar an der Küste von Suffolk. Als Priesterkandidat Ronald dort von einstürzenden Sandklippen begraben wird, sieht zunächst alles nach einem Unfall aus. Aber Sir Alred (nicht: Alfred) Treeves, der mächtige Industrieboss und Adoptivvater des Toten, glaubt nicht an diese Version. Also macht sich Adam Dalgliesh, der dichtende Scotland-Yard-Kommissar, in seinem Jaguar nach Suffolk auf, um in einer Welt voller Weihrauch, Glockengeläut und Archidiakonen zu ermitteln. Denn viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt. Und als Pfarrersohn ist der schöngeistige Sherlock-Holmes-Nachfahre schließlich prädestiniert für diesen Job...<br /> Ergiebiges Lesefutter, das very British daherkommt und vor allem eines ist: sündhaft spannend. <br /> Alexander Altmann

tz, München vom 15.01.2002, 01.03.2002

Die 81-jährige James zeigt ihren Scotland-Yard-Detektiv Dalgliesh wieder in Hochform: Er muss mehrere Mordfälle in einem Priesterseminar aufklären. Wie stets in den Krimis der 1991 geadelten Baroness James of Holland Park gibt es eine Vielzahl von Verdächtigen, makabre Ereignisse und Spannung bis zum Schluss. Ein weiterer dicker Schmöker (544 S.), der fünfzehnte der „Queen of Crime“ - ohne einen Moment der Langeweile. Gänsehaut-Garantie.

Tomorrow, Hamburg 02/3, 3/2003

Leichen im Preisterseminar<br /> Glaubt man den Bestsellerlisten, so ist die Krimiwelt nach Skandinavien ausgewandert, alte Schweden und jüngere Finninen dominieren heutzutage den Krimi. Den Krimi? Oder haben wir es da nicht sehr oft mit sozialkritischem Schrifttum zu tun, das die Krimiform nutzt? Nun, es gibt nicht wenige Leser, die halten es mit dem alten Bloch oder Brecht, sie vergnügen sich „am zauberhaft Logischen“des Krimi. Und in diesem Metier ist P.D. James die Queen. Die geadelte Dame hat ein gutes Dutzend Bücher mit dem Gedichte schreibenden Kriminalisten Dagliesh, der es mittlerweile zum Commander bei Scotland Yard gebracht hat, geschrieben. <br /> Diesmal nun, auf den gut fünfhundert Seiten des Buches „Tod an heiliger Stätte, geht es um etliche Leichen, die sich in einem Priesterseminar finden. Um kluge Patres, um merkwürdige Kandidaten, insgesamt um ein Personal, das die Frage: Wer ist der Mörder? - zu einem intelligenten Spiel werden lässt. Und neben der Unwirklichkeit der Krimiform gibt es durchaus auch Blicke in heutige Wirklichkeit, in Maßen freilich, wie es sich für einen guten Krimi gehört. Danke, P.D. James wir bleiben Ihnen gewogen

Freie Presse, Chemnitz vom 15.02.2002

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