Verlagsgruppe Droemer Knaur



Rattenfängerin

9783426514856
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Taschenbuch, Knaur TB
01.03.2016, 448 S.

ISBN: 978-3-426-51485-6
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Roman

Hamburg im Jahr 1713, während des Nordischen Krieges: Flüchtlingselend, Hungersnot und schwarzer Tod brechen über die Menschen herein. Unter dem Vorwand, das Umland vor der Seuche zu schützen, haben die Kriegsparteien die Stadt vollkommen abgeriegelt. Handel ist kaum noch möglich, die Versorgung bricht zusammen. Religiöser Fanatismus und Weltuntergangsängste prägen das Klima und verhelfen einem Mann zu Macht und Ansehen, der den Oberen der Stadt ein ganz besonderes Mittel gegen die Pest verschafft: die sogenannten »Engelskinder«.

Leselounge

Die Autorin

Claudia Weiss

Portrait von Claudia Weiss

Claudia Weiss, Jahrgang 1967, ist promovierte Historikerin und Privatdozentin. Sie hat in Hamburg und Moskau Geschichte, Slawistik und Geographie...

zur Autorin Bücher von Claudia Weiss

Lesetipps

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Im Schatten der Pestilenz

Ein spannender und fesselnder historischer Roman aus dem 18. Jahrhundert in Hamburg.

Wir schreiben das Jahr 1713, rund um die Stadt Hamburg tobt noch der Nordische Krieg und viele suchen ihr Heil in der Hansestadt. Jedoch droht der Stadt eine weitere Gefahr, die Pest ist in der nächsten Umgebung bereits ausgebrochen und in ihrer Not schließt die Stadt die Tore, um sich zu schützen. Die Überträger in Form von Ratten und Läusen lassen sich natürlich nicht aufhalten und es kommt zu den ersten Erkrankten innerhalb Hamburgs. In dieser Not verspricht jemand den Mächtigen und Reichen ein Mittel gegen die Seuche zu haben, nämlich die sogenannten Engelskinder. Gleichzeitig verschwinden viele junge Kinder spurlos in den Gassen der Stadt...

Claudia Weiss erzählt mit viel Geschick eine spannende Geschichte aus der Stadt Hamburg, die auf gut recherchierten Begebenheiten der Vergangenheit beruht. Die sehr bildreiche Sprache der Autorin hat mir geholfen, mich schnell in die damalige Zeit zurechtzufinden. Die Hauptprotagonisten, der Advokat Hinrich Wrangel und seine Frau Ruth, werden als gewissenhafte und aufrichtige Personen beschrieben und schnell hat mich ihr Schicksal und ihre Abenteuer in den Bann gezogen. Die Spannung wird gut aufgebaut und über die gesamte Geschichte aufrechtgehalten. Im Verlaufe der Geschichte werden die einzelnen Kapitel kürzer und es kommt zu häufigeren Perspektivwechsel, was die Geschichte belebt und der Dramatik und Spannung zu Gute kommt. Sehr gut gefallen haben mir die gut recherchierten historischen Hintergrunddaten auf die das Buch aufgebaut ist. Im Anhang werden diese nochmals geschildert und mit weiteren Informationen angereichert

Insgesamt konnte mich diese historische Roman fesseln und ich möchte ihn gerne mit 5 von 5 Sternen bewerten und ruhigen Gewissens weiterempfehlen. Viel Spaß beim Lesen!!!

 

MaddinLiest, 16.05.2016

Eine spannende Suche nach verlorenen Kindern

Ruth Wrangel lebt im Jahre 1713 mit ihrer Familie in Hamburg. Es ist eine dunkle Zeit. Die Pest ist ausgebrochen und bringt Hunger und Tod mit. Auch herrscht immer noch Krieg, und als wenn das alles noch nicht genug wäre, verschwinden auf geheimnisvolle Weise immer wieder Kinder.

Diese Geschichte spielt im Umfeld Hamburgs und Altonas im 18. Jahrhundert und verspricht eigentlich ein spannendes Lesevergnügen. Leider lesen sich die ersten 150 Seiten ziemlich holprig und wirken so, als hätten sie mit der eigentlichen Geschichte nicht viel zu tun. Mir kam es jedenfalls so vor. Auch ist dies nicht die erste Geschichte um das Paar Heinrich und Ruth Wrangel. Immer wieder gibt es kleine Hinweise auf vorangegangene Abenteuer. Diese haben zwar mit dem vorliegenden Fall nichts zu tun, und so kann man Rattenfängerin auch einzeln lesen, aber vermutlich versteht man die Protagonisten besser, wenn man die Vorgänger kennt. Nach etwa der Hälfte des Romans hat es mich dann aber doch noch gepackt. Die Suche nach den vermissten Kindern wird spannend erzählt. Auch ist lange nicht klar wer den nun hinter dieser Sache steckt, obwohl es genügend Hinweise gibt. Diese Hinweise hat die Autorin geschickt verpackt und lösen sich zum Ende hin auf.

Zusätzlich zu diesem Fall, gibt es interessante Einblicke in das Leben dieser Zeit. Vor allem damit wie mit der Pest umgegangen wurde und was gerade die Stadtführung alles unternommen hat, um eine Panik zu verhindern. Die politischen Gegebenheiten hat Weiss wunderbar mit um ihre fiktiven Protagonisten gesponnen. So ist ein durchaus glaubhaftes Bild dieser Zeit entstanden.

Ein umfangreiches Nachwort klärt nicht nur Fiktion und Wahrheit, sondern erklärt noch einige geschichtliche Details. Interessant zu lesen. Auch wenn mir der Erzählstil am Anfang zu nüchtern war und ich Probleme hatte in die Geschichte hineinzukommen, hat es mich am Ende doch überzeugt und gut unterhalten. Ich werde auf jeden Fall die beiden Vorgänger „Schandweib“ und „Scharlatan“ auch noch lesen.

 

Karin Speck, 10.04.2016
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