Verlagsgruppe Droemer Knaur



Zeit der Wahrheit

9783426304167
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Taschenbuch, Droemer TB
02.02.2015, 288 S.

ISBN: 978-3-426-30416-7
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Roman

Die deutsche Journalistin Pia reist in das vom Umbruch gezeichnete Südafrika, um über die Anhörungen der Wahrheits- und Versöhnungskommission zu berichten. Die geschilderten Schicksale gehen Pia sehr nahe. Die Zeit in Kapstadt ist aber auch eine Reise zu ihren eigenen Wurzeln und den Geheimnissen ihrer Familie, denn hier hat sie ihre ersten Lebensjahre verbracht – bis zu der überstürzten Abreise, deren Grund sie bis heute nicht kennt. Der Aufenthalt am Kap bringt schmerzhafte Klarheit über die Vergangenheit ihrer Familie, aber auch Hoffnung, als sie den Fotografen Jonathan kennenlernt.

Renate Ahrens ist die Meisterin der vielschichtigen Familientragödie. Nach ihren Romanen „Fremde Schwestern“, „Ferne Tochter“ und „Seit jenem Moment“ ist ihr Roman „Zeit der Wahrheit“ endlich wieder lieferbar. Renate Ahrens lebte selbst ein Jahr in Kapstadt und wohnte in dieser Zeit vielen Anhörungen der Wahrheitskommission bei. In ihren Roman lässt sie die starken Eindrücke einfließen, die die Anhörungen bei ihr hinterlassen haben.

"In einfühlsamer Sprache erzählt Renate Ahrens Geschichten, die berühren." Freundin

Die Autorin

Renate Ahrens

Portrait von  Renate Ahrens

Renate Ahrens, 1955 geboren, studierte Anglistik und Romanistik und war einige Jahre als Lehrerin tätig, bevor sie 1986 als freie Autorin zu arbeiten...

zur Autorin Bücher von Renate Ahrens

Lesetipps

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Südafrika - mon amour.
Zoe – ein geheimnisvolles, griechisches Wort, das Liebe und Sein auf höchster Ebene bedeutet – ein Wort, das Pia Lessing lange Zeit nicht gehört hatte, bis zu dem Tag, an dem sie es von den Lippen ihres sterbenden Vaters las. Zoe – das war der Vorname ihrer südafrikanischen Nanny gewesen, die sich liebevoll in den Jahren um sie gekümmert hatte , in denen die Familie dort in Kapstadt gelebt hatte. Lachen und unbeschwerte Fröhlichkeit verbanden sich mit der Erinnerung an Zoe, beschützende Wärme empfand sie heute noch, wenn sie an ihre tröstlichen Umarmungen dachte, und ein Duft von Zimt und Vanille lag in der Luft.

Aber auch Streitgespräche und Vorwürfe im Zusammenleben ihrer Eltern brachte sie mit den Erinnerungen an ihre Nanny zusammen, laute, wütende Worte der Mutter, die sie der Nanny entriss und irgendwann war dann auch der Zeitpunkt des Abschieds gekommen, an dem sie den schwarzen Kontinent überstürzt verließen und nach Hamburg zurückgingen.

Was war damals gewesen, was war vorgefallen, dass in ihrem Hause die Erinnerung an Südafrika tabu war? Pia wußte es nicht, konnte nur Vermutungen anstellen, aber sie fühlte, dass sie sich auf die Suche machen würde, die Rätsel ihrer Vergangenheit zu lösen.

Als sie 1996 den Auftrag erhielt als journalistische Beobachterin über den Ablauf der südafrikanischen Wahrheits–und Versöhnungs-Kommission zu berichten, kehrte sie damit auch gleichzeitig zurück zu den unbekannten Wurzeln ihrer Kindheit und der schwierigen Bewältigung des eigenen Ichs.

Dieser Weg würde schwer sein und es würde ihre ganze Stärke erfordern, diese Zeit der Wahrheit für sich zu entdecken.

Renate Ahrens hat mit flüssigem Stil und schöner, wortreicher Sprache dem Leser die Schilderung einer Suche nahegebracht. Es ist nicht irgendeine Suche, sondern eigentlich das Forschen nach etwas Verlorenem, dessen Auffindung dann über Umwegen in die eigene Mitte führt. Die Schilderung der zahlreichen, oft erfolglosen Ermittlungensversuche ist intensiv quälend und sogar deprimierend, ja, ab und zu möchte man auch als Leser aufgeben und sich ergebnislos bescheiden. Und dann kommt da wieder eine Kleinigkeit, ein Wink, der Hoffnung schöpfen lässt, so wie es doch auch in der Realität des Lebens meist weitergeht, authentisch und überzeugend. Zwischendurch erlebt der Leser den wunderbaren Ausblick auf imponierende Landschaften des fremden Kontinents aber auch den oft verstörenden Einblick in die unverständlichen Apartheids-Gesetze eines dunklen Erdteils.

Ein schöner Roman, der sich angenehm lesen lässt und auch relativ schnell Spannung aufbaut, was das Vorhaben seiner Hauptprotagonistin anbelangt. Trotz positiver Entwicklung der Geschichte bleibt ein kleiner Wermutstropfen, der mit Zoes Schicksal zusammenhängt – wieder mal nicht die heile Welt, die wir alle so lieben, die wir alle anstreb
Brilli, 15.09.2015

Eine einfühlsame, wortreiche Suche nach den eigenen Wurzeln in einem fremden Land, das mir - einstmals vertraut -
inzwischen einzige Möglichkeit geblieben ist, die Wahrheit, von der mein Ich abhängt, zurückzuholen.
So würde ich es erklären, wenn ich Pia Lessing wäre.
Anrührendes Buch, ausgezeichnet umgesetzte Problematik, sehr angenehm zu lesen.
Brilli, 13.09.2015

Pia, deutsche Journalistin wird an Sterbebett ihres Vaters gerufen. Sein letztes Wort ist "Zoe".
An diesen Namen erinnert sich Pia , nachdem sie sich an ihre Kindheit in Südafrika erinnert wird. Zoe war ihre Nanny. Vieles aus dieser Zeit weiss Pia allerdings nicht mehr und darüber wurde in ihrer Familie auch nie mehr gesprochen.
Als Pia zeitgleich eine Gelegenheit bekommt für einen erkrankten Kollegen in Südafrika einzuspringen, um über die Wahrheitskommission zu berichten, greift sie zu.
Sie überlegt nicht lange und fliegt in die Heimat ihrer Kindheit. Dort wird sie nicht nur mit schockierenden Berichten von Betroffenen in den Sitzungen der Wahrheitskommission konfrontiert, sie lernt auch einen Journalisten kennen, der ihr dabei hilft, Zoe zu finden. Mehr sei nicht verraten, da vieles in diesem Roman vorhersehbar scheint.

Wer Südafrika mag, sich gleichzeitig mit den politischen Verhältnissen dort auseinander setzen möchte und dazu noch Herzschmerz liebt, der ist mit diesem Roman gut bedient.
Momo, 07.02.2015
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