Verlagsgruppe Droemer Knaur



Der Himmel über unseren Träumen

9783426519387
jetzt bestellen Jetzt bestellen
Klappenbroschur, Knaur TB
03.04.2018, 464 S.

ISBN: 978-3-426-51938-7
Diese Ausgabe ist lieferbar
10,99
inklusive 7%
Mehrwertsteuer

Roman

Ein großer Nachkriegsroman über die Aufbruchsstimmung in den 50er Jahren, aber auch über die Schatten der Nazizeit, die noch prägend waren.
Ein berührender Roman von der Bestseller-Autorin Heidi Rehn über eine junge Frau mit jüdischen Wurzeln, die im München der Nachkriegszeit als Architektin Karriere machen will.
München in den frühen fünfziger Jahren: Mit der Rückkehr in ihre geliebte Heimatstadt erfüllt sich für die junge Architektin Vera Cohn ein Traum. Sie will den Wiederaufbau mitgestalten und ihre Sehnsucht nach einer friedlicheren Zukunft verwirklichen, auch wenn dies das Land ist, in dem ihr und ihrer Familie so viel Leid widerfahren ist. Außerdem will sie beweisen, dass Frauen als Architektinnen genauso viel leisten können wie Männer.
Als sie und ihr Kollege Arthur sich ineinander verlieben, scheint ihr Glück perfekt. Voller Elan schmieden die beiden Zukunftspläne. Doch Vera, die gerade aus dem Exil zurückgekehrt ist, kann nicht vergessen. Die Vergangenheit steht zwischen ihnen – und die Frage nach der Schuld, die Arthur und seine Familie auf sich geladen haben …

Leselounge

Die Autorin

Heidi Rehn

Portrait von Heidi Rehn

Heidi Rehn, Jahrgang 1966, wuchs im Mittelrheintal auf und kam zum Studium der Germanistik und Geschichte nach München. Seit vielen Jahren widmet sie...

zur Autorin Bücher von Heidi Rehn

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Als Vera acht Jahre alt ist, müssen sie und ihre Eltern aus Deutschland fliehen. Denn es ist das Jahr 1938 und

Veras Vater ist Jude. Nach dem Krieg kehrt die Familie aus dem Exil zurück, Vera studiert Architektur und tritt 1954 eine Stelle in ihrer Heimatstadt München an, nach der sie sich all die Jahre gesehnt hat. Sie freut sich darauf, aktiv den Wiederaufbau mitzugestalten. Doch als Frau hat sie es schwer in diesem von Männern dominierten Beruf und ihre Ideen werden häufig nicht ernst genommen, so praktisch sie auch sein mögen. Denn in den 50er Jahren hat die Frau für Heim und Familie da zu sein, was nach den schweren Kriegsjahren für viele sicher das Richtige ist, Vera jedoch möchte Karriere machen. Erschwerend kommt hinzu, dass eine wirkliche Aufarbeitung der Kriegsverbrechen nicht überall erfolgt, erst recht nicht in der einstigen "Hauptstadt der Bewegung", und viele ehemalige Parteigänger sitzen auch nun wieder in wichtigen Ämtern. Vera fragt sich bei jedem Entscheidungsträger, mit dem sie zu tun hat, welche Rolle er in der Nazizeit gespielt hat und ob er indirekt mit schuld ist an dem Leid, das sie und ihre Familie ertragen mussten. Ansprechen darf man solche Zweifel aber nicht: Die Vergangenheit ist ein Thema, das besser unerwähnt bleibt, alle Blicke sind in die Zukunft gerichtet. Dann verliebt sich Vera in ihren Kollegen Arthur, ganz langsam nähern sie sich einander an, denn beide haben noch mit den Wunden ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Allerdings spricht Arthur nicht über das, was er zwischen Abitur und Kriegsende erlebt hat, was in Vera zunehmend Misstrauen schürt. Dazu kommt, dass beide beruflich immer mehr zu Konkurrenten werden und dass auch Veras Freundin Charlotte ein Auge auf Arthur geworfen hat. Droht die junge Liebe an all diesen Hindernissen zu scheitern? Heidi Rehn ist es gelungen, in mir beim Lesen sofort ein Bild der 50er Jahre entstehen zu lassen. Besonders interessant fand ich als Münchnerin natürlich die Schilderungen zu den Bauprojekten der damaligen Zeit. Einige der Gebäude, die in den 1950ern entstanden sind, stehen noch heute, insofern freue ich bereits jetzt wieder auf die Streifzüge, die die Autorin auf den Spuren ihrer Romane anbietet. So akribisch, wie Heidi Rehn stets recherchiert, bin ich ganz sicher, dabei auch wieder viel Neues zu erfahren. Generell sehe ich die 50er Jahre nun in einem anderen Licht, denn es war eben nicht (nur) diese Heile-Welt-Idylle, die einem von entsprechenden TV-Filmen suggeriert wurde, sondern auch eine Zeit des Verdrängens, Vertuschens und natürlich in allererster Linie eine Zeit des Aufbruchs, des Wiederaufbaus und des Neuanfangs. Alles in allem fand ich diesen Roman unglaublich eindrucksvoll, ich musste oft und lange über das Gelesene nachdenken und kann die Lektüre aus vollstem Herzen empfehlen.

Susanne Edelmann, 05.04.2018

Wer denkt, es handelt sich hier nur um eine Liebesgeschichte, wird überrascht werden, denn Veras Geschichte ist

weit mehr.Sie zeigt sehr atmosphärisch das Leben in den frühen fünfziger Jahren, den Wiederaufbau und den wirtschaftlichen Aufschwung.Auch wenn ich selbst diese Zeit nicht miterlebt habe, ist die Stimmung dieser Zeit gut bei mir angekommen.Nachdenklich gemacht hat mich die Stellung bzw. die Rolle der Frauen in dieser Zeit. Während die Frauen als „Trümmerfrauen“ direkt nach dem Krieg als Arbeitskräfte noch gefordert waren, wandelt sich das in dieser Zeit langsam. Die Frau wird im Berufsleben höchstens als „schmückende“ Sekretärin oder Empfangsdame gebraucht, die anspruchsvolleren Tätigkeiten reklamieren die Männer für sich. Viele sind eher der Meinung, dass eine Frau sich darauf beschränken sollte, einen Haushalt zu führen und Kinder zu erziehen. Man kann sich das heute nur noch schlecht vorstellen, wenn man die Zeit selbst nicht miterlebt hat.
So hat auch Protagonistin Vera es in ihrem Beruf als Architektin nicht leicht sich durchzusetzen und zu beweisen, besonders da sie kreative moderne Ideen entwickelt.

Mir war Vera sehr sympathisch, besonders weil sie sich ihr Selbstbewusstsein nicht nehmen lässt und weiß, was sie kann. Sie lässt sich nicht einschüchtern und versucht sich in der Männerwelt der Architekturbüros durchzusetzen.

Natürlich spielt die Liebesgeschichte zwischen Vera und ihrem Kollegen Arthur eine große Rolle. Sie entwickelt sich sehr zaghaft und wird gefühlvoll, der Zeit angemessen, erzählt.
Aber sie wird auch von einem aktuellen Thema dieser Zeit berührt. Die Jahre von 1933 bis 1945 wurden von vielen Menschen später gerne totgeschwiegen bzw. ihre Handlungen und Entscheidungen verdrängt. Aber eben diese Ungewissheit anderer hat sicher das Vertrauen zwischen den Menschen sehr beeinträchtigt. Und genau das Thema bewegt auch Vera sehr, denn sie weiß nicht viel über die Vergangenheit von Arthur bzw. seiner Familie.

Es ist Heidi Rehn wunderbar gelungen, ihre fiktive Geschichte in die Ereignisse dieser Zeit einzubetten und alles miteinander in Verbindung zu bringen.
Veras Geschichte und ihr Schicksal hat mich berührt und bewegt aber auch sehr gefesselt, denn es ist lange Zeit nicht absehbar zu welchem Ende die Geschichte kommen wird. Dabei kommt auch gute Unterhaltung nicht zu kurz, denn es gibt auch romantische und humorvolle Momente.
Vor allem aber wurde die Zeit der fünfziger Jahre, die ich nur aus Erzählungen meiner Eltern kenne, für mich sehr lebendig.
Ich habe über vieles nachgedacht, manches sogar recherchiert, so dass der Roman noch eine Weile in mir nachklingen wird.

Dieser wirklich tolle Nachkriegsroman bietet eine Menge Themen,

Fanti2412, 04.04.2018

Heidi Rehn hat mit Der Himmel über den Träumen wieder einen spannenden informativen Roman geschrieben.

Gerade die Zeit ab 1954 zeigt Deutschland im Aufschwung. Der Schauplatz ist München.

1938 feiert Vera ihren 8. Geburtstag. Gleich darauf verlassen ihre Eltern mit ihr Deutschland, denn ihr Vater ist Jude. Nach dem Krieg kommen sie wieder und Vera kommt nach ihrem Architekturstudium zurück nach München. Eine Frau wird zu der Zeit nicht immer Ernst genommen, aber Vera boxt sich durch. Ihr Kollege Arthur und sie verlieben sich und es beginnt eine schwierige Liebesgeschichte mit Zweifeln und Hoffnungen.

Heidi Rehn hat die Atmosphäre dieser Jahre genau erfasst. Die Arbeit als Architekt war interessant, wie es in den Büros zuging ist authentisch. Die Welt der meisten Frauen war Mann, Kinder und Küche, so ging es tatsächlich einige Jahre zu.

Der Roman konnte mich fesseln, die Geschichte könnte sich wirklich so zugetragen haben. Er ist teilweise ernst und dann auch fröhlich geschrieben. Ab und zu musste ich schmunzeln.

Eine unterhaltsame Lektüre die ich gerne empfehlen kann.

 

Egni, 01.02.2018
↑ nach oben