Verlagsgruppe Droemer Knaur



Wenn wir wieder leben

9783426520307
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Taschenbuch, Knaur TB
02.07.2018, 608 S.

ISBN: 978-3-426-52030-7
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Roman

Eine tragische Familiengeschichte und die Geschichte einer großen Liebe, die ins Nazideutschland zurückführt
Der neue große historische Roman von der Bestseller-Autorin Charlotte Roth
Das vornehme Ostseebad Zoppot bei Danzig in den 1920er Jahren. Hier herrschen überschäumende Lebenslust und unbeschwerte Sommerfrische.
Die vier Freunde Lore, Gundi, Julius und Erik erfreuen die Kurgäste mit flotten Rhythmen und eingängigen Melodien und träumen vom Durchbruch als Musiker.
Bald ist ihnen tatsächlich Erfolg beschieden, auf dem Luxusschiff Wilhelm Gustloff befahren sie die Meere – und ignorieren, dass sich die Zeiten schon lange geändert haben. Gundi verliebt sich in den Sänger Tadek, aber dann überfällt Hitler Polen, und Tadek schließt sich dem Widerstand gegen die Nazi-Besatzer an: Das Ende einer großen Liebe?

Die Autorin

Charlotte Roth

Portrait von Charlotte Roth

Charlotte Roth, Jahrgang 1965, ist Berlinerin, Literaturwissenschaftlerin und seit zehn Jahren freiberuflich als Autorin tätig. Charlotte Roth hat...

zur Autorin Bücher von Charlotte Roth

Pressestimmen

"Ein weiteres lesenswertes Buch"

Fränkische Nachrichten, 07.07.2018

"Einfach toll wegen der starken, lebendigen Frauencharaktere. Und weil Bestsellerautorin Charlotte Roth einfühlsame und kluge Fragen nach Schuld und Vergebung stellt."

Für Sie, 18.06.2018

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Ich habe bisher jedes Buch der Autorin gelesen 

Katjuschka, 16.08.2018

Eine berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt! 

Die Geschichte basiert auf zwei abwechselnden Zeitebenen. Die Beschreibungen des Lebens der Mutter, Gundi, finden im Zeitraum von 1927-1945 statt. Die Erlebnisse der Tochter, Gundi, passieren im Jahr 1963-1964. 
Wanda wird in der Unimensa von einem Mitstudenten zum Nachdenken über die Kriegszeiten und Naziverbrechen gebracht und fängt an eigene Familiengeschichte zu hinterfragen. Da Ihre Mutter aber nie darüber geredet hat und weiterhin nicht reden wollte, geht sie mit Entsetzen davon aus, dass sie zu den Tätern oder mindestens zu den Leuten, die geschwiegen und Naziverbrechen geduldet haben, gehören. Nachdem sie in Deutschland nichts davon erfahren konnte, ist sie nach Danzig, ihr Geburtsort, gereist und da nach der Familienwahrheit zu suchen.

Die Geschichte der Gundi ist viel ausführlicher beschrieben und darin finden sich die Motive der Unbekümmertheit, Glücklichseins, Naivität, Traurigkeit, Liebe, Tod und Krieg. Alles was ein guter Roman beinhalten muss. 
Gundi, die bekannt als ein Sonnenschein ist und immer wieder mit ihrer Fröhlichkeit glänzt versucht mit ihren Freunden eine Band zu gründen und berühmt zu werden. Um aber den großen Erfolg erreichen zu können, mussten sie sich mit damals mächtigen Menschen, die Ihnen große Türe öffnen, umgeben. Diese waren von dem nationalsozialistischen Gedankengut überzeugt und versuchten vehement in dem unabhängigen Danzig, Spannungen zwischen Polen und Deutschen zu inszenieren. Gundi bekommt am Anfang nicht viel mit, weil sie sich nur im die Musik kümmert und stellt am Ende mit Entsetzen fest, dass sie ihre Stadt nicht mehr erkennt . Dann muss sich sich mit der Angst und Freundschaft, aber auch der Liebe zu einem polnischen Musiker auseinandersetzten. Das Buch bietet ein unerwartetes Ende und zeigt die Sinnlosigkeit des Krieges, der viele Familien zerstört hat und auch der schweigenden Mehrheit kein Leben danach erlaubt.

Besonders eindrucksvoll fand ich das persönliche Nachwort der Autorin. Hier erklärt sie genau, dass es sich um eine wahre und persönliche Geschichte, hinter der echte Menschen stehen, handelt. 
Außerdem stellt sie eine Verbindung zu der heutigen Situation der Flüchtlingen und aktuellen Kriegen dar. Das hat dazu geführt, eigenes Verhalten und Handlungen zu hinterfragen und darüber nachzudenken, was man von der Gundi lernen kann und welche Fehler vermieden werden können. Besonders dann, wenn man das Gefühl hat, dass einen politische Ungerechtigkeit noch nicht betrifft, sollten man sich mit anderen sozialisieren und nicht darauf warten bis man selbst zu den Unterdrückten gehört. Die Geschichte macht einem klar, dass man immer achtsam durch das Leben gehen soll und die Anfänge einer b

frankl91, 14.08.2018

ch habe schon einige Bücher der Aurorin Charlotte Roth gelesen und sie gefallen mir immer wieder gut. Besonders

gefällt mir ihr Schreibstil und ihre Ausdrucksweise,
Die beiden Hauptfiguren sind Wanda und Gundi. Es spielt in unterschiedlichen Zeitebenen. Die Vergangenheit spielt in den 1920er Jahren im Ostseebad Zoppot bis zum 2.Weltkrieg.
Die Gegenwart spielt in Berlin um die Zeit 1963-1964. Wanda ist Studentin in Berlin. Es geht auch um Holocaust und jüdischer Abstammung.
Parallel in die Zeit der Zwanziger in Danzig wird die Geschichte um Gundi und deren Schwester Lore und den Freunden Julius und Eric erzählt.
Am Anfang hatte ich etwas Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen.
Charlotte Roth stellt hier eine deutsch polnische Geschichte dar, verpackt in eine Familiengeschichte.
Ich vergebe 4 Sterne.

brigitte schreiter, 31.07.2018

Mitreißend und authentisch

Im vornehmen Ostseebad Zopot versuchen die vier Freunde Gundi, Lore, Julius und Erik in den 1920er Jahren als Band groß herauszukommen. Doch es dauert eine Weile, bis sie wirklich durchstarten können. Gundi, die bereits als Kind ein Sonnenschein war, ist die Frontfrau der Band, und ein Lied, „Morgen am Meer“, bringt den Durchbruch. Bald werden sie angeheuert für das Kreuzfahrtschiff Wilhelm Gustloff. Doch dann kommen die Wirren des Krieges dazwischen und verändern ihre Lebenspläne. Auch wenn die Freunde als gefeierte Künstler lange begünstigt bleiben, wird die Realität sie bald einholen. - 40 Jahre später begibt sich Wanda auf die Spuren ihrer Familiengeschichte, fragt nach der Rolle ihrer Mutter während der Kriegstage.

Schmerzhaft wird Wandas Suche, sie ist emotional hoch belastet. Bedeutende Nazi-Prozesse stehen an, in Deutschland versuchen die Menschen nach den dramatischen Ereignissen im Krieg nach vorn zu sehen. Es gibt auch die anderen, die nach Aufarbeitung schreien, wie der jüdische Student Andras, der durch den Krieg seine Familie verloren hat und nun ganz verzweifelt versucht, die Schuldigen einer gerechten Strafe zuzuführen. Die beiden zeitlichen Ebenen hat die Autorin Charlotte Roth sehr gut und eindrücklich dargestellt, der Leser erhält einen guten Einblick in die damalige Zeit. Auch die örtlichen Eigenheiten in Danzig und in Zopot sind gut recherchiert. 

Der Autorin gelingt es sehr gut, einen schwierigen Stoff in eine bewegende Geschichte mit viel Dramatik umzuwandeln. Man merkt, dass sie in diese Geschichte sehr viel Herzblut hineingesteckt hat. Sie wertet die Handlungen ihrer Protagonisten nicht, lässt deren Taten für sich selbst sprechen. Damit gelingt ihr eine sehr authentische Geschichte, die den Leser von Anfang an mitreißt. Manches hätte man vielleicht etwas straffen können, doch insgesamt bleibt der Spannungsbogen von Anfang bis Ende sehr hoch. Ich vergebe 4,5 von 5 Punkten und eine unbedingte Leseempfehlung.

Gisel, 16.07.2018

Die Bücher von Charlotte Roth sind für mich immer eine Garantie für eine fesselnde und dramatische

Geschichte. Mögen die Klappentexte auch alle ähnlich klingen, so sind die Bücher in Wahrheit grundverschieden. Man meint, schon viel über den zweiten Weltkrieg gelesen zu haben, aber Charlotte Roth gelingt es immer wieder, in ihren Romanen Themen in den Mittelpunkt zu rücken, über die wenig gesprochen wird und über die ich noch wenig wusste.

Der Schauplatz von „Wenn wir wieder leben“ ist Zoppot, ein Ostseebad im heutigen Polen. Vor dem zweiten Weltkrieg war Zoppot, wie zum Beispiel auch Danzig, eine freie Stadt, die weder zu Deutschland noch zu Polen gehörte. Die Bevölkerung kam aus beiden Nationen an und beäugte einander misstrauisch.

Nachdem mich der Auftakt mit Wanda im Zentrum sofort gepackt hatte, fiel es mir etwas schwerer, mich in die Geschichte in Zoppot zu vertiefen. Die Handlung dümpelt zunächst etwas vor sich hin. Sommerfrische, die vergeblichen Versuche ein Lied zu schreiben – es passiert nicht wirklich viel.

Hinzu kommt, dass mir die Hauptfigur Gundi das komplette Buch über unsympathisch blieb. Gundi trägt den Beinamen Sonnenschein, aber wie es so oft mit Leuten ist, denen Annehmlichkeiten in den Schoß fallen, entwickelt sie sich zu einem ziemlich egoistischen Charakter. Sie schert sich wenig um die Gefühle ihrer Bandkollegen oder um ihre erstgeborene Tochter Ariane. Ihre eigenen Bedürfnisse stehen stets im Mittelpunkt.

Als der Krieg beginnt, nimmt die Handlung an Fahrt auf. Die Zustände in Polen und der Hass, mit dem sich die Menschen begegnet sind, hat mich sehr erschüttert.

Auch das Ende von „Wenn wir wieder leben“ hat mich getroffen. Nach dem ich die letzte Seite gelesen hatte, saß ich noch eine Weile da und dachte über die Geschichte nach. Die vier aus Zoppot waren junge, unbeschwerte Leute, deren Traum es war, Leute mit Musik glücklich zu machen. Ein sinnloser Krieg hat ihre Jugend jäh beendet.

Am Schluss überrascht die Autorin mit einem Plottwist, der sich rückblickend schon lange abgezeichnet hat. Ich habe sogar manche Stellen ein zweites mal gelesen, da sie nach der Enthüllung in einem anderen Licht erschienen.

Alles in allen ein sehr lesenswertes, bewegendes Buch. Gerade in der heutigen Zeit ist es erschütternd, Parallelen zur aktuellen politischen Entwicklung zu finden.

 

Waterlilly, 13.07.2018

„Wenn wir wieder leben“ ist das mittlerweile fünfte Buch der Autorin Charlotte Roth und wie ich

finde eines der stärksten und persönlichsten, hat doch die Oma der Autorin in Gdansk/ Zoppot gelebt und Charlotte Roth hat die Stadt bei ihren Recherchen mehrfach besucht. Und genau diese Verbundenheit merkt man der Geschichte an, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird.

1963 lernen wir Wanda kennen, die Musik liebt, sich aber entschlossen hat Lehrerin zu werden. Wanda lernt an der Uni Andras kennen, dessen Familie während des zweiten Weltkrieges in den KZ´s umgekommen ist. Andras hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zeugen aufzuspüren und die Täter von damals vor Gericht zu bringen. Wanda hingegen ist mit ihren Schwestern wohlbehütet und von allen schrecklichen abgeschirmt aufgewachsen und hat zu ihrer Mutter eine sehr enge Bindung. Doch als Wanda nach ihren Wurzeln fragt, bekommt sie keine Antwort. So macht sie sich in Polen auf die Suche nach jemanden, der sich erinnert.

Der zweite Handlungsstrang spielt Gdansk/ Zoppot. Gundi Sonnenschein, das glücklichste Kind der Ostsee, wächst bei ihren Großvater, liebevoll Pop genannt, auf. Alle Herzen fliegen ihr zu und zusammen mit ihren Freunden gründet sie eine Band. Nach anfänglichen Schwierigkeiten landen die vier einen Superhit, auf den auch die erstarkenden Nationalsozialisten aufmerksam werden und Gundi fortan überall den roten Teppich ausrollen. Die vier Freunde befahren zusammen auf den KdF-Schiff Wilhelm Gustloff die Meere und feiern Erfolge. Dass sich die Zeiten geändert haben, die Nationalsozialisten ihre Ideologie verbreiten, Juden und Polen unerwünscht sind und verfolgt werden, merkt Gundi zu spät. Und dann überfällt Hitler Polen.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt sehr flüssig und als Leser ist man sofort mitten im Geschehen. Man freut, hofft, bangt mit, will die Personen manchmal schütteln und ihnen die Augen öffnen oder sie ganz einfach in den Arm nehmen.

Aber es ist auch kein Buch zum runterlesen, auch wenn der Handlungsstrang um Gundi Sonnenschein zunächst einen Ferieneindruck vermittelt. Dies ändert sich und spätestens ganz am Ende sieht man Gundi mit anderen Augen. Für mich macht sie eine glaubhafte und nachvollziehbare Entwicklung durch und ist für mich ein absoluter Sympathieträger, auch wenn ich nicht alle ihre Entscheidungen gutheiße.

Ein zum Thema passendes Cover, ein ausführliches Nachwort sowie ein Glossar runden den Roman perfekt ab.

Von mir gibt es volle Punktzahl und eine absolute Kauf- und Leseempfehlung.

 

 

malo2105, 12.07.2018

"Monte Carlo des Nordens“, so wurde das frühere Fischerdorf Zoppot genannt. In dem vornehmen

Ostseebadeort leben Gundi Frieböse und ihre Freunde Lore, Julius und Erik in den 1920er-Jahren. Als Musiker unterhalten sie die Kurgäste und träumen von ihrem Durchbruch. Dann erhalten sie die Chance, auf dem Luxusschiff „Wilhelm Gustloff“ mitzufahren. Die junge Gundi verliebt sich in den Sänger Tarek. Doch dann überfällt Hitler Polen. Was wird aus ihrer Liebe? In den 1960er-Jahren in Berlin stellt die Lehramtsstudentin Wanda Scharneck Nachforschungen zur Vergangenheit ihrer Familie an, die sie nach Danzig und nach Zoppot führen. Welchem Geheimnis kommt sie auf die Spur?

„Wenn wir wieder leben“ von Charlotte Roth ist ein historischer Roman, der in die Zeit des Naziregimes zurückführt und sich mit der Familiengeschichte der Autorin beschäftigt.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus neun Teilen und 58 Kapiteln mit einer angenehmen Länge. Es gibt zwei Handlungsstränge. Der eine betrifft Wandas Suche vorwiegend im Jahr 1963 und spielt an mehreren Schauplätzen, der andere dreht sich um Gundis Geschichte und umfasst die Zeit von den 1920er-Jahren bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Erzählt wird im Wechsel überwiegend aus der Sicht von Wanda und der von Gundi. Dieser Aufbau hat mir gut gefallen.

Auch sprachlich konnte mich der Roman überzeugen. Der Schreibstil ist lebhaft und anschaulich. Die Beschreibungen, Sprachbilder und Vergleiche sind gelungen und schaffen es, die Atmosphäre früherer Zeiten zu vermitteln. Mir fiel es daher leicht, in die Geschichte einzutauchen.

Mit Wanda und Gundi stehen zwei junge Frauen im Vordergrund. Vor allem Wanda war mir sofort sympathisch, aber auch Gundi ist ein interessanter Charakter. Die übrigen Personen sind ebenfalls gut ausgearbeitet und wirken authentisch.

Die Handlung ist abwechslungsreich und größtenteils fesselnd. An mehreren Stellen konnte mich der Roman emotional berühren und zum Nachdenken anregen.

Gut gefallen hat mir, wie die Autorin wahre, historische Begebenheiten wie die Fahrten der „Wilhelm Gustloff“ mit fiktiven Figuren und Erlebnissen verwoben hat. Die fundierte Recherche wird an mehreren Stellen deutlich. Auf unterhaltsame Art lernt der Leser nicht nur die Lebensumstände junger Frauen in den 1960er-Jahren kennen, sondern erfährt auch einiges über die Stadt Danzig und ihre Umgebung zu der Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges. Ein Pluspunkt des Buches ist das Glossar mit weniger bekannten Begriffen. Interessant finde ich auch das Nachwort der Autorin.

Die gelungene Optik des Covers gefällt mir sehr und passt sich gut dem Look der vorherigen Romane der Autorin an. Schön ist, dass man dem Stil auch be
milkysilvermoon, 12.07.2018

Anfang der 60iger in Berlin. Wanda ist eine junge Frau, die behütet und umsorgt von ihrer Mutter und ihrer Tante

aufgewachsen ist. Ihr Geburtsort Zopot ist nur ein Name in ihrem Pass. Sie weiß nichts von der Vergangenheit und Herkunft ihrer Familie, über die Kriegsjahre wird eisern geschwiegen. An der Uni lernt Wanda den charismatischen Andras kennen, den einzigen Überlebenden einer jüdischen Familie. Andras will das Schweigen an der Uni und in der Gesellschaft nicht akzeptieren. Er engagiert sich bei der Zeugensuche für den Auschwitz Prozess. Er will, dass seine Kommilitonen fragen „was haben meine Eltern in der Vergangenheit gemacht?“ Diese Frage stellt Wanda ihrer Mutter und löst damit ein Drama aus.

Rückblick: Die 20iger und 30iger in Zopot an der Ostseeküste. Gundi ist ein „Goldmädchen“, glücklich und sorglos wächst sie unter der Obhut ihres Großvaters auf. Sie liebt die Musik und mit Freunden spielt sie in einer Band, tritt in den Hotels im Seebad auf. Sie ist spontan, flirtet mit ihren Jugendfreunden Erik und Julius und träumt vom Durchbruch. Als sie auf der „Gustloff“ engagiert werden, scheinen sie am Ziel. Aber die Welt hat sich verändert und Gundi verschließt davor ihre Augen.

In den zwei Zeitebenen steht jeweils eine junge Frau und ihre Suche nach dem Lebensweg im Mittelpunkt. Der historische Hintergrund ist sehr farbig und intensiv geschildert. Besonders interessant fand ich die Atmosphäre 1963 in Berlin. Eine Gesellschaft, die nur vergessen will und keine Auseinandersetzung mit der Geschichte und der eigenen Schuld zulassen will. Das zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten und ein Student wie Andras, der Fragen stellt, nachhakt und nicht lockerlässt, wird schnell als Nestbeschmutzer ausgegrenzt. Sein jüdischer Familienhintergrund verstärkt das nur, denn Antisemitismus nicht verschwunden, er wird nur nicht offen ausgesprochen. Wandas Erwachen aus dem schützenden Kokon ist schmerzhaft. Das wird durch den warmherzigen, interessanten Erzählstil deutlich. Deshalb ist mir die Figur der Wanda auch persönlicher und echter erschienen als Gundi, die mir blass und weniger akzentuiert erschien.

Charlotte Roth versteht es gut, die beiden Teile zu verbinden und ein dunkles Geschichtskapitel über die Lebensläufe zweier Frauen persönlich werden zu lassen. Der Roman ist spannend und auch unterhaltsam geschrieben, aber nie oberflächlich. Ihre Sprache, die Orts- und Zeitbeschreibungen sind lebendig und farbig. Nur manchmal fand ich den ostpreußischen Sprachgebrauch mit den vielen Diminutiven zu sehr in Szene gesetzt. Ich habe den Roman gern gelesen, ich fand ihn anspruchsvoll und die Thematik gut umgesetzt. Das schmerzhafte Erwachen und Erwachsenwerden der jungen Wanda hat mich berührt.

 

 

Bibliomarie, 11.07.2018

Gestaltung:

Wer die Romane von Charlotte Roth kennt und vielleicht schon das eine oder andere Buch von ihr im Regal stehen hat, der wird wissen, dass sich die Gestaltung des Covers auch diesmal am Schema seiner Vorgänger orientiert. Die große Ähnlichkeit der Buchcover gehört für mich mittlerweile wie eine Art Visitenkarte zu den Romanen von Roth dazu und lässt mich im Buchladen sehr präzise danach greifen, auch wenn sie insgesamt eher schlicht gehalten sind.

Historischer Hintergrund:

Der Roman liefert dem Leser viele historische Fakten zur Geschichte des Seebades Zoppot, das in der Danziger Bucht im polnischen Pommern liegt. Wir lernen u. a. die lokale Pferderennbahn und das Grand Hotel mit Spielcasino kennen. Außerdem erleben wir Schwimmveranstaltungen und Segelregatten mit, die alljährlich die Bade- und Kurgäste unterhielten.

Wer sich für die Geschichte Danzigs interessiert und mehr über die Rolle der Woiwodschaft Pommerns im 2. Weltkrieg erfahren möchte, kommt bei diesem Roman voll auf seine Kosten. Der Leser erlebt den Aufstieg der NSDAP und die damit verbundenen Folgen für Zoppot und Umgebung hautnah mit. Er erfährt, wie die dort Heimischen immer mehr in zwei Lager gespalten und wie aus Freunden Feinde werden, wenn es darum geht, die eigenen Lieben in Sicherheit zu bringen, als im Jahre 1939 die Deutschen in Polen einfallen und Danzig zur Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich zwingen.

Schreibstil:

Da die Geschichte auf zwei Zeitebenen verläuft, begleitet der Leser Gundi und Wanda abwechselnd. Mit Wanda geht der Leser auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Familie in Zoppot, während er mit Gundi ebendiese Vergangenheit vor Ort durchlebt. Eine Besonderheit, die mich persönlich sehr erfreut hat, ist die Mischsprache „Missingsch“, die von einigen deutschen Danzigern im Roman gesprochen wird. Da auch mir ein Großteil der genutzten Vokabeln fremd war, finde ich das angehängte Glossar wirklich sehr nützlich, da es das Lesen sehr erleichtert.

Fazit

Auf Charlotte Roth ist immer Verlass. Da ihr Roman „Als der Himmel uns gehörte“ aus dem Jahr 2015 zu meinen Lieblingsbüchern zählt, freue ich mich immer auf neuen Lesestoff von ihr. Und ich wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Die Beschreibungen von Zoppot mit seinem Strand und dem Meer haben mir zeitweise Fernweh bereitet und ich habe mich neben Gundi in den Sand gewünscht, um ihr, Lore, Erik und Julius beim Musizieren zuzuhören. Abgesehen davon habe ich viel über die Zustände und Ereignisse in und um Danzig im 2. Weltkrieg gelernt. Toller Roman - kann ich jedem nur ans Herz legen, der Spaß an Fiktion vor realem historischen Hintergrund hat.

 

Barbarella1209, 07.07.2018

Mich hat das Buch sehr beeindruckt. Aber ich muss auch sagen, das ich so ungefaun 100 Seiten gebraucht habe , um in

die Geschuchte hineinzukommen. Aber dann hat sie much geoackt und nicht mehr losgelassen.

Es geht um Wanda die sich im Jahr 1963 auf die Suche nach der Geschichte ihrer Mutter vor und während des zweiten Weltkrieges macht und auf eine Mauer des Schweigens trifft. Und um Gundi die in dieser Zeit nur für ihre Band lebt.

Ich fand es gut das diese schwierige Zeit anhand von ganz normalen Menschen erzaerz wird und wie diese damit umgingen. Die zwei Zeitebenen haben mir gut gefallen. Bei den Figuren tritt vor allem Gundi hervor die von der naiven Gundi Sonnenscheun eine tolle und emutionale Entwicklung durchmacht.

Philiene, 05.07.2018

Gundi Sonnenschein 

 


Dies ist mit Sicherheit der emotionalste Roman der Autorin. Von Freude bis Tränen ist alles vertreten. Das Buch spielt in zwei Zeitebenen und erzählt die Geschichte von zwei Frauen. Gundi Friböse, die mit ihren Freunden Erik, Lore und Julius ihre Jugend in Zappot verbringt. Sie machen gemeinsam Musik und träumen vom großen Erfolg. Als der sich endlich einstellt, beginnt auch die Zeit der Nazis. Die vier lassen sich anfangs nur zu gerne vor den Karren der Nazi Größen spannen, vom schnellen Reichtum geblendet. Doch als der Krieg ausbricht, begreifen sie, dass man sich entscheiden muss, auf wessen Seite man steht. Wanda ist in den Sechziger Jahren eine Studentin, die mit ihrer Mutter, Tante Lore und ihren Geschwistern in Berlin lebt. Über ihre Vergangenheit hat sie sich nie Gedanken gemacht, bis sie um der Uni Andreas kennenlernt. Er stellt ihr die Frage was ihre Eltern während des Krieges gemacht haben. Und da beginnt auch Wanda Fragen zu stellen. Aber weder ihre Mutter noch ihre Tante wollen ihr Antworten geben. Deshalb begibt sie sich auf eigene Faust auf eine Reise in die Vergangenheit. In Zappot, ihrem Geburtsort sucht sie nach Spuren ihrer Familie. Was sie dort dann erfährt ist für sie teilweise nur schwer zu ertragen. Doch sie muss die ganze Wahrheit wissen, um mit sich und ihrem Gewissen ins Reine zu kommen. Ein toller Roman, teilweise bedrückend und beklemmend, aber hervorragend recherchiert. Man erfährt viel über die Zeit des 2. Weltkrieges in Polen und wird auch zum Nachdenken angeregt. Die beiden Hauptfiguren Wanda und Gundi haben mir sehr gut gefallen. Sie sind sehr überzeugend dargestellt, so dass man ihre Handlungen und Beweggründe gut nachvollziehen kann. Absolut lesenswert.« 

Tamaru, 05.07.2018

Mich hat Charlotte Roths Buch "Wenn wir wieder leben" sehr beeindruckt. Sie erzählt die Geschichte von

Wanda. Deren Mutter Gundi kommt in Soppot der 1930er Jahre zu Ruhm mit ihrer Band, die aus ihrer Schwester Lotte, ihrem späteren Ehemann Julius sowie Erik besteht. Das Schicksal der vier ist unmittelbar miteinander verbunden. Alle vier müssen sich der Frage stellen, welche Rolle sie in den großen Umwürfen der damaligen Zeit spielen wollen. 

Der Roman ist toll geschrieben und recherchiert. Man ist ganz verzaubert von der Romantik des Ostseebads Soppots und der Stadt Danzig. Ein Kritikpunkt ist sicherlich der erste Teil des Romans, der sich sehr zieht beim Lesen. Wer aber durchhält wird mit einem grandiosen Ende belohnt.

Anne H., 03.07.2018

Eine berührende Reise in die Vergangenheit

 

"Wenn Wir Wieder Leben" ist für mich der erste Roman, den ich von der Autorin Charlotte Roth gelesen habe und ich muss sagen, ich bin schwer beeindruckt. Die Autorin lässt Geschichte vor meinem inneren Auge lebendig werden.

Nun der Inhalt: Wir befinden uns in den 20er Jahren im Ostseeband Zoppot. Hier genießen die vier Freunde Lore, Gundi, Julius und Erik einen unbeschwerten Sommer. Mit ihrer Musik verzaubern sie die Kurgäste. Sie träumen von einer großen Karriere als Musiker. Und sie werden erfolgreich und dürfen auf der Wilhelm Gustloff einem Luxusschiff die Gäste unterhalten. Doch die Welt ringsherum verändert sich. Gundi verliebt sich in den Sänger Tadek, aber dann überfällt Hitler Polen, und plötzlich ist nichts mehr wie es einmal war. Tadek schließt sich dem Widerstand an. Ihre Liebe findet ein jähes Ende. Dann befinden wir uns im Jahr 1963. In Berlin begibt sich die junge Wanda auf die Suche nach der Vergangenheit.

Schwer beeindruckt lege ich dieses atemberaubende, berührende und spannende Buch aus der Hand. Noch jetzt hat mein Kopfkino einiges zu tun und die Geschichte läuft wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Eigentlich sind es ja zwei Geschichten, die jedoch am Ende irgendwie miteinander verbunden sind. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben. Ich sehe Gundi, lebensfroh, voller Begeistertung als Kind in Danzig und Zoppot, wie sie hier das Leben genossen hat. Ihre Begeisterung für die Musik ist förmlich zu spüren. Eine wunderbare Gemeinschaft, die vier Freunde. Doch das Schicksal kann grausam sein und von einem Tage auf den anderen verändert sich ihr ganzes Leben. Und dieses Leben hat mich dann wirklich sehr berührt. Was manche Menschen durchmachen mußten, einfach unglaublich. Und dann ist da Wanda, die eigentlich mit ihrer Tante, ihrer Mutter und ihren Geschwistern ein behütetes Leben in Berlin führt. Doch plötzlich bekommt sie durch ihre Studienkollegen Einblick in die Vergangenheit. Und plötzlich stellt Wanda vieles in Frage und begibt sich auf die Suche. Und da gibt es einige Geheimnisse in der Vergangenheit in ihrer Familie, die sie schier verzweifeln lassen. Doch irgendwann gibt es auch ein Licht am Ende eines dunklen Tunnels. Eine gigantische Geschichte.

Für mich ein Lesehighlight. Man merkt auch, dass dieses Geschichte der Autorin besonders am Herzen liegt. Mit großem Interesse habe ich auch das Glossar im Buch gelesen. Das Cover passt perfekt. Im Hintergrund die Mole von Zoppott. Selbstverständlich vergebe ich für diese Lektüre 5 Sterne.

zauberblume, 03.07.2018

Im Herbst 1963 lernt die Studentin Wanda an der Berliner Universität Andras Goldfarb kennen. Der junge Mann

überzeugt Wanda, die nichts über ihre Herkunft weiß, davon, dass sie den Mut dazu aufbringen muss, ihre Mutter und ihre Tante nach den Kriegsjahren zu fragen. Doch Wandas scheinbar harmlose Frage sorgt dafür, dass das Familienleben in einer Tragödie endet....

"Wenn wir wieder leben" wird in zwei Handlungssträngen, die sich auf unterschiedlichen Zeitebenen zutragen, erzählt. In der Gegenwart beobachtet man Wanda, die plötzlich Fragen nach ihrer Herkunft und den Kriegserlebnissen der Familie stellt, und in der Vergangenheit blickt man zurück in die 1920er-Jahre. Hier steht die junge Gundi, die mit ihrer Halbschwester Lore, Julius und Erik eine Band gründet und auf den großen Durchbruch im Ostseebad Zoppot wartet, im Zentrum des Geschehens.

Der Einstieg in das Buch ist interessant und macht neugierig auf den weiteren Verlauf, bzw. auf die Vergangenheit, die Wanda unbedingt ergründen möchte. Obwohl es der Autorin hervorragend gelingt, die Handlungsorte und Protagonisten so lebendig zu beschreiben, dass man sie regelrecht vor Augen hat, lässt sich der Anfang nicht ganz so flüssig lesen. Es gibt leichte Startschwierigkeiten, bevor die Erzählung richtig Fahrt aufnimmt. Doch wenn der Funke überspringt, dann kann man sich kaum noch von der Geschichte lösen. Man merkt beim Lesen, wie gut die Autorin die Hintergründe recherchiert hat und wie viel Herzblut in dieser Erzählung steckt. Man kann die Gefühle der unterschiedlichen Protagonisten sehr gut nachvollziehen und sich ganz auf die spannende Reise in die Vergangenheit einlassen. Dabei wird man oft zum Nachdenken angeregt und am Schluss mit einer unvorhergesehenen Wendung überrascht.

Ich habe bereits einige Romane der Autorin mit Begeisterung gelesen und wurde auch von diesem Buch nicht enttäuscht. Allerdings muss ich zugeben, dass ich am Anfang leichte Startschwierigkeiten hatte, bis bei mir der Funke übergesprungen ist. Dann konnte ich mich allerdings kaum noch von der Geschichte lösen und habe das Buch erst zur Seite gelegt, als ich am Ende angekommen war. Dieses Familienschicksal hat mich zum Nachdenken angeregt und wir mir noch lange in Erinnerung bleiben. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt der Roman vier von fünf möglichen Sternchen. Das eine ziehe ich wegen der Startschwierigkeiten ab. Doch als diese überwunden waren, wurde ich mit einer wunderbaren, berührenden Geschichte belohnt, die ich wirklich weiterempfehlen kann.  

KimVi, 03.07.2018

Das Cover weist von der Farbgebung her ein stimmiges Bild zum Hintergrund und auch zur abgebildeten Dame auf. Die

Kleidung der Frau passt absolut dazu. Der Blick, der auf mich etwas frech wirkt und einen gewissen Kampfgeist erkennen lässt, passt genau zum Inhalt des Buches.

 

Der Schreibstil lässt sich, trotz schwieriger Thematik, flüssig lesen. Die Autorin versteht es, durch die sich abwechselnden Erzählungen der Protagonistinnen Gundi und Wanda, die unterschiedliche Zeitstränge abdecken, ein vollständiges und interessantes Bild der damaligen Gegebenheiten widerzugeben.

Die beiden Erzählstränge nähern sich mehr und mehr an und lassen den Leser am Geschehen teilhaben.

Die Charaktere, die sehr lebhaft und den Zeiten angemessen erläutert werden, lernt man so intensiv kennen und verstehen, dass man sich an Zeit und Ort wähnt.

 

Das Thema, das die Umstände und Gegebenheiten der Vorkriegs- und Kriegszeiten darstellt, wird schonungslos und umfassend dargestellt. So kann man sich als Leser gut in die damalige Zeit hineinversetzen und die Zusammenhänge bildhaft begreifen.

 

Mein Fazit: schonungslos ehrliches und gut recherchiertes Buch, das die damaligen Verhältnisse gekonnt aufzeigt

Gudrun, 03.07.2018

In Zoppot der 1920er Jahre erlebt Gundi Frieböse eine glückliche Kindheit bei ihrem Großvater Paul

Otto Peter Frieböse genannt Pop. Sie leben in Danzig, aber im Sommer verbringen sie die Wochenenden in Zoppot, dem vornehmen Ostseebad. Dort fühlt Gaudi sich als das glücklichste Kind von der Ostseeküste.

Mit siebzehn träumt sie am Strand von Zoppot mit ihren beiden Freunden Erik und Julius und ihrer Halbschwester Lore eine erfolgreiche Band zu werden. Das gelingt ihnen auch und schon bald tingeln sie nicht nur in Zoppoter Kneipen, sondern fahren mit dem Luxusliner Wilhelm Gustloff über die Meere. Es fällt ihnen nicht schwer den Band-Namen zu ändern und sich fortan die Vier aus Zoppot zu nennen, auch sind sie plötzlich keine Band mehr, sondern eine Tanzkapelle. Viel zu spät erkennt Gundi, wie extrem die Welt sich verändert hat, dass ihre polnischen und jüdischen Freunde verfolgt werden und dass der Mann, den sie liebt, im polnischen Widerstand kämpft.

Jahre später verfolgt die junge Wanda Gundis Spur um zu ergründen, was damals passiert ist.

 

Mein erster Eindruck von diesem Buch ist die pastellfarbene Weichzeichnung des Covers. Beim Lesen habe ich mich dann sofort in den Schreibstil und die Sprache verliebt. Ich empfinde die Sprache honigsüß oder nach Hagebuttentee riechend wie die Autorin sie beschreibt. Die melancholische Beschreibungen des Ostseebades oder Danzigs Straßen zeugen von einer großen Liebe und Sehnsucht nach der alten Heimat. Meine Schwiegereltern stammen aus dieser Gegend. „Noch ist Polen nicht verloren“ und „unsere alte ferne Heimat“ waren Sätze, die ich oft von ihnen hörte. Sie hätten auch ihre Freude an diesem Buch gehabt. 

Mich hat sprachlich besonders überrascht, dass Begriffe wie Kaschemme, Matka. pieschern, Schisslaweng, krakeelen, verhohnepiepeln, die ich für Umgangssprache des Ruhrgebiets und Niederrheins gehalten habe, aus Polen beziehungsweise aus Danzig stammen. Die meisten dieser Begriffe hab ich vorher noch nie geschrieben gesehen.

 

Frau Roth hat eine wunderschöne, traurige und tragische Familiengeschichte geschrieben, die Zeitgeschichte aus einer anderen Sicht beleuchtet. Dieses Mal sind es nicht die Opfer und auch nicht die Verbrecher, die den Niedergang und Untergang der Deutschen schildern. Gundi ist eine, die glücklich mit ihrem Leben und ihrer Umgebung ist, die glücklich ist, ihre Musik machen zu können. Sie bekommt die Veränderung um sie herum nicht mit. Erst sehr spät drängen sich ihr die Ereignisse auf, aber in ihrer Naivität meint sie, dass alles wieder gut wird.

 

Der Roman lässt mich nachdenklich und vielleicht auch etwas wehmütig zurück. Der letzte Abschnitt „Noch ist Polen

Goch9, 28.06.2018

Obwohl in der LP noch nicht auf das große Thema des Romans eingegangen wird, ist mir Wanda sofort ganz nah und

sympathisch geworden. Sie ist ja selbst noch eine Suchende, sich ihrer Persönlichkeit noch nicht ganz bewusst, die Reise in die Vergangenheit wird auch für sie etwas bewirken. Da bin ich mir sicher. Gefallen hat mir auch die piefige Uni-Atmosphäre der 60iger. Das kommt wirklich sehr gut rüber.

Bibliomarie, 26.06.2018

In 'Über dieses Buch' kann man sich bereits einen kurzen Vorgeschmack auf den Roman von Charlotte Roth

holen. Das Glossar am Ende, ist zwar hilfreich aber in meinen Augen am falschen Platz. 

Die zwei Hauptfiguren Wanda und Gundi berichten zu unterschiedlichen Zeiten in insgesamt achtundfünfzig Kapiteln. Die Reise in die Vergangenheit ist sehr interessant, es geht in die 1920er-Jahre ins Ostseebad nach Zoppot über Nazideutschland und die wirren des zweiten Weltkrieges bis nach Berlin des Jahre 1963 und 1964. 

Der Einstieg ist zwar interessant aber ich finde den ersten Teil sehr mühsam. Der zweite Teil ist viel spannender und auch etwas leichter zu lesen. Der Schreibstil ist (für mich zumindest) dennoch eher schwierig und das Vorankommen wird dadurch gebremst und ist eher mühsam. Stellenweise geht auch der zweite Teil nur schleppend voran. Für diesen mühseligen Start ziehe ich einen Stern ab. 

Erst im vierten Teil hat es sich gebessert, dieser Abschnitt ist Interessant und spannend und auch das Lesen geht hier flüssiger voran. Ich habe diesen Teil immer mehr und mehr genossen und regelrecht verschlungen - es wurde endlich spannend! Es geht aufrüttelnd aber auch irgendwie beklemmend weiter mit Wandas Selbstfindung und ihrer Reise zu unvorstellbaren Ereignissen der Geschichte. 

Wandas Suche wird zwischendurch zwar auch deprimierend – was bei diesem Thema allerdings nicht anders zu erwarten ist – aber es bleibt bis zum Ende hin spannend und dramatisch. Den Abschluss finde ich gut und gelungen. 

Ich möchte noch einen Satz aus dem Buch zitieren: Grüß mir den Mond, hinter dem du lebst 
Und auch noch einen schönen Spruch daraus festhalten: Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen, und bezahlen ist Beleidigung! 

Fazit: Die zweite Hälfte und das Ende haben mir gut gefallen, nur der Anfang hat sich leider sehr dahingezogen und ich habe einige Male überlegt das Buch abzubrechen, mich dann aber dazu durchgerungen es ganz zu lesen und ich habe es definitiv nicht bereut. Die Geschichte ist sehr bewegend und in der zweiten Hälfte dann auch spannend.

vicky_1990, 26.06.2018

Berlin 1963, die junge Studentin Wanda begibt sich inspiriert durch einen Freund, auf die Suche nach der

Vergangenheit ihrer verstorbenen Mutter. Diese Suche führt sie nach Danzig und in das benachbarte Ostseebad Zoppot in den 1920er-Jahren. Vier Freunde, Lore, Gundi, Julius und Erik haben sich der Musik verschrieben und spielen für die Urlaubsgäste. Ihre rauschenden Erfolge führen die "Vier aus Zoppot" mit dem das luxuriösen Urlauberschiff "Wilhelm Gustloff" über die Meere. Die Zeiten haben sich geändert, als Gundi sich in den Sänger Tadek verliebt. Kurz darauf überfällt Hitlerdeutschland Polen und Tadek wird Widerstandskämpfer. Auch für die vier Freunde bleibt nichts mehr wie es vorher war. 

Das gelungene Cover mit der selbstbewussten jungen Frau im Vordergrund stimmt bereits wirkungsvoll auf das Buch ein. 
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, zum einen im Berlin des Jahres 1963, zum anderen in Danzig und Sopot von den 1920-er Jahren bis zum Kriegsende 1945. Wie in ihren bisherigen Romanen verknüpft Charlotte Roth gekonnt deutsche Vergangenheit und Gegenwart, sie bringt so Geschichte bildhaft näher. Wieder prägen kraftvolle Protagonisten ihren Roman, vor allem mutige Frauen. Historische Geschehnisse werden sehr emotional aufbereitet. So beschreibt die Autorin überzeugend die bedrückende Atmosphäre in Danzig und Sopot, vom Aufleben der nationalsozialistischen Bewegung bis hin zum Einnahme durch Nazideutschland. Einziger Minuspunkt war, dass die Erzählung sehr langsam an Tempo gewann. Ich vergebe für das Buch vier Sterne und spreche eine Kaufempfehlung aus.

lesemaus, 25.06.2018

Berlin 1963, die junge Studentin Wanda begibt sich inspiriert durch einen Freund, auf die Suche nach der

Vergangenheit ihrer verstorbenen Mutter. Diese Suche führt sie nach Danzig und in das benachbarte Ostseebad Zoppot in den 1920er-Jahren. Vier Freunde, Lore, Gundi, Julius und Erik haben sich der Musik verschrieben und spielen für die Urlaubsgäste. Ihre rauschenden Erfolge führen die "Vier aus Zoppot" mit dem das luxuriösen Urlauberschiff "Wilhelm Gustloff" über die Meere. Die Zeiten haben sich geändert, als Gundi sich in den Sänger Tadek verliebt. Kurz darauf überfällt Hitlerdeutschland Polen und Tadek wird Widerstandskämpfer. Auch für die vier Freunde bleibt nichts mehr wie es vorher war. 

Das gelungene Cover mit der selbstbewussten jungen Frau im Vordergrund stimmt bereits wirkungsvoll auf das Buch ein. 
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, zum einen im Berlin des Jahres 1963, zum anderen in Danzig und Sopot von den 1920-er Jahren bis zum Kriegsende 1945. Wie in ihren bisherigen Romanen verknüpft Charlotte Roth gekonnt deutsche Vergangenheit und Gegenwart, sie bringt so Geschichte bildhaft näher. Wieder prägen kraftvolle Protagonisten ihren Roman, vor allem mutige Frauen. Historische Geschehnisse werden sehr emotional aufbereitet. So beschreibt die Autorin überzeugend die bedrückende Atmosphäre in Danzig und Sopot, vom Aufleben der nationalsozialistischen Bewegung bis hin zum Einnahme durch Nazideutschland. Einziger Minuspunkt war, dass die Erzählung sehr langsam an Tempo gewann. Ich vergebe für das Buch vier Sterne und spreche eine Kaufempfehlung aus.

lesemaus, 25.06.2018
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