Verlagsgruppe Droemer Knaur



Wir sehen uns unter den Linden

9783426522356
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Klappenbroschur, Knaur TB
01.04.2019, 528 S.

ISBN: 978-3-426-52235-6
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Roman

Ein aufwühlender Roman über den Mauerbau, das Leben in der jungen DDR und über zerrissene Familien und Freundschaften von der Bestseller-Autorin Charlotte Roth
Berlin nach dem 2. Weltkrieg.
Von ihrem geliebten Vater Volker, einem Lehrer, hat Susanne gelernt, an den Sozialismus zu glauben. Ohne je das Vertrauen in die Menschheit zu verlieren, hat er gegen das Naziregime gekämpft – und wurde vor den Augen seiner sechzehnjährigen Tochter kurz vor Kriegsende erschossen. Nie hat Susanne dieses Erlebnis vergessen, das sie für ihr Leben geprägt hat.. Um das Vermächtnis des Vaters zu erfüllen, widmet sich Susanne von ganzem Herzen dem Aufbau eines besseren Deutschland.
Erst als sie den lebenslustigen Koch Kelmi kennen- und liebenlernt, beginnt sie allmählich zu begreifen, was um sie herum passiert. Zu tief jedoch ist der Glaube an den Sozialismus im Osten Deutschlands in ihr verwurzelt, zu stark das Band, das sie mit dem toten Vater verbindet.
Dann kommt der 13. August, und plötzlich verstellt die Mauer Susanne jegliche Möglichkeit einer Alternative …
»Eine berührende Liebesgeschichte und eine erschütternde Familientragödie, spannend geschrieben.« Mechtild Borrmann, Autorin des SPIEGEL-Bestsellers Trümmerkind

Leselounge

Die Autorin

Charlotte Roth

Portrait von  Charlotte Roth

Charlotte Roth, Jahrgang 1965, ist gebürtige Berlinerin, Literaturwissenschaftlerin und seit zehn Jahren freiberuflich als Autorin tätig. Charlotte...

zur Autorin Bücher von Charlotte Roth

Pressestimmen

"Mit "Wir sehen uns unter den Linden" hat Charlotte Roth einen absolut authentischen Roman geschaffen, der viele unterschiedliche Perspektiven aufzeigt in einer Zeit des Wandels - eine definitive Leseempfehlung von meiner Seite!"

Blog Kleine Fluchten, 21.05.2019

"Ein wunderbarer Roman über die deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert. großartig geschrieben, spannend und einfühlsam zugleich. Charlotte Roth ist eine der derzeit besten Erzählerinnen."

Ruhr Nachrichten, 05.06.2019

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Diese traurige und dennoch warmherzige Geschichte hat mich bestens unterhalten. Zwei Liebesgeschichten

verzaubern. Die Tragödien aus  Zeiten des Holocausts  sind uns hinlänglich bekannt. Man kann sie gar nicht oft genug erzählen. Wir erleben den Mauerbau und die Ignoranz der Ostberliner mit.  Charlotte Roths Schreibstil lässt sich lesen wie Butter. 1935-1961 hat sich viel zugetragen. Die Autorin hat die Geschehnisse glaubhaft rübergebracht. 

Von mir eine absolute Empfehlung! Danke Charlotte Roth.

Giselas Lesehimmel, 16.06.2019

Glück, was mir verblieb Meine Meinung und Fazit:

„Wir sehen uns unter den Linden“ ist der erster Roman aus der Feder von Charlotte Roth, den ich auch gelesen habe. Auf meinem SUB sind so einige. Es wird Zeit das ich such die anderen lese, da mich die Autorin mit diesem Werk sehr begeistern konnte. Ein Buch über die Vorkriegszeit und die Wirren des 2. Weltkrieg und dann über die Zeit danach. Über bedingslose, tiefe Liebe, Zusammenhalt aber auch über Macht von totalitären Systemen, mit ihren Manipulationen und menschenverachtenden Handlungen.

 

Charlotte Roth zeichnet ihre Figuren sehr gut, jede hat gute und schlechte Charakterzüge, manche stehen im Mittelpunkt, andere agieren liebevoll im Hintergrund, sowie im wahren Leben. Erschreckend finde ich die Auswüchse der DDR, laut den Faschismus bekämpfen, eine bessere Welt ausrufen. Um dann ein System von Überwachung und menschenverachtender Unterdrückung für das Wahre proklamieren. Ich selbst bin 9 Jahre lang in der DDR aufgewachsen und habe wenig in Erinnerung, um so mehr bin ich an Literatur und den Lebensumstände interessiert. Vor ein paar Wochen war ich in einer Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde, dieser Besuch hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Wie sehr dieser Staat die eigenen Einwohner in Griff hatte, sehr erschreckend. Wer IM war und wer mitunter dazu gezwungen wurde.

Hier noch ein paar beeindruckende Zitate

Susannes Vater zu Susanne auf Seite 13: „Versuch an jedem Tag, an dem sie dich lassen, etwas zu lernen. Schule ist das Wichtigste, Suse. Vergiss das nicht!“

Seite 215 Zitat Wolf Biermann - Alseir ans Ufer kamen: „Und was wird aus unseren Freunden,

und was noch aus Dir, aus mir?

Ich möchte am liebsten weg sein

und bleibe am liebsten hier.“ Passt zur Zeit des 2. Weltkriegs und zu Zeiten in der DDR.

Seite 285: Kelmi zu Susanne: „Ich bin kein Politologe, ich wäre zu solchem Vergleich nicht einmal in der Lage. Ich sehe mir beides an, und wenn ich feststelle, dass Dinge übereinstimmen, dann interessieren mich die Gründe. Einer besteht vielleicht darin, dass  man sich nicht im Mai 45 über Nacht neue Menschen backen konnte? Es ist doch nicht alles weiß, was nicht schwarz ist, Susu, und dass etwas besser ist als Faschismus, heißt doch noch lange nicht, es ist das Gelbe vom Ei.“

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Mein Dank geht an das Team von wasliestdu und dem Knaur Verlag für das bereitgestellte Reziexemplar.

mama2009, 03.06.2019

Die Liebe überwindet Grenzen

 

Im Großen und Ganzen geht es um die Familie Engel. Anhand von ihr werden verschiedene Themen rund um den Nationalismus (Kommunistenverfolgung, Verrat, Euthanasie) und die DDR (Einbußen der Bevölkerung, Bespitzelung, Einschränkung) aufgezeigt. Im Mittelpunkt steht Susanne Engel, die kurz vor dem zweiten Weltkrieg in Berlin, als Tochter eines Kommunisten und einer Schauspielerin geboren wurde.

Die Thematik dieses Romans fand ich klasse, auch die geschichtliche Umsetzung hat mir sehr gefallen. Sehr schön fand ich, dass ich viel über das Leben in der jungen DDR gelernt habe. Was mir allerdings überhaupt nicht zugesagt hat, ist der Schreibstil. Mit ihm kam ich die gesamten 500 Seiten nicht klar und somit habe ich fürs Lesen knapp zwei Wochen gebraucht, statt wie normalerweise drei Tage. Der Satzbau war für meinen Geschmack etwas verdreht. Einige Sätze musste ich mehrmals lesen, um zu verstehen, was die Autorin sagen möchte. Manchmal waren auch, gar philosophische, Sätze dabei, die überhaupt nicht zur Handlung gepasst haben. Desweiteren gab es immer wieder Zeitsprünge in der Handlung, die zwar gekennzeichnet waren, aber dennoch brauchte ich ein paar Sätze, um mich wieder zurechtzufinden.

Mit den Charakteren dieses Romans konnte ich leider nicht warm werden. Vor allem Susanne, die zunächst als Kind in Erscheinung tritt und hier zwar noch sympathisch ist, in Zeiten der frühen DDR bis zum Mauerbau wird sie allerdings unsympathisch, da sie an einer sehr naiven und auch sturen Ansicht zur DDR steht. Für sie gibt es nichts Besseres und der Sozialismus ist das einzig Wahre. Es scheint, als würde sie alles andere ihm unterordnen. Eugen, ein Freund von Susannes Mutter ist ein zweiseitiger Charakter zu Zeiten des Nationalismus steht er auf der einen und zu DDR-Zeiten plötzlich auf der anderen Seite – das war etwas merkwürdig und zeugt von einem schwachen Charakter. Susannes Eltern sind zunächst die Hauptcharaktere, später nur noch Randpersonen und so ist auch ihr Charakter – relativ leer. Am sympathischsten war wohl noch Kelmi, der Westler Koch. Aber auch hier fehlte etwas die Tiefe.

Der Titel gefällt mir sehr gut, da er die Geschichte wunderbar widerspiegelt. Denn unter den Linden werden sich mehrere Paare über die Jahre und gar über die deutsche Geschichte hinweg treffen. Der Klappentext hingegen ist etwas irreführend, da er eine andere Handlungszeit suggeriert.

Dieser Roman zieht ein bisschen einen Vergleich zwischen dem Nationalismus und der DDR. Die Machart und Redeart waren in beiden Fällen sehr ähnlich, auch wenn die Hintergründe unterschiedlich waren. Eine interessante Herangehensweise, die ich bisher noch nicht gelesen habe.

Da ich das Thema und die Umsetzung gut fand, ich mit dem

Kerstin, 03.06.2019

Der neue Roman von Charlotte Roth wurde in acht Teile gegliedert, die sich über einen Zeitraum von 33 Jahren

erstrecken. Anfangs ist man ein heimlicher Beobachter bei dem Kennenlernen von Sannes Eltern, dann begleitet man das Kind Sanne zusammen mit ihren Eltern bei schönen, aber auch traurigen Momenten. Und zu guter Letzt verbringt der Leser mit der erwachsenen Sanne Zeit, die genaue Ziele hat und durch einen Koch aus dem Westen ihr Weltbild in Frage stellt.

 

Bei dem Schreibstil bin ich etwas zwiegespalten. Meistens fand ich ihn richtig gut und flüssig lesbar, hatte absolut nichts daran auszusetzen. Und dann kamen wieder einige Abschnitte, die mir zu kastig beschrieben wurden und welche ich mehrmals lesen musste, um alle Details aufnehmen zu können. Dies kam meistens dann vor, wenn innerhalb von wenigen Sätzen viele historische Details eingebracht wurden. Am Ende hat mich das dann nicht mehr so gestört, ich hatte mich daran gewöhnt und dadurch wurde der Text nochmals anspruchsvoller.

 

In die Handlung eingebunden wurde eine unglaubliche Fülle an Fakten und Details, welche sehr umfangreich ist. In fast jedem Kapitel wurden historische Zusammenhänge eingebunden, die gut erklärt wurden und viel Wissen an den Leser gegeben haben. Manchmal habe ich mir fast gewünscht, mal ein ruhiges Kapitel zu haben, wo man nicht voller Konzentration lesen muss, um das Genannte vollkommen aufzunehmen. Doch gleichzeitig liegt darin der Reiz des Buches. Auf den 528 Seiten wurden so viele Details genannt, die alle Hand und Fuß haben und plausibel erklärt wurden. Beim Lesen hatte ich richtig das Gefühl, mein Wissen zu erweitern und es wurden Dinge angesprochen, von denen ich bisher noch nie etwas gehört hatte. Dafür, dieses Wissen so exakt in den Roman einzubringen und an den Leser zu vermitteln, hat die Autorin meinen größten Respekt!

 

Zuletzt möchte ich nur noch zu den Protagonisten ein paar Zeilen schreiben. Lange Zeit fand ich Sanne, ihre Familie mit Mutter, Vater und Tante unglaublich sympathisch und habe begonnnen, sie zu mögen. Doch je älter Sanne wurde, desto kritischer habe ich sie betrachtet und desto größer wurden meine Probleme mit ihr. Sie hat für mich zu wenig die Stimme erhoben und zu viel mit sich machen lassen, was ihr im Grunde gar nicht gefallen hat. Sei es eine Rede zu halten oder mit den Genossen zusammenzusitzen. Sanne hat vieles hingenommen und erst danach gedacht, warum sie das gemacht hat. Dadurch erhielt ihr Charakter etwas willenloses und abwesendes. Sie hat sich von einem reizenden kleinen Mädchen zu einer komplizierten, leisen Frau entwickelt, die mit zunehmender Handlung ihre Sympathie verloren hat.

Im starken Gegensatz dazu standen die Nebencharaktere. Sie waren abwechslungsreich, lebendig und meine absoluten Favoriten.

MarySophie, 21.04.2019
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