Das Lexikon der Gefühle, für die es lange keine Worte gab
Hatten Sie schon einmal den plötzlichen Gedanken, dass jeder einzelne die Hauptfigur in seiner Geschichte ist und ein ebenso lebendiges und komplexes Leben führt wie Sie selbst? Dieses Gefühl hat einen Namen: »Sonder«. Oder vielleicht haben Sie während eines Gewitters einen merkwürdigen Hunger nach Zerstörung verspürt, in der Hoffnung, es würde Ihr Leben aufrütteln? Der Begriff hierfür ist »Lachesismus«. Oder haben Sie beim Ansehen alter Fotos einen Anflug von Nostalgie für eine Zeit verspürt, die Sie eigentlich nie wirklich erlebt haben? Das ist »Anemoia«.
Wenn Sie diese Begriffe noch nie zuvor gehört haben, liegt das daran, dass sie nicht existierten, bis John Koenig es sich zur Aufgabe machte, die Lücken in unserer Sprache der Emotionen zu füllen. Auf der Suche nach Neologismen für bestimmte Gefühle, Gedanken und Zustände bedient sich Koenig skurriler Etymologien zahlreicher Sprachen wie dem Lateinischen, Japanischen, Deutschen, Altgriechischen, Schwedischen und Englischen. Seine Enzyklopädie vereint ergreifende Lexikonartikel mit inspirierenden Essays, die die vergessenen Winkel der menschlichen Existenz erforschen – von »Astrophe«, der Sehnsucht, über den Planeten Erde hinaus zu forschen, bis hin zu »Zenosyne«, dem Gefühl, dass die Zeit immer schneller vergeht.