Giftiger Grund
Kriminalroman | Ein vielschichtiger, psychologischer Krimi vom Gewinner des deutschen Krimipreis 2024
Thomas Knüwer im Interview zu »Giftiger Grund«
Herr Knüwer, „Giftiger Grund“ ist ihr zweiter Roman nach Ihrem preisgekrönten Debüt. Wovon handelt er?
Giftiger Grund handelt von drei Menschen, die nachts an einer verlassenen Tankstelle aufeinanderstoßen. Joran, der für den Überfall genau dieser Tankstelle sieben Jahre im Knast saß, Charu, eine Lost-Places-Fotografin, und Edda, ein zehnjähriges Mädchen in Schlafanzug und Gummistiefeln. Sie alle fliehen vor etwas, das sie einholt, als Joran eine Leiche hinter der Tankstelle findet.
Der Roman spielt an einer verfallenen Tankstelle, einem klassischen „Lost Place“. Wie wichtig ist für Sie die Location?
Ich liebe dichte Spannung und die fängt beim Handlungsort an. Enge Räume multiplizieren zwischenmenschliche Konflikte und ein Lost Place bietet genau das. Ein klar umrissenes Areal, gepaart mit morbidem Charme. Eine gute Location funktioniert wie eine Petrischale für spannende Handlung.
Was macht für Sie diesen Ort so besonders?
Eine offene Tankstelle ist kein Sehnsuchtsort, eine verlassene noch viel weniger.
Sie werden bewusst entworfen, damit Menschen schnell weiterzufahren statt zu bleiben. Dass ausgerechnet so ein Gebäude zu einem nächtlichen Zuhause für drei verlorene Seelen wird, ist genau der Gegensatz, den ich beim Schreiben suche.
Ist das ein Ort, den man so heute noch finden kann?
Tatsächlich war meine Inspiration eine verlassene Tankstelle nicht weit von meinem Wohnort entfernt, die viele Jahre hinter einem Bauzaun verfiel, weil Stadt und Eigentümer sich nicht auf eine Neubebauung einigen konnten. Mittlerweile wurden die alten Tankstellengebäude abgerissen, weil Anwohner eine Diebesbande meldeten, die sich darin niedergelassen habe. Gelände wie dieses findet man aber überall in Deutschland. Verfall, eingefroren durch Bürokratie.
Ihre Protagonisten sind Joran, Charu und Edda. Drei junge Menschen ohne Zukunft.
Ich würde nicht unbedingt sagen, dass sie keine Zukunft haben – eher, dass sie kein Zuhause haben. Obwohl alle drei eine Bleibe und Familie haben. Die Kernfrage, die ich mir beim Schreiben gestellt habe: Wohin würdest du fliehen, wenn dein Zuhause keines mehr ist? Das ist das Leitthema des Buches.
Wer sind sie und was verbindet sie?
Charu, Joran und Edda kommen aus unterschiedlichen Lebensrealitäten, aber teilen ein Schicksal: das Fehlen eines Zuhauses als physischen und emotionalen Raum, der Sicherheit und Stabilität gibt. Zudem sind alle drei sowohl Opfer als auch Täter, stark und schwach, passiv und aktiv. Ich liebe ambivalente Charaktere, die den Leser mit der eigenen Moral konfrontieren. Verdienen Opfer, die zu Tätern werden, unser Mitgefühl? Oder unser Urteil?
- Verlag: Droemer eBook
- Erscheinungstermin: 02.03.2026
- Lieferstatus: Lieferung ab 02.03.2026
- ISBN: 978-3-426-56657-2
- 354 Seiten
- entspricht den Vorgaben der EPUB Accessibility Specification 1.1
- keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert (bis auf)
- navigierbares Inhaltsverzeichnis
- logische Lesereihenfolge eingehalten
- hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
- Navigation über vor-/zurück-Elemente
- ARIA-Rollen vorhanden
- alle Texte können angepasst werden
- alle zum Verständnis notwendigen Inhalte über Screenreader zugänglich
- entspricht den Vorgaben der WCAG v2.1
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"Sein schnörkelloser Schreibstil erzeugt Gänsehaut und ist definitiv nichts für schwache Nerven. Der psychologisch vielschichtige Roman könnte einer der besten Krimis des Jahres werden."
Sven Trautwein, Frankfurter Rundschau Online, 23. Januar 2026