Dramatische Schicksale in der Südsee

Lucky Jim –  Auf Tahiti hat Ruth sich nicht nur ein kleines Handelsimperium aufgebaut – sie findet auch endlich mit »Lucky Jim« James Hutton zusammen. Doch sie erfährt, dass ihre Familie zu Hause in großer Gefahr ist. Voller Sorge um ihre Mutter und die jüngeren Schwestern möchte Ruth selbst nach Hamburg reisen. Noch ahnen weder sie noch James, wie nah die Feinde ihrer Familien einem Sieg sind …


Schwarze Tränen – Während Ruth auf der monatelangen Seereise nach Hamburg schweren Unwettern trotzt, spitzt sich die Familienfehde zwischen den Mensings und den Simonsens dramatisch zu. In England erkennt derweil Jamesʼ Todfeind Zechariah, dass er das Spiel um
Huttonsfield Castle verloren hat. Heimlich stellt er James und Ruth noch eine letzte tödliche Falle …

Taschenbuch 12,99 €
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Iny Lorentz

Iny Lorentz

Iny Lorentz ist das Pseudonym des Autorenpaars Iny Klocke und Elmar Wohlrath. Ihr größter Erfolg „Die Wanderhure“ erreichte ein Millionenpublikum und wurde ebenso wie fünf weitere ihrer Romane verfilmt. Außerdem wurde dieser Roman für das Theater adaptiert. Seit der „Wanderhure“ folgt Bestseller auf Bestseller. Viele ihrer Romane wurden zudem ins Ausland verkauft. Neben anderen Preisen wurde das Autorenpaar mit dem „Wandernden Heilkräuterpreis“ der Stadt Königsee ausgezeichnet und in die „Signs of Fame“ des multikulturellen und völkerverbindenden Friedensprojekts »Fernweh-Park« aufgenommen.

Besuchen Sie auch die Homepage der Autoren und ihren Facebook-Auftritt:

www.inys-und-elmars-romane.de

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Amüsiert ließ Ruth Mensing den Blick über die Teerunde schweifen, die sie um sich versammelt hatte. Die englischen Damen aus der Missionssiedlung wären schockiert gewesen, hätten sie ihre jetzigen Gäste sehen können. Zu ihrer Rechten saß Lu An, die weit über siebzig Jahre alt war und klein und verhutzelt wirkte. Trotz ihres hohen Alters erschien sie lebendiger, als es die englischen Damen je sein würden. Außerdem beherrschte sie ihre Sippe mit eisernem Griff. Selbst Lu Po, der älteste Sohn ihres ältesten Sohnes und offiziell das Oberhaupt der Lu-Sippe auf Tahiti, wagte es nicht, sich dem Willen der Matriarchin zu widersetzen.

Der energischen alten Dame entging nichts. So bekam gerade ihre Urenkelin Lu Yi ihren Zorn zu spüren. »Was bist du nur für ein dummes, unnützes Ding!«, schalt sie das Mädchen. »Du hättest Schläge verdient, deine Herrin derartig zu kränken, indem du ihr eine angeschlagene Tasse vorsetzt. Schande über dich! Ich werde ein anderes Mädchen bestimmen müssen, das Frau Men Sing Ru Ti besser bedient als du.« »Verzeih, alte Drachenfrau! Es war ein Versehen und wird nicht wieder vorkommen«, rief Lu Yi und warf sich vor ihrer Großmutter auf den Boden. Diese versetzte ihr einen Fußtritt, bei dem Ruth durchaus merkte, dass er mehr angedeutet als fest war, dann wandte die alte Frau sich ihr zu und verneigte sich. »Ich bitte dich, diese nichtsnutzige Lu Yi so zu bestrafen, wie du es für richtig hältst.« »Ich werde mit ihr zum Strand gehen und ihr den Hai zeigen, dem wir sie vorwerfen werden, wenn sie Ruhutia einmal richtig erzürnt«, witzelte Aipua, Ruths Dienerin und engste Freundin, die nun ihr Kleid öffnete, um ihre kleine Tochter an die Brust zu legen.

Lu An sah ihr wohlgefällig zu. »Das ist ein schönes, gesundes Kind!«, sagte sie, und wandte das Gesicht einer jungen Frau zu, die am anderen Ende des Tisches saß. »Ich hoffe, bald zu sehen, dass Lu Mei ebenfalls ein Kind nährt, am besten einen Sohn, der meinem Enkel Po einmal als Oberhaupt der Lu nachfolgen wird.« Lu Mei stand auf und verbeugte sich. Dabei erklärte sie zwitschernd in ihrer Sprache, dass ihr Ehemann Lu Po und sie alles tun würden, um der alten Drachenfrau diesen Wunsch so rasch wie möglich zu erfüllen. Ruth wurde das von Lu Yi leise übersetzt. Längst wunderte sie sich nicht mehr über die fremdartigen Sitten der Söhne und Töchter der Han, wie die Chinesen aus Lu Pos Sippe ihr Volk nannten. In Hamburg hätten Enkel und Enkelinnen, welche die Großmutter »alte Drachenfrau« nannten, äußersten Anstoß erregt. Auch hätte keine Großmutter die Enkelin bei einem sanften Tadel ein dummes und unnützes Ding genannt, das Schläge verdiente. Und Lu Ans Erwähnung geschlechtlicher Angelegenheiten, um der Frau ihres Enkels zu erklären, wie ein Sohn am schnellsten gezeugt werden konnte, wäre in Hamburg als Tischgespräch ganz bestimmt nicht geeignet gewesen.

Lu An erteilte Lu Mei jedoch unbefangen ihre Ratschläge. Obwohl Ruth zunächst ein wenig die Nase darüber rümpfte, übte die bildhafte Erzählung eine gewisse Wirkung auf sie aus. Sie war eine junge Frau und hatte das intime Zusammensein mit ihrem Ehemann stets als angenehm empfunden. Nun war Hinrich bereits über zwei Jahre tot und ihre Trauer zu einem stillen Gedenken geworden. Mit einem gewissen Spott sagte sie sich, dass sie solche Ratschläge, wie Lu An sie von sich gab, nicht mehr brauchte, denn sie hatte bereits einen Sohn. Jan war mittlerweile ein Wirbelwind von gut drei Jahren und sammelte gerade mit Tahitoa in ihrem Kokoshain Kokosnüsse. Bei dem Gedanken an Tahitoa wanderte Ruths Blick zu dessen Ehefrau hinüber, und sie nahm den zärtlichen Ausdruck auf Aipuas Gesicht wahr, mit dem diese ihre kleine Tochter anschaute. Plötzlich erfasste Ruth die Sehnsucht, das Kind in den Armen zu halten, und so bat sie Aipua, ihr die Kleine zu reichen, sobald sie satt sei.

»Ein wirklich schönes Kind!«, erklärte Lu An noch einmal und strich dem Säugling mit dem Zeigefinger zärtlich über die Wange. »Heirani ist ein wunderschönes Kind«, bestätigte Ruth und blickte wie verzaubert auf die Kleine. Dabei entgingen ihr die Blicke, die Aipua und Lu An miteinander wechselten. »Ich hoffe, dass Lu Mei meinem Enkel nicht nur einen Sohn gebiert«, fuhr die alte Frau fort. »Ein Sohn allein ist zu wenig. Wie leicht kann ein Unglück geschehen oder das Schicksal auf andere böse Weise eingreifen. Ich habe siebzehn Kinder geboren. Elf davon überstanden die Kindheit und blieben am Leben. Meinen Ehemann und drei unserer Söhne haben die Soldaten des Statthalters während der Zeit der Unruhen getötet. Zwei Töchter und mehrere Schwiegertöchter wurden verschleppt, und wir haben nie mehr etwas von ihnen gehört. Nun lebt von meinen Söhnen nur noch Lu Yang.«

Lu An verstummte für einen Augenblick und sah Lu Mei nachdenklich an. »Möge Hsi Wang Mu geben, dass die Zeit der Prüfungen für die Lu vorüber sind und wir auf Tahiti eine Heimat gefunden haben.« »Das hoffe ich auch!«, antwortete die junge Frau.

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